| Ein Blog über Musik und Konzertbesuche |

Poliça – Köln, 18.02.2020

Seitdem ich Channy Leaneagh zusammen mit dem stargaze Ensemble Poliça Songs habe spielen sehen, bin ich großer Fan. Ein paar Jahre ist das her. Damals in Eindhoven, Himmel das war sehr großes Kino. Die eher in Elektrobeats gehüllten Songs hinterließen auf großer Bühne und mit starkem Instrumentenaufgebot einen verdammt mächtigen Eindruck auf mich. Das war toll, eines der besten Auftritte, die ich gesehen habe. Die beiden ‘normalen‘ Poliça Konzerte waren dagegen nicht nichts, aber sie konnten natürlich nie so gut sein wie dieses und sind mir folgerichtig nicht so stark in meiner Erinnerung. Poliça mit dem stargaze Ensemble, das überstrahlt alles.

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Algiers – Köln, 14.02.2020

Es ist meine Premiere, ich besuche zum ersten Mal den Club Volta auf dem ehemaligen Industriegelände an der Schanzenstrasse. Er ist sowas wie der kleine Bruder des Carlswerk Victoria. Beide Säle liegen in der gleichen Industriehalle, nur getrennt durch einen gemeinsam genutzten Innenhof. Soweit so gut. Was beide Konzertorte damit aber auch gemeinsam haben, ist die chaotische Parkplatzsuche in der Dauerbaustelle rund um die Schanzenstrasse und für mich die Unmöglichkeit, mit öffentlichen Verkehrsmitteln in einer einigermaßen akzeptablen Zeit hierhin zu gelangen.

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… and you will know us by the trail of dead – Köln, 12.02.2020

Was soll ich noch über Trail of Dead erzählen? Neun Mal habe ich die Band aus Austin nun schon gesehen, neun Mal habe ich meine Konzerteindrücke wiedergegeben. Ich habe das Gefühl, in meinen Berichten alles gesagt zu haben, was ich über Trail of Dead zu sagen habe. Als Fazit nach jedem Konzertbesuch bleibt dabei immer der gleiche Gedanke: was für eine tolle Liveband sie doch sind und wann es die nächste Gelegenheit geben wird, sie wiederzusehen. Das war 2006 so, das ist 2020 so.

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Shannon Lay – Köln, 11.02.2020

Es stürmt nur noch halb so stark wie tags zuvor. Dafür regnet es. Stark. Gibt es schlimmeres, als Regen, der vom Wind getrieben einem seitlich gegen die beine peitscht? Ich denke nein. Normalerweise ist das ein Abend zum zuhause zu bleiben. Normalerweise sollte ich auf der Couch sitzen und Bad Banks zuende schauen. Normalerweise. Aber ich war dieses Jahr noch nicht oft auf Konzerten und an diesem Abend finden gleich zwei interessante Sachen statt. Als Entscheidungshilfe entpuppte sich ein Ticketgewinn für das Bumann & SOHN. Shannon Lay und Mikal Cronin, ein Konzertdoppel, dass ich eh auf meiner Liste hatte. Also raus in den abflauenden Sturm.

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Cigarettes after sex – Köln, 25.11.2019

‘All the songs sound the same‘ steht auf einem T-Shirt, das ich mir nach dem Konzert am Merchstand gekauft habe. Ein ‘All songs sound the same‘ T-Shirt könnten auch Cigarettes after sex anbieten, in meinen Augen würde das einen feinen ironischen Blick auf das bisherige eigene Werk richten. Ich kaufte meins nach einem The Wedding Present Konzert. Denn was auf die Band um David Gedge zutrifft, möchte ich auch für die amerikanische Band Cigarettes after sex geltend machen. Irgendwie klingt es immer gleich: sanftes Gitarrenintro, beruhigende Keyboards, ein kaum hörbares Schlagzeug und immer eine nahezu gleiche Gesangsstimmlage und -stimmung.

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Cass McCombs – Köln, 14.11.2019

Ich weiß gar nicht mehr, wie ich auf den amerikanischen SingerSongwriter aufmerksam geworden bin, vermute aber, es war zu der Zeit, als ich auch Josh Rouse für mich entdeckt habe. Das wäre dann so vor zwei oder drei Jahren. Seitdem ist es mir eine Herzensangelegenheit, Cass McCombs auch einmal live zu erleben. Was bei Josh Rouse, der mittlerweile im spanischen Valencia lebt, sehr schnell klappte, wollte mir bei Cass McCombs nicht so recht gelingen. So oft schaut er nicht bei uns oder in der weiteren nähe vorbei. Vor zwei Jahren verpasste ich ein Konzert in den Niederlanden, 2016 seinen Auftritt beim Primavera. Seitdem kam nichts mehr.

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TaxiWars – Köln, 28.10.2019

Die Nase läuft, aber egal. Es wäre einfach gewesen, an diesem Abend zuhause zu bleiben, die aktuellen Folgen von Master Chef und The walking dead zu sehen und anschließend ins Bett zu gehen. Ambitionierter dagegen ist es, eine Aspirin Complex einzuwerfen, Salbei Bonbons einzupacken und ins Luxor zu fahren, um sich Jazz anzuhören. Ab und an bin ich übermütig, doch schließlich gibt es hier und jetzt einige gute Gründe, dem Jazz und den belgischen TaxiWars den Vorzug zu geben: ...

