Ducktails – Köln, 14.09.2017


St. Catherine ist eines meiner Lieblingsalben des letzten Jahres. „Headbanging in the mirror“, „Into the sky“, „Surreal Exposure“ sind herausragend schöne Songs, die mich im letztjährigen Frühjahr sehr oft auf der ein oder anderen Autofahrt begleitet haben. St. Catherine ist das fünfte Album der Ducktails, einer Indiepopband aus New Jersey. ihre musikalische Reise begann 2009 mit dem Album Landscapes. 2011 sah ich die Band um den ehemaligen Real Estate Gitarristen Matt Mondanile zum ersten – und bisher einzigen – Mal.

Band of Horses – Köln, 06.09.2017


Ich probiere es einfach noch einmal. Auch wenn Konzerte der Band of Horses nicht besser werden können als damals in der Kulturkirche. Das ist ein Fakt, ein Gedanke, der für mich abgeschlossen und unverrückbar in Zement gegossen ist. Das Kulturkirchenkonzert der Band of Horses, mir läuft es jetzt noch eiskalt vor den Rücken herunter. Sie schenkten mir damals das Konzert meines Lebens. Erst im letzten Jahr sah ich die Amis im Gloria. Damals wie heute kamen die Mannen für ein paar Gigs nach Deutschland. Damals wie heute schwebte das Kulturkirchenkonzert in meinem Kopf umher, als ich mich auf den Weg machte. Damals wie heute war ich mir sehr bewusst, besser werde ich sie nie mehr sehen.

Interpol – Kopenhagen, 27.08.2017


Ein bisschen Elbphilharmonie in Kopenhagen. Auf der Reise nach Kopenhagen lese ich, dass der Bau des Konzerthauses in Kopenhagen einige Parallelen zur Entwicklung der Elbphilharmonie aufweise. Es gab, Bauprobleme, Verzögerungen, Fehlkalkulationen. Das DR Koncerthuset wurde geplant, um einem neuen Stadtteil ein besonderes architektonisches Bild zu geben. Leider wurde bei den Planungen der Untergrund nicht richtig bewertet, so dass man während der Arbeiten feststellen musste, dass der Boden, auf dem das Gebäude errichtet werden sollte, zu weich ist. Die Kosten stiegen und die Bauzeit wurde um zwei Jahre überschritten. Aber genauso wie bei der Elbphilharmonie gerät all das in Vergessenheit, wenn man vor dem Gebäude steht. Es ist ein wahnsinnig schönes Stück Architektur, dass sich gut in die Umgebung, das Konzerthaus ist Teil des Baukomplexes des dänischen Rundfunks, integriert.

Car Seat Headrest – Dortmund, 21.08.2017


Sommerzeit ist Festivalzeit. Unzählige Bands fliegen über den großen Teich und spielen sich in Europa Wochenende um Wochenende die Finger wund. Sind die Freitag- bis Sonntagabende so meist verplant, bleibt zwischen Festivalauftritten die Zeit, ein paar Klubkonzerte zu geben. Was soll eine Band auch machen, wenn sie Samstag in Paris und das Wochenende drauf in Berlin für Festivalauftritte gebucht ist. 5 Tage Schlafen? Eine Möglichkeit; 5 Tage Städtetripps? Eine andere. Nachhause fliegen? Keine Alternative, wenn man nicht Solange oder Frank Ocean heißt und sich das pendeln leisten kann.

Interpol – Luxemburg, 19.08.2017


Nach dem Konzert sitzen zwei Männer in Anzügen an der Bar des Sabotage. Sie diskutieren mit den Umstehenden. Irgendwann wird es ein bisschen lauter, beim Hinausgehen drehe ich mich nochmals kurz um. ‘Zanken die jetzt wirklich‘, denke ich und verlasse endgültig das Sabotage. Erst später realisiere ich, dass die beiden Minuten zuvor noch auf der Bühne standen und Gitarre und Bass spielten. Momente, die mir im Gedächtnis bleiben. Warum auch immer. Dieser Moment liegt 15 Jahre zurück. 2002 befand sich eine Band Namens Interpol auf Deutschlandtour, um ihr erstes Album Turn on the bright lights zu promoten. Im Herbst des Vorjahres waren sie schon mal da, im Frühjahr 2003 sind sie nochmal zurück.

Kate Nash – Düsseldorf, 17.08.2017


Mitte des letzten Jahrzehnts singt ein junges Mädchen Lieder über Liebe, Beziehungsdinge und das Leben im Allgemeinen. Soweit nichts Besonderes, wären da nicht diese bauernschlauen und dreisten Textpassagen, die seinerzeit viele begeisterten, und der Veröffentlichungsweg, den sie für ihre Musik wählte. Kate Nash veröffentlichte ihre Songs zuerst über das Internet, MySpace war damals das Nonplusultra und Kate Nash wird zusammen mit der Französin SoKo so etwas wie der erste Internetpopstar. Ihr Hit „Foundations“ stand zuerst auf ihrer MySpace Seite, in ihm heißt es zum Beispiel (und damit wieder zurück zu ihren Texten):

Spoon – Köln, 03.07.2017


Spoon. Größtmöglich von mir unterschätzte Band. Als ich sie vor drei Jahren auf dem Primavera Sound sah, hielt die Band aus Texas noch für astreine Briten. Zu sehr erinnerten mich ihr Sound und vor allem die Stimme von Sänger Britt Daniel an alte Britpop Helden. Die erinnerte mich sehr an Alex Turner und die Songs eher an die La’s und Cast als an amerikanischen Indierock. Wenn ich heute ihr aktuelle Album Hot thoughts höre, und ich höre es sehr oft, muss ich über meine damalige erste Einschätzung unglaublich lachen.

Kraftwerk – Düsseldorf, 01.07.2017


Ich mag die Tour de France. Luis Herrera, Greg LeMond waren meine ersten Tour Lieblinge. Oft fieberte ich auf die Übertragung von ARD und ZDF hin, die regelmäßig die letzte halbe Stunde der Etappen mit Zielankunft übertrugen. Also meistens jedenfalls. Manchmal bekam ich auch das Endergebnis erst später mit, wenn die Zielankunft das Übertragungsende von 17.30 Uhr sprengte. Später dann kaufte ich mir von meinen ersten Azubigehältern ein Rennrad, hatte im Cappenberger Berg mein persönliches Alpe d’Huez und schaute in den 1990er Jahren regelmäßig Tour de France und freute mich am neuen fernsehmedialen Übertragungsglanz der Gebirgsetappen. Stundenlang vor dem TV zu sitzen, den Geschichten von Rudi Altig zu lauschen und sich vor allem die interessanten Landschaften (drei Stunden Ausreißergruppen gucken ist auf Dauer schon langweilig) anzuschauen, das war mein großes Hobby.

Bleached – Lüttich, 26.06.207


‘Bleached haben wir ja schon mal gesehen.‘ ‘Nein. Und ich behaupte auch immer, ich hätte die noch nicht gesehen.‘ ‘Doch, doch, im Blue Shell. Vor einigen Jahren.‘ ‘Mhh, oder warste da nicht dabei? Doch da waren wir zusammen.‘ ‘Nein, ich habe die noch nicht gesehen.‘ ‘Sicher? Das ist doch diese Girlieband, oder verwechsle ich die mit wem andern?‘ Wir haben gerade die etwas spooky wirkende Parkgarage verlassen und sind auf der Suche nach dem Club La Zone.

Gorillaz – Köln, 20.06.2017


Und plötzlich steht Damon Albarn vor mir. Reflexartig strecke ich ihm meine Hand entgegen, in die er bereitwillig einschlägt. In diesen Sekunden bin ich wieder der twentysomething Fan, der die Gelegenheit nicht missen möchte, seinem musikalischen Helden nahe zu kommen. Blur, Britpop, du weißt Bescheid. Was hätte ich in den 1990er Jahren für diesen Handschlag gegeben. Aber wir haben 2017, ich bin älter und so ärgere ich mich Sekunden später ein wenig über meine Entscheidung. Damon Albarns Hand ist schwitzig und klebrig, nun kleben auch meine Finger. Waschen geht nicht, die Gorillaz sind noch nicht einmal mit ihrem Albumset durch. Da muß ich jetzt durch.

