Ort: Palladium, Köln
Vorband: Citizens!

Franz ferdinand,Köln,Konzertbericht,Palladium

Wie war es denn nun im Palladium? Nun, wüsste ich es, dann könnte ich es sagen. Da ich aber den gestrigen Abend noch nicht einordnen kann, muss ich um den heißen Brei herumreden. Es war gut, es war wie Premier League Fußball in den 90ern, bevor die ausländischen, naja vornehmlich französischen Fußballer, Spielkultur auf die Insel brachten. Es war wie Ryan Giggs und Paul Scholes. Laufen bis zum umfallen.
Franz Ferdinand spielen voller Energie und so kraftvoll, dass das Publikum sofort auf ihrer Seite ist. Kick and rush. Dass dabei nicht jeder Ton und jedes Zuspiel sitzt, ist egal und interessiert mich live eh weniger. Begeisterung und Enthusiasmus sind entscheidend, nicht die Perfektion. Und hier liegen Franz Ferdinand ganz weit vorn. Wie sie nach nur drei Sekunden das Palladium zum hüpfen bringen, Hut ab. Das schafft nicht jeder. Die Kugel muss nach vorne, bzw. der Beat muss rollen. Doch der Beat hatte erst mal Pause.

Mit „The dark of the Matinee“ beginnt der Abend traditionell. „No you girls” (Nummer 3) und wenig später „Live alone”, die ersten Stücke von Tonight: Franz Ferdinand, fügen sich gut in ihre Umgebung ein. Die hieß bis dato You could have it so much better. Der Auftakt gehörte somit dem zweiten Franz Ferdinand Album, vielleicht die erste Überraschung des Abends.
Als nach einer knappen halben Stunde Alex Kapranos seine Gitarre wechselt, kommt der Beat ins Spiel. Mit „Turn it on“ fühle ich mich erstmals bei den ’neuen’“‘ (keyboardlastigeren) Franz Ferdinand. „40 ft.“ und „Bite hard“ unterstreichen die neue Spielausrichtung.
Sollte es so noch ein bisschen weitergehen? Bedingt, „Michael“ unterbricht das Neue, und mit „Ulysses“ endet das reguläre Set urplötzlich nach 45 Minuten. Damit hat so recht keiner gerechnet. Jetzt schon?! Nun, ein Pausentee tut gut. Mittlerweile war es angenehm warm geworden und das laute Powerspiel der vier Glasgower hinterließ seine Spuren.
But the beat goes on! Vier Zugaben sollen folgen. Nummer eins, „What she came for“ gehört hier hin. „Outsiders“ und „Lucid dreams“, das in einem minutenlangen Elektrogefiddel endet, irritieren mich. Beide hätte ich nicht erwartet. Das finale „This fire“ hob nochmals so richtig ab und entließ uns nach guten 8o Minuten in den Abend.
Es war ein mitreißender Abend, keine Frage. Franz Ferdinand sind eine tolle Band und ihre Livequalitäten unbestritten. Aber irgendwas störte mich gestern Abend. Ich versuche es herauszufinden.

Setlist:
01: The dark of the Matinée
02: Do you want to
03: No you girls
04: Walk away
05: The fallen
06: Live alone
07: Take me out
08: Turn it on
09: 40 ft.
10: Bite hard
11: Michael
12: Ulysses
Zugabe:
13: What she came for
14: Outsiders
15: Lucid dreams
16: This fire

Kontextkonzerte:
Rock am Ring – Nürburgring, 04.05.2006

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