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Black Midi – Köln, 09.10.2019

Nachmittags ereilte mich eine kleine Hiobsbotschaft. Fontaines D.C. haben ihren Auftritt auf dem diesjährigen Sonic City Festival abgesagt. Ärgerlich und schade, wirklich schade. Ihr Konzert sollte einer meiner unangefochtenen Höhepunkte des Festivals werden, für das ich ihr mittlerweile ausverkauftes Konzert in Köln ticketkauftechnisch links liegen ließ und auf das ich mir durch den Kauf des Albums Dogrel noch einen weiteren Vorfreudeschub mitgegeben habe.

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Stars – Köln, 24.09.2019

Als ich die Stars vor einigen Jahren sah, fällte ich nach dem Konzert ein vernichtendes Urteil: die Stars hat‘s die längste Zeit gegeben. Die Band wirkte fahrig, lustlos und untereinander nicht gut auf die jeweils anderen zu sprechen. In der Kabine herrscht Cliquenbildung, würde man in so einem Moment in der Zeitung lesen, wären die Stars, ich sag mal, der FC kurz vor dem Abstieg in Liga 2. Alle schienen irgendwie ihr Ding zu machen, die Eheleute Amy Millan und Evan Cranley hier, Torquil Campbell da.

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Stephen Malkmus – Köln, 23.09.2019

Als im Frühjahr des Jahres die Ankündigung die Runde machte, Stephen Malkmus würde ein Elektro Album veröffentlichen, erschrak ich etwas. Und ich war irritiert. Wie jetzt, der Stephen Malkmus, der mir mit Pavement und den Jicks die weltallerschönsten Indiegitarrensongs gebracht hat? Unvorstellbar? Und vor allem: warum? Ich vermutete eine Mischung aus Midlife Crises, Langeweile und unnötiger Experimentiersucht als Grund.

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Sebadoh – Köln, 20.09.2019

Hoch die Hände, Wochenende. Es ist die undankbarste Zeit für einen Konzertbesuch. Der Regionalzug spült die Partyjugend und andere Freitagabendausgeher (#VorglühenimZug) in die Stadt. Die Konzerte beginnen früh und enden früh, um nicht mit dem anschließenden Discotermin in Konflikt zu geraten, und ich bin oft sehr müde von einer langen Arbeitswoche.

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Wintersleep – Köln, 17.09.2019

Frage: Wann habe ich eigentlich das letzte Mal ein Champions League Spiel BVB vs. Barca für ein Konzert sausen lassen? Antwort: Noch nie. Es gab bisher diese Champions League Paarung noch nicht; das letzte Aufeinandertreffen fand 1998 im UEFA Super Cup Finale statt. Wir erinnern uns, es war das letzte Super Cup Finale, das in Hin- und Rückspiel ausgetragen wurde. Also wird es ja mal Zeit, könnte man denken…. Nun ja, das ist so eine Sache. Fußball ist manchmal wichtig. Wintersleep, deren Musik ich sehr schätze, allerdings auch.

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Wilco – Köln, 13.09.2019

Der zweite Abend in Folge mit einem langen Konzert. Auch aufgrund der vorherigen Nacht hatte ich lange überlegt, ob ich am Freitag ein Konzert besuchen solle. Auswahl hätte es genug. Helmet spielen in Düsseldorf ihre 30 Songs und im sehr schönen Eupener Kulturzentrum Alter Schlachthof spielt der Pianist Michael Wollny, einer der wichtigsten Jazzmusiker der Jetztzeit, ein Konzert. Da das nicht Auswahl genug ist, gesellen sich im Carlswerk zu Köln Wilco mit - was fast noch wichtiger für mich ist - Spiral Stairs im Vorprogramm als eigentliches must-see dazu. Must-see, denn eine andere Möglichkeit, Spiral Stairs zu sehen, gibt es für mich in diesem Herbst nicht.

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Steve Gunn – Köln, 09.09.2019

In den letzten Jahren habe ich an mir festgestellt, dass sich mein Musikinteresse ein bisschen verschoben hat. Das, was ich früher (also vor 20 Jahren) kaum oder gar nicht gehört habe, hat sich in den letzten zehn Jahren einen kleinen aber feinen Platz in meiner Musiklandschaft gesichert. Jazz zum Beispiel (und dieser Platz nimmt immer mehr Raum in Anspruch) oder R’n’B und Americana. Die erstgenannten Stile sind für diesen Konzertbericht irrelevant; Americana dagegen nennt sich das, was Steve Gunn im Bumann & SOHN präsentiert. Americana. Puhh.

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dEUS – Köln, 06.05.2019

Es besteht die Gefahr, dass ich mich in den nächsten Wochen wiederhole. Warum? Nun, ich plane, in diesem Monat noch zwei weitere dEUS Konzerte zu besuchen und fürchte, viel anderes gibt es dann auch nicht zu berichten als das, dass das Konzert großartig war. Ach, ich werde einfach andere Adjektive benutzen - traumhaft, wunderbar, superschön -, dann fällt das nicht so auf. Denn nichts anderes können meine beiden nächsten Konzerte in Luxemburg und Brüssel auch werden: großartig.

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