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1991

Gerade ist mir aufgefallen, was für ein Albenjahr das Jahr 1991 doch war. Grundlegendes hat sich geändert, neues sollte die nächsten Jahrzehnte prägen.
1991 war ich halb so alt wie heute. Eine ideale Zeit, um ganz viel Musik zu entdecken. Die Ausbildung brachte ein wenig Geld und genügend Freizeit, um sich dem Hobby Musik einigermaßen ambitioniert zuzuwenden. Erste Fahrten zu Konzerten wurden unternommen, Musikläden mit mehr als einer CD in der Tüte verlassen.
1991 war das Jahr, in dem eine von mir geschätzte Band neue Wege ging, zwei mir bisher relativ unbekannte Bands einer neuen Musikrichtung Fernsehpräsenz gaben und eine von mir weniger beachtete Band ihren ultimativen Höhepunkt feierte und damit eine Musikära beendete.
Aber der Reihe nach:
Band Nummer eins sind U2. 1991 erschien „Achtung, Baby!“, ihr Berlin-Album. Zum ersten Mal hatte Bono keinen Pferdeschwanz mehr, sondern nach hinten gegeelte Haare und seine bzw. U2’s Musik Pop- und Danceeinflüsse. Ein Kulturschock für viele. Glitzerwelt statt Angel of Harlem.
Pearl Jam und Nirvana. Kannte ich vorher nicht, sollte ich aber in den nächsten Jahren (notgedrungen) kennenlernen. Diesen Bands und generell Seattle war kein Entkommen. Weder abends bei MTV noch im Kino („Singles“). „Ten“ und „Nevermind“ sollten bis heute die Rockmusik beeinflussen und das, was man bis dahin Indie nannte, als nächstes großes Ding voranführen. Das spannende an der Sache war, dass beide Bands unterschiedliche Einflüsse hatten – Nirvana mehr aus dem Punk, Pearl Jam mehr aus dem Rock – und so diesem Grunge sein ungleichmäßiges Gesicht verliehen.
Natürlich erfanden Pearl Jam und Nirvana den Grunge nicht, das weiß ja jeder, aber sie machten ihn populär. Und fernsehtauglich. Und massenkompatibel. Und was-weiß-ich-noch-alles.
Ach, und dann waren da noch Guns n‘Roses. “Use your illusion I + II” war das Hardrockding im Herbst 1991. Ich konnte damit nicht so viel anfangen wie meine Freunde, aber spätestens mit der Singleauskopplung „Don’t cry“, den Coverversionen „Live and let die“ und „Knockin on heavens door“ war auch Hardrock im Formatradio angekommen.
Diese beiden Alben, die am gleichen Tag veröffentlicht wurden, waren ein Fluch. Entkommen unmöglich. Das gute jedoch war, das nach “Use your illusion I + II” von Hardrock nicht mehr viel zu hören war. Bon Jovi, Europe, Poison, ihre Zeit war vorbei.
Bestimmt werden wir in den nächsten Wochen ganz viel Erinnerungsbesprechungen zu diesen Alben lesen. Und wenn ich Zeit finde, passiert dies auch in diesem Blog. Mal abwarten …

1991:

frank

"I can't go away with you on a rock climbing weekend - What if somethings on tv and its never shown again - Its just as well I'm not invited I'm afraid of heights - I lied about being the outdoor type."