| Ein Blog über Musik und Konzertbesuche |

Primavera Sound Festival – Barcelona, 31.05.2019

Unsere Hotelzimmernachbarn sind auch schon da. Gestern Abend begegneten wir ihnen um drei Uhr im Fahrstuhl, nun, 13 Stunden später, stehen sie neben mir vor der Ray-Ban und warten auf Lucy Dacus. Die spanische Ü40 Gruppe vom gestrigen Guided by Voices Konzert lungert auch schon vor der Bühne rum macht schon wieder Späße. Der 1990er Jahre Indierock feiert ein kleines Revival. Zumindest für mich und zumindest an diesem Nachmittag. Erst Lucy Dacius, deren Liveset viel rockiger rüberkommt als ihre Songs auf Platte klingen, dann Snail Mail.

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Primavera Sound Festival – Barcelona, 30.05.2019

Julien Baker hat mich im Auditori absolut überzeugt. Ihre Stimme ist toll, ihr Gitarrenspiel famos. Begleitet wird sie bei vielen Songs von einer Violinistin, die die hauptsächlich neuen Songs noch eine Spur charmanter macht. Bei meinen letzten Primaveras war ich gegenüber ihren Konzerten immer skeptisch und sie stellten mich nie rundum zufrieden. Mittlerweile aber, so kommt es mir vor, hat sich Julien Baker enorm weiterentwickelt und im Konzertsaal des Auditori klingt alles absolut ausgependelt und harmonisch.

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Primavera Sound Festival – Barcelona, 29.05.2019

Der Mann auf der Bühne sieht aus wie Joe Cocker. Schütteres Haar, etwas untersetzt. Sein Gesang ist durch einen Autotune Softwareeffekt verfremdet, was auf Dauer ein bisschen nervt. Neben ihm spielt einer der The National Dessners Gitarre. Der Sänger ist Justin Vernon von Bon Iver und der Gitarrist ist Aaron Dessner. Zusammen sind sie das Bandprojekt Big red machine.

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Out of the crowd Festival – Esch-sur-Alzette, 27.04.2019

Irre ich oder tauchten in den letzten Jahren wieder vermehrt Ein-Tages-Festivals auf? Das Sirene’s call in Luxemburg, das - dieses Jahr pausierende - Crosslinx Festival in Eindhoven, das Little waves in Genk oder das Geelen calling Festival in, eben, Geelen. Auch das Out of the crowd Festival in Esch ist so ein Festival, das für einen Tag lang einen Klub beziehungsweise einen Veranstaltungsort in ein kleines Festivalgelände verwandelt

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Little Waves Festival – Genk, 13.04.2019

Im letzten Jahr lernte ich das Little Waves Festival in Genk erstmals kennen. Unser Grund, die 100 Kilometer in die belgische Kleinstadt zu fahren, war der Solo- und Akustikauftritt der beiden Mercury Rev’er Sean "Grasshopper" Mackowiak und Jonathan Donahue, der mich im Nachhinein sehr verzaubert zurückließ. Aber ganz abgesehen von dem Auftritt überzeugte mich das Little Waves mit seinem Veranstaltungsort und seiner wohl durchdachten und unaufgeregten Organisation.

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BIME Live Festival – Bilbao, 26. – 27.10.2018

Messehalle 1. Genau, das klingt erstmal übel. Und ehrlich gesagt war das auch mein Eindruck, als wir durch die großen Schwingtüten des Messefoyers in die Halle kamen. Unten spielte bereits eine Band und der Sound auf der Eingangsempore war schrecklich: es war laut, es hallte, es krächzte. Der Geräuschpegel war allgemein gruslig. Wie kann man auch eine - ich schätze mal - 4 Fußballfelder große Messehalle zu einem Konzertort umfunktionieren? Ich hatte schlimmste Befürchtungen für die anstehenden Konzerte.

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Bruis Festival – Maastricht, 31.08.2018

Manchmal passiert nix, manchmal ganz viel. Und wie sich dann entscheiden? Münze werfen? Kosten-Nutzen Analysen aufstellen? Oder einfach losfahren? An diesem Wochenende hieß es also wieder abwägen, überlegen oder einfach losfahren. Gleich einige Festivals standen in meiner Facebook Agenda: die c/o pop in Köln, das Misty Fields in der Nähe von Weert und das Bruis Festival in Maastricht. Die Entscheidung fiel nicht leicht, doch sie viel letztendlich auf Maastricht und das kostenfreie Bruis Festival. Django Django sollten dort am Freitag headlinen. Grund genug, vorbeizuschauen.

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Absolutely free Festival – Genk, 04.08.2018

Gegen den symbolischen Eintritt von drei leeren Batterien. Im Café des Cultuurcentrums der C-Mine sitzen draußen eine Handvoll Leute. Zwei Hobbyradfahrer kommen vorbei und erzählen von ihrer Ausfahrt von Roermond nach Maastricht und zurück. Kann man machen, ist ja flaches Terrain hier, denke ich, und ach, ich bekomme Lust, wieder mehr Rad zu fahren. Erst recht, wenn Kaffeepausen so schön und Stopps so gemütlich sein können wie in dem Genker Kulturzentrum. Die C-Mine haben wir im Frühjahr entdeckt, als in den Sälen des alten Bergwerkes das Little Waves Festival stattfand.

