| Ein Blog über Musik und Konzertbesuche |

Pixies – Köln, 24.11.2016

Und alle so: hahaha hahaha hahaha. („Tame“). Es ist immer gut, wenn Black Francis ins Mikrofon schreit. Keiner kann das so gut wie er. Das Angebot kam überraschend und kurzfristig. Hast du Lust zu den Pixies zu gehen? So lautete tags zuvor die Anfrage. Ab und an schreibe ich Konzertberichte für ein Onlinemagazin, der ursprünglich angesetzte Schreiber schien kurzfristig ausgefallen zu sein. Ich zögerte nicht, obwohl ich diese Art von ‘Auftragsarbeiten‘ nur sehr ungern und nicht zu oft machen möchte. Der Zwang, ein paar Worte abliefern zu müssen, ist mir nicht geheuer. Aber in diesem Fall stimmte ich zu.

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Lee Ranaldo & El Rayo – Köln, 21.11.2016

Lee Ranaldo scheint mir in den letzten Jahren der produktivste des Sonic Youth’schen Gitarrentriumvirats zu sein. Soloalben, diverse Projekte und seit neuestem die Band Lee Ranaldo & El Rayo. Ein Album ist in Arbeit, wie man so sagt, es erscheint wohl zum Ende des Jahres.Ihr Debütauftritt hatte die Combo im Frühjahr beim Primavera Sound. Es war eines von drei Konzerten auf der sogenannten hidden stage, die im zweiten Jahr ihres Bestehens gar nicht mehr so hidden ist. Die Tickets für diese kleinen Konzerte besorgt man sich am Nachmittag an einem separaten Infostand.

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Banks & Steelz – Köln, 13.11.2016

Ein Rapper und ein Rocksänger treffen sich und gründen eine kleine Supergroup. Wobei sich das klein auf die Anzahl zwei bezieht, nicht auf die Größe der beiden Musiker. Denn beide sind ohne Frage Weltstars. Paul Banks (der Sänger von Interpol) und Steelz (a.k.a. RZA; der Rapper vom Wu-Tang Clan und Gravediggaz) bilden das Projekt Banks & Steelz. Als ich die ersten Songs hörte, dachte ich sofort, dass die Interpol Gitarre, die Paul Banks nach wie vor vorzüglich spielt, musikalisch verdammt gut zu den Sprechgesängen von Robert Fitzgerald Diggs passt.

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Dinosaur Jr. – Köln, 03.11.2016

Es war eine anstrengende Woche. Arbeitstechnisch lag viel an, die Konzerte der letzten Tage lagen mir noch in den Beinen und auch sonst zeigte sich die obligatorische Herbstmüdigkeit. Aber zum Dinosaur Jr. musste und wollte ich mich aufraffen. Nützt ja nüschts. Auch wenn die Bahn durch Schienenersatzverkehr unmöglich zu nehmen ist, und ich so eine halbe Stunde in der Umgebung der Live Music Hall einen Parkplatz suchen musste, beides ließ mich nicht wirklich davon abhalten, das hier durchzuziehen. Ein Parkplatz ward gefunden, die Vorband beim letzten Ton des letzten Songs, als ich die Halle betrat.

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Warpaint – Köln, 30.10.2016

Als „Undertow“ erklang, war alles gut. Dieser 30.10. bot konzertmässig einfach zu viele Möglichkeiten, um die richtige herauszusuchen. Die Minor Victories spielten in Düsseldorf, Suuns und Warpaint in Köln. Wo gehste da hin? Ist doch alles gut. Ein Drittel der möglichen Auswahl fiel weg, da sich für die Minor Victories eine weitere Gelegenheit beim Crossing Border nächstes Wochenende auftut, für die andren beiden Drittel gab es leider keinen erreichbaren Alternativtermin. Dadurch, dass ich zu allem Überfluss auch noch für beide Konzerte ein Ticket kaufte – manchmal bin ich schon arg durcheinander -, wurde die Entscheidung nicht leichter.

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Angel Olsen – Köln, 28.10.2016

Es war eine Szene des Abends. Mittlerweile ist ja Gang und Gebe, dass auf Konzerten auf Teufel komm raus gefilmt und fotografiert wird. Erst neulich bei The Cure stand ein Pärchen vor mir, bei dem der Freund wohl den Auftrag bekommen hat, jeden Song bildlich festzuhalten. Mehrmals! Plus Bühnenselfies. Und so war er mehr mit Fotos machen beschäftigt als mit zugucken. So ist das nun mal heutzutage, ich möchte das gar nicht kritisieren. Die technischen Möglichkeiten sind da, also werden die technischen Möglichkeiten genutzt. Warum auch nicht. Jeder nach seiner Fassong, wie man im Rheinland so sagt.

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Poliça – Köln, 27.10.2016

Über die Band aus Minnesota vermag ich gerade gar nicht so viel sagen zu können. 2014 sah ich die Band in der Kölner Kulturkirche, eine detailliertere Erinnerung an das Konzert will mir aber gerade nicht in den Sinn kommen. Poliça wurde 2011 von Ryan Olson und Channy Leaneagh gegründet. Beide sind auch 2016 Bestandteil von Poliça, sie als Sängerin, er als Schlagzeuger und Macbookbediener im Hintergrund. Drew Christopherson und Chris Bierden vervollständigen am zweiten Schlagzeug und am Bass seit jeher die Band. Ein Freund der Band bestreitet das Vorprogramm.

