| Ein Blog über Musik und Konzertbesuche |

Die Sterne – Köln, 15.02.2017

Er hat immer Hunger - Er muss Immer essen - Er muss wohnen und schlafen - Und er muss vergessen - Dass Gestern wie Heute wird - Heute wie Morgen - Und dass in diesem Laden herzlich wenig passiert… Dieser Song war in den 1990er Jahren ein Welthit, zumindest in meiner kleinen Indiewelt und die Band die Sterne für mich eine weitere dieser Hamburger Schule Bands, die alle damals so mochten und die es vielleicht lohnt, von mir genauer inspiziert zu werden. Das habe ich auch getan, merkte aber schnell, dass sie doch anders waren als die Blumfelds und Tocotronics. Und anders bedeutet für mich in diesem Fall: zu poppig und zu wenig gitarrig im Sinne von laut. Daher liefen die Sterne seinerzeit knapp unter meinem Radar. Bis auf die Single „Universal Tellerwäscher“ und das Album Posen – was ich wenig überraschend doch zu selten hörte – war nicht viel. das sollte eine ganze Zeit lang so bleiben.

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Die Sterne – Bochum, 03.02.2012

Ort: Kulturbahnhof Langendreer, Bochum
Vorband:

Die Sterne

Dieser fehlende Schneidezahn ließ mir lange Zeit keine Ruhe. Hatte meine Lüner Kieferorthopädien damals nicht immer gesagt, dass man mit schiefen (oder gar keinen Zähnen) nie im Fernsehen auftreten und bekannt wird – von berühmt erst gar nicht zu reden. Und so wurden mir alle Zahnspangenvariationen aufgezwungen: lose Spange, Spange mit Kopfgurt, feste Klammer. Scheinbar wollten meine Eltern, dass ich mal im Fernsehen auftrete, ich wollte das nie. Aber als Kind hat man die ungünstigere Ausgangsposition. Und wozu das ganze Malheur? Geholfen hat die Quälerei nur bedingt, aber meine Leichtgläubigkeit Zahnärzten gegenüber ist seit dieser Zeit fast auf den Nullpunkt gesunken.
Und überhaupt: Mit schlechten Zähnen wird man nicht berühmt! Wem als Antwort Frank Spilker nicht reicht (was ich durchaus verstehen könnte, denn die Sterne waren lange nicht im Fernsehen) dem rufe ich „Steve Buscemi“ entgegen. Und damit ist das Thema durch und die Überschätztheit kieferorthopädisch korrekter Zähne bewiesen. Aber spätestens mit der großen Verbreitung von Stevia als Zuckerersatz bekommen Zahnärzte sowieso ein Kundenproblem. Also genug der Sticheleien.
„Er hat immer Hunger, er muss immer essen“, meine Lieblingszeile von den Sternen und zugleich mein erster Sternekontakt. „Universal Tellerwäscher“ auf irgendeinem Kassettensampler. Lange ist das her, vielleicht 20 Jahre. In diesem Jahr werden die Sterne 20, so lese ich.

Begonnen hat die Geschichte im ostwestfälischen Provinznest Bad Salzuflen. Ende der Achziger veröffentlicht dort das Label „Fast Weltweit“ diverse Singles und Cassetten-Sampler. Aus diesem Umfeld stammen auch Jochen Distelmeyer (Blumfeld), Bernd Begemann und eben Frank Spilker. Der nennt seine zu der Zeit in wechselnder Besetzung auftretende Band Die Sterne.
1991 zieht Spilker nach Hamburg, lernt dort die anderen Bandmitglieder kennen und seitdem gibt es die Sterne, wie wir sie kennen. Nach ein paar Gigs als Serge-Gainsbourg-Coverband erscheinen erste Singles und Sampler-Beiträge bei L’Age D’Or. (laut)

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