Phil Collins – Köln, 14.06.2017

2006 kam der Film Miami Vice in die Kinos. Ich sah ihn, wenn ich richtig erinnere, in einem der Multiplexkinos der Stadt. In einem Moment, in dem Crockett und Tubbs gerade mit ihrem Auto durch das nächtliche Miami fahren, schön gefilmt mit einer freien, mitfahrenden Kamera, taucht „In the air tonight“ erst leise, dann immer deutlicher als Soundtrack der Szenerie auf. In diesem Moment entdeckte ich die Schönheit dieses Songs. Jahre zuvor war ich eher genervt von Phil Collins und oder Genesis. Wie auch von den Dire Straits oder Chris de Burgh, und „In the air tonight“ war mein Prototyp für die gesamte schlimme Radiomusik in meiner Jugend.

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Jay Z – Köln, 28.10.2013

Ort: Lanxess Arena, Köln
Vorband: Timbaland

Jay Z

Die Fahrzeit mit dem Zug nach Köln-Deutz beträgt knappe 50 Minuten. Das sind nur 5 Minuten mehr, als eine Fahrt von Berlin-Friedrichshain zur Passionskirche in Kreuzberg. Ich dachte darüber nach, weil ich schon länger und immer mal wieder überlege, wie es ist, in einer Großstadt zu wohnen, so von wegen der besseren Möglichkeiten und der flexibleren Verkehrsanbindungen im öffentlichen Nahverkehr. Nun, bei meinem letzten Berlinaufenthalt hätte es sich fahrzeitentechnisch nicht wirklich bemerkbar gemacht, ich hätte auch, ich sag mal, von Strausberg aus zur Passionskirchen fahren können, das wäre wahrscheinlich ähnlich lang gewesen. Oder eben aus der Voreifel nach Köln.
Gefühlt ist der innerstädtische Nahverkehr vielleicht kürzer, entspannter ist vielleicht die Fahrt mit der Regionalbahn aus der Satellitenvorstadt. Manchmal ist es eben gehopst wie gesprungen und das Leben in der Großstadt erfährt eine Überbewertung, die es nicht immer verdient hat. Manchmal aber schon.
Was das alles mit dem Jay Z Konzert zu tun hat. Nichts, aber da ich sehr zeitig unterwegs war, hatte ich viel Zeit, über solchen Unsinn und allerlei Belangloses nachzudenken.

Die Kategorisierung seiner Lieblingsmusik nach der Musiksparte finde ich blöd, denn eigentlich gibt es nur „mag ich“ oder „gefällt mir nicht“, trotzdem möchte ich sie verwenden. Es klingt so schön. Offiziell bin ich Indiemusikliebhaber. Gitarren und so’n Kram. Aber ich habe und hatte schon immer ein kleines Faible für Hip-Hop. (mehr …)

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Radiohead – Köln, 15.10.2012

Ort: Lanxess Arena, Köln
Vorband: Caribou

„Penny, ich bin Physiker, ich habe fundierte Kenntnisse über das gesamte Universum und alles, was darin ist.“
„Wer ist Radiohead?“
„Ich habe bedeutende Grundkenntnisse über die WICHTIGEN Dinge des Universums.“
(Big Bang Theory, Staffel 2 Folge 18)

Wie kann ich einen perfekten Abend beschreiben? Ich weiß es nicht, vielleicht will ich ihn auch gar nicht groß in Worte fassen. Dass, was Radiohead, und davor Caribou abgeliefert haben, war nicht mehr und nicht weniger als das Konzert des Jahres. Ein kleines Konzert einer großen Band in einer großen Halle. Wow!
Warum „kleines Konzert“? Weil es mir nicht als Stadionkonzert vorkam, was uns Radiohead zweieinhalb Stundenlang boten. Aus mehreren Gründen fühlten wir uns eher in einen kleineren Konzertsaal versetzt. Lag es daran, dass wir vorne standen, lag es daran, dass Radiohead keine große Bühnenshow aufboten oder lag es einfach daran, das Thom Yorke es schaffte, die Arena Arena sein zu lassen und Gefühle von Nähe und Intimität versprühte, die man diesem hibbeligen kleinen Mann gar nicht zutrauen würde?
Es lag sicherlich an allem. Wenn sich die Videoplatten wie eine zweite Decke über die Köpfe der Band absenken, wird das Hallendach ganz nah, der Raum nach oben sehr klein. Es schmeckt dann nach Kellergewölbe und Flaschenbier, weniger nach Nachos und Pfandbechern mit Henkel. Bei „15 steps“ setzten sie dieses Stilelement ein und just ab diesem Zeitpunkt, war ich völlig gefangen. Sprachlos und paralysiert vom Rest des Abends.
Ich habe Radiohead unterschätzt, sehr unterschätzt. Vorher unterhielten wir uns noch darüber, ob Radiohead wirklich so wichtig sind, wie ich nicht glauben wollte, dass sie es sind. Nachher, oder besser gesagt nach zwei Stunden und einem famosen „Weird fishes“ muss ich alle Gedanken revidieren. Radiohead sind so bedeutend, wie man nur sein kann. Punkt.
Das erwähnte „Weird fishes“ und „Reckoner“ waren meine herausragenden Momente. Auf der Zugfahrt heim ließ mich dieser Intimgedanke des Konzertes nicht los. Wieso schaffen das Radiohead? Klar, wenn Coldplay Konfetti, Zweitbühne und Feuerwerk einsetzen, ist der Intimgedanke schnell verflogen. Wenn Muse das Klavier unter der Hallendecke aufbauen, auch.
Also weniger Schnickschnack gleich Intimität? So einfach ist es wohl auch nicht, ein bisschen was muss die Band noch dazutun und ein bisschen muss der Moment auch magisch sein.
Mit Caribou fing es schon gut an. Fünf Songs spielten die vier Mannen um Dan Snaiths. Was nach wenig klingt, waren immerhin fast fünfunddreißig Minuten Spielzeit; ein annehmbarer Wert für eine Vorband bei einem solchen Konzert. Vorne am Bühnen Rand standen sie eng beieinander, Schlagzeug und Keyboard nahezu umringend. So, wie man sie sich vorstellt. Mit „Odessa“ und „Sun“ endete ihr Set größtmöglich.
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Muse – Köln, 16.11.2009

Meine Lieblings1Live Moderatorin Anja Backhaus vermutete bereits am Montag Nachmittag via Radio, dass es am Abend in der Kölnarena richtig, richtig gut werden wird. Nun, ich weiß nicht, ob sie…

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