| Ein Blog über Musik und Konzertbesuche |

Protomartyr – Düsseldorf, 13.08.2018

‘Gute Bands sollte man öfter im Jahr sehen’ twitterte ich am Montagabend, bevor ich mich auf den Weg nach Hause machte. Protomartyr erlebte ich erst vor ein paar Monaten in einem ausverkauften Gebäude 9. Das Konzert war toll und als sie vor einigen Wochen weitere Konzerte in meiner Nähe ausriefen, war klar, da geh’ ich hin. Egal, wann und wo ich Protomartyr das letzte Mal gesehen habe. Selbst, wenn es gestern gewesen wäre. Denn gute Bands sollte man öfter im Jahr sehen.

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Absolutely free Festival – Genk, 04.08.2018

Gegen den symbolischen Eintritt von drei leeren Batterien. Im Café des Cultuurcentrums der C-Mine sitzen draußen eine Handvoll Leute. Zwei Hobbyradfahrer kommen vorbei und erzählen von ihrer Ausfahrt von Roermond nach Maastricht und zurück. Kann man machen, ist ja flaches Terrain hier, denke ich, und ach, ich bekomme Lust, wieder mehr Rad zu fahren. Erst recht, wenn Kaffeepausen so schön und Stopps so gemütlich sein können wie in dem Genker Kulturzentrum. Die C-Mine haben wir im Frühjahr entdeckt, als in den Sälen des alten Bergwerkes das Little Waves Festival stattfand.

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200km plus: Konzerttipps für August in Köln

Es ist heiß, verdammt heiß. Der Sommer lähmt alle Glieder und Gedanken. Es ist schwer, an Konzerte in Hallen und Klubs zu denken. Trotzdem, im August müssen wir uns aufraffen, der Hitze trotzen und den Platz auf dem schattigen Balkon gegen einen schwülwarmen Konzertraum eintauschen. Denn sonst, ja sonst würden wir was verpassen! Hier und da und anderswo, meine Konzerttipps für den August.

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Primavera Sound Festival – Barcelona, 29.05. – 02.06.2018

A ha, bei Mango verkaufen sie jetzt auch Klamotten. Eine an und für sich banale und belanglose Feststellung, es sei denn, ich treffe sie im Parc del Fòrum auf dem diesjährigen Primavera Sound Festival. Schallplatten, ja, Poster, ja, allerlei Merchandise, ja, was zu essen und trinken, ja klar, aber Klamotten konnte man - abseits von Bandshirts - hier bisher noch nicht kaufen. 2018 geht das also. Dafür suche ich den Stand mit den Ohrstöpseln vergeblich.

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Clap your hands say yeah – Köln, 16.07.2018

Clap your hands say yeah dürfen keine 2-Alben-wonder Band bleiben! Dafür mag ich Alec Ounsworth Leiergesang zu sehr, dafür kann ich zu „Satan said dance“ zu gut tanzen, dafür ist sind Melodien in „The skin of my yellow country teeth“ zu schön. Man merkt vielleicht, Clap your hands say yeah höre ich sehr gerne, und so mache ich mich nicht gänzlich emotionslos auf den Weg ins Gebäude 9. Es ist der heißeste Tag des Jahres und ich möchte diese Band sehen, um die es nach den beiden großen Alben Clap your hands say yeah und Some loud thunder definitiv zu leise geworden ist.

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The Breeders – Köln, 05.07.2018

Nun also doch noch The Breeders. Warum denn auch nicht? Auf dem Primavera vor ein paar Wochen habe ich sie noch verpasst bzw. das zeitgleich stattfindende Thundercat Konzert war mir wichtiger. Ruhigen Gewissens konnte ich den Breeders Auftritt ein paar Bühnen weiter allerdings nicht sausen lassen, denn dass es später im Gloria klappen würde, war nicht von langer Hand geplant.

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Konzerte & Fußball

Alle Jahre wieder, oder genauer gesagt, alle 2 Jahre wieder, stellt sich im Juni / Juli die Frage, was wichtiger / schöner / besser sei: Das Abendspiel der Fußball-WM bzw. Fußball-EM oder doch der sommerlich stickige Konzertsaal? Auch wenn Deutschland bereits im Flieger nach Hause sitzt, bleibt für mich die Frage offen. Die Spiele der Mannschaft sind und waren mir nie die interessantesten Begegnungen. Klar fiebere ich hier mit, aber insgeheim freue ich mich mehr auf die anderen Spiele. Auf die Belgier, die Urus, das schöne Spiel der Niederländer oder das turnusmäßig wiederkehrende Gewurschtel der Argentinier.

