Ort: Lanxess Arena, Köln
Vorband: –

Meine zwei Fakten zu Duran Duran:
1) Duran Duran haben den besten James Bond Song aller Zeiten geschrieben,
2) Duran Duran kenne ich hauptsächlich aus der Bravo, Formel 1 und dem Kassettenspieler meiner Schwester.
Das ist es. Mehr habe ich nicht. Ich besuche dieses Konzert nicht als großer Fan, ich besuche es als Musikinteressierter und aus Neugierde.
Meine Beziehung zu Duran Duran ist also eigentlich überhaupt keine. Es gab keine besonderen Erlebnisse oder Ereignisse, die ich mit einem Duran Duran Song verbinden würde. In der Tanzschule lief Gazebo und „I like Chopin“; „The Wild Boys“ und Foxtrott, das passte nicht so richtig zusammen. Ich lernte Duran Duran über die Single „The Wild Boys“ kennen. Das war so 1984/85, denke ich. Formel 1 war gerade gestartet und ich wuchs so langsam in das Bravo Alter hinein. In dieser Zeit liefen Duran Duran Songs auf jeder Schulparty und irgendwie überall. Die Videos, die schon irgendwie toll waren, fanden bei Formel 1 regelmäßig statt. Dennoch, richtiger Fan wurde ich nie. Irgendwas störte mich an Duran Duran. Kajagoogoo und der Culture Club, später dann Frankie goes to Hollywood, Depeche Mode und The Cure gefielen mir besser. Und noch später verließ ich den Synthie-New-Wave-Pop Pfad. Daher bin ich auch ein bisschen überrascht, als ich jetzt gelesen habe, dass sie in den 2020er Jahren zwei Alben produziert haben. Das hatte ich irgendwie überhaupt nicht auf dem Schirm. In den 15 Minuten vor Konzertbeginn sitze ich in der Lanxess Arena und ziehe mir ein paar Duran Duran Informationen. Im Wikipedia Eintrag lese ich interessante Sachen, die ich natürlich nicht kannte:
a) Im Februar 1981 erschien die erste Single „Planet Earth“. Die werden nachher übrigens auch spielen.
b) Der Clip zu „Girls on Film“ (spielen sie später auch noch) war auch das erste Video, das bei MTV (damals ausschließlich in den USA zu empfangen) nur zensiert und nur nach 23 Uhr gezeigt werden durfte.
c) Das 13. Album All you need is now (mit keinem Song im Konzert berücksichtigt), das zusätzlich von Nick Hodgson (Kaiser Chiefs – a ha!) mitgestaltet wurde, wurde am 21. Dezember 2010 auf iTunes veröffentlicht.
In der Lanxess Arena ist es auch jetzt noch sehr leer. Der Oberrang bleibt geschlossen, die Gegenkurve fernab der Bühne weist sehr große Lücken und im Untergang bleiben etliche Plätze frei. auf. Auch im Innenraum ist es nicht übertrieben voll. Das Setting scheint eine Spur zu groß für Duran Duran im Jahr 2026. Bis Konzertbeginn läuft Musik vom Band. Aber nichts, was ich wirklich kenne. Es ist nicht mehr als Hintergrundmusik, viele kommen nämlich erst ziemlich zeitnah in die Halle und suchen nach ihren Plätzen.
Altersgerecht beginnen Duran Duran um viertel nach acht. Ich rechne kurz hoch: dann werden sie um 22 Uhr fertig sein. Das passt gut, denn ich muss mal wieder mit der Straßenbahn durch die ganze Stadt in den Kölner Süden, um mit der Bahn weiterfahren zu können. Denn natürlich ist an diesem Abend mal wieder die Zugverbindung über den Rhein und um Köln herum gesperrt. Ich muss nach Köln-Süd, um in die Bahn steigen zu können.
Das Konzert startet sehr stark mit „Is there something I should know?“ und „The Wild Boys“. Warum auch nicht, ich erwarte hier und heute sowieso nur Hits. Mit dem James Bond Theme leiten sie danach direkt über in „A view to a kill“. Im Angesicht des Todes mit Grace Jones war der erste James Bond Film, den ich im Kino gesehen habe. „Hungry like a wolf“ als nächstes und das Konzert ist besser als jede Jahreshitparade in den 1980er Jahren. Auf den Rängen ist eine große Party und das Konzert macht Spaß. Zu „INVISIBLE“ wird es dann ruhiger. Um mich herum setzen sich alle wieder hin. Immer auch ein Zeichen, dass der Song so la la ist. Keine Ahnung, wie viele Leute den Song kennen, er ist der erste von drei, vier Stücken, die aus diesem Jahrzehnt stammen. Ich kenne ihn und den folgenden Song natürlich nicht, denke aber bei „Evil woman“, oh, ein veritabler Disco-Funk Smasher. Es ist ein Cover, genauso wie das spätere „Psycho Killer“. Beide kann man auch auf der aktuellen CD Danse Macabre de Luxe hören, wie ich auf der Rückfahrt lese. Darauf covern sie sogar einen Song von Billie Eilish.
Es folgt direkt noch ein neuer Song, bevor mit „The Reflex“ die Hitmaschine wieder angeworfen wird. Auf „Ordinary life“ habe ich besonders gewartet. Er ist neben „The view to a kill“ mein zweiter Duran Duran Liebling. Anfang der 1990er Jahre brachte er Duran Duran nochmal für kurze Zeit zurück. „Ordinary life“ klang nie peinlich und passte auch durchaus gut nach dem ein oder anderen REM Song auf eine Mixkassette. Seitdem habe ich nichts mehr von Duran Duran wahrgenommen. Das Konzert plätschert jetzt so vor sich hin. Sie spielen ein paar neue Songs und „Planet Earth“ und das Mash-up zwischen „Psycho killer“ und „Girls on film“ funktioniert so gar nicht. Damit beenden sie das Konzert, kommen aber nochmal zurück. Viele um mich herum sind da schon Richtung Hallenausgang unterwegs. Die Schunkelhymne „Save a prayer“ und „Rio“ beenden dann den Abend endgültig.
Ein netter Abend und eine gute Gelegenheit, eine der wichtigsten Bands der 1980er Jahre einmal live zu sehen. Mehr aber auch nicht.
Setlist:
01: Is there something I should know?
02: The Wild Boys
03: A view to a kill
04: Hungry like the wolf
05: INVISIBLE
06: Lonely in your nightmare / Super Freak
07: The Reflex
08: Ordinary world
09: Come undone
10: Notorious
11: New moon on monday
12: I don’t want your love
13: Free to love
14: Planet Earth
15: White lines (don’t don’t do It)
16: (Reach up for the) sunrise
17: Girls on film / Psycho Killer
Zugabe:
18: Save a prayer
19: Rio
Kontextkonzerte:
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