| Ein Blog über Musik und Konzertbesuche |

List-o-mania 2011 > LiveActs und das beste Konzert

Das mit mir und den Konzerten war in diesem Jahr gar nicht so einfach. Ganz abgesehen davon, dass ich aufgrund meines Fernstudiums nicht mehr so viel freie Zeit übrig hatte, um mir die Nächte um die Ohren zu schlagen, es gab doch tatsächlich eine Phase Anfang des Jahres, in der ich auch kaum Lust verspürte, mir Livemusik anzuschauen. Viele gute Bands und schöne Abende gingen mir so durch die Lappen. Mist! Aber im Frühjahr legte sich diese alberne Marotte und ich war wieder Willens, mehr Musik zu sehen. Und der Sommer sollte noch manche Überraschung parat haben.
Sufjan Stevens zum Beispiel. Der Amerikaner, der so abgedrehte Dokumentationen über Highways produziert, die – bestimmt künstlerisch auf allerhöchstem Niveau – mich so überfordern, dass ich sie mir in einem Stück nicht anschauen kann, schoss dabei den Konzertvogel ab.
Es war der Donnerstagabend auf dem Primavera Festival. Im Internet reservierten wir Tickets für das Auditorium, einem Theater- und Konzertsaal mit begrenzter Sitzplatzkapazität und enormer Akustik. Dort sollte Sufjan Stevens um halb acht auftreten.
Sein Konzert wollten wir uns ansehen, parallel lief auf den anderen sechs Bühnen nicht viel, was wir großartig verpassen würden. Also stellten wir uns eine Stunde vorher an, ließen die Taschenkontrolle über uns ergehen und kamen pünktlich um halb acht im Saal an. Wir ergatterten uns noch Sitzplätze in der dritten reihe und ließen uns gemütlich nieder. Das wir die nächsten knapp drei Stunden hier verbringen würden, wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht. Egal, nachdem DM Stith das Vorprogramm darbot, gab es diese unglaubliche Stevens Show, die ich nicht in Worte fassen kann. Konfetti, Filmchen, Engelsflügel, ach, alles fällt mir gar nicht mehr ein. Aber Bilder sagen eh mehr als Worte.

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dEUS – Köln, 28.11.2011

#deus281111, so sollten wir unsere tweets, likes und +1 taggen, die wir an diesem Abend über die Smartphonetastaturen in die weite Welt jagen. Der Plan der belgischen Band ist es, ein Tourtagebuch aus allen Tweets zu erstellen. Ob das Projekt gelingt oder scheitert, kann jeder von uns hier nachschauen. Auf Twitter stehen unter diesem Tag Anmerkungen wie 'Der Typ, der mir beim WOM in Köln damals immer die CDs zum Reinhören aufgelegt hat, ist auch da' oder „Der Altersschnitt auf einem dEUS- Konzert war auch schon mal niedriger. So vor 15 oder so Jahren. Warum nur?“

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Rolling Stone Weekender – Weissenhäuser Strand, 11.11.2011

Wenn gut ausgestattete Mittelklassewagen die Parkplätze und Zufahrtswege des Ostseeferienparadieses Weissenhäuser Strand besiedeln, wenn situierte Männer in schwarzen Outdoorjacken den Strand bewandern, wenn auf den Balkonen der unzähligen Appartements Becks- Bierkästen, Weinflaschen und Gläser stehen, wenn sich morgens um halb zwölf eine unendliche Schlange um die Bäckerei des EDEKA Marktes rekelt und wenn mitten auf dem Platz ein ca. 1000 Personen fassendes Zirkuszelt aufgebaut ist, dann muss etwas Besonderes sein. Erst recht, wenn es Anfang November ist und wenn sich all das in einem rustikal, vor 70er Jahre Charme sprühenden Ferienpark (neudeutsch Center-Park) abspielt.

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Sebadoh – Köln, 10.08.2011

Da steh ich nun, etwas verloren, weil ich ohne Begleitung ins Gebäude 9 gekommen war, und etwas müde, weil Sebadoh nach knappen 2 Stunden erst nach Mitternacht ihr Konzert beendet haben. Also ab nach Hause. Ich verließ zügig das Gelände und winkte im Vorbeigehen Lou Barlow und Jason Loewenstein zu, die beide an der Tür des Backstagebereiches standen und allen ein „Tschüss“, „Danke“ und „Bye“ zuriefen. Viel sympathischer konnte dieser Abend nicht zu Ende gehen.

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Eels – Heerlen, 20.06.2011

Die Eels. Die Band um Mark O. Everett ist immer für eine Überraschung gut. Auf ihrer vorletzten Tour gab es im Vorprogramm eine Dokumentation über Mark O. Everetts Vater, den Physiker und Quantenforscher Hugh Everett (hier nachzulesen). Beim letzten Mal enterten die beiden Musiker Chet und Mark O. Everett wie Boxer den Saal und spielten ein Akustikset. Vor Jahren reichte den Eels die eigene Band nicht, im Frack und Zylinder traten sie zusammen mit einem kleinen Orchester in eine stickig warmen Live Musik Hall aus.

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… and you will know us by the trail of dead – Düsseldorf, 27.03.2011

Das Plakat lügt. Nein, nicht die famosen Rival School und ein besonderer Gast werden zusammen mit ... and you will know us by the trail of dead an diesem Abend auf der Bühne stehen, sondern eine andere Band. Das Düsseldorfer Konzert gehört zu einem der wenigen auf dieser Tour, an dem das Vorprogramm ein anderes Gesicht hat. Aber das ist bekanntes Wissen. Fugo heißt dieses Gesicht und ich denke, diese schweizerische Rockband ist der größeren Publikumsmasse unbekannter als Walter Schreifels Rival School.

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