Ein Tag im November.
Rotterdam. Kenne ich noch nicht. Also ja, bleiben wir einen Nachmittag hier anstatt nach Utrecht weiterzufahren. Auf unserem kleinen Benelux Trip tat sich unverhofft die Option auf, einen Nachmittag in Rotterdam zu verbringen. Ursprünglich war angedacht, mittags von Brüssel mit dem Thalys über Rotterdam direkt weiter nach Utrecht zu fahren. Dort wollten wir abends im Tivoli Vredenburg das dEUS Konzert sehen. So der Plan. Es sollte nach Thurston Moore in Brüssel der zweite Konzertabend auf dieser kleinen Zugrundreise sein. Als aber am Tag zuvor die coronabedingte Konzertabsage aus Utrecht in das Mailpostfach trudelte, begannen die Überlegungen.
Mhh, die Fahrt von Rotterdam nach Utrecht ist noch nicht gekauft (Regionaltarif, Kaufzeitpunkt egal; will sagen, das Ticket ist nicht teurer je später wir es kaufen bzw. es ist nicht günstiger desto früher wir es kaufen) und kann auf jeden beliebigen Zeitpunkt verschoben werden. Die IC-Bahnen fahren im Halbstundentakt, also können wir erst abends oder gar erst am nächsten Tag fahren. Die Weiterfahrt von Utrecht nach Köln stand für 13 Uhr des Folgetages. Es bleibt also Zeit, es bleiben also Möglichkeiten.

Rotterdam - Centraal Station

Wir blieben in Rotterdam, fuhren erst am nächsten Morgen nach Utrecht und nutzten die Gelegenheit, um den verbleibenden halben Tag Rotterdam zu erkunden. Wie erwähnt, Rotterdam kannte ich bis dato noch nicht. Nun kann ich es kennenlernen. Unser Hotel liegt in Bahnhofsnähe und direkt am Beginn der Fußgängerzone. Nach dem einchecken, ein paar Keksen und einem Blick auf den Stadtplan heißt es dann: zu Fuß bis zur Erasmusbrücke, an der Nieuwe Maas entlang und über andere Wege irgendwie wieder zurück.

Bis zum Einbruch der Dunkelheit sind gute drei Stunden Zeit, die wir wie folgt nutzen wollen: eine Straße runter, rechts herum und ein bisschen am Ufer entlang, eine andere Straße wieder hoch Richtung Stadtzentrum, einmal kreuzen, ein Stück geradeaus, ums Karree, etwas zu Essen kaufen – gerne eine wärmende Suppe – , zweimal links und wieder ins Hotel zurück. Alles natürlich ohne Plan und Vorbereitung, einfach drauf los. Das ist meistens das beste Verfahren, eine Stadt kennenzulernen. Sich treiben lassen, spontan entscheiden, welchen Weg man nimmt. Natürlich braucht es ein oder zwei Fixpunkte zur groben Orientierung. Dazwischen allerdings braucht es auch unplanmäßiges. Unser Fixpunkt heißt Erasmusbrücke. Eher zufällig ergibt es sich dann, dass wir die alte Markthalle und das sogenannte Kubushaus des Architekten Piet Blom entdecken. Mal ganz zu schweigen von der Markthalle, den Wohnungen direkt am Kanal und dem Suppenladen.

Kontextkonzerte:
Thurston Moore – Brüssel, 15.11.2021 / AB

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