| Ein Blog über Musik und Konzertbesuche |
Warpaint – Köln, 23.02.2014
Warpaint

Warpaint – Köln, 23.02.2014

Ort: Live Music Hall, Köln
Vorband: All we are
Warpaint
Liebe Warpaint,
wie geht es Euch? Jenny war ja am Sonntag arg erkältungstechnisch angeschlagen, dass sie gar zwischenzeitlich die Bühne verlassen musste. Ich hoffe, sie hat sich wieder etwas erholt und kannst die nächsten Tagen in alter Frische bestreiten. Ihr habt ja noch ein paar Auftritte vor euch, seid ihr doch nahezu den gesamten Frühling in Europa und Übersee unterwegs.
Und hoffentlich hat sie niemanden angesteckt. Das wäre blöd, denn ihr habt in Köln wirklich ein sehr, sehr gutes Konzert gegeben und ihr ward so schön ansteckend voller guter Laune, dass ich den bestgelauntesten Konzertabend dieses Jahres verbracht habe. Und all die anderen, die euch in den nächsten Tagen sehen, sollten euch genauso toll erleben. Ohne Erkältungskram. So wurde euer Konzert ein Höhepunkt meiner letzten Wochen.
Oh ja, meine letzten Tagen waren irgendwie blöd, mit viel Arbeit und anderen nervigen Dingen belegt, der mich an so einigem zweifeln ließ. Ich hatte unter der Woche sogar keine Lust, meine beiden ursprünglich anvisierten Konzerttermine wahrzunehmen, mir war nicht danach. Stattdessen beschloss ich dann am Samstag sehr spontan, Beady Eye zu sehen. Kennt ihr die? Das ist die neue Band von Liam Gallagher, aber bei weitem nicht so spektakulär wie Oasis. Na, und am Sonntag wollte ich euch sehen. Dieser Plan stand ja schon etwas länger. Ihr erinnert euch: (mehr …)

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Beady Eye – Köln, 22.02.2014

Ort: Live Music Hall, Köln
Vorband:

Beady Eye

Hier geht’s nur bedingt um Musik. Als Liam Gallagher kurz vor dem Konzert alleine auf die Bühne kommt, sich in  unnachahmlicher Art den ersten Reihen zuwendet und anschließend quasi den DJ höchstpersönlich von der Bühne schickt wird klar, warum und wegen wem die meisten Leute hier sind. Beady Eye scheinen egal, Liam Gallagher will gesehen werden. Auch von den beiden Mittvierziger Blondinen vor mir, die quasi ab jetzt in Dauerekstase verfallen. Liam forever, oh jemine, selten habe ich bei einem Konzert einer Band einen so großen Personenkult wahrgenommen.
Da ist es scheinbar vielen egal, dass Gem wie immer einen formidablen Job an der Gitarre abgibt und Andy Bell die Songs zusammenhält. Liam Gallagher ist da, schick im gerade geschnittenen Trenchcoat steht er tiefenentspannt auf der Bühne. Alles scheint gut. (mehr …)

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Au revoir Simone – Köln, 10.02.2014

Ort: Gebäude 9, Köln
Vorband: Luca Vasta

Au revoir Simone

Ein Name wie der Abschiedsbrief an eine verflossene Liebe: Au revoir, Simone. Au revoir Simone aus New York liefern dazu die passende Musik: verträumter, leicht tanzbarer, immer optimistisch klingender Elektro-Pop. Mach’s gut, wir werden uns nie wiedersehen, aber das Leben geht trotzdem weiter. So in etwa würde ich es umschreiben, oder aber mit den Worten: superweicher Dreampop.
Wenn Erika Forster, Annie Hart und Heather D’Angelo in den Gesang starten, wird diese angerührte Zuckerwatte nochmals eine Spur klebriger und weicher. Aber es ist ein schöner Wattebausch, denn die Band aus New York aufbaut. Klassische Instrumente brauchen sie dazu nicht: sehr selten, wie zum Beispiel bei „Crazy“ kommt die Gitarre zum Einsatz, ansonsten dominieren Keyboards und Synthesizer und im Hintergrund wummert der Drumcomputer. Das typische Bandgeflecht (Gitarre, Schlagzeug, Bass) haben Au revoir Simone nicht zu bieten, es ist eher der Kraftwerk’sche Bühnenaufbau, der uns im Gebäude 9 präsentiert wird. Drei Keyboards stehen frontal zur Bühne.
Es sieht sehr aufgeräumt aus, als Erika Forster, Annie Hart und Heather D’Angelo die Bühne betraten. Die drei Damen mit nahezu identischen Frisuren stellen sich entsprechend den Haarfarben, blond – braun – schwarz hinter ihren Instrumenten auf und klackern los. (mehr …)

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Ja, Panik – Köln, 05.02.2014

Nein, Gelassenheit. So hat die österreichische Band Ja, Panik ihren Onlineshop genannt. Die Aussagenverdrehungen sind dabei sicherlich bewusst gewählt, wird doch im allgemeinen Ja, Panik als „Musikgruppe plus x“ angesehen. Neben ihren Alben veröffentlichen sie auch Literatur: ein Kochbuch und das 197 Seiten umfassendes Taschenbuch „Schriften – erster Band“, welches parallel zur vorletzten Platte DMD KIU LIDT veröffentlicht wurde.

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Stephen Malkmus & The Jicks – Köln, 31.01.2014

Beim Betrachten der letzten Setlisten der aktuellen Stephen Malkmus and the Jicks Tour geriet ich enorm ins schwärmen. Nicht nur alte Pavement Gassenhauer fanden sich darunter, sondern auch so obskure Cover von The Offspring und logische Cover von Boston und anderen Classic Rock Bands. Frankfurt schien diesbezüglich den Vogel abgeschossen zu haben, eine Zugabeliste fast so lang wie das normale Konzert. Wow!

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Poliça – Köln, 28.01.2014

Laura steht ein, zwei Meter neben mir. Zusammen schauen wir uns den wunderbaren Auftritt von Poliça in der Kulturkirche Nippes an. Das Licht ist stark abgedunkelt, bodentiefe Scheinwerfer und kaltes blaues Licht bilden eine schummrig schöne Ausleuchtung der Bühne, die sehr gut die herbstlich dunklen Elektrobeatstücke des Quartetts aus Minneapolis untermalen. Poliça machen diese Art von moderner Tanzmusik, die nicht freudestrahlend durch die Charts hüpft, sondern ähnlich wie bei Portishead tiefgründiger und substanzieller daherkommt.

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Slut – Köln, 13.01.2014

Ort: Gebäude 9, Köln
Vorband: And the golden choire

Slut

Wer rechtzeitig seine Mails liest, ist manchmal im Vorteil.

Bei Facebook steht, dass Slut im Stau standen und die Halle erst um halb neun aufmacht!

Dieser Satz in der Mail eines Konzertfreundes erreichte mich gestern Abend um kurz nach 18 Uhr, leider las ich ihn erst heute Morgen. So verpasste ich die Tatsache, das 20 Uhr am Gebäude 9 locker eine halbe Stunde zu früh ist, dass all das feierabendliche Abhetze eine Spur zu unnötig war. Von den Umständen her also ein suboptimaler Start in das neue Konzertjahr. Und so stand ich wie eine Ölsardine in der Büchse im Vorraum des Gebäudes und betrachtete einen dämlichen Film auf dem über der Theke installierten Fernseher. 3sat wird auch immer komischer. Gut, ich hätte mich wieder aus dem Vorraum rausquetschen können, aber was sollte das bringen? Die anderen kamen ja erst um neun Uhr, also just genau in dem Moment, in dem die Vorgruppe „And The Golden Choir“ und damit genauer gesagt Tobi Siebert, auf die Bühne kam. „Ihr habt alles richtig gemacht“, sagte ich und dachte „ich nicht.“. „Hast du denn meine Mail nicht gelesen?“ kam es zurück. „Nein.“ (mehr …)

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Scout Niblett – Köln, 01.12.2013

Ort: Gebäude 9, Köln Vorband: - Fing schwach an und steigerte sich dann von Minute zu Minute. So das Fazit der Kölner-Stadtanzeiger Kurzkritik zum sonntäglichen Tatort. Für das zeitgleich stattfindende…

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Savages – Köln, 20.11.2013

Ort: Gebäude 9, Köln
Vorband:

Savages

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage. Diese Band scheint mir derzeit sehr wichtig zu sein Und in der Tat, als die Bandansetzungen für die Crossing Border Reihe bekanntgegeben wurden, war meine Freude darüber groß, die Briten im November nicht nur in Köln, dieser Termin stand vorher schon länger fest, sondern auch in den Niederlanden sehen zu können.
Oh ja, Savages haben es mir in diesem Jahr merklich angetan. Kein anderes Album als „Silence yourself“ habe ich so oft gehört, hat mich so sehr begeistert. In Barcelona spielten sie ein überragendes Konzert, so dass mich ihre Musik auch live mächtig beeindruckte. Savages sind eine fantastische Liveband, eine der besten, die ich in diesem Jahr gesehen habe.
Als die Band Ende des letzten Jahres in den Musikzeitschriften Erwähnung fand, sprachen diese oft von Vergleichen mit Joy Division, Siouxie and the Banshess und ähnlichen. Auf den ersten schnellen Blick ergibt dies auch durchaus Sinn, Savages Musik ist in den 80ern verdrahtet, Sängerin Jehnny Beth sieht überdies mit ihrer Kurzhaarfrisur und den schwarzen Kleidern britischer Modelabels Ian Curtis nicht unähnlich. Allerdings, und das merkte ich beim Hören des Albums sehr schnell und sehr deutlich, haben Savages viel anderes und eigenes in ihrer Musik, so dass ich ihnen nicht nur den eigenen Plattenschrank vorhalten mag und all die Joy Division Referenzen eher als Unsinn ansehe. Quasi als Beweis und Untermauerung dieser landläufigen Ansicht spielten sie an diesem Abend mit „Dream Baby dream“ ein Suicide Cover, also einen Song aus der prä-Punk-Wave-Ära, der jedoch sehr gut zu Savages passt. (mehr …)

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Foals – Köln, 08.11.2013

Ort: E-Werk, Köln Vorband: Everything everything Bei mir ist das so: Wenn ich einen Songtext nicht genau kenne, singe ich in Konzerten oder vor dem CD Spieler in einer Art…

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Jay Z – Köln, 28.10.2013

Ort: Lanxess Arena, Köln
Vorband: Timbaland

Jay Z

Die Fahrzeit mit dem Zug nach Köln-Deutz beträgt knappe 50 Minuten. Das sind nur 5 Minuten mehr, als eine Fahrt von Berlin-Friedrichshain zur Passionskirche in Kreuzberg. Ich dachte darüber nach, weil ich schon länger und immer mal wieder überlege, wie es ist, in einer Großstadt zu wohnen, so von wegen der besseren Möglichkeiten und der flexibleren Verkehrsanbindungen im öffentlichen Nahverkehr. Nun, bei meinem letzten Berlinaufenthalt hätte es sich fahrzeitentechnisch nicht wirklich bemerkbar gemacht, ich hätte auch, ich sag mal, von Strausberg aus zur Passionskirchen fahren können, das wäre wahrscheinlich ähnlich lang gewesen. Oder eben aus der Voreifel nach Köln.
Gefühlt ist der innerstädtische Nahverkehr vielleicht kürzer, entspannter ist vielleicht die Fahrt mit der Regionalbahn aus der Satellitenvorstadt. Manchmal ist es eben gehopst wie gesprungen und das Leben in der Großstadt erfährt eine Überbewertung, die es nicht immer verdient hat. Manchmal aber schon.
Was das alles mit dem Jay Z Konzert zu tun hat. Nichts, aber da ich sehr zeitig unterwegs war, hatte ich viel Zeit, über solchen Unsinn und allerlei Belangloses nachzudenken.

Die Kategorisierung seiner Lieblingsmusik nach der Musiksparte finde ich blöd, denn eigentlich gibt es nur „mag ich“ oder „gefällt mir nicht“, trotzdem möchte ich sie verwenden. Es klingt so schön. Offiziell bin ich Indiemusikliebhaber. Gitarren und so’n Kram. Aber ich habe und hatte schon immer ein kleines Faible für Hip-Hop. (mehr …)

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The Thermals – Köln, 23.10.2013

Ort: Gebäude 9, Köln
Vorband: Volley

The Thermals

Ich mag die Thermals nicht, soviel stand für mich nach ihrem Auftritt auf dem Berlin Festival vor einigen Jahren fest. Die drei Amis machten zwar schönen und eingängigen, aber auch irgendwie austauschbaren PowerPopRock. Einzig ihr Sonic Youth Cover „100%“ blieb mir im Gedächtnis. Nee, die Portländer waren nichts für mich, abgehakt, fertig. Um den damaligen Bericht hier zu verlinken, suchte ich ihn nochmal heraus, und überflog nochmals kurz, was ich seinerzeit festhielt:

The Thermals covern “100%” von Sonic Youth. Der zweite Song ihres Sets ist mein Wachmacher. Genau wie Oneida, der Name leitet sich übrigens von einem Volk der Irokesen ab, gingen die Thermals bisher nahezu an mir vorbei. Aber der gewünschte Nebeneffekt eines Festivals ist es ja, solche eher unbekannten Künstler ausgiebiger kennenzulernen. Und die Thermals haben mich überzeugt. Sie erfinden das Rad des Indie-Rock-Alternativ-Pop a la Guided by Voices oder Ramones nicht neu, aber sie drehen es in unterhaltsamer Manier weiter. Schnell sind die Songs, und kurz. Eine der Festivalentdeckungen.