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… and you will know us by the trail of dead – Köln, 13.06.2018

Major Label Debüt. Durchbruchalbum. Source Tags & Codes wurde 2002 via Interscope veröffentlicht. Warum die Band nun gerade jetzt damit auf Tour geht, erschließt sich nicht direkt. Letztes Jahr erschien zum 15-jährigen eine aufwendige Vinylbox und eine Doppel-CD Edition von Source Tags & Codes. Im Winter letzten Jahres sollte dann in London ein Albumkonzert folgen, das jedoch von der Band abgesagt wurden. Arbeiten an einem neuen Album wurden unter anderen als Grund genannt. Von einem neuen Album habe ich nichts mehr gehört, dafür wurden aber im Frühjahr ein paar Konzerte angekündigt.

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Beck – Brüssel, 06.06.2018

„Where it’s at“, „Devils haircut“ und natürlich „Loser“ sind so Spontanassoziationen, die mir zu Beck einfallen. Im nichtmusikalischen Rahmen müsste ich Scientology nennen. Beck Hansen. In den 1990er Jahren nahm ich ihn lange als one-hit wonder wahr. „Loser“ war zur damaligen Grunge Hochzeit der Song, auf den sich auch nicht Grunger einigen konnten. Entsprechend erfolgreich war die Single des ersten Albums Mellow Gold, auf den Musikfernsehprogrammen lief sie rauf und runter.

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Unterwegs mit Musik: Skopje

Ein paar Tage in Skopje. Diese Stadt wirkt merkwürdig. Gebäudefassaden im römisch, neo-klassizistischem Stil wechseln mit sozialistischen Betonbauten und Neubauprojekten, die hoffentlich zuende geführt werden. Betritt man zum ersten Mal den Platz an der alten Steinbrücke ist man erstmal erschlagen. Eine riesengroße Statue nimmt den gesamten Blick ein: überdimensioniert und einfach zu groß erhebt sich das Standbild von Alexander dem Großen in der Mitte des Platzes. Groß ist hier Programm, denn riesig ist auch die Staue auf der anderen Seite der Brücke vor dem Eingang zum alten Bazar, direkt neben dem jüdischen Mahnmal und nur einen Steinwurf entfernt von der mazedonischen Philharmonie, einem Betonbau in schönster Brutalismus Optik.

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Transformer II Festival – Maastricht, 20.05.2018

Ich hatte das alles ganz anders in Erinnerung. Die Brückenzufahrt zur Norderbrug war weg, der Eingang zur Muziekgieterij ein anderer. Einiges hatte sich im Umfeld der Muziekgieterij ganz schön verändert. Die Gentrifizierung lässt grüßen. Das große Student Hotel und der Kinokomplex zeigen die neue Ausrichtung des ehemaligen Industrieareals. Schon vorher kam mir unser Anfahrtsweg merkwürdig vor. Wo war denn der Kreisverkehr mit der Kirche am gegenüberliegenden Kreisbogen? Warum überqueren wir die Maas erneut? Einige der Fragen lösten sich kurz vor dem Erreichen des Ziels im Boschstraatkwartier im westlichen Maastricht in Luft auf (wir kamen anfahrtstechnisch aus Süden, nicht - wie ich es kannte - aus Westen, und Baustellen sprießen in Maastricht wie wild), andere blieben.

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Ben Folds – Hamburg, 16.05.2018

Mit der linken Hand in der Hosentasche schlurft Ben Folds auf die Bühne. Zu Recht völlig unbeeindruckt von den Räumlichkeiten des großen Saales der Elbphilharmonie setzt er sich an den Flügel, nachdem er sich einmal um 360 Grad drehend in die Runde gewinkt hat. Der Flügel ist das einzige Instrument auf der Bühne, in der Mitte aufgebaut und - wie immer - von links nach rechts (aus Sicht des Publikums) ausgerichtet. Klavier oder Flügel stehen immer von links nach rechts, warum ist das eigentlich so?

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Isaac Gracie – Köln, 04.05.2018

Isaac Gracie lernte ich letzten Sommer beim Reeperbahnfestival in Hamburg kennen. Dort war er musikalischer Gast bei Ray Cokes Nachmittagsmusiktalk, was bedeutete, dass er zwei oder drei Lieder spielte. Also Isaac Gracie, nicht Ray Cokes. Letzterer scherzte nur umher. Eines davon war ein wunderbares Nirvana Cover, ein anderes „Terrified“. An das dritte erinnere ich mich nicht mehr. Sowohl Cover als auch die eigenen Songs blieben mir so stark im Gedächtnis (ein Wunder bei der Vielzahl neuer Eindrücke, die ich auf dem Reeperbahnfestival sammeln durfte), dass ich den jungen Mann aus London in den nächsten Monaten im Auge behielt.

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