The Notwist sind von allen Bands vielleicht die mit der höchsten „Lieblingsmomente in Liedern“ Dichte. Ich hab sie zwar nie gezählt, aber spontan fallen mir eine handvolle Notwist Songs ein, in denen Lieblingsmomente vorkommen.
Die Minuten 1:30 bis 1:50 im Nook’schen „No love“, die Sekunden zwischen Minute 1:30 und 1:50 von „I’m a whale“, oder die Sekunden um Minute 1:30 in „One with the freaks“, der Anfang von „Good lies“ oder die 60 Sekunden „Gloomy Planets“ zwischen Minute 2:00 und Minute 3:00. Ach, ich mag diese Sequenzen sehr. Oft ist es sogar so, dass ich nur diese Songparts höre und den Rest einfach wegskippe. Bei The Notwist kommt zu diesen Lieblingsmomenten auch noch ein Lieblingsliveaugenblick. Der ist genau dann, wenn sich Max Punktezahl in Schrittstellung vor sein Keyboard stellt, mit dem rechten Fuß taktvoll wippt und just im Augenblick des Übergangs zum Indiegeschrammel dramatisch wild den Oberkörper nach vorn und hinten wuchtet. Der Song dazu ist „Gravity“. Es ist ein herrlicher Augenblick, der für mich alles zusammenfasst, was The Notwist für mich ausmachen. Ach, noch viel mehr. Wenn mich einer fragen würde, welche Musik ich mag und warum (was eigentlich schon eine blöde Frage ist) würde ich ihm genau diesen einen Augenblick eines Notwist Konzert zeigen.
Vor einigen Tagen haben The Notwist Oliver in Paris sehr überzeugt, was mich wenig überraschte. Mich überzeugten The Notwist bisher immer.
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Waters. For the one.
Dieses Lied kann ich nicht oft genug hören. “For the one” ist bestimmt einer meiner derzeit meistgehörten Songs. Im letzten Jahr hatte ich per Zufall das Glück, den ehemaligen Port O’Brien Sänger mit seiner neuen Band live zu sehen. Das war toll und führte schnell dazu, dass ich das Nada Surf Konzert im März Ende Februar in Köln besuchen werde. Da sind Waters als Vorband eingeplant und für mich der Hauptgrund, hinzufahren.
Obwohl, Nada Surf sind jetzt so schlecht auch nicht. Vielleicht nicht mehr so überragend wie in den 90ern, aber für ein paar Konzertminuten wird es reichen. Vielleicht spielen sie ja Treehouse oder Popular. Das wär’s nochmal!
“I’m head of the class- I’m popular-I’m a quarter back- I’m popular- My mom says I’m a catch- I’m popular- I’m never last picked- I got a cheerleader chick”
Cymbals eat guitars – Köln, 12.01.2012
Ort: MTC, Köln
Vorband: Yesterday shop

So, der Start ist gemacht. Das erste Konzert des Jahres liegt hinter mir. Es war früh dran, eher als die Jahre davor. Der Weihnachtsbaum liegt noch nicht richtig neben der Altpapiertonne um von der Gartenabfallbeseitungsabteilung der städtischen Müllabfuhr abgeholt zu werden, da sind bereits amerikanische Gitarrenbands in der Stadt.
Cymbals eat guitars heißt diejenige, die wir uns für unseren Konzertauftakt ausgesucht haben. Die New Yorker (und Philadelphia) veröffentlichten im letzten Jahr mit „Lenses Alien“ ein gutes, ach quatsch, ein sehr gutes Album, dass es quasi schon ein zwanghaftes hingehen-wollen war, das uns ins Kölner MTC trieb.
Cymbals eat guitars machen die Art von Indierock, die einen beim ersten Hören draußen stehen lässt. Ähnlich wie Trial of dead, Health oder Royal Bangs oder Parlovr haben auch CEG viele Ideen für einen Song. Und da es ihnen nicht gelingt, sich auf eine Idee zu einigen, müssen eben alle Ideen berücksichtigt werden. Das klingt auf Platte zuweilen undurchdringlich und launig, entwickelt sich jedoch von Hördurchlauf zu Hördurchlauf zu einem schönen durcheinander, in dem man immer mehr Melodien erhört. Live ist das mitunter Krach, Feedback, Geschreie. Und alles in laut. Letzteres spürte ich zwar nicht, man versicherte mir aber hinterher, dass es das war. Gedanken um mein Gehör mache ich mir aber erst mal keine, ich schieb es auf die Ohrstöpsel.
Also es war laut. Was war es denn noch?
Nun, es war überraschend leer im MTC. Bis auf die üblichen Konzertjunkies, die sich nach dem Ende der konzertlosen Weihnachtszeit sehnen und dann bei der erst besten Gelegenheit zum nächstbesten Konzert rennen, um ihre Abhängigkeit auszuleben, war nicht viel. Ein Jahrgangsstufenkonzert hätte mehr Zuschauer gehabt.
