| Ein Blog über Musik und Konzertbesuche |

Heather Nova – Heerlen, 28.10.2017

Meine erste Begegnung mit Heather Nova war im August 1994 im E-Werk. Es war im Rahmen des Big Cat Five Festivals. Fünf Bands, darunter Pavement, Blumfeld, Cop shoot cop und zwei weitere Bands, die mich so überzeugten, dass sie mir länger im Gedächtnis blieben: Lotion und Heather Nova. Von Lotion habe ich seitdem nie mehr was gehört und gesehen, von Heather Nova schon. Nach dem Minifestival kaufte ich mir ihr Livealbum Blow. Für elend viel Geld. 32,95 DM zeigt das Preisschild auf der Rückseite des Jewelcase. Seinerzeit, als die meisten CDs unter 30 Mark kosteten, ein stolzer Preis. Auf Blow sind die überragenden Liverversionen von „Sugar“ und „Maybe an Angle“ und zeigen Heather Nova als gitarrenlastige Band, die melancholischen und dunkleren Indierock spielt. Damals fragte ich mich, wie eine junge Frau, die von der ausgewiesenen Sonnen- und Schönwetterinsel Bermudas stammt, so eine herbstliche und triste Musik machen kann. Nachdem Oyster veröffentlich wurde und den verdienten Erfolg einheimste, wurde Heather Nova sowas wie das Indie-Pendant zu Sheryl Crow und Alanis Morissette.

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Eels – Heerlen, 04.04.2013

Ort: Theater Heerlen, Heerlen
Vorband: Nicole Atkins

eels

Mark O. Everett. Immer wenn ich sein Gesicht vor Augen habe und seine Songs höre, muss ich an Physik denken. Und ich hasse Physik. In der Schule war es eines meiner noch weniger geliebten Fächer, was Wechselstrom ist und wie ein Fernseher funktioniert, werde ich nie begreifen, mal ganz abgesehen von diesem Teilchenkram und Einstein. Manchmal frage ich mich schon verwundert, wie ich es geschafft habe, Ingenieur zu werden und warum. All das ganze Technikgedöns hinterfrage ich nicht, verstehe ich nicht. Aber sagt man das nicht Ingenieuren nach: Technikaffinität und ein Gespür für das naturwissenschaftliche. Wenn dem so sein sollte, bin ich ein falscher Ingenieur, einer, der sich für all das nicht begeistern kann. Da halfen auch zwei Vorlesungsstunden bei Mr. E nicht. Leider. Aber etwas blieb immerhin hängen: ein Zustand wird durch den Beobachter Realität. Das tut gut zu wissen.
Die Vorlesungsstunden bekam ich 2008. Zweimal. Mark Everetts Vater Hugh Everett III war ein berühmter Physiker und Wissenschaftler. Er hat in den 50ern wichtiges in der Quantenphysik entdeckt und im Rahmen der 2008er Tour gab es die BBC Dokumentation über Hugh Everett III. als Vorprogramm zum Konzert. Es waren zwei tolle und interessante Abende. Auch mein letztes Eels Konzert war interessant. Es war genau wie heute im Theater in Heerlen, allerdings in einem größeren Saal. Seinerzeit gab es im Vorprogramm einen Clown, der Luftballons verteilte und weitere kindergeburtstagsartige Späße aufführte. Ihn fanden wir nur bedingt lustig, sein Auftritt brachte überdies den Zeitplan soweit nach hinten, dass wir erst gegen Mitternacht aus der Grenzstadt loskamen.
An diesem Abend war mir so ziemlich alles egal. Ich hatte Zeit, ich freute mich auf die Eels und auf die Fahrt nach Heerlen. Endlich mal wieder in aller Ruhe CDs hören. Also zwei, eine pro Weg. Nach Heerlen fahre ich sehr gerne, ich finde die Stadt schön und ansehnlich. Genau wie das Theater. Insgesamt drei Säle beherbergt das Parkstad Limburg Theaters. Das Eels Konzert findet im Limburgzaal statt, dem zweitgrößten Veranstaltungsraum mit knappen 1500 Plätzen. „Uitverkocht“ steht auf einem Schild neben dem Eingang, darüber hängt digital der Zeitplan: 20.30 – 22.45 Uhr Eels.
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Eels – Heerlen, 20.06.2011

