- Seit 2002 Dinge über Musik und so -

Alle Jahre wieder, oder genauer gesagt, alle 2 Jahre wieder, stellt sich im Juni / Juli die Frage, was wichtiger / schöner / besser ist: das Abendspiel der Fußball-WM bzw. Fußball-EM oder doch der sommerlich stickige Konzertsaal?

Auch wenn Deutschland bereits im Flieger nach Hause sitzt, bleibt für mich die Frage offen. Die Spiele der Mannschaft sind und waren mir nie die interessantesten Begegnungen. Klar fiebere ich hier mit, aber insgeheim freue ich mich mehr auf die anderen Spiele. Auf die Belgier, die Urus, das schöne Spiel der Niederländer oder das turnusmäßig wiederkehrende Gewurschtel der Argentinier. Mich faszinieren Paarungen wie Kolumbien vs. Rumänien (ja, das liegt schon länger zurück; 1994) einfach zu sehr, um an etwas Anderes denken zu können. Andererseits begeistern mich Konzertankündigungen wie z. B. die von den Eels im Theater in Luxemburg, dass selbst ein Knüller wie Brasilien vs. Deutschland zur Nebensache verkommt. Es läuft bei mir also kunterbunt durcheinander. Einfach ist es deswegen nie.

In diesem Jahr war es bisher so, dass ich die Fußballspiele den Konzerten vorzog. Aber es ist ja gerade erst WM Halbzeit, von daher kann diese Bestandsaufnahme sich noch gewaltig ändern.
Dabei muss es gar nicht so schwierig sein, Konzerte und Fußball unter einen Hut zu bekommen. 2010 zum Beispiel bekam ich vor dem Richard Ashcroft Konzert in der Live Music Hall folgende Hinweismail des Veranstalters:

Liebe RICHARD-ASHCROFT-Fans,
auf Wunsch des Künstlers beginnt das Konzert nach dem WM-Fußballspiel England gegen USA gegen 22:15 Uhr. Die Einlasszeit bleibt bei 19:00 Uhr, und wer möchte, kann sich das Spiel ab 20:30 Uhr auf TV-Geräten im Biergarten oder auf Großbildleinwand in der Halle anschauen, wo zudem DJ Frank Esser die Zeit bis zum Konzertbeginn überbrücken wird. Wir bitten um Verständnis!

Und vor einigen Tagen las ich folgenden Tweet der Band Belly:

Bei Richard Ashcroft empfand ich es als sehr schön, vorher auf einer Leinwand in der Live Music Hall das WM Spiel anzuschauen. Es war eine besondere Stimmung und die etwas andere Art von Vorband.

http://www.pretty-paracetamol.de/blog/richard-ashcroft-the-united-nations-of-sound-koln-12-06-2010/

Und der Abend als ganz Holland in Oranje gekleidet war, wird mir genauso in Erinnerung bleiben wie der Ausspruch meines Nebenmanns (den ich eigentlich nicht hören wollte) während der Umbaupause vor dem Konzert der Eels im Theater in Luxemburg.

Das klingt jetzt unsinnig, aber es steht 4:0.

http://www.pretty-paracetamol.de/blog/pavement-nijmegen-06-07-2010/
http://www.pretty-paracetamol.de/blog/eels-luxemburg-08-07-2014/

Die Fahrt zu den Violent Femmes nach Brüssel war dagegen ein wenig unspektakulärer. Es blieb ein kleiner kolumbianischer Autokorso, der mir sagte, dass Kolumbien das Spiel gewonnen hatte.

http://www.pretty-paracetamol.de/blog/violent-femmes-bruessel-19-06-2014/

Hey, das waren vier verdammt gute Konzertabende, bemerke ich gerade, als ich die Berichte noch einmal lese. Kann das ein Zufall sein? Fußball und Konzerte müssen eine magische Verbindung haben.

frank

"I can't go away with you on a rock climbing weekend - What if somethings on tv and its never shown again - Its just as well I'm not invited I'm afraid of heights - I lied about being the outdoor type."