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Cymbals eat guitars
Becken essen Gitarren. Na toll.
Die amerikanischen Cymbals eat guitars sind mir vor einigen Jahren mit ihrem Debüt dermassen aufgefallen, das ich mich unendlich freue, sie morgen live sehen zu können. (Falls mir nicht der Himmel auf den Kopf fällt, sollte das auch klappen!). Ihr Debütalbum “Why are mountains” brachte vor guten zwei Jahren neuen Schwung in den Ami-Gitarren-Indie und mit “Wind Phoenix” eines der Jahreslieblingslieder. Meine Meinung.
Die Fachpresse äussert sich so:
“Cymbals Eat Guitars stehen mit ‘Lenses Alien’ an der Front einer neuen Resistance, eine Widerstandsbewegung, die sich der kontinuierlichen Entwertung der Gitarre im Rock mit Macht entgegenstemmt. Und mit einer schönen Sprache, einem Dreh, der jeden ihrer Songs zu einem Spektakel werden lässt.” (Musikexpress 11/11, 4/5 ****)
Eine Entwertung der Gitarre im Rock sehe ich zwar nicht (geht Rock ohne Gitarre überhaupt?), aber ihre Songs sind in der Tat spektakulär. Beweise? Dann hört doch zum Beispiel mal “Rifle eysight” in seiner vollen 8 Minuten Pracht. Selbst beim joggen klatsche ich da vor Freude in die Hände!
Also, bis morgen, ihr Cymbals eat guitars!
List-o-mania 2011 > LiveActs und das beste Konzert

Das mit mir und den Konzerten war in diesem Jahr gar nicht so einfach. Ganz abgesehen davon, dass ich aufgrund meines Fernstudiums nicht mehr so viel freie Zeit übrig hatte, um mir die Nächte um die Ohren zu schlagen, es gab doch tatsächlich eine Phase Anfang des Jahres, in der ich auch kaum Lust verspürte, mir Livemusik anzuschauen. Viele gute Bands und schöne Abende gingen mir so durch die Lappen. Mist! Aber im Frühjahr legte sich diese alberne Marotte und ich war wieder Willens, mehr Musik zu sehen. Und der Sommer sollte noch manche Überraschung parat haben.
Sufjan Stevens zum Beispiel. Der Amerikaner, der so abgedrehte Dokumentationen über Highways produziert, die – bestimmt künstlerisch auf allerhöchstem Niveau – mich so überfordern, dass ich sie mir in einem Stück nicht anschauen kann, schoss dabei den Konzertvogel ab.
Es war der Donnerstagabend auf dem Primavera Festival. Im Internet reservierten wir Tickets für das Auditorium, einem Theater- und Konzertsaal mit begrenzter Sitzplatzkapazität und enormer Akustik. Dort sollte Sufjan Stevens um halb acht auftreten.
Sein Konzert wollten wir uns ansehen, parallel lief auf den anderen sechs Bühnen nicht viel, was wir großartig verpassen würden. Also stellten wir uns eine Stunde vorher an, ließen die Taschenkontrolle über uns ergehen und kamen pünktlich um halb acht im Saal an. Wir ergatterten uns noch Sitzplätze in der dritten reihe und ließen uns gemütlich nieder. Das wir die nächsten knapp drei Stunden hier verbringen würden, wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht. Egal, nachdem DM Stith das Vorprogramm darbot, gab es diese unglaubliche Stevens Show, die ich nicht in Worte fassen kann. Konfetti, Filmchen, Engelsflügel, ach, alles fällt mir gar nicht mehr ein. Aber Bilder sagen eh mehr als Worte.
List-o-mania 2011 > Das liebste Lied
Das Lied des Jahres kam spät. Im Herbst besuchte ich die Antlers, eine Band, die ich bis dahin kaum bis gar nicht kannte, im Kölner Luxor. Ich fand sie toll und konnte nicht anders, als in den letzten Wochen des Jahres andauernd „No widows“ zu hören. Gleiches passierte mir mit „Several shades of why“ im Frühjahr und “2hearts” im Sommer. Da es aber nur eine Nummer 1 geben kann, muss ich den Antlers vor den anderen beiden einen Hauch an mehr mögen zugestehen. Peng, Song des Jahres.
Das außer „Repetition“ von TV on the Radio (deren Alben sind mir in Gänze immer zu anstrengend) nur Songs von Alben des Jahres auf der Liste stehen, ist logisch. Alben des Jahres besitzen immer auch Lieblingslieder.
Last.fm sagt: Mein meistgehörter Song 2011 ist “2hearts”. Es ist aber auch ein verdammt gutes Jogging-Lied!
Lied des Jahres:
1. No widows – The Antlers
2. Several shades of why – J Mascis
3. 2hearts – Digitalism
4. For the one – Waters
5. Aberdeen – Cage the elephant
6. Nevermind – Ja, Panik
7. Listen to me – J Mascis
8. So american – Portugal. The man
9. Repetition – TV on the Radio
10. Orchad Street – Thurston Moore