Midnight Oil – Köln, 21.06.2017


Nach der Trennung im Jahr 2002 verkündete die australische Rockband Midnight Oil im vergangenen Jahr ihre Reunion! Seit Februar 2017 sind sie nun auf großer Welttournee. Ein absolutes Highlight: Nach 21 Jahren wird die Band rund um Sänger Peter Garrett auch wieder in Köln, Berlin und Frankfurt zu sehen sein. So lautete die Ankündigung im Frühjahr dieses Jahres. Dass die Australier auf große Welttournee gehen, hatte ich bereits Ende letzten Jahres spannend und begeistert auf Facebook mitverfolgt. Dass sie also nun auch nach Köln kommen, versetzte mich in höchste Vorfreude.

Real Estate – Hamburg, 19.06.2017


‘Schade, dass hier Thurston Moore nicht spielt. Der Laden wäre perfekt.‘ Konzertgespräche vor Konzertbeginn. Ich steh im Molotow in Hamburg und warte auf Real estate. Thurston Moore, dessen Konzert erst hier angesetzt war, bevor es mit dem Spoon Auftritt am gleichen Tag zusammengelegt wurde zu einer Doppelheadlinershow, sehe ich leider nicht. Spielt er in Hamburg, bin ich in Köln. Spielt er in Köln, bin ich woanders in Köln. Es ist viel los in diesem Sommer und ich beginne erst gar nicht damit aufzuzählen,

Arcade Fire – Köln, 16.06.2017


In Barcelona vor ziemlich genau einer Woche hatte ich Arcade Fire noch verpasst. Beziehungsweise gingen sie, aufgrund des Andrangs und Gewusels vor der Bühne völlig an mir vorbei. Es ist nicht möglich, bei einem Großfestival mal eben so ein Konzert vor einer der beiden Riesenbühnen mitzunehmen. Das bedarf einer bestimmten Vorbereitung (früh genug da sein), die ich an diesem Barcelonaabend leider nicht machen konnte. Ich empfand das allerdings als nicht so schlimm, denn ich wusste ja, ich würde Arcade Fire ein paar Tage später erneut sehen. In Köln. Am Tanzbrunnen. Vor einer kleineren Bühne. Mit entsprechender Vorbereitung. Allerdings auch vor einer Menge Zuschauer.

Phil Collins – Köln, 14.06.2017


2006 kam der Film Miami Vice in die Kinos. Ich sah ihn, wenn ich richtig erinnere, in einem der Multiplexkinos der Stadt. In einem Moment, in dem Crockett und Tubbs gerade mit ihrem Auto durch das nächtliche Miami fahren, schön gefilmt mit einer freien, mitfahrenden Kamera, taucht „In the air tonight“ erst leise, dann immer deutlicher als Soundtrack der Szenerie auf. In diesem Moment entdeckte ich die Schönheit dieses Songs. Jahre zuvor war ich eher genervt von Phil Collins und oder Genesis. Wie auch von den Dire Straits oder Chris de Burgh, und „In the air tonight“ war mein Prototyp für die gesamte schlimme Radiomusik in meiner Jugend.

Primavera Sound Festival – Barcelona, 04.06.2017


Ich werde umarmt. Was an und für sich eine grundgute Sache ist. An und für sich, denn ich werde von Nic Offer in die Arme genommen, und in diesem Augenblick ist mir das ein bisschen unangenehm. Ich stehe auf dem Place de Joan Coromines im CCCB, die Band !!! liegt in ihren letzten Konzertzügen und deren Sänger Nic Offer tanzt zum wiederholten Male in und mit den ersten Reihen. Es ist ein launisches Konzert, ein lauer Sonntagabend unter der Sonne Barcelonas. Aber jetzt tanzt er direkt auf mich zu. Schon von weitem sehe ich, dass er vollkommen durchgeschwitzt ist in seinem Leinenhemd und seinen kurzen Anzughosen, die ein wenig nach AC/DC Klamottenkiste aussehen.

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