- Seit 2002 Dinge über Musik -

Bloc Party – Brüssel, 20.10.2018

Beim dritten Song des Albums Silent Alarm packten mich zwei Wellen von rechts und eh ich mich versah, stehe ich mittig vor der Bühne. Wenn „Banquet“just gespielt wurde, aber mit „Helicopter“ und „Like eating glass“ die beiden absoluten Emo-Höhepunkte des Bloc Party Konzertes noch bevorstehen, ist das ist kein guter Platz für Menschen meines Alters.

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Spain – Eupen 30.09.2018

Konzerte in der Provinz. Wenn man wie ich auf dem Land aufgewachsen ist, ist man von klein an das hin und her fahren gewöhnt. Früher erst mit dem Fahrrad eine halbe Stunde in die Stadt zu den Schulkollegen, später dann nachts um zwei Uhr durch Felder und Wälder von merkwürdigen Bauernfeten zurück nach Hause. Noch später dann war das Auto der Eltern ein Segen. So empfinde ich es heutzutage nicht als ungewöhnlich, mit dem Auto in andere Städte zu Konzerten zu fahren.

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Absolutely free Festival – Genk, 04.08.2018

Gegen den symbolischen Eintritt von drei leeren Batterien. Im Café des Cultuurcentrums der C-Mine sitzen draußen eine Handvoll Leute. Zwei Hobbyradfahrer kommen vorbei und erzählen von ihrer Ausfahrt von Roermond nach Maastricht und zurück. Kann man machen, ist ja flaches Terrain hier, denke ich, und ach, ich bekomme Lust, wieder mehr Rad zu fahren. Erst recht, wenn Kaffeepausen so schön und Stopps so gemütlich sein können wie in dem Genker Kulturzentrum. Die C-Mine haben wir im Frühjahr entdeckt, als in den Sälen des alten Bergwerkes das Little Waves Festival stattfand.

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Beck – Brüssel, 06.06.2018

„Where it’s at“, „Devils haircut“ und natürlich „Loser“ sind so Spontanassoziationen, die mir zu Beck einfallen. Im nichtmusikalischen Rahmen müsste ich Scientology nennen. Beck Hansen. In den 1990er Jahren nahm ich ihn lange als one-hit wonder wahr. „Loser“ war zur damaligen Grunge Hochzeit der Song, auf den sich auch nicht Grunger einigen konnten. Entsprechend erfolgreich war die Single des ersten Albums Mellow Gold, auf den Musikfernsehprogrammen lief sie rauf und runter.

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Josh Rouse – Brüssel, 19.04.2018

Der AB Salon ist ein kleiner Raum über dem AB Café. Beide Räumlichkeiten gehören zum Konzerthaus Ancienne Belgique, kurz AB genannt. Das AB ist der Konzertsaal Brüssels, hier spielen alle wichtigen Leute, wenn sie in Belgiens Hauptstadt Konzerte geben. Der AB Salon ist seit einigen Monaten ein zweiter Konzertsaal. Wobei Saal Unsinn ist, es ist ein Raum, mit 70 Stühlen in zwei Viererreihen vor einer ebenerdigen Auftrittsfläche.

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Lana del Rey – Antwerpen, 17.04.2018

Als Lana del Rey vor Jahren ihr „Video games“ auf YouTube hoch lud, wurde sie über Nacht zum Star. Innerhalb eines Monats erreichte sie über eine Millionen Klicks, damals war das viel (ob das heutzutage auch noch so ist, weiß ich nicht). Zwei Nächte später war sie das neue Westküstenpopsternchen, Born to die, das Album von und mit „Video games“, schoss weltweit in die Charts. Lana del Rey hatte mit ihrem DIY Charme von „Video games“ den Nerv der Zeit getroffen. Aber nicht nur das: ihre gleichgültig und resignierend schwermütig klingender Gesang war so speziell, dass er nicht nur bei mir nicht mehr aus den Gehörgängen verschwand.

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Little waves Festival – Genk, 14.04.2018

C-Mine. In großen Lettern empfängt mich der Kreisverkehr kurz nach der Autobahnabfahrt. C-Mine, so heißt das Kulturzentrum in Genk, das sich in dem alten Steinkohlebergwerk am Stadtrand der belgischen Industriestadt eingenistet hat. Das Steinkohlebergwerk im limburgischen Abbaugebiet ist eines der ältesten des Landes. Oder besser gesagt, war eines der ältesten des Landes, denn Ende der 1980er Jahre wurde es geschlossen. Seit diesem Jahrtausend ist dort die sogenannte C-Mine ansässig, ein kreativer Ort mit Veranstaltungssälen, Kongresszentrum, Kino und einer Hochschule.

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dEUS – Antwerpen, 10.02.2017

Es ist kalt in Antwerpen, Schneeflocken treffen mein Gesicht. Die Fahrt nach Belgien war bis dahin angenehm, nur jetzt, kurz bevor ich den Autobahnring um die belgische Stadt erreiche, setzt Schneefall ein. Die Lotto Arena ist ein hässlicher Bau. Allerdings verkehrsgünstig gelegen direkt am Stadtring. Oder soll ich sagen, darunter. Wie hineingepfercht zwischen achtspuriger, sternenförmiger Kreuzungsanlage auf der einen, den Antwerpener Sportpalast auf der anderen und eben dem Autobahnstadtring quetscht sich die 8000 Leute fassende Betonarena in die Stadtrandlandschaft. Hier ist nichts schön, nichts, das zum Verweilen einlädt. Erst recht nicht bei nieseligem Schneefall. Das Grau des Tages wirkt so noch ein bisschen grauer.

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Gent Jazz Festival – Gent, 16.07.2016

Am Freitagabend war noch nicht klar, wie ich das Wochenende verbringen werde. Es gab Optionen, aber nichts Konkretes. Am Samstagmorgen las ich, dass neben meiner Lieblingsband dEUS auch Perfume Genius beim Gent Jazz Festival auftreten sollten. Selbstverständlich weckte das mein Interesse. Ein Blick auf die Webseite zeigte mir: Tickets sind noch verfügbar. Das wunderte mich ein wenig, freute mich aber umso mehr. Der Klick auf den Warenkorb schickte mich anschließend nach Gent. Tickets gekauft. Fahrt geplant.

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