| Ein Blog über Musik und Konzertbesuche |

Crossing Border Festival – Den Haag, 15.11. -16.11.2013

Ort: Nationale Toneel Gebouw; Koninklijke Schouwburg, Den Haag
Bands: Ghostpoet, Villagers, Phosphorescent, The Leisure Society, Savages, Warpaint

Crossing Border

Crossing Border is the festival where literature and music take central stage. Writers, poets, musicians, filmmakers and artists will reign in The Hague, Enschede and Antwerp.
Since Crossing Border’s inception it has sought to find a unique combination of literature with music and spoken word. Besides courting the biggest names from the international worlds of literature and music, we pay a lot of attention to (as yet) undiscovered artists. Crossing Border’s goal is to highlight new developments in literature and music and their interconnection with other arts.
The festival has evolved into one of the foremost international, interdisciplinary literature and music festivals in Europe with performances occurring simultaneously on several indoor stages. (http://crossingborder.nl)

Städtereisen ohne Konzert? Das geht nicht. Soweit ist es schon seit Jahren mit mir gekommen, dass ich im Frühjahr und im Herbst – also zur bevorzugten Kurztrip-Reisezeit – immer mal wieder Ausschau halte nach lohnenswerten Kurzurlauben jenseits der Grenzen.
In diesem Jahr traf es zum ersten Mal Den Haag. Die niederländische Stadt ist einer von drei Veranstaltungsorten des Crossing Border Festivals. Die Nordsee im Herbst und das bessere Bandprogramm im Vergleich zu den anderen beiden Städten Antwerpen und Enschede ließ sehr leicht die Wahl auf die Regierungssitzstadt in Nordseenähe fallen.
Warpaint, Savages, The Leisure Society, Phosphorescent, Villagers und Ghostpoet waren die Bands der Begierde, die Hauptanreiz Momente dabei natürlich Savages und Warpaint. (mehr …)

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Incubate Festival – Tilburg, 21.09.2013

Ort: 013 – Cul de Sac – Clancy’s Irish Pub, Tilburg
Bands: Yuck, Mylets, Moon King, TTNG, Gang of Four, Jef Barbara, Beliefs

Incubate Festival

Wie locker aus dem Ärmel geschüttelt erschien mir das am letzten Wochenende stattgefunden Incubate Festival in Tilburg. Perfekte Clubs und Kneipen, perfekte Organisation, unterhaltsame und interessante Bands und guter Sound selbst in der kleinsten Bar.
Das Incubate ist ein Klubfestival. Bereits unter der Woche und dann am letzten Wochenende fanden in verschiedensten Kneipen, Klubs, Theatern und Kultureinrichtungen Veranstaltungen zu Musik, Film und Literatur statt. Da es hier um Musik gehen soll, und ich in den anderen beiden Sparten noch weniger Ahnung habe als von Musik, bleibt die Beschränkung auf den Konzerten. So waren für das Wochenende unter anderem I am Kloot, Eaux, Dinosaur Jr., Coco Rosie, Gang of Four, Yuck und viele andere angesetzt. Unzählige Bands also, von denen mich viel interessierten und die ich am liebsten alle gesehen hätte. Aber hätte, hätte Fahrradkette. Von einem geplanten längeren Wochenendaufenthalt blieb zähneknirschend nur der Samstag übrig, aber der hatte es in sich. Eingeplant hatten wir TTNG, Yuck, Moon king, Willis Earl Beal, Mylets, A place to bury stranger, Gang of Four, Jef Barbara, Beliefs. Neun Bands in acht Stunden, ein volles Programm. Aber ein machbares.
Machbarer wurde es einen Tag zuvor, als bekannt wurde, dass Willis Earl Beal auf den Sonntag verlegt. Schade, sein Lo-Fi Folk-Dings hätte ich mir gerne angesehen und angehört. Aber gut, so blieb Zeit, sich auch ein wenig abseits der Bühnen rumzutreiben.
Hauptveranstaltungsort für uns war das Tilburger Poppodium. Diese Art Veranstaltungszentren gibt es in jeder größeren niederländischen Stadt, und sie sind alle nach dem gleichen baulichen Konzept entwickelt. Relativ neue, sehr gut durchdachte funktionale Bauten mit meist mehr als einem Konzertraum. Dazu hochmodern und chic. Egal ob in Eindhoven, Heerlen, Njimegen oder eben in Tilburg. In solchen Orten machen Konzerte Spaß. In anderen natürlich auch, aber was Kulturzentren und Infrastrukturen angeht, scheint in den Niederlanden das richtige Geld in die richtigen Kanäle zu fließen. Nachmachen wäre eine gute Idee. Das 013, so der richtige Name des Poppodiums, sollte am Samstag TTNG, Yuck, A place to bury stranger und Gang of Four bereithalten.
Als wir pünktlich um 16 Uhr unsere Tickets eintauschten und uns auf die Suche zur stage01 machten, folgte Minuten später eine ärgerliche Überraschung. TTNG hätten ihren Auftritt gecancelt, hieß es. Ein Grund war uns nicht bekannt und wurde nicht genannt. Das war dumm, den TTNG waren einer der Gründe, warum wir uns auf den Weg nach Tilburg gemacht hatten.
Aber gut, der Abend war noch jung und auch andere Bands haben tolle Lieder. Also blieb Zeit, die übrigen Konzertorte kurz anzuschauen. Im Cul de Sac, einer Bar mit improvisierter Bühne im hinteren Bereich, wollten wir uns später noch Moon King, Jef Barbara und Beliefs ansehen – ein rein kanadischer Abend also hier – und in einem Irish Pub den Soloartisten Mylets. (mehr …)