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Primavera Sound Festival – Barcelona, 29.05. – 02.06.2018

A ha, bei Mango verkaufen sie jetzt auch Klamotten. Eine an und für sich banale und belanglose Feststellung, es sei denn, ich treffe sie im Parc del Fòrum auf dem diesjährigen Primavera Sound Festival. Schallplatten, ja, Poster, ja, allerlei Merchandise, ja, was zu essen und trinken, ja klar, aber Klamotten konnte man - abseits von Bandshirts - hier bisher noch nicht kaufen. 2018 geht das also. Dafür suche ich den Stand mit den Ohrstöpseln vergeblich.

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Transformer II Festival – Maastricht, 20.05.2018

Ich hatte das alles ganz anders in Erinnerung. Die Brückenzufahrt zur Norderbrug war weg, der Eingang zur Muziekgieterij ein anderer. Einiges hatte sich im Umfeld der Muziekgieterij ganz schön verändert. Die Gentrifizierung lässt grüßen. Das große Student Hotel und der Kinokomplex zeigen die neue Ausrichtung des ehemaligen Industrieareals. Schon vorher kam mir unser Anfahrtsweg merkwürdig vor. Wo war denn der Kreisverkehr mit der Kirche am gegenüberliegenden Kreisbogen? Warum überqueren wir die Maas erneut? Einige der Fragen lösten sich kurz vor dem Erreichen des Ziels im Boschstraatkwartier im westlichen Maastricht in Luft auf (wir kamen anfahrtstechnisch aus Süden, nicht - wie ich es kannte - aus Westen, und Baustellen sprießen in Maastricht wie wild), andere blieben.

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Little waves Festival – Genk, 14.04.2018

C-Mine. In großen Lettern empfängt mich der Kreisverkehr kurz nach der Autobahnabfahrt. C-Mine, so heißt das Kulturzentrum in Genk, das sich in dem alten Steinkohlebergwerk am Stadtrand der belgischen Industriestadt eingenistet hat. Das Steinkohlebergwerk im limburgischen Abbaugebiet ist eines der ältesten des Landes. Oder besser gesagt, war eines der ältesten des Landes, denn Ende der 1980er Jahre wurde es geschlossen. Seit diesem Jahrtausend ist dort die sogenannte C-Mine ansässig, ein kreativer Ort mit Veranstaltungssälen, Kongresszentrum, Kino und einer Hochschule.

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Cross-linx Festival – Eindhoven, 02.03.2018

Eindhoven. Das Cross-linx Festival hatte ich irgendwie seit einigen Monaten auf dem Schirm. Als die Bestätigungen Hoverphonic und Poliça durch meine Timeline rauschten, dachte ich intensiver über einen schönen, gemütlichen Samstagnachmittagsausflug nach Eindhoven nach. Konzerte in den Niederlanden sind toll, und im Muziekgebouw Eindhoven war ich noch nicht.

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Lieblingsplatte Festival – Düsseldorf, 15./16.12.2017

‘Habt ihr noch Bock?‘ fragt Jochen Distelmeyer, nachdem die Band Blumfeld den zweiten Block ihres Konzertes beendet hatte und auf die Bühne zurückkehrte. ‘Wir haben noch Bock auf ein, zwei Lieder‘. ‘Ich fühl mich so müde. Das ist nix mehr für mich‘ sagt Tom Liwa, als die Flowerpornoes nach dem zweiten Block nochmals für eine kleine Zugabe auf die Bühne des Clubs im zakk zurückkehren. Unterschiedlicher könnten die Befindlichkeiten der beiden Bands nicht sein. Unterschiedlich waren auch die beiden Konzertabende im zakk und im zakk Club, großartig waren sie aber beide!

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Way back when Festival – Dortmund, 29.09. bis 01.10.2017

Für das Way back when in Dortmund hatte ich im frühen Vorverkauf ein drei Tages Ticket gekauft. Dass ich dann jedoch nur an zweiTagen vor Ort war, hatte logistische Gründe: ich wollte einfach nicht an drei Tagen nach Dortmund fahren. Das wäre mir zuviel und zu aufwendig, und so entschied ich, den Way back when Freitag sausen zu lassen. Das erschien mir am sinnvollsten (und vernünftigsten). Samstag wollte ich unbedingt unbedingt Portugal.The Man und Waxahatchee sehen, das war uneingeschränkt gesetzt. Und als für den Sonntag die Ducktails angesetzt wurden, war auch die Frage ob nun noch der Freitag oder der Sonntag dazukäme, schnell geklärt.

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Reeperbahnfestival – Hamburg, 23.09.2017

Der Elbphilharmonietag. Als ich vor Wochen das Festivalticket kaufte war auch ein Grund für den Kauf des Vier-Tages-Tickets der, dass im Preis ein Konzert in der Elbphilharmonie enthalten ist. Zur Auswahl standen Dillon, Owen Pallett & stargaze oder Daniel Brandt & Eternal something. Da gab es kein langes Zögern: Owen Pallett, den ich bisher eher als Langweiler einstufte, könnte in der Philharmonie gut funktionieren. Vielleicht zu gut, um das zu verpassen. Also: Owen Pallett & stargaze waren für den Samstag gesetzt. Ohne Wenn und Aber. Komme dazwischen, was da wolle.

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