Wild Flag

Der Super Bowl ist das Finale der US-amerikanischen American-Football-Profiliga National Football League (NFL). Er findet in der Regel am ersten Sonntag im Februar statt. Der Super Bowl ist weltweit eines der größten Einzelsportereignisse und erreicht in den Vereinigten Staaten regelmäßig die höchsten TV-Einschaltquoten des Jahres.
Heute Nacht ist es wieder soweit. Die New England Patriots spielen gegen die New York Giants. Vor vier Jahren gab’s das Duell schon mal. Damals waren die Patriots die großen Favoriten, hatten bis ins Finale eine „perfect season“ gespielt, also jedes Spiel gewonnen – und dann kam Eli Manning, warf kurz vor Schluss den entscheidenden Pass ….

Wild Flag haben mit all dem nichts zu tun. Sie mögen lieber Baseball, aber das ist auch okay. Ich kann mit beiden Sportarten nicht allzu viel anfangen.

Die Sterne – Bochum, 03.02.2012

Ort: Kulturbahnhof Langendreer, Bochum
Vorband: -

Die Sterne

Dieser fehlende Schneidezahn ließ mir lange Zeit keine Ruhe. Hatte meine Lüner Kieferorthopädien damals nicht immer gesagt, dass man mit schiefen (oder gar keinen Zähnen) nie im Fernsehen auftreten und bekannt wird – von berühmt erst gar nicht zu reden. Und so wurden mir alle Zahnspangenvariationen aufgezwungen: lose Spange, Spange mit Kopfgurt, feste Klammer. Scheinbar wollten meine Eltern, dass ich mal im Fernsehen auftrete, ich wollte das nie. Aber als Kind hat man die ungünstigere Ausgangsposition. Und wozu das ganze Malheur? Geholfen hat die Quälerei nur bedingt, aber meine Leichtgläubigkeit Zahnärzten gegenüber ist seit dieser Zeit fast auf den Nullpunkt gesunken.
Und überhaupt: Mit schlechten Zähnen wird man nicht berühmt! Wem als Antwort Frank Spilker nicht reicht (was ich durchaus verstehen könnte, denn die Sterne waren lange nicht im Fernsehen) dem rufe ich „Steve Buscemi“ entgegen. Und damit ist das Thema durch und die Überschätztheit kieferorthopädisch korrekter Zähne bewiesen. Aber spätestens mit der großen Verbreitung von Stevia als Zuckerersatz bekommen Zahnärzte sowieso ein Kundenproblem. Also genug der Sticheleien.
„Er hat immer Hunger, er muss immer essen“, meine Lieblingszeile von den Sternen und zugleich mein erster Sternekontakt. „Universal Tellerwäscher“ auf irgendeinem Kassettensampler. Lange ist das her, vielleicht 20 Jahre. In diesem Jahr werden die Sterne 20, so lese ich.

Begonnen hat die Geschichte im ostwestfälischen Provinznest Bad Salzuflen. Ende der Achziger veröffentlicht dort das Label “Fast Weltweit” diverse Singles und Cassetten-Sampler. Aus diesem Umfeld stammen auch Jochen Distelmeyer (Blumfeld), Bernd Begemann und eben Frank Spilker. Der nennt seine zu der Zeit in wechselnder Besetzung auftretende Band Die Sterne.
1991 zieht Spilker nach Hamburg, lernt dort die anderen Bandmitglieder kennen und seitdem gibt es die Sterne, wie wir sie kennen. Nach ein paar Gigs als Serge-Gainsbourg-Coverband erscheinen erste Singles und Sampler-Beiträge bei L’Age D’Or. (laut)

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Lana del Rey


Es ist schon etwas nervig, Lana del Rey ist derzeit überall. Allein am Freitag las ich auf der Zugfahrt nach Hause in drei unterschiedlichen Tageszeitungen und Magazinen etwas über das Mädchen, das noch vor einem dreiviertel Jahr der allergrösste Internet- und Musikfachleutenhype war. Ihr „selbstgemachtes“ Video zum Song „Video Games“ wurde Millionen mal angeklickt, nur nicht von mir. Ihre Konzerte in Deutschland waren allesamt ausverkauft, nur ich hatte kein Ticket. Es schien wie so oft: Ich hatte ein Ereignis verpasst.
Aber hatte ich das wirklich? Nachdem ich am Freitag alle Artikel gelesen hatte, schien ich mir da nicht mehr so sicher. Las ich zwischen den Zeilen eine aufkommende Distanz zu Lana del Rey? Von Kunstobjekt war irgendwo die Rede, das klang nicht positiv, und von einem eher durchschnittlichen Debütalbum „Born to die“. Auch dies klang untertönig gemein, die Betonung, es sei auf Universal erschienen, bestätigte meinen Eindruck. Sätze wie diese sagen viel:

„Amy Winehouse musste zwei Alben veröffentlichen, bis sie endlich als Sensation entdeckt wurde. Lady Gaga mühte sich einige Jahre lang als Künstlerin im New Yorker Underground ab, bis man sie als die neue Madonna feierte. Lana Del Rey brauchte sich dagegen bloß einen Schmollmund spritzen zu lassen und auf YouTube ein vom trashigen Retrocharme beseeltes Video veröffentlichen, um als der neue Superstar gefeiert zu werden.
Dies ist die derzeit überaus populäre Lesart des unaufhaltsamen Aufstiegs der Lana Del Rey.“ (Schorndorfer Nachrichten)

Aber warum das Ganze? Weil man erst auf den Zug aufgesprungen war ohne nachzuschauen, ob es überhaupt ein Personenzug ist, geschweige denn in die richtige Richtung fährt? Ist es ein: wir gönnen es ihr jetzt nicht, weil sie doch gar nicht so authentisch ist wie es die anfängliche DIY Masche vorgab? Oder weil es einfacher ist, gegen einen Hype zu mäkeln als ihn gut zu finden? Ich weiß es nicht und verstehe es nicht.
Lana del Rey macht Popmusik, und Popmusik hat die Aufgabe, die Welt zu retten. Das hat „Video games“ für den ein oder anderen sicherlich vollbracht. Kasabians Sergio Pizzorno hat es treffend formuliert:

„Wird ihr Album so gut wie der Song sein? Wen kümmert’s? Drei Minuten können die Welt verändern. Vielleicht hat sie nur diesen einen Song, vielleicht braucht sie aber nur diesen einen Song.“

Und da „Born to die“ so schlecht nicht sein, ist doch die Aufgabe erfüllt. Oder? Was interessiert da noch ob Trailerpark oder Connecticut Internat. Das hat doch mit der eigentlichen Sache nix zu tun.
Ich bin gespannt auf den Lana del Rey Bericht in der nächsten Ausgabe der Apothekenrundschau. Bis dahin höre ich Grimes. Die Kandierin gefällt mir eh viel besser.

Foto: Oliver

The Notwist – Nijmegen, 22.01.2012

The Notwist sind von allen Bands vielleicht die mit der höchsten „Lieblingsmomente in Liedern“ Dichte. Ich hab sie zwar nie gezählt, aber spontan fallen mir eine handvolle Notwist Songs ein, in denen Lieblingsmomente vorkommen.
Die Minuten 1:30 bis 1:50 im Nook’schen „No love“, die Sekunden zwischen Minute 1:30 und 1:50 von „I’m a whale“, oder die Sekunden um Minute 1:30 in „One with the freaks“, der Anfang von „Good lies“ oder die 60 Sekunden „Gloomy Planets“ zwischen Minute 2:00 und Minute 3:00. Ach, ich mag diese Sequenzen sehr. Oft ist es sogar so, dass ich nur diese Songparts höre und den Rest einfach wegskippe. Bei The Notwist kommt zu diesen Lieblingsmomenten auch noch ein Lieblingsliveaugenblick. Der ist genau dann, wenn sich Max Punktezahl in Schrittstellung vor sein Keyboard stellt, mit dem rechten Fuß taktvoll wippt und just im Augenblick des Übergangs zum Indiegeschrammel dramatisch wild den Oberkörper nach vorn und hinten wuchtet. Der Song dazu ist „Gravity“. Es ist ein herrlicher Augenblick, der für mich alles zusammenfasst, was The Notwist für mich ausmachen. Ach, noch viel mehr. Wenn mich einer fragen würde, welche Musik ich mag und warum (was eigentlich schon eine blöde Frage ist) würde ich ihm genau diesen einen Augenblick eines Notwist Konzert zeigen.
Vor einigen Tagen haben The Notwist Oliver in Paris sehr überzeugt, was mich wenig überraschte. Mich überzeugten The Notwist bisher immer.
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Waters. For the one.
Dieses Lied kann ich nicht oft genug hören. “For the one” ist bestimmt einer meiner derzeit meistgehörten Songs. Im letzten Jahr hatte ich per Zufall das Glück, den ehemaligen Port O’Brien Sänger mit seiner neuen Band live zu sehen. Das war toll und führte schnell dazu, dass ich das Nada Surf Konzert im März Ende Februar in Köln besuchen werde. Da sind Waters als Vorband eingeplant und für mich der Hauptgrund, hinzufahren.
Obwohl, Nada Surf sind jetzt so schlecht auch nicht. Vielleicht nicht mehr so überragend wie in den 90ern, aber für ein paar Konzertminuten wird es reichen. Vielleicht spielen sie ja Treehouse oder Popular. Das wär’s nochmal!
“I’m head of the class- I’m popular-I’m a quarter back- I’m popular- My mom says I’m a catch- I’m popular- I’m never last picked- I got a cheerleader chick”

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