| Ein Blog über Musik und Konzertbesuche |

Art Brut – Köln, 03.05.2013

Ort: Luxor, Köln
Vorband: Big Business

Art Brut

Art Brut und Eddie Argos sind noch da. Als ich vor einigen Wochen ihre Konzertankündigung für das Luxor las, wunderte mich das schon ein wenig, ich dachte irgendwie und warum auch immer, das es Art Brut nicht mehr gibt. Das letzte Mal begegnete ich Eddie Argos in seinem Projekt „Everybody Was in the French Resistance…Now!“, das er zusammen mit Dyan Valdés ( The Blood Arm) vor drei Jahren ins Leben rief. Sie veröffentlichten mit „Fixin‘ the Charts, Vol. 1“ eine Album, auf dem sie mit ihren Songs Antworten auf andere Songs geben. So ist „Walk Alone“ zum Beispiel die Antwort auf Gerry and the Peacemaker „You’ll never walk alone“, oder „Billy’s Genes“ eine Antwort auf „Billie Jean“.
Aber zurück zu Art Brut. Die Band feiert in diesen Tagen ihr zehnjähriges Jubiläum. Grund genug, ein Best of Album zu veröffentlichen und ein wenig durch die Gegend zu Touren. „Top of the Pops“ – wie auch sonst – heißt das Best of Werk, das bis auf den Überhit „Moving to L.A.“ alle guten und schönen Art Brut Songs enthält. Und nach der Veröffentlichung einer Platte folgt eben eine Konzerttour, denn „what’s a Best Of without a retrospective live show? Not much.“ Richtig Eddie! Es wäre nichts Halbes und nichts Ganzes. Also, die alten Kollegen zusammengetrommelt, ein bisschen üben und raus auf die Bühne.
Und da ist alles so wie es immer war. Eddie Argos springt und erzählt und singt und tanzt.
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Stars – Brüssel / Köln, 16./17.12.2012

Ort: Botanique, Brüssel und Luxor,Köln
Vorband: Zeus

Brussels is always an option.
Als sich die kanadischen Stars für Dezember im näheren Dunstkreis der Voreifel ankündigten, war aus einer Idee rasch der Plan entwachsen, ihr Brüsseler Konzert mit einem wochenendlichen Kurztrip zu verbinden. Es ist ein Katzensprung in die belgische Hauptstadt, der Zug braucht keine 2 Stunden, die Geschäftshotels im Norden der Stadt an Samstagen und Sonntagen sehr erschwinglich und die Botanique einer der besten Konzertorte Europas.
Also wenig, was dagegen sprach. Und vieles sprach dafür. Die Stars gehören zu meinen uneingeschränkten Lieblingsbands. Ich mag die Kanadier, sie sind so normal, sie haben so schöne Melodien und der zwei-Personengesang von Amy Millan und Torquil Campbell gibt den Stars die gewisse Besonderheit, die sie von vielen anderen Bands unterscheidet und sie aus dem Pool der Indiepopbands herausragen lässt.
Was haben sie nicht schon für Hits geschrieben, „Your ex-lover is dead“, „My favorite book“, „The night stars here“ um mal die größten zu nennen. Eigentlich könnte ich hier noch 40 weitere Songs aufzählen. Im Sommer erschien „The north“, ihr aktuelles Album. Wie andere auch war ich beim ersten Durchhören etwas enttäuscht. Wo war der Ohrwurm? Wo waren die auf Anhieb funktionierenden Songs? „The north“ hatte all die nicht. Oder aber ich fand sie nicht.
Es schien die schwächste Platte der Stars seit langem zu sein. Nun gut, immer Champions League ist auch für die besten schwierig.
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Amanda Palmer & The Grand Theft Orchestras – Köln, 03.11.2012

Ort: Luxor, Köln
Vorband: Jherek Bischoff

„Hat sie ihre Stimme wieder?“ Diese Frage erreichte mich am Samstagnachmittag via sozialem Netzwerk und traf mich relativ überraschend. „Wieso?“ fragte ich daher zurück. Mit dem Amanda Palmer Konzert am Abend im Kölner Luxor hatte ich mich zu diesem Zeitpunkt noch überhaupt nicht beschäftigt, fügte aber ein „ist sie kränklich?“ an dies einsilbige „Wieso“. Die Antwort ließ nur einige Minuten auf sich warten. Am Freitag in Paris sei ihr Konzert in eine Art Karaoke Show mutiert, nachdem Amanda Palmer im Laufe des Abends die Stimme total versagt blieb. Leute aus dem Publikum wurden auf die Bühne geholt und durften die Gesangspart übernehmen. Am Samstag dann hätte Amanda gepostet, dass sie zwar in Köln sei, aber total hinüber und dass ihr Saturn-Gig jetzt nur noch aus Signieren bestünde und ohne kleine Gesangseinlage auskommen müsse und dass sie für heute Abend eine ähnlich interessante Show erwarte wie die gestrige in Paris.
Ohne Gudrun vom Konzerttagebuch hätte ich das alles nicht erfahren und wäre ahnungslos ins Luxor gelatscht. Gudrun scheint tief drin zu sein im Amanda Palmer Fantum, ich bin es beileibe nicht.
Nach der freitäglichen Zuspätkommen-Pleite machte ich mich am Samstag zeitig auf den Weg. „Theatre is evil“, die neue Amanda Palmer Scheibe hatte ich mir zuvor noch gedownloadet, ganz unvorbereitet wollte ich dann doch nicht sein. Das etwas ältere Album „Who killed Amanda Palmer“ mochte und mag ich sehr, „Leeds united“ oder „Oasis“ höre ich sehr oft. Über „Theatre is evil“ kann ich noch nichts sagen, zwei nebenbei Hördurchgänge reichen nicht aus, um es irgendwo einzuordnen. Da ich es aber beide Male nicht vorschnell ausgemacht habe, muss es gut sein.
Also das Luxor, also Amanda Palmer, der mittlere Konzertabend an diesem Wochenende.
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The Lemonheads – Köln, 12.05.2012

„Oh, Dortmund führt 1:0.“ Einen Satz, den ich nicht hören wollte. Ich stieg gerade aus dem Zug aus, als ich im Vorbeilaufen auf dem Bahnsteig diesen Gesprächsfetzen unfreiwillig aufschnappte. So hatte ich mir das an diesem Abend nicht vorgestellt. Den ganzen Tag hatte ich mit mir gerungen, ob ich am Abend des Pokalendspiels, des spannendsten, ausgeglichendsten und herausragendsten der letzten Jahre, zum Lemonheads Konzert fahren solle oder nicht.

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The Antlers – 01.12.2011

Ort: Luxor, Köln
Vorband: Dry the river

Also ich würde mich für komplett bescheuert halten. Wenn ich neulich hier geschrieben habe, dass ich beim sommerlichen Plattenkauf die Bands Wu Lyf und Wye Oak verwechselt habe, ist das nichts gegen das, was mich am gestrigen Abend zum Antlers Konzert ins Kölner Luxor führte.
Die Geschichte geht so:
Im Herbst war ich im Konzertticket Kaufrausch. Gallagher, Elbow, dEUS, Wye Oak standen auf meinem Einkaufszettel, der beim Konzertvorschau gucken mit jedem scrollen länger und länger wurde. Die Antlers, da könnte ich doch auch hin, in der Woche ist sonst nichts und haben die nicht dieses tolle Lied geschrieben, in dem Robert Smith singt? Also legte ich auch die Antlers in den Warenkorb und vergaß das alles in den nächsten Tagen wieder.
Wochen später, wir standen noch nach dem St. Vincent Konzert zusammen und unterhielten uns über unsere nächsten Konzerte, sagte ich ganz beiläufig: „ich geh noch zu den Antlers. Von denen kenne ich zwar nur das eine Lied mit Robert Smith, aber sonst ist nichts in dieser Woche.“ (was überdies so nicht stimmte.). „Nee, das ist nicht von den Antlers“, bekam ich als Antwort, „das ist von …“. Genau, uns viel der Name der Band nicht ein. „Es ist aber nicht von DEN Antlers, die wir in Berlin gesehen haben.“ entgegnete ich. Unsere Verwirrtheit war nun komplett, aber wir bekamen an diesem Abend das Antlers’sche Rätsel nicht mehr gelöst. Zwei Tage später erhielt ich eine Mail mit folgender Betreffzeile:
The Antlers = The Crystal Antlers – Crystal Castles.
Die Gleichung geht mathematisch nicht ganz auf, ein Rest Castles bleibt. Genau, die Crystal Antlers sahen wir vor einigen Jahren in Berlin und von Crystal Castles ist „Not in love“.
Und wer sind nun diese The Antlers, deren Ticket bei mir zuhause in der Schublade liegt?
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St. Vincent – Köln, 19.11.2011

Ort: Luxor, Köln
Vorband: Cate le Bon

St. Vincent und die Grenadinen ist ein unabhängiger Inselstaat in der Karibik im Bereich der westindischen Inseln. Er ist Mitglied im Commonwealth of Nations und in der Bolivarianischen Allianz für Amerika. Die Inseln liegen südlich von St. Lucia und nördlich von Grenada. Ungefähr 180 km östlich liegt die Insel Barbados.
Der Inselstaat umfasst die Insel St. Vincent und die 32 Inseln der nördlichen Grenadinen, die zu den Kleinen Antillen gehören. Die südlichen Grenadinen mit den Inseln Grenada, Carriacou und Petite Martinique gehören nicht zu St. Vincent und den Grenadinen, sondern zum Staatsgebiet von Grenada. Hauptstadt und größte Stadt des Landes ist Kingstown.

St. Vincent ohne die Grenadinen sind eine amerikanische Band um die Sängerin Annie Erin Clark. Die mittlerweile in New York lebende Künstlerin hat vor wenigen Wochen ihr drittes Album „Strange Mercy“ veröffentlicht und tourt mit diesem im Gepäck durch die Lande. Auch durch unseres und das war Grund genug, am Samstag im Kölner Luxor vorbeizuschauen, um zur besten Sportschau Sendezeit den Fußball Fußball sein zu lassen und statt dessen ins Luxor zu fahren, um die mir bis dahin weitestgehend unbekannte Band anzuschauen.
Doch bevor die vierköpfigen St. Vincent die Bühne betraten, spielte im Vorprogramm eine Waliser Singer/Songwriterin Namens Cate Le Bon, die auch später in der St. Vincent Band als zusätzliche Gesangsstimme Refrains ins Mikrofonsingen sollte. Cate Le Bon einzig veröffentlichtes Album „Me Oh My“ ist bereits 2 Jahre alt, neuere Songs scheint sie derzeit nicht Portfolio zu haben. Wer wie ich Cate le Bon bisher noch nicht kannte, dem sei gesagt: sie singt wie Niko sang.
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Anna Calvi – Köln, 05.10.2011

Ort: Luxor, Köln
Vorband: Frànçois & The Atlas Mountains

Anna calvi - Köln, 05.10.2011

Anna Calvi singt mit weit aufgerissenem Mund. Klar akzentuiert klingt ihre dunkle Stimme. Oh ja, singen kann die junge Frau aus England, und wenn die Welt gerecht wäre würde sie den nächsten James Bond versoundtracken und nicht ihre Inselkollegen Adele. (Was jetzt nicht heißen soll, dass sie es nicht verdient hätte, Anna Calvi hätte es nur mehr verdient.)
Gitarrespielen kann sie auch. Und wie! Zur großen Freude des jazzangehauchten Publikums. Das ist zahlreich erschienen, das Luxor meldet ausverkauft, und so sind wir an diesem Abend nicht umgeben vom typischen Indiepopkonzertpublikum, und vielleicht ist das ein Grund mit, warum dieser Abend ein nerviger und anstrengender Abend für mich war.
Auch dazu beigetragen haben bestimmt die abgehetzte Anfahrt (Zug verpasst, Lieblingsparkreihe besetzt), der vorangegangene Orthopädenbesuch, die Vorgruppe und viele Aufreger der Woche, die dazu führten, dass es letztlich ein für mich nicht überzeugendes Konzert wurde.
Jeodch der Reihe nach, und dann weiter zur Musik:
Als ich kurz vor neun im Luxor auflaufe, ist der Laden schon gut gefüllt. Das Konzert ist seit Wochen ausverkauft, wenig verwunderlich nach einem tollen Stadtgartenauftritt im Frühjahr (den ich wegen Antriebslosigkeit sausen ließ) und einem überragenden selbst betiteltem Debütalbum der Sängerin (das ich eine lange Zeit intensiv gehört habe).
Das lästige am Luxor ist, dass sich die Waschräume quasi direkt neben der Bühne befinden, und man sich durch den kompletten Konzertsaal kämpfen muss, um dort hinzu gelangen. Für Gäste, die das nicht wissen, erscheinen Waschraumgänger auf den ersten Blick als Vordrängler und Reinquetscher, und so wird ihnen gerne schon mal der Weg Richtung Bühne (und Waschraum) nur äußerst missmutig freigegeben. Sehr schnell wurde mir bewusst, dass an diesem Abend viele Besucher zum ersten Mal das Luxor betraten. Nun gut, geduldige Wortwechsel helfen weiter und irgendwann war das Ziel erreicht. Eigentlich eine belanglose Sache, wenn ich nicht diese Art von unsinnigen Gesprächen den ganzen Abend über immer mal wieder gehört und gesehen hätte.
Ach Leute, was ist denn dabei, wenn jemand seinen Platz verlässt, weil er durstig ist oder es zu warm oder was-auch-immer und ein paar Minuten später wieder zurück zu seinen Leuten möchte? Dann muss man doch nicht böse gucken. Aufgestanden, Platz vergangen, gilt nicht immer und hier überhaupt nicht.
Wie komme ich jetzt auf den Begriff „Komfortzone“? Dass sie bei ausverkauften Konzerten selten eingehalten werden kann, liegt in der Natur des Luxors, dass sie jedoch so schamlos übertölpelt wird wie an diesem Abend nicht unbedingt. Man stelle sich die Situation wie folgt vor: voller Laden, vierte Reihe, kurz vor der Sardinenbüchse. So weit alles im grünen Bereich. Wir haben es uns in der Enge eingerichtet. Oft erlebtes, oft ertragenes. Dann ein Geschiebe von rechts, und zwei weitere Menschen klebten vor unseren Bäuchen. „Ist doch okay, wir sind ja auch kleiner.“ Nein, es ist nicht okay, denn nicht nur Größe, sondern auch die Masse spielt eine Rolle.
An normalen Tagen stört mich das alles sehr wenig, aber gestern Abend waren es die falschen Momente. Will sagen, es war ein mehr als unglücklicher Start in ein Anna Calvi Konzert, auf das ich sehr gespannt war.
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Paradise Lost – Köln, 30.03.2011

Ort: Luxor, Köln
Vorband:

Paradise Lost - Köln, 30.03.2011

Geschenkt, geschenkt. Wie die Jungfrau zum Kind kam ich zu diesem Konzertbesuch. Grundsätzlich ist es ja immer so: Quizgewinne klappen immer dann, wenn man sie nicht unbedingt herbeigefleht hat.
Also Paradise Lost. Nun gut, es gibt sicherlich schlechtere Gästelistenplatzgewinne, aber auch bessere.
Oh ja, ich steh auf das, was man Indie nennt, auch auf Britpop und meinetwegen auch auf Elektro und Hip-Hop und vielleicht auch bald auf Jazz, aber absolut nichts anfangen kann ich mit zwei Musikrichtungen: Ska und Metal. Beides erschließt sich mir irgendwie nicht, diese nervigen Trompeten, diese satten Gitarrensoli, ich halte sie nicht aus.
Paradise Lost standen für mich im weitesten Sinne für Metal. Dass das nur bedingt stimmt, lernte ich später im Luxor.
Denn natürlich hatte ich große Neugierde und eine Riesenlust, mir dieses Geschenk nicht entgehen zulassen. Warum auch? Weil ich die Musik nicht mag? Quatsch. Ich hatte Zeit, war nicht zu angenervt von der Arbeitswoche und wollte mal wieder auf ein Konzert. Und auf einem „Metalkonzert“ war ich bis dato noch nicht und – ich erkläre das gleich – ein Unsinnkonzert pro Jahr, das muss sein.
Unter einem Unsinnkonzert verstehen wir Konzertbesuche von Bands, deren Musikstil uns nicht interessiert und uns nicht wichtig ist, von dem wir uns aber einen hohen Unterhaltungswert versprechen. Zwei Bedingungen muss ein Unsinnkonzert jedoch erfüllen: erstens, es darf nichts kosten und zweitens wir dürfen keinem echten Fan die Tickets wegschnappen.
Beides war gestern mehr als gegeben: die Tickets gewonnen und das Luxor gerade mal zur Hälfte gefüllt.
Leider schaffen wir nicht jedes Jahr ein Unsinnkonzert, Christina Stürmer in 2009, Paradise Lost sollten es dieses Jahr werden.
Dass sich der Abend dann doch nicht als Unsinnkonzert herausstellte, konnte ich ja nicht ahnen.
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Buffalo Tom – Köln, 08.03.2011

Ort: Luxor, Köln
Vorband: Friedemann Weise (k)ein unbekannter Kölner Singersongwriter*

Buffalo Tom - Köln, 08.03.2011

Dieser Abend stand lange auf der Kippe, obwohl er ursprünglich seit Wochen feststand. Was paradox klingt, ist jedoch erklärbar.
Ein Konzert an einem Tag nach einem langen, erholsamen Wochenende bedarf eines besonders großen Trittes, um sich abends noch raffen zu können und wegzugehen. Erst recht, wenn das nächste Lernmodul tags zuvor ins Haus geflattert ist und man sich innerlich bereits allabendlich am Schreibtisch sitzen sieht um sich Entitäten und anderem Datenmodellunsinn hinzugeben.
Es reichte ein Satz, der mich aus der Schwerfälligkeit jagte. „Wenn man vernünftig wird, dann wird man alt.“ Gesprochen wurde er im ’perfekten Vox Diner’, das ich früher häufiger gesehen habe als jetzt.
Nicht, dass ich nicht alt werden möchte oder es gar schon bin, irgendwie möchte das doch jeder. Älter werden hat unbestrittene Vorteile, und auch Vernunft ist nicht das schlechteste.
Im Themengebiet Konzerte ist Unvernunft jedoch sehr vernünftig und als ich diesen Satz hörte hatte ich plötzlich große Lust, unvernünftig zu sein. Welch tolle Abende hätte ich nicht erlebt, wenn ich die Vernunft hinzugezogen hätte. Und da auch dieser Abend alles hatte, was nach einem guten Abend klingt, schloss sich der Argumentationskreis ganz schnell.

Also rein ins Getümmel, das keines war. Oder um es mit den Worten des Vorprogramms zu schreiben: „ Ich spiele gerne vor Leuten, die weit hinten stehen. Da steh ich sonst auch.“ (mehr …)

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Those dancing days – Köln, 01.03.2011

Ort: Luxor, Köln
Vorband: The Blackberries

Those dancing days - Köln, 01.03.2011

“The sky is way bigger than I ever thought it could be
I really can’t see where it ends
Clouds like bubbles in a sink touching my face
Makes me forget how to think”
(Run, run)

Es ist immer ein gutes Zeichen, wenn man tags drauf noch einen Refrain vom Vorabend im Kopf hat. Der Vorabend bescherte mir ein Konzert der fünf Schwedinnen von Those dancing days, und als einfache Überleitung zu diesem tollen Konzertabend bietet sich der Verweis auf den Bandnamen geradezu an.
Oh ja, es war ein tanzreicher Abend (wenn ihr Konzert den ganzen Tag gedauert hätte auch Tag).
Those dancing days tanzten vor, das Publikum tanzte mit.
Gute 50 Minuten ging das launige Treiben zu schönstem Sommer-Pop mit Hammond-Orgel Appeal. Wer sich da nicht hinreißen ließ, sollte die Schuld bei sich suchen.
An den fünf Schwedinnen lag es in definitiv nicht. Mit viel Unbekümmertheit und natürlicher Eleganz spielten sie sich durch ihr 50minütiges Programm. Lisa Pyk ruderte unentwegt mit ihren Armen, Rebecka Rolfart und Mimmi Evrell spielten ihre Gitarren mit wehenden Haaren in schönster Heavy Metal Manier und Sängerin Linnea Jönsson schwebte zu alle dem elegant über die Bühne. Einzig Schlagzeugerin Cissi Efraimsson hatte aufgrund ihres Instruments weniger Tanzspielraum.
Den machte sie aber wett mit einem flotten Takt und einem allzeit schelmischen Grinsen. Schnell wurde sie für diesen Abend unsere Lieblingsschwedin. (mehr …)

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The pains of being pure at heart – Köln, 28.11.2010

Ort: Luxor, Köln
Vorband:

The pains of being pure at heart - Köln, 28.11.2010

Im Sommer des letzten Jahres waren sie der letzte heiße Scheiß. Das Luxor war knackevoll, die Erwartungshaltung hoch, die Stimmung euphorisch.
„The Pains of being pure at heart“ hatten gerade ihr Debüt veröffentlicht und galten als die letzte Rettung für ambitionierten Twee-Pop.
Sehr zu recht, denn ihr Album „The Pains of being pure at heart“ ist eine Ansammlung von Hits. Damit hatten die vier einen Maßstab gesetzt, der höher kaum sein kann und der sie in den nächsten Monaten auf alle wichtigen Festivals und in alle wichtigen Konzertstädte dieser Welt chauffierte.
Ende letzten Jahres erschien ihre zweite EP, nicht minder schlecht. Das nächste Album, „Belonging“, wird für 2011 erwartet.
Mittlerweile ist der große Hype weg, die Band machte sich rar, tourte viel in den USA und in Japan und war in Europa „nur“ auf dem ein oder anderen Festival zu sehen. Und sehr oft in Spanien. Im grauen Herbst nun steht eine kleine Mitteleuropatour an, und Köln war wiederum dabei.
Für mich also keine Frage, kurz vorbeizuschauen und mich in Sachen „The Pains of being pure at heart“ Schaffenswerk updaten zu lassen. So ganz bin ich da nämlich nicht auf dem laufenden. Also, ein Album, zwei EPs, soweit habe ich nichts verpasst.
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Slut – Köln, 10.11.2010

Ort: Luxor, Köln
Vorband: The strange death of liberal England

Slut - Köln, 10.11.2010

Jetzt ist es wieder soweit. Der nasskalte Herbst ist endgültig da und schleicht sich in der früh beginnenden Tagesdunkelheit über den Asphalt. Die Zeit der leichten Übergangsjacke ist vorbei. Sie alleine schafft es nicht mehr, ausreichend Wärme am Körper zu halten. Eine Fleecejacke für drunter gehört wieder zur Pflichtausstattung, wenn ich mich abends auf zugigen Bahnsteigen rumtreibe. Ach ja, und erst ein Schal macht das urbane Herbstoutfit komplett. Aber der leichte Sommerschal reicht noch allemal. Noch.
Warum erzähl ich das? Ganz einfach, weil ich gestern Abend mit gefühlten vier Jacken am oder um den Körper wie ein Muli bepackt im Luxor stand und drei Stunden Musik sah.
Oh nein, es ist nicht die Kniepigkeit für den Garderobeneuro, es sind die (berechtigten) Bedenken, den planmäßigen Heimzug zu verpassen, weil die Jackenrückgabe länger dauert als vorher berechnet. Garderobenschlangen sind eine sehr unberechenbare Spezies. Und natürlich schlängelt sie sich immer dann sehr gemächlich Richtung Ausgang, wenn man es eilig hat. Und da der öffentliche Personennahverkehr nicht im 24/7 Rhythmus schlägt, sondern die letztmögliche Verbindung um kurz nach Mitternacht den Bahnhof verlässt, kann es schon mal sehr blöd laufen.
Erst recht, wenn man sich auf der sicheren Seite fühlt. „Ach, die spielen 90 Minuten, die Vorband ’ne halbe Stunde, da ist Zeit genug.“
Bei The strange death of liberal England und Slut dachte ich genau so. „Da ist Zeit genug.“ Von wegen, und Gott sei Dank handelte ich anders. Ansonsten hätte ich a) entweder eher gehen müssen, um rechtzeitig meinen Kram zu bekommen, b) ohne Jacken nach Hause fahren dürfen oder c) mir am Heumarkt einen Platz in der ersten Reihe suchen können. Um diese Zeit wäre das bestimmt noch möglich gewesen. Denn erst um kurz nach Mitternacht war das Konzert beendet und es war weise, meine Klamotten nicht abzugeben. Ja, es lief nicht so, wie ich es mir vorher ausgemalt hatte.

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Stars – Köln, 09.09.2010

Ort: Luxor, Köln
Vorband: Ikaria

Oh Kanada. Geschätzte 34 Millionen Einwohner auf einer Fläche von 9,9 mio km².
Zum zweiten Mal in dieser Woche besuchte eine Delegation des größten nordamerikanischen Landes das kleine Kölner Luxor.
Torquil Campbell, Amy Millan, Evan Cranley, Chris Seligman und Pat McGee sind die Stars. Sie kommen aus Montreal, und sie schauten sehr gerne in Köln vorbei, wie Torquil Campbell erwähnte. (Aber das sagt er bestimmt überall). Er sagte auch, dass sie sich sehr darüber freuen, dass trotz schlechter Zeiten und wenig Geld so viele Menschen ins Luxor gekommen seien, um ihre Musik zu hören. Sie wüssten das sehr zu schätzen. Puhh!
Amy Millan ist mein Lieblings-Star. Ihre Stimme finde ich unglaublich toll, sie klingt sehr weich und geschwungen. Seitdem ich sie zum ersten Mal gehört (und gesehen) habe, bin ich unzurechnungsfähig vor Begeisterung.
Das war bei ihrem vorletzten Kölner Konzert. Seitdem hat sie einen Platz in den TOP 5 meiner „welche Musikerin mag ich am liebsten“ Charts sicher. Vor Amy rangieren nur noch Kim Gordon (allerdings so was von unangefochten), Sarah Cracknell und Carol van Dyk.

Ihr vorletztes Kölner Konzert war vor einigen Jahren. Die Kanadier hatten soeben das Gebäude 9 ausverkauft und kündigten an, beim nächsten Mal an zwei Abenden hintereinander hier aufzutreten. So toll sei das ja hier in Deutschland und vor allem in Köln …
Nun, daraus wurde nichts. Das nächste Mal wurde es das Gloria. Die Band zeigte sich sehr angetan vom Ambiente des alten Kinos in der Kölner Innenstadt und schickte während ihres Auftritts noch ein paar Bemerkungen in Richtung. Gebäude 9. „Bruchbude“ oder so was in der Art. Jaja, nicht nur ich war seinerzeit der Meinung, dass die Stars in Köln eigentlich nur im Gloria spielen dürften, weil sich hier Rahmen und Musik sehr ergänzen und die Größe des Saals genau passt. Das Gloria war fast ausverkauft.
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Wintersleep – Köln, 06.09.2010

Ort: Luxor, Köln

Wintersleep sind meine mir unbekannteste Lieblingsband. Gerade mal ein Album besitze ich von ihnen, das 2007 erschienene „Welcome to the night sky“. Es ist ihr drittes Album, über die beiden Vorgänger kann ich rein gar nichts sagen, und auch ihr dieses Jahr veröffentlichte Album „New Inheritors“ ist mir ganzähnlich unbekannt.
Eine Band, die es mit zwei, drei Songs geschafft hat, mich zu vereinnahmen. „Drunk on Aluminium“, „Murderer“, „Dead letter & the infinite yes“ oder „Oblivion“ sind klasse Songs. Ach, ich könnte alle 10 Tracks des Albums hier nennen. Und so wurde Wintersleep eine Lieblingsband. Komischerweise hatte ich mich nie um die anderen Alben bemüht, die Veröffentlichung ihres aktuellen Werkes viel dann auch wenig überraschend hinten rüber.

So wird dieser Abend eine Wundertüte. Aber keine allzu große. Ich hatte die Kanadier bereits im letzten Jahr live erlebt, für sagenhafte 20 Minuten. Seinerzeit stellte ich begeisternd fest: „Generell gilt, dass trotz der Kürze ihres Auftritts eine Menge vom Indiepop des Wintersleepkosmos herüber kam.“
Nun, dann gilt es also, Bescheid zu wissen über das, was kommen mag.

Doch erst einmal kamen … sehr wenig Menschen. Das Luxor war relativ schwach besucht. Ich glaube, so übersichtlich habe ich es noch nicht gesehen.
Aber warum waren eigentlich nicht mehr Musikinteressierte vor Ort? Wintersleep sind doch eine tolle Band, ein andauernder Gehheimtipp möchte ich sagen, und der in den letzten Zügen liegende Sommer, der traditionell als klubkonzertarme Zeit bekannt ist, müsste überdies Lust gemacht haben endlich wieder Indoorkonzerte zu besuchen.
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