Ich muste kurz lachen, als ich die Zeilen las. Ohh, da habe ich meine gute Meinung über Thermals in den Jahren scheinbar vergessen. Konsequenterweise hielt ich mich jedoch an meine gedachte Meinung über die Thermals  und kümmerte mich nicht weiter um Platten von Hutch Harris, Kathy Foster und Schlagzeuger Westin Glass. Die Thermals verschwanden aus meinem Musikgedächtnis.
Nun, vielleicht sollte öfters meine alten Konzerttagebücher lesen.
Ihre letzten beiden Alben „Personal Life“ und „Desperate Ground“, das im April veröffentlicht wurde, übersah ich beinahe vollkommen. Beinahe, weil ich mir „Desperate Ground“ dann doch vorletzte Woche gekauft habe. Nachdem die beiden Thermals Konzerte in Berlin und Köln feststanden, wollte ich vorher wenigstens noch ein Ohr riskieren, um mich musikalisch auf den neuesten Thermals Stand zu setzen. Und was soll ich sagen, mittlerweile ist „Desperate Ground“ meine Monatslieblingsplatte. Aber wieso plante ich überhaupt Konzertbesuche einer Band, die ich gedanklich nicht sonderlich toll fand?
Nun, KEXP trägt eine Mitschuld. (mehr …)

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Built to spill – Köln, 26.09.2013

Ort: Gebäude 9, Köln
Vorband: Disco Doom

Built to spill

Built to spill sind so was wie alte Helden für mich. Seit Mitte der 90er verfolge ich das Treiben von Doug Martsch und seiner Bandkollegen. „There’s nothing wrong with love“ war mein Einstieg. Nach Jahren des Grunge und kurz vor Britpop waren die melodiösen Gitarren das non plus Ultra für mich. Neben Yo la tengo, die ich ungefähr zur gleichen Zeit entdeckte, waren Built to spill der richtige Soundtrack. Dazu konnte ich sehr gut für’s Studium lernen. Alles nicht zu aufregend, nicht zu verquer aber immer antreibend genug, um nicht als Fahrstuhlmusik abgekanzelt zu werden. Nächtelang habe ich „There’s nothing wrong with love“ und „Electr-O-Pura“ gehört. Der Besuch eines Built to spill Konzertes stand groß auf meinem Konzertwunschzettel, ich musste lange darauf warten. Seitdem versuche ich, jede ihrer Touren mitzunehmen. Nicht immer gelang mir das, beim letzten Mal, sie spielten im Bochumer Bahnhof Langendreer, schon. Und eben dieses Mal.
Als ich mich ins Gebäude 9 aufmachte (das übrigens gerade modernisiert wird, wie mir scheint. Ich erblickte unter der Decke neue Holzschächte – oder ich habe längere Zeit nicht mehr an die Decke geschaut) war ich überrascht, dass das Konzert nicht ausverkauft ist. Ich hatte irgendwie fest damit gerechnet. Dann aber auch wieder nicht, als ich daran denken musste, dass sie auf ihrer letzten Tour im noch kleineren Kulturbahnhof Langendreer spielten, und dieser auch nicht ganz voll war. Built to spill schienen sich als alternde Indieband aus dem Fokus gespielt zu haben. Das finde ich nicht tragisch. So bleibt man eben etwas unter sich. Ach je, diese alte Indieattitüde: Ich hab die Band entdeckt und mag sie, aber sie soll bitte von niemand anderem entdeckt werden und bloß nicht in größeren Hallen spielen müssen. Schon egoistisch, aber so sind Indiekonzertgänger nun mal. (mehr …)

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Motorama – Köln, 25.09.2013

Ort: Blue Shell, Köln
Vorband: The Elwins

Motorama

Ich kenne mich in der russischen Musikszene null aus. Sowohl früher als auch heute sind mir all die Bands und Musiker völlig unbekannt und fremd. Pussy Riot ist mir natürlich ein Begriff, aus den Nahrichten, einen Song kenne ich jedoch nicht. Hätte man mich als Kind gefragt, welche sowjetischen Musiker es denn so gäbe, hätte ich mit Dschinghis Khan und Ivan Rebroff geantwortet. Das beide auf Deutsch sangen, für einen achtjährigen ist das eher Nebensache. Tatarentanz, Rauschebart und Fellmütze waren mir damals Indizien genug, diese beiden Bands/Musiker mit der Sowjetunion zu verbinden. So, Schublade wieder zu.
Seit einem guten Jahr antworte ich auf die Frage nach einer russischen Band stilsicher mit Motorama. Als diese junge Band aus Rostow am Don vor ein, zwei Jahren plötzlich in meinem Bewusstsein auftauchte, war ich sofort Fan. „Alps“, das Album, was sie auch heute noch zum freien Download auf ihrer Webseite anbieten, faszinierte mich mit seinen Cure-esken Melodien direkt. Es brauchte nicht lange, um angefixt zu werden. „Northern Seaside“, „Warm Eyelids“, „There’s no hunters here“, wow, was für Songs! Schnell besuchte ich ihr Konzert in Oberhausen und war begeistert. Das war im letzten Winter und es war grandios. Als dann Köln im aktuellen Tourplan auftauchte, war es ein Pflichttermin, dort aufzulaufen.
Ich saß im Zug, als mich eine Musikempfehlung per Mail erreichte. Verbunden mit der Aussage, „ich könne mir das aber auch erst nach dem Konzert anhören, um mir die Einstimmung auf den musikalischen Abend nicht zu verderben“. Das brachte mich dazu darüber nachzudenken, wie ich mich eigentlich auf Konzerte einstimme. Höre ich Musik der Band, die ich gleich sehen werde? Höre ich andere Musik? Nun, meistens höre ich gar keine Musik, nur wenn der Zug sehr laut ist, krame ich den IPod hervor und höre das, wonach mir ist. Das kann Musik der Band sein, die gleich spielt, oder etwas ganz anderes. Ich kenne Konzertgänger, die hören vor einem Konzert tagelang keine Songs der Konzertband, andere wiederum hören gerade Songs der Konzertband. Bei mir ist das nach Lust und Laune sehr unterschiedlich. Aber sehr oft schaue ich mir nachmittags zur Einstimmung Livevideos an. Ein bisschen muss ich meine Neugierde ja befriedigen. An diesem Tag ging es jedoch ohne Video gucken und Songs hören. Das letzte Motorama Konzert war mir noch sehr präsent. Überdies höre ich Motorama sehr regelmäßig, sie sind eine von wenigen Abends, die einen Dauerplatz auf meinem IPod haben. Und das ist ein eindeutig gutes Qualitätsmerkmal. (mehr …)

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Shonen Knife – 11.09.2013

Ort: King Georg, Köln
Vorband:

Shonen Knife

Am Ende blieb nur die in Kanji geschriebene Setlist.
Osaka Rock City. Das ist nicht nur ein Song der aktuellen Shonen Knife Albums „Pop tune“ sondern war irgendwie auch das Motto des gestrigen Abends im King Georg. Shonen Knife zelebrierten dort eine Stunde lang ihren landläufig bekannten PowerPop oder PunkPop, wie immer man es nennen möchte.
Die japanischen Shonen Knife sind eine große alte Rockinstitution. Seit 1981 existiert die Band um Naoko Yamano. Von der Urbesetzung ist die Gitarristen und Sängerin noch die einzige, die aktuell mit dabei ist. Bassistin Ritsuko Taneda und Schlagzeugerin Emi Morimoto komplettieren erst seit einigen Jahren das Trio. Bekannt wurde die Band Ende der 80er, Anfang der 90er, als sie, auch protegiert von Sonic Youth, mit ihrem Ramones-esken Gitarren irgendwie in die Zeit passte. In den USA und natürlich in Japan waren sie groß. Oder sie sind es immer noch, das weiß ich nicht.
Ich hatte mich seinerzeit eher wenig für die Japanerinnen begeistert, ebenso wenig wie ich mich für die Ramones grösser begeistern konnte. Abseits der bekannten Hits blieben mir die Ramones verschlossen, ihren PowerPunkRock fand ich zwar schön und nett, aber um intensiver in ihr Gesamtwerk einzudringen reichte es einfach nicht. Und es schien mir nicht notwendig, da ich in der Indiedisco alle naselang „Blitzkrieg Bob“, Pet sematary“ oder „Sheena is a punk roker“ hörte. Das war mir genug, auf zweieinhalb Minuten Songs und eine Minute Suppen stand ich seinerzeit nicht so. Die Ramones gehören zu Shonen Knife wie Miso Suppe zum Frühstücksbuffet in japanischen Hotels. Live haben sie immer ein Ramones Cover im Programm, im King Georg war es „Roch’n’Roll Highschool“. Ja, Shonen Knife sind große Ramones Fans. Vor 2 Jahren nahmen sie ein komplettes Ramones Cover Album auf und würdigen darauf ihre Helden in ausgiebiger Art und Weise. Nun denn, warum auch nicht. (mehr …)

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