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The Kills – Köln, 25.10.2016

Es gibt tatsächlich immer noch Bands in meinem Interessenskosmos, die ich noch nicht live gesehen habe. Das englisch-amerikanische Duo Alison Mosshart und Jamie Hince a.k.a. The Kills zählen dazu. Die Band existiert seit Anfang der 2000er Jahre. Fünf Alben später schaffe ich es endlich, sie live zu sehen. The Kills haben nach längerer Pause just ihr fünftes Album Ash & Ice veröffentlicht, ich muss mir die Platte noch zulegen. Wie so oft bin ich später dran. No wow, so etwas wie ihr Durchbruchalbum, mochte und mag ich sehr, auch das Debüt Keep on your mean side hörte und höre ich dann und wann.

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The Rifles – Köln, 08.10.2016

2005 waren The Rifles der letzte heiße Britpopscheiss. Und das mit dem letzten ist wörtlich zu nehmen. Während die Klasse von 2005 um Bands wie Maximo Park, HardFi, Franz Ferdinand und wie sie nicht alle hießen die britische Popmusik von all den Oasis- und Blur-meriten loslöste, machten The Rifles starrsinnig da weiter, wo 10 Jahre zuvor Cast, Shed Seven und die Bluetones, oder noch viel früher The La’s, aufgehört hatten: mit Britpop.

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L7 – Köln, 07.09.2016

„Pretend you’re dead“. Was für ein Knallersong. Ein Tanzflächenfüller. Einer der wichtigsten Songs der 1990er Jahre. Zumindest für mich. Ich erinnere mich gerne an die Discotage zurück, wenn nach Nirvanas „Smells like teen spirit“ L7 aufgelegt wurde, der DJ damit den Rock-Grunge Level hoch hielt und gleichzeitig einen guten Übergang zu entweder Metallica (damals noch gut!) oder den Ramones / Iggy Pop / Fugazi hinlegte. L7 spielten diese natürliche Melange aus Punk und Hardrock, die prädestiniert war, um diesen Übergang zu schaffen.

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Hinds – Köln, 24.08.2016

Es ist der heißeste Tag des Jahres. Selbst am Abend kleben die Unterarme noch an der Holzlehne des Regionalbahnsitzes. Ein wenig Linderung verschafft die Klimaanlage, die im Dauerbetrieb für Abkühlung sorgt. 35 Minuten durchatmen, bevor in Köln-West die Abendhitze der Stadt erneut einen Schweißfilm auf meine Haut zaubert. Eigentlich gibt es besseres, als an solch einem Sommerabend mit dem Zug zu fahren. Eigentlich gibt es besseres, als an solch einem Sommerabend ein Konzert zu besuchen.

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Toe – Köln, 17.08.2016

Auf der Hinfahrt entdecke ich durch Zufall einen Artikel auf der Webseite Psychology of music. Ein Umweg über drei verlinkte Seiten führte mich zu ihr, ohne Hinweise hätte ich die australische Webseite nie und nimmer entdeckt. ‘If you’re happy and you know it: Music engagement and subjective wellbeing‘, so lautet die Überschrift über die Studie, die sich mit der Abhängigkeit zwischen Musik hören/machen/sehen und dem persönlichen Wohlbefinden beschäftigt.

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Cat Power – Köln, 11.07.2016

„Es war ein schönes Konzert. Ich hatte im Vorfeld schlimmeres befürchtet.“ So fasste ich das Cat Power Konzert vor 8 Jahren in der Live Music Hall zusammen. Ein ähnlich gutes Fazit zog ich ein paar Jahre später nach dem Besuch des Brüsseler Konzertes. Ja, ich bin großer Fan und verfolge das Treiben von Chan Marshall so ziemlich genau seit ihren ersten Alben. Mit „Nude as a news“ wurde ich – wie wohl fast jeder - auf Cat Power aufmerksam. Das Rumpelstück hatte etwas Besonderes, es war Indie und erinnerte mit der Schüchternheit und scheinbaren Gebrechlichkeit der Stimme.

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Band of Horses – Köln, 20.06.2016

Mein letztes Band of Horses Konzert fand vor einigen Jahren in der Kölner Kulturkirche satt und es war nicht mehr und nicht weniger als das Konzert meines Lebens. Der Abend war ein ganz großer Glücksmoment, ein Augenblick, in dem alles passte. So schön wie damals, so anrührend und emotional kann kein anderes Konzert jemals werden. Band of Horses haben an diesem Abend die Messlatte so hoch gelegt, dass es sie nie mehr übersprungen werden kann.

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Turin Brakes – Köln, 24.04.2016

Es ist nicht gut, zu emotional belastet in ein Konzert zu gehen. Ist die Laune zu gut und man selbst sehr euphorisch, kann das Konzert meist nicht der eigenen Erwartung und Begeisterung nachkommen. Ist man deprimiert und genervt, ist der Konzertbesuch genauso ärgerlich und anstrengend wie der gesamte Tag davor. Beides ergibt keine win-win Situation. Einer verliert immer. Meist ist es das Konzert. Auch an diesem Tag konnte das Konzert nicht gewinnen. Es war ein Tag zum zuhause bleiben.

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