… and you will know us by the trail of dead – Bonn, 23.03.2013

Ort: Harmonie, Bonn Vorband: The Chuck Norris Experiment

Trail of dead

Als nach langem Hin und her Trail of dead doch noch eine Zugabe spielen, erscheint der Bassist Autry Fulbright II in Unterhosen auf der Bühnen. Warum genau sich der Zugabeblock so verzögerte, weiß ich nicht. Wollten Trail of dead nicht mehr, sah es die Fernsehaufzeichnung nicht vor? Fragen, die aber auch nicht unbedingt beantwortet werden müssen. Ein bisschen Zeit ging beim erneuten Aufbau des Schlagzeugs verloren. Das war, nach einem Trail of Dead typischen fulminanten Ende („Richter scale madness“), quasi in alle Richtungen zerstreut worden und musste nun mit Gaffer-Band neu fixiert und wieder hergerichtet werden. Conrad Keely zeigte sich dabei besonders verwirrt. Wo kommt die Trommel hin? Links oder rechts? Nach einigen Minuten stand das Instrument und die Band konnte mit zwei weiteren Songs den Abend richtig und gut ausklingen lassen. Wie schade wäre es doch gewesen, nicht die 10 Minuten „Totally natural“ hören zu können. Ich mag Trail of dead Konzerte. Sie sind immer eine Show, sie sind immer sehr unterhaltsam. Seit der Veröffentlich ihres letzten Albums „Lost songs“ habe ich die Band dreimal gesehen. Jedes ihrer Konzerte war speziell und lief für mich unter besonderen Vorzeichen ab. Duisburg, Köln und eben an diesem Abend Bonn. Und immer hatte ich die gleichen begeisternden Augenblicke. Sind Songs wie „It was there“ oder „A perfect teenhood“ auf Platte schon ein Traum, sind sie live nochmals eine Nummer höher anzusetzen. Die von der Urbesetzung verbleiben Conrad Keely und Jason Reece spielen mit einer Hingabe, die ich so noch nicht bei jedem Musiker gesehen habe. Da ist es auch egal, ob neben mir graumelierte Menschen nur ab und an beeindruckt gucken oder in der Mitte der Harmonie ein munteres pogen einsetzt (obwohl, in diesem Jahrtausend sagt man wohl mosh-pit), wozu Trail of Dead definitiv besser geeignet sind.

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… and you will know us by the trail of dead – Köln, 18.10.2012

Ort: Gebäude 9, Köln Vorband: Maybeshewill

„Machen die etwa Postrock?“ Viel Skepsis schwang in dieser Frage mit, die mir kurz vor dem Beginn des Maybeshewill Auftritts gestellt wurde. Dieses Biest Postrock, oft ohne Gesang, ist für die einen anstrengender langweiliger Kram, für die anderen ist er das nicht. Für mich ist er das oft nicht, für meine gestrige Begleitung in der Regel schon. John Helps, Andy Jackson, Robin Southby und Schlagzeuger James Collins machen Postrock. Ohne Worte. Mit Gitarren, Keyboard und Schlagzeug. Das ganz links aufgebaute Mikrifon brauchten sie nur, um sich zu bedanken und um allen viel Spaß zu wünschen. Maybeshewill kommen aus Leicester, dem Norden Englands, sie könnten auch aus Schottland stammen, dem Land der Postrockbands. Es sah lustig aus und es war sicherlich auch dem wenigen Platz auf der Bühne geschuldet, wie die fünf sich in einer Reihe am Bühnenrand aufstellten. Wie an der Schnur gezogen standen sie nebeneinander und als nach wenigen Minuten jeder für sich auf seinen Anderthalb Quadratmeter Platz anfing zu tanzen, sah das nach Kasperletheater und sehr komisch aus. Gute 40 Minuten spielten Maybeshewill das, was man von Postrockbands erwartet: Laute, melodiöse, gitarrenlastige Rockmusik. Auf große laut-leise Sequenzen wie Mogwai oder Goodspeed you! black emperor verzichten sie, ihre Songs folgen mehr der Machart langsamer Beginn und Spannungsaufbau, Eruption, Spannungsabbau / Songende. Das klingt vorhersehbar und war es auch. Das wiederum ist jedoch nicht schlimm, ganz im Gegenteil, mir gefielen Maybeshewill sehr. … and you will know us by the trail of dead seien eine große Band, schrieb ich nach ihrem Duisburger Konzert vor zwei Wochen. Dem ist nach diesem Abend wenig hinzuzufügen. Eventuell das Wörtchen „sehr“, zumindest jedoch „ziemlich“.

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… and you will know us by the trail of dead – Esch-Alzette, 13.04.2011

Ort: Rockhal, Esch-Alzette Vorband: Asobi Seksu, Rival Schools

... and you will know us by the trail of dead - Esch-Alzette, 13.04.2011

Was für ein Aufgebot! Normalerweise erlaubt es dieses Jahr meine Zeit überhaupt nicht, weite Tagesausflüge zu Konzertorten zu unternehmen. Aber diesen Abend durfte und konnte ich mir nicht entgehen lassen. Asobi Seksu, Rival Schools und ... and you will know us by the trail of dead, viel besser geht es kaum. Jede der drei Bands hatte eine eigene Vorfreudenstimmung bei mir ausgelöst. Asobi Seksu, das New Yorker Trio um Yuki Chikudates hatte ich bisher zweimal gesehen. Einmal in Köln – vor einigen Jahren – und einmal in der Brüsseler Botanique, vor weniger als einigen Jahren. Beide Abende bleiben mir in guter Erinnerung, und das nicht nur wegen des lauten und wuchtigen Auftritts der Band. Ihre moderne Interpretation des Shoegaze / Dreampop finde ich einfach toll und die Eleganz, mit der sie Songs wie „Pