| Ein Blog über Musik und Konzertbesuche |

The Cure – Berlin, 18.10.2016

Mein letztes The Cure Konzert passierte in Barcelona auf dem Primavera 2012. Robert Smith und Konsorten spielten mich seinerzeit müde. Unendliche Stunden blockierten sie die große Hauptbühne, spielten einen Hit nach dem anderen und ließen vieles andere zur Nebensache werden. Nach über zwei Stunden hatte ich nach einem harten Festivaltag genug von dunklen Bassläufen und verließ das Konzert, auch um mir parallel spielenden Kram anzuschauen. Als ich nach einer Stunde wiederkam, hallte gerade „Close to me“ über meinen Kopf hinweg. Ich war also pünktlich zur Zugabe zurück.

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The Wedding Present – Berlin, 17.10.2016

In der U-Bahn zum Privatclub sitzt mir ein junges Pärchen gegenüber. Das Mädchen schaut auf ihr Handy und sagt dann: ‘Eilmeldung. Wolfsburg entlässt Dieter Hecking. Wen interessiert das denn und warum ist das eine Eilmeldung? Da finde ich die nächste Eilmeldung doch viel interessanter. Ein Toter bei einem Unfall bei BASF.‘ Und nach ein paar Sekunden: ‘Was ist den BASF?‘ Vom The Wedding Present Konzert am Vorabend meines Arbeitstermins erfuhr ich nur zufällig.

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L7 – Köln, 07.09.2016

„Pretend you’re dead“. Was für ein Knallersong. Ein Tanzflächenfüller. Einer der wichtigsten Songs der 1990er Jahre. Zumindest für mich. Ich erinnere mich gerne an die Discotage zurück, wenn nach Nirvanas „Smells like teen spirit“ L7 aufgelegt wurde, der DJ damit den Rock-Grunge Level hoch hielt und gleichzeitig einen guten Übergang zu entweder Metallica (damals noch gut!) oder den Ramones / Iggy Pop / Fugazi hinlegte. L7 spielten diese natürliche Melange aus Punk und Hardrock, die prädestiniert war, um diesen Übergang zu schaffen.

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Grandaddy – Amsterdam, 25.08.2016

Ende der 1990er Jahre waren Grandaddy eine meiner großen Lieblinge. Under the western freeway und The sophtware slump hörte ich rauf und runter. Verschroben, melancholisch, auf ihre Art dynamisch. Niemand sang so wie Jason Lytle, niemand spielte so wie Grandaddy. Ich erschrak daher sehr zurecht, als ich in Vorbereitung auf das Konzert feststellen musste, nur 2 Alben der Band zu besitzen. Wie, nur 2 Alben von einer offensichtlichen Lieblingsband im CD-Regal?

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Hinds – Köln, 24.08.2016

Es ist der heißeste Tag des Jahres. Selbst am Abend kleben die Unterarme noch an der Holzlehne des Regionalbahnsitzes. Ein wenig Linderung verschafft die Klimaanlage, die im Dauerbetrieb für Abkühlung sorgt. 35 Minuten durchatmen, bevor in Köln-West die Abendhitze der Stadt erneut einen Schweißfilm auf meine Haut zaubert. Eigentlich gibt es besseres, als an solch einem Sommerabend mit dem Zug zu fahren. Eigentlich gibt es besseres, als an solch einem Sommerabend ein Konzert zu besuchen.

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Toe – Köln, 17.08.2016

Auf der Hinfahrt entdecke ich durch Zufall einen Artikel auf der Webseite Psychology of music. Ein Umweg über drei verlinkte Seiten führte mich zu ihr, ohne Hinweise hätte ich die australische Webseite nie und nimmer entdeckt. ‘If you’re happy and you know it: Music engagement and subjective wellbeing‘, so lautet die Überschrift über die Studie, die sich mit der Abhängigkeit zwischen Musik hören/machen/sehen und dem persönlichen Wohlbefinden beschäftigt.

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Gent Jazz Festival – Gent, 16.07.2016

Am Freitagabend war noch nicht klar, wie ich das Wochenende verbringen werde. Es gab Optionen, aber nichts Konkretes. Am Samstagmorgen las ich, dass neben meiner Lieblingsband dEUS auch Perfume Genius beim Gent Jazz Festival auftreten sollten. Selbstverständlich weckte das mein Interesse. Ein Blick auf die Webseite zeigte mir: Tickets sind noch verfügbar. Das wunderte mich ein wenig, freute mich aber umso mehr. Der Klick auf den Warenkorb schickte mich anschließend nach Gent. Tickets gekauft. Fahrt geplant.

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Cat Power – Köln, 11.07.2016

„Es war ein schönes Konzert. Ich hatte im Vorfeld schlimmeres befürchtet.“ So fasste ich das Cat Power Konzert vor 8 Jahren in der Live Music Hall zusammen. Ein ähnlich gutes Fazit zog ich ein paar Jahre später nach dem Besuch des Brüsseler Konzertes. Ja, ich bin großer Fan und verfolge das Treiben von Chan Marshall so ziemlich genau seit ihren ersten Alben. Mit „Nude as a news“ wurde ich – wie wohl fast jeder - auf Cat Power aufmerksam. Das Rumpelstück hatte etwas Besonderes, es war Indie und erinnerte mit der Schüchternheit und scheinbaren Gebrechlichkeit der Stimme.

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Band of Horses – Köln, 20.06.2016

Mein letztes Band of Horses Konzert fand vor einigen Jahren in der Kölner Kulturkirche satt und es war nicht mehr und nicht weniger als das Konzert meines Lebens. Der Abend war ein ganz großer Glücksmoment, ein Augenblick, in dem alles passte. So schön wie damals, so anrührend und emotional kann kein anderes Konzert jemals werden. Band of Horses haben an diesem Abend die Messlatte so hoch gelegt, dass es sie nie mehr übersprungen werden kann.

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Primavera Sound Festival – Barcelona, 03.06.2016

Der Radiohead Tag. Also der Tag, an dem ich Radiohead nicht sehen werde. Früh stand für mich diese Entscheidung fest, statt Radiohead lieber Dinosaur Jr. und Tortoise anzuschauen. Es war so ein Bauchgefühl (und meine Vorliebe für Dinosaur Jr. Liveauftritte), das mich zu dieser Entscheidung kommen ließ. Und nein, bBeirren lasse ich mich nicht mehr. Radiohead, da war ich überzeugt, können nicht das auffahren, was ich vor einigen Jahren von ihnen in Köln gesehen hatte.

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Primavera Sound Festival – Barcelona, 02.06.2016

Es ist doch jedes Jahr das gleiche. Hinfliegen, Bands angucken, zurückfliegen. Seit 6 Jahren läuft das jetzt so, immer Ende Mai. Das siebte Primavera Sound scheint mein schwächstes zu sein, im Vorfeld klimpern nicht die Namen in den Ankündigungen, die mir schlaflose Nächste und eine unendlich große Vorfreude bescheren. Nein, dieses Jahr ist meine Vorfreude endlich, das Lineup nur sehr gut und nicht spektakulär.

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Primavera Sound Festival – Barcelona, 01.06.2016

Das Primavera Sound begnügt sich nicht mit seinen drei Festivaltagen Donnerstag, Freitag und Samstag im Parc del Fòrum. Nahezu eine ganze Woche lang platzieren die Festivalmacher Konzerte und Veranstaltungen in ganz Barcelona. Auf öffentlichen Plätzen, in Clubs und anderen Räumlichkeiten finden Veranstaltungen statt, die teilweise frei für alle und teilweise nur für ‘reguläre‘ Festivalbesucher zugänglich sind.

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Metz – Heerlen, 30.05.2016

Metz. Die Band, nicht die Stadt. Sie waren eine meiner großen Überraschungen des Primavera 2013. Sie spielten auf der Pitchfork Bühne ein Konzert, das mich regelrecht aus den Socken gehauen hat. Gitarre, Schlagzeug, Bass und eine Hyperaktivität, die sich voll und ganz in der Musik wiederspiegelte. Metz hatten gerade ihre Debütplatte rausgehauen, ich war beeindruckt.

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Tuxedomoon – Heerlen, 23.05.2016

Es gibt Bands, für die bin sogar ich nicht alt genug. Also nicht nicht alt genug, um sie nicht zu hören, aber nicht alt genug, um sie in ihrer Hochphase mitbekommen zu haben. Hüsker Dü zum Beispiel, oder The Stranglers oder The Clash. Ich war damals noch zu jung, um sie aufzunehmen, mir anzuhören. Meine Ohren liebten damals Nena, Kajagogoo, Alphaville oder Frankie goes to Hollywood. Tuxedomoon gehören auch in diese Kategorie Bands.

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Bernays Propaganda – Maastricht, 04.05.2016

Dass auch jenseits des ehemaligen eisernen Vorhangs ambitionierte und gute Indiepoprock Musik gemacht wird, muss irgendwie offensichtlich und einleuchtend sein. Subkultur und Kultur gibt es überall, wo Menschen leben. Aus mir nicht ganz einleuchtenden Gründen ist es nur so, dass Bands und Musik aus diesen Ländern nicht bis zu uns hervordringen. Ich kenne zum Beispiel nur Motorama, eine Band aus Rostow am Don im tiefsten Russland. Darüber hinaus fällt es mir schwer, andere Musiker benennen zu können.

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