Spoon – Köln, 03.07.2017


Spoon. Größtmöglich von mir unterschätzte Band. Als ich sie vor drei Jahren auf dem Primavera Sound sah, hielt die Band aus Texas noch für astreine Briten. Zu sehr erinnerten mich ihr Sound und vor allem die Stimme von Sänger Britt Daniel an alte Britpop Helden. Die erinnerte mich sehr an Alex Turner und die Songs eher an die La’s und Cast als an amerikanischen Indierock. Wenn ich heute ihr aktuelle Album Hot thoughts höre, und ich höre es sehr oft, muss ich über meine damalige erste Einschätzung unglaublich lachen.

Kraftwerk – Düsseldorf, 01.07.2017


Ich mag die Tour de France. Luis Herrera, Greg LeMond waren meine ersten Tour Lieblinge. Oft fieberte ich auf die Übertragung von ARD und ZDF hin, die regelmäßig die letzte halbe Stunde der Etappen mit Zielankunft übertrugen. Also meistens jedenfalls. Manchmal bekam ich auch das Endergebnis erst später mit, wenn die Zielankunft das Übertragungsende von 17.30 Uhr sprengte. Später dann kaufte ich mir von meinen ersten Azubigehältern ein Rennrad, hatte im Cappenberger Berg mein persönliches Alpe d’Huez und schaute in den 1990er Jahren regelmäßig Tour de France und freute mich am neuen fernsehmedialen Übertragungsglanz der Gebirgsetappen. Stundenlang vor dem TV zu sitzen, den Geschichten von Rudi Altig zu lauschen und sich vor allem die interessanten Landschaften (drei Stunden Ausreißergruppen gucken ist auf Dauer schon langweilig) anzuschauen, das war mein großes Hobby.

Bleached – Lüttich, 26.06.207


‘Bleached haben wir ja schon mal gesehen.‘ ‘Nein. Und ich behaupte auch immer, ich hätte die noch nicht gesehen.‘ ‘Doch, doch, im Blue Shell. Vor einigen Jahren.‘ ‘Mhh, oder warste da nicht dabei? Doch da waren wir zusammen.‘ ‘Nein, ich habe die noch nicht gesehen.‘ ‘Sicher? Das ist doch diese Girlieband, oder verwechsle ich die mit wem andern?‘ Wir haben gerade die etwas spooky wirkende Parkgarage verlassen und sind auf der Suche nach dem Club La Zone.

Gorillaz – Köln, 20.06.2017


Und plötzlich steht Damon Albarn vor mir. Reflexartig strecke ich ihm meine Hand entgegen, in die er bereitwillig einschlägt. In diesen Sekunden bin ich wieder der twentysomething Fan, der die Gelegenheit nicht missen möchte, seinem musikalischen Helden nahe zu kommen. Blur, Britpop, du weißt Bescheid. Was hätte ich in den 1990er Jahren für diesen Handschlag gegeben. Aber wir haben 2017, ich bin älter und so ärgere ich mich Sekunden später ein wenig über meine Entscheidung. Damon Albarns Hand ist schwitzig und klebrig, nun kleben auch meine Finger. Waschen geht nicht, die Gorillaz sind noch nicht einmal mit ihrem Albumset durch. Da muß ich jetzt durch.

Midnight Oil – Köln, 21.06.2017


Nach der Trennung im Jahr 2002 verkündete die australische Rockband Midnight Oil im vergangenen Jahr ihre Reunion! Seit Februar 2017 sind sie nun auf großer Welttournee. Ein absolutes Highlight: Nach 21 Jahren wird die Band rund um Sänger Peter Garrett auch wieder in Köln, Berlin und Frankfurt zu sehen sein. So lautete die Ankündigung im Frühjahr dieses Jahres. Dass die Australier auf große Welttournee gehen, hatte ich bereits Ende letzten Jahres spannend und begeistert auf Facebook mitverfolgt. Dass sie also nun auch nach Köln kommen, versetzte mich in höchste Vorfreude.

Real Estate – Hamburg, 19.06.2017


‘Schade, dass hier Thurston Moore nicht spielt. Der Laden wäre perfekt.‘ Konzertgespräche vor Konzertbeginn. Ich steh im Molotow in Hamburg und warte auf Real estate. Thurston Moore, dessen Konzert erst hier angesetzt war, bevor es mit dem Spoon Auftritt am gleichen Tag zusammengelegt wurde zu einer Doppelheadlinershow, sehe ich leider nicht. Spielt er in Hamburg, bin ich in Köln. Spielt er in Köln, bin ich woanders in Köln. Es ist viel los in diesem Sommer und ich beginne erst gar nicht damit aufzuzählen,

Arcade Fire – Köln, 16.06.2017


In Barcelona vor ziemlich genau einer Woche hatte ich Arcade Fire noch verpasst. Beziehungsweise gingen sie, aufgrund des Andrangs und Gewusels vor der Bühne völlig an mir vorbei. Es ist nicht möglich, bei einem Großfestival mal eben so ein Konzert vor einer der beiden Riesenbühnen mitzunehmen. Das bedarf einer bestimmten Vorbereitung (früh genug da sein), die ich an diesem Barcelonaabend leider nicht machen konnte. Ich empfand das allerdings als nicht so schlimm, denn ich wusste ja, ich würde Arcade Fire ein paar Tage später erneut sehen. In Köln. Am Tanzbrunnen. Vor einer kleineren Bühne. Mit entsprechender Vorbereitung. Allerdings auch vor einer Menge Zuschauer.