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Best kept secret Festival – Beekse Bergen, 23.06.2013

Ort: Safaripark, Beekse Bergen
Bands: Portishead, Suuns, Everything Everything, Local Natives

Portishead

Ein dämlicher Name für ein Festival, auf der Rückfahrt irgendwo auf er A57 waren wir uns darüber einig. Was wurde denn großartig geheim gehalten?
Nun, vielleicht die Tatsache, dass die Festivalidee – Festivalgelände an einem Bungalowpark mit der Option, dort zu übernachten und mit einer Fähre (den Bungalowpark und das Festivalgelände trennte ein See) auf das Festivalgelände transportiert zu werden – in der praktischen Umsetzung noch etwas haperte. Fairerweise sei erwähnt, dass es die erste Ausgabe des Festivals war, die Macher haben sich noch Luft nach oben gelassen.
Wir waren nur Tagesgäste, zeitliche Beschränkungen ließen uns nicht die Möglichkeit, drei Tage in der Nähe von Tilburg zu verbringen. Aber 150 Autobahnkilometer sind keine Entfernung, die man an einem Sonntag nicht zurücklegen kann. Und diesen Sonntag wollten wir uns nur sehr ungern entgehen lassen. Portishead, Sigur Ros, Suuns, Everything Everything und eigentlich Modest Mouse, die aber leider absagen mussten und für die dann die nicht weniger uninteressanten Palma Violets einsprangen.

5 Bands in sechs Stunden, so der Plan. All killers, no fillers. Aus fünf wurden dann nur drei, was nicht nur dem immer wieder aufkommenden Platzregen geschuldet werden musste. Die Bühnenkonstellation stellte sich schnell als unglücklich heraus. Ein längliches Zelt beherbergte die zweitgrößte Bühne, die Hauptbühne war dazu so angeordnet, dass es kaum möglich war, als Laufkundschaft noch irgendetwas von der Bühne zu sehen. Ein Wall und die falsche Ausrichtung ließen dies nicht zu. Das bedeutet, dass man immer sehr zeitig vor Orts ein musste, um einen wirklich guten Platz zu bekommen. Und mit wirklich gut meine ich einen Platz, an dem man relativ ruhig das Konzert sehen kann. Das galt auch für das Zelt. Während des ersten starken Platzregens verschlug es uns direkt dorthin, es war gerade die Umbauphase vor dem Everything Everything Auftritt, und wir beschlossen, einfach die restliche Zeit mehr oder weniger hier zu bleiben. Denn schnell war klar, dass man Portishead nur in den vorderen Bereichen des Zeltes richtig genießen konnte und wenn man das tun wollte, man Sigur Ros getrost knicken konnte. Wie sollte man dort noch vor die Bühne kommen, wenn die Band punktgenau nach Beendigung des Portishead Sets anfängt zu spielen und sicherlich schon viele Menschen vor der Bühne warten würden. Keine Chance, was gleich die zweite schlechte Planung offenbart. Minutengenaues abpassen der Bands auf den einzelnen Bühnen macht sich im programmplan zwar gut, ist aber für Festivalbesucher, die die Bands sehen wollen, ein Ärgernis. Nicht auszudenken, wenn Modest Mouse gespielt hätten. Wir hätten dafür zwei Konzerte halb opfern müssen, da wir eher aus dem Zelt raus und erst später in das Zelt rein (sofern es noch möglich gewesen wäre) gekommen wären.
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Primavera Sound Festival – Barcelona, 25.05.2013

Ort: Parc del Forum, Barcelona
Bands: The Babies, Merchandise, Sean Nicholas Savage, The Sea and cake, Wu-Tang Clan, Meat Puppets, Liars, Deerhunter

Deerhunter

„We are Band of Horses – the reckoning.“ (Bradford Cox)
Es ist der letzte Tag des Festivals. Der Rücken ächzt, die Füße schmerzen, die Spuren der vergangenen drei Tage haben uns nicht verschont. Durch den veränderten Standort der ATP fehlt eine Sitztribüne, an der Ray-ban waren wir so gut wie nie (auch mit Steintribünen), das ewige hin und her des gestrigen Tages sowie permanentes Stehen auf dem Asphalt und ungewohnt gefederte Hotelbetten geben ihr übriges. Oh ja, es ist jammern auf hohem Niveau. Wer Musik sehen will, muss leiden. Punkt.
Oder eben auch nicht. Am Nachmittag machen wir einen Abstecher in den Parc de la Ciutadella, ganz in der Nähe des Picassoviertels. Das Primavera bietet neben dem eigentlichen Festival auch eine Menge an kostenloser Musikshows in der ganzen Stadt an. Am Samstag und Sonntag zum Beispiel werden die beiden kleinen Bühnen im Parc de la Ciutadella von 17 Bands dazu genutzt, ihre Musik unters Volk zu bringen. Und so sitzen wir dann auf weißen Plastikgartenstühlen, holen uns einen leichten Sonnenbrand bei angenehmen 21 Grad und sehen kurz The Babies und länger Sean Nicolas Savage und erneut Merchandise.
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Primavera Sound Festival – Barcelona, 23.05.2013

„Welches war dein bestes Primavera Konzert?“ Eine Frage, die mich am Tag nach dem viertägigen Primavera Sound 2013 komplett überforderte. Zu stark waren die Eindrücke, zu hoch die Zahl der Bands, die ich in den letzten Stundenlive gesehen hatte. Was waren meine Höhepunkte? Ich war sprachlos und musste überlegen. Bob Mould sagte ich dann irgendwann, und Savages, Dinosaur Jr., Phoenix. Ich hatte Angst, etwas zu vergessen, aber die vier Bands und Musiker waren schon eine Klasse für sich. Abgesehen von The Jesus and Mary Chain, Sea and Cake oder Wild Nothing, die mich ebenso stark begeisterten.

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BootBooHook Festival – Hannover, 25.08.2012

Ort: Eine Wiese auf dem / am ehemaligen Expogelände neben IKEA
Bands: French Films, Gravenhurst, Fehlfarben, Superpunk, We have band, The hundred in the hands

„Es ist so richtiges Erkältungswetter“ sagte ich noch Freitagnachmittag, als sich Sonne und 20 Grad mit zugigen Windböen und bedecktem Himmel abwechselten. Ich hätte es nun wirklich nicht beschreien sollen, der Samstagmorgen zeigte es mir sehr deutlich. Neben dem obligatorischen Hang-over eines anstrengenden Tages und eines langen Abends merkte ich deutlich eine schniefende Nase und diese untrügliche, aufkommende Mattheit.
Aber ein ausgiebiges Frühstück brachte verbrauchte Energien zurück. Festivals mit Hotelanbindung sind was Feines und für mich als fourty-plus ein wichtiges Kriterium bei der Open Air Auswahl. Das muss wohl mit meinem elenden Heuschnupfen zusammenhängen, der mich früher alle sommertagelang quälte und den ich erst vor drei Jahren gut in den Griff bekam. Evan Dando sagte einst „i lied about being the outdoor type.“ Ich unterschreibe das.
Gegen 12 Uhr war ich bereit für den zweiten Festivaltag. Da dieser erst zwei Stunden später beginnen sollte, blieb Zeit, die Schönheiten des Hannoveraner Stadtteils Latzen zu erkunden. Gehässig könnte ich anmerken, dass dies schnell erledigt war, weil es in diesem messenahen Ortsteil außer vierspurigen Straßen und Hotels nicht viel zu sehen gab. Aber auch mehrstöckige Wohngebäude im Waschbetonstil der 70er haben ihren Charme. Das Einkaufcenter glänzt zwar mit eindimensionaler Küche (drei Asiaten) aber ansonsten mit allem notwendigen, was ein Vorstädter so braucht. Nach dieser kleinen Ortsbesichtigung ging es dann bei immer noch ungemütlich windigem aber trockenem Wetter zurück zum Festivalgelände.
Die jungen Männer von French Films sollten den Nachmittag eröffnen. Mit so einer Band macht ein Festivalveranstalter nichts falsch. Früh versprühte ihr Charme aus Cure Gitarren und Interpolesang gute Laune unter den kaffeetrinkenden Besuchern. Das war sehr tanzbar und klang trotz der Wohlvertrautheit von Gesang und Gitarren keineswegs langweilig. French Films ist eine dieser Bands, die auf einem Festival am Nachmittag sehr gut funktionieren. Ob das ganze über den Festivaltag anhält wird man sehen, ich denke aber dass die noch sehr jungen Finnen sich berechtigte Hoffnungen machen können. „Imaginary future“ ihr letztjährig veröffentlichtes Debütalbum hört sich zumindest für mich am Tag danach noch immer sehr gut an.
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BootBooHook Festival – Hannover, 24.08.2012

Ort: Eine Wiese auf dem / am ehemaligen Expogelände neben IKEA
Bands: Locas in love, Like a stuntman, To Rococo Rot, Palais Schaumburg, Japandroids, Of Montreal, Tocotronic

Das gibt es tatsächlich noch! Ein mittelgroßes deutsches Indiefestival ohne die beiden musikalischen Vorzeigeathleten Get well soon und The Notwist. Nun gut, ich bin nicht der Dauerfestivalgast, für mich gibt es keine Festivalsaison, für mich gibt es zwei, drei Festivals pro Sommer, aber in den letzten Jahren hiess es tatsächlich, kein deutsches Festival ohne eine der beiden Bands. Egal ob das Juicy Beats vor einem und vor zwei Jahren, das Maifeld Derby, das diesjährige Lüften Festival oder das tolle, bald stattfindende New fall Festival, eine der beiden Bands kamen uns immer unter.
Beim diesjährigen BootBooHook in Hannover wird mit dieser Tradition gebrochen. Dass Get well soon letztes Jahr hier spielten und The Notwist im Jahr davor ist schön zu wissen. Wo diese beiden Bands spielen, kann kein schlechtes Open Air sein, so meine schon lange gezogene Schlussfolgerung. Dass das 2012er BBH aber locker ohne die beiden auskommen kann zeigt allein der Freitag: Locas in love, Like a stuntman, die Japandroids, of Montreal und Tocotronic. Für unsere Favoriten reicht so gerade eine Hand, und dann sind da ja noch Palais Schaumburg und To Rococo Rot. An den übrigen Tagen sieht das nicht anders aus. Das ist jedoch nicht sonderlich verwunderlich, wenn man liest, dass die Menschen von Tapete Records mit viel Fachverstand und Musikgespür über das BootBooHook Festival wachen.
Egal, der Freitag sollte den ersten Schwung an Bands bringen, wegen denen ich mich nach Hannover aufmachten. Japandroids, ja! Of Montreal, ja! Tocotronic, kann man mitnehmen. Am Samstag kamen dann noch Whitest Boy Alive und We have Band dazu, so dass aus einem Tagesausflug planerisch schnell ein 2-Tagesausflug gemacht wurde. Als ich mir dann die Ticketpreise und die Übernachtungsmöglichkeiten im Messeviertel der Landeshauptstadt ansah, war auch das nicht genug. Nein, e3s sollte das volle Programm sein und wenn es Erklärungsrechtfertigungen benötigte, dann diese: ein drei Tagesticket kostet genauso viel wie zwei Ein-Tagestickets. Und am Sonntag spielen ja noch Ja, Panik, eine der unbedingt sehenswerten Bands. Als sich dann herausstellte, dass die Luxusabsteige in knappen 800 Metern Festivalentfernung auch nicht das kostet, was sie kosten könnte oder gar musste, wurde aus einem Festival-Freitag ein komplettes Festivalwochenende. Wenn schon, denn schon. 3 Tage Hannover also.
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Primavera Sound Festival – Barcelona, 31.05.2012

Ort: Parc del Forum, Barcelona
Bands: Friends, Archers of loaf, Mudhoney, The Afghan Whigs, Kleenex girl wonder, The xx, Franz Ferdinand, Japandroids

Dreimal ist Tradition. So oder so ähnlich sagt man doch, oder?! Zum dritten Mal besuchten wir dieses Jahr das Primavera Sound Festival, zum dritten Mal verließen wir nach vier Tagen Musik mächtig beeindruckt Barcelona. Auch wenn es dieses Jahr kein großes P zu bestaunen gab (das 2010 P, das 2011 P), dieses Festival auszulassen stand selten zur Diskussion. Als dann gegen Ende des letzten Jahres The Cure als eine der großen Bands bestätigt wurde, waren alle Argumente hinfällig. Wem von uns bis dahin noch ein „ach ich weiss nicht“ in den Sinn kam, der wurde mit „und Saint Etienne“ überrumpelt. Saint Etienne bereiteten uns bei den Reiseplanungen die größten Kopfschmerzen. Ihr Konzert war am Tag vor des eigentlichen Festivals in einem Park in Barcelona angesetzt worden, ein Flug früh am Mittwochmorgen war das Übel, das wir eingehen mussten um die britische Ausnahmeband am Abend nicht zu verpassen. Flugpläne von Billigairlines sind ein Graus, aber ihre Flüge bei geschickter Buchung eben auch günstig. Es blieb die einzige Reiseschwierigkeit, das Hotel in geeigneter Nachtspaziergangnähe zum Festivalgelände war unproblematisch aufzutreiben. Dass dann Saint Etienne aufgrund des kurzzeitigen Ausfalls von Björk erst am Samstagabend spielen sollten, geschenkt, so war uns das Konzert von The Wedding Present, die ebenfalls am Mittwochabend am Arc de Triomf auftraten, sicher.
Mein erster Festivalabend begann mit Friends. Die Band aus New York war gegen 19 Uhr unser anvisiertes Einstiegskonzert in das Festival. Aus irgendwelchen Gründen wollte ich mir im Frühjahr ihren Auftritt in Köln angeschaut haben, habe es dann aber verpasst. Nun bot Barcelona die Gelegenheit, dieses nachzuholen. Nach guten 20 Minuten hatte ich jedoch genug gesehen, viele weltmusikähnlichen Klänge vertrieben mich zügig von der zweitgrößten Festivalbühne.
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Rolling Stone Weekender – Weissenhäuser Strand, 11.11.2011

Ort: Feriendorf Weissenhäuser Strand, Ostsee
Bands: The Notwist, Portugal.the man, Lanterns on the lake, Wilco

Wenn gut ausgestattete Mittelklassewagen die Parkplätze und Zufahrtswege des Ostseeferienparadieses Weissenhäuser Strand besiedeln, wenn situierte Männer in schwarzen Outdoorjacken den Strand bewandern, wenn auf den Balkonen der unzähligen Appartements Becks- Bierkästen, Weinflaschen und Gläser stehen, wenn sich morgens um halb zwölf eine unendliche Schlange um die Bäckerei des EDEKA Marktes rekelt und wenn mitten auf dem Platz ein ca. 1000 Zirkuszelt aufgebaut ist, dann muss etwas Besonderes sein. Erst recht, wenn es Anfang November ist und wenn sich all das in einem rustikal, vor 70er Jahre Charme sprühenden Ferienpark (neudeutsch Center-Park) abspielt.
Und wie die letzten zwei Jahre so auch in diesem: Der Rolling Stone hatte zu seinem herbstlichen Festival geladen („das Indoor-Komfort-Festival“) und die Zielgruppe ist vor Ort.
Sorgsam und passend ausgewählt spielen die Bands in den vier Konzertsälen: Elbow und Wilco, die täglichen Headliner, The Notwist, Death Cab for cutie, Cake, Archive und Nada Surf, sowie die Howling Bells, Lanterns on the lake, Thees Uhlmann, An Horse und Portugal.the man waren vor Ort, um die mir wichtig erscheinenden zu nennen.
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Rock a Field – Luxemburg, 26.06.2011

Ort: Luxemburg
Bands: Die Fantastischen Vier, Arcade Fire, Elbow

Arcade Fire - Luxemburg, 26.06.2011

3 Bands, alles gut!
Das ist mein kurzes und leicht verspätetes Fazit unseres Sonntagnachmittagsausflugs ins benachbarte Luxemburg zum wunderschönen Ein-Tages-Festival Rock a Field.
Selbstverständlich spielten in Luxemburg mehr als nur drei Bands, allerdings lagen diese außerhalb unseres Interessengebietes. „Bullet for my valentine“, „Gaslight Anthem“, „De Läb“, die ließen wir bewusst links liegen. Auf die Arctic Monkeys verzichteten wir freiwillig (Montag ist ein Arbeitstag und die Nacht schon so viel zu kurz), auf Jimmy eat world unfreiwillig. Ihr relativ früher Slot (Festivalumgangssprache) und unser Zeitmanagement passten nicht überein. Wir stiegen just in dem Moment aus dem Shuttlebus, in dem sie ihren letzten Song „Sweatness“ spielten. Er bildete den Soundtrack für unseren Fußmarsch durch den Roeser Wald zur Festivallichtung.
Auf dem Gelände angekommen standen wir dann etwas planlos im prallen Sonnenschein zwischen Getränkeständen und Dixieklos. Eine für uns interessante Band gerade verpasst, zwei langweilige Bands vor Augen. Also schlichen wir über das Gelände, lauschten hier, lachten da und warteten auf das Abendprogramm.
Ach ja, unsere abendlichen Favoriten hießen Fantastischen Vier, Arcade Fire (die eigentlichen Favoriten) und Elbow.
In genau dieser Reihenfolge kamen sie auf die Bühne. Da die Fanta Vier direkt vor Arcade Fire auftraten, bot sich mir endlich die Gelegenheit, die beste deutsche Hip-Hop Band live zu sehen. Vor gut 20 Jahren starteten die Stuttgarter ihre Karriere und brachten den Hip-Hop ins deutschsprachige Musikbewusstsein. Schreib ich jetzt einfach mal so, wohl wissend, dass es auch Advanced chemistry und andere Gruppen zu dieser Zeit gab und jede den Anspruch erhebt, deutschsprachigen Hip-Hop populär gemacht zu haben. Ein vortreffliches Streitthema.
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