Ort: Parkstad Limburg Theaters, Heerlen
Vorband: Jesca Hoop

Eels - Heerlen, 20.06.2011

Die Eels. Die Band um Mark O. Everett ist immer für eine Überraschung gut. Auf ihrer vorletzten Tour gab es im Vorprogramm eine Dokumentation über Mark O. Everetts Vater, den Physiker und Quantenforscher Hugh Everett (hier nachzulesen).
Beim letzten Mal enterten die beiden Musiker Chet und Mark O. Everett wie Boxer den Saal und spielten ein Akustikset. Vor Jahren reichte den Eels die eigene Band nicht, im Frack und Zylinder traten sie zusammen mit einem kleinen Orchester in eine stickig warmen Live Musik Hall aus.
Die 2008er Konzerte waren mit das interessanteste und verstörteste an Liveauftritten, die ich gesehen habe. „Weird“, war Mr E.’s Lieblingswort. Jedes Kapitel, jeder Song, das Publikum, die Geschichten des Tages vor dem Konzert, alles „weird“. Mr E. selbst war es auch. Kauzig, merkwürdig, „superweird“.
Nichtsdestotrotz oder gerade deswegen hatten all meine bisherigen Eels Abende eine große Gemeinsamkeit. Es waren hervorragende Konzerte.
Vor einigen Tagen spielten die Eels, die derzeit auch auf beinahe jedem Festival auftauchen, ein Konzert in Köln. Da allerdings zuvor der Termin in Heerlen bestätigt wurde, hatte ich mein Ticket bereits für die niederländische Stadt in der Tasche und ließ das näherliegende Köln Konzert links liegen.
Heerlen bietet wunderschöne Konzertsäle. Das Theater, verkehrsgünstig an der A4 bzw. N281 gelegen oder das Nieuwe Nor im Stadtzentrum. Beides moderne, gut funktionierende und von der Akustik her ansprechende Säle, die eigentlich mehr als nur gelegentliche Fahrten über die Grenze rechtfertigen würden. Und da die niederländische Grenze nicht allzu weit entfernt ist, fanden wir uns ratzfatz auf der A4 wieder.
Im Foyer überraschte uns der detaillierte Ablaufplan. Ein lokaler Künstler sollte um 20.20 den Abend eröffnen, bevor um 20.50 Jessica Hopp und um 21.40 Uhr die Eels auf die Bühne gehen sollten. Für 23.45 Uhr war die „Sperrstunde“ angesetzt.
Na dann ist ja alles klaro. Zeitlich zumindest. Es wird ein langer Abend. Aber wer ist der „lokale Künstler“.
Der Saal im Theater ist toll. Es ist nicht der Theatersaal selbst, sondern ein kleiner Veranstaltungsraum. Ich schätze mal, ausgelegt für ca. 1000 Besucher, die ihn im Laufe des Abends auch füllten.
Mit Parkettboden empfängt uns der Raum, der breiter als tief ist. Die Temperaturen sind angenehm, das Licht theateresk. Im hinteren Teil schließen sich in zwei Ebenen Sitzplatzreihen an, die Bühne, gegenüberliegend, ist sehr aufgebaut hoch. Ich könnte mein Kinn an der Bühnenkante aufstützen mache das aber nicht. Stattdessen schaue ich mir die Schuhe eines Clowns an.
Marcello heißt der lokale Luftballon-Figurenbastler-Clown, der den Abend eröffnet. Clown ist dabei wörtlich gemeint, nicht im übertragenen Sinn. Heerlen ist zwar eine Karnevalshochburg, auf einer meiner vorherigen Fahrten in die Stadt entdeckte ich kurz hinter der Autobahnabfahrt eine Filiale des Karnevalswirtz, aber muss man deswegen einen Mann im Clownskostüm auf die Bühne schicken.
Ein wenig verwundert blickten wir uns an, als Marcello der Clown knappe 20 Minuten lang Luftballons zu Hunden, Herzen und anderlei Figuren formte. Nicht mehr und nicht weniger.
„Weird“, hätte Mark O. Everett vor einigen Jahren dazu gesagt.
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Sarah Bettens – Heerlen, 17.11.2008

„Hello Holland“, so begrüßte die amerik. Band Social Distortion vor einigen Jahren das Publikum beim belgischen Pukkelpop Festival. Dummheit oder Jetlag? Ein ähnliches Problem beschäftigte…

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