Phil Collins – Köln, 14.06.2017


2006 kam der Film Miami Vice in die Kinos. Ich sah ihn, wenn ich richtig erinnere, in einem der Multiplexkinos der Stadt. In einem Moment, in dem Crockett und Tubbs gerade mit ihrem Auto durch das nächtliche Miami fahren, schön gefilmt mit einer freien, mitfahrenden Kamera, taucht „In the air tonight“ erst leise, dann immer deutlicher als Soundtrack der Szenerie auf. In diesem Moment entdeckte ich die Schönheit dieses Songs. Jahre zuvor war ich eher genervt von Phil Collins und oder Genesis. Wie auch von den Dire Straits oder Chris de Burgh, und „In the air tonight“ war mein Prototyp für die gesamte schlimme Radiomusik in meiner Jugend.

Primavera Sound Festival – Barcelona, 04.06.2017


Ich werde umarmt. Was an und für sich eine grundgute Sache ist. An und für sich, denn ich werde von Nic Offer in die Arme genommen, und in diesem Augenblick ist mir das ein bisschen unangenehm. Ich stehe auf dem Place de Joan Coromines im CCCB, die Band !!! liegt in ihren letzten Konzertzügen und deren Sänger Nic Offer tanzt zum wiederholten Male in und mit den ersten Reihen. Es ist ein launisches Konzert, ein lauer Sonntagabend unter der Sonne Barcelonas. Aber jetzt tanzt er direkt auf mich zu. Schon von weitem sehe ich, dass er vollkommen durchgeschwitzt ist in seinem Leinenhemd und seinen kurzen Anzughosen, die ein wenig nach AC/DC Klamottenkiste aussehen.

Primavera Sound Festival – Barcelona, 03.06.2017


Immer dieses Gerenne. Der Auftritt von Thurston Moore war an diesem Tag gesetzt: Da er jedoch auf der hidden stage stattfinden sollte, benötigte es eines dieser kleinen farblichen Armbändchen, die den Eintritt zur hidden stage zuließen. Das Bändchen wurde ab 16 Uhr am Infostand ausgegeben, was bedeutet, dass man schon so gegen halb vier am Gelände sein sollte, um eines der Bändchen zu ergattern. Die Erfahrung aus dem letzten Jahr zeigte, dass überdies ein ganz schönes Gerenne über das Gelände zu diesem Infostand einsetzt, sobald der Zugang zum Parc del Forum geöffnet wird.

Primavera Sound Festival – Barcelona, 02.06.2017


Wer aus Nashville stammt der macht…..Countrymusik. Auf Nikki Lane, die meinen Primavera Donnerstag musikalisch eröffnete, gilt diese Regel uneingeschränkt. Die Amerikanerin aus Nashville eröffnete für mich am frühen Nachmittag das Konzertreiben im Innenhof des CCCB, dem Ort, an dem die freien Konzerte des Primavera al Raval im Rahmen des Festivals auch in diesem Jahr wieder stattfanden.

Primavera Sound Festival – Barcelona, 01.06.2017


Der Tag des Solange Konzertes. Die kleine Schwester von Beyoncé Knowles hat es mir seit ein paar Monaten angetan. Ich liebe ihr Album A seat at the table sehr, es ist das Beste des letzten Jahres. Wer anderes behauptet, hat keine Ahnung. Als bekannt wurde, dass Solange auch auf dem Primavera dabei sein wird, war ich überglücklich und freute mich seit diesem Augenblick wie Bolle auf ihren Auftritt. Logisch, dass das Solange Konzert in Zement gemeißelt war, nichts hätte mich davon abbringen können, es zu verpassen.

Primavera Sound Festival – Barcelona, 31.05.2017


Im Vorfeld des diesjährigen Primavera Sound wurde oft über die Bands und Künstlerauswahl des Festivals gesprochen. Mehr als in den Jahren zuvor wurde zu den Prime-Zeiten dem Hiphop, R’n’B und Dance der Platz auf den großen Bühnen freigehalten: Aphex Twin, Run the Jewels, Skepta, um mal die ganz großen Namen zu nennen. Einzig Arcade Fire hielten hier das Indiestatement des Festivals ein bisschen aufrecht. ‘Ich hasse multi-kulti‘, sagt beiläufig der libanesisch stammende Toni Hamady, als er durch die Straßen Neuköllns spaziert und links und rechts das Treiben der Hipsterläden betrachtet. Ali „Toni“ Hamady ist das Familienoberhaupt eines Clans, der im Milieu der organisierten Kriminalität seine Geschäfte macht. Studiert man seinen Charakter in der Serie 4 Blocks ein bisschen länger, wird jedoch klar, dass dieser Ausspruch nicht ernst gemeint sein kann.

Buffalo Tom – Maastricht, 07.06.2017


Ort: Muziekgieterij, Maastricht Vorband: – Meine heimliche Lieblingsband der 1990er Jahre. Heimlich deswegen, weil Buffalo Tom ein bisschen unter meinem Radar liefen, mich aber immer mit ihren tollen Songs begeistert haben. Entdeckt habe ich die Band erst relativ spät gegen Ende des Jahrzehnts. Auf einer CD Börse fiel mir ihr Sampler in die Hand, den

Cherry Glazerr – Köln, 16.05.2017


Mir kommen die Tränen. Nachdem sich die letzten Tage langsam aber sicher in Richtung Sommer neigten, ist es nun soweit: mein Heuschnupfen ist wieder da. Ich habe ihn nicht vermisst, aber er ist zurückgekommen, um zu bleiben. Mindestens 3 Monate. Und das treibt in mir die Sehnsucht, mal wieder „Avant gardener“ von der wunderbaren Courtney Barnett zu hören. Dieser Song beschreibt – so deute ich es – einen Asthmaanfall oder Allergieschock, und just diese Zeilen machen aus „Avant gardener“ meine Allergiker Hymne.

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pretty paracetamol

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