Ort: E-Werk, Köln
Vorband: Phosphorescent

Minuten danach war ich ein wenig enttäuscht. Das The National Konzert reichte in keinster Weise an den überragenden Auftritt der New Yorker vor fünf Tagen an der Ostsee heran und irgendwie auch nicht an das gestrige M.I.A. Konzert.
Tja, so kann es gehen, wenn man in verwöhnter Art Bands mehrmals binnen einer Woche sieht und die Tage dazwischen noch mit anderen Konzerten auffüllt. Doch bevor weiter Unverständnis aufkommt, es war kein schlechtes The National Konzert.
In Köln waren sie nicht überragend, sondern eben nur „sehr gut“.
Jetzt reicht es aber auch für diese Woche. Jeden Abend unterwegs, das ist ein zeittechnisches Problem, wie mir gestern sehr bewusst wurde. Nicht, weil der Schlafmangel über allem steht, nein, es sind eher die Minuten, in denen Dinge erledigt werden müssen, die fehlen. Das Paket von der Post abholen, Milch kaufen und Bananen, ein Geschenk für den Neffen, all die Kleinigkeiten eben, die man nur nach der Arbeit machen kann. Wenn jedoch um sieben Uhr das Auto oder die Bahn wartet, dann muss ich abwägen. Gestern senkte sich die Waage links, da, wo das Brot und die Milch liegen, und der Optiker.
Also war ich folgerichtig nicht pünktlich im E-Werk. Die Vorband spielte schon eine ganze Weile, als ich durch die Katakomben ging und die Treppe zur Konzerthalle nahm. Auf der letzten Stufe harrte ich erschrocken. Ganz schön voll heute Abend, ich hatte Mühe, ein Plätzchen abseits der Treppenstufen zu finden. Der Ordner blickte schon ganz irritiert. „So mitten im Treppenzugang kannste aber nicht stehen bleiben,“ schien er mit vollem Gesichtsausdruck zu denken.
Nun ja, im Laufe des Abends wurde auch er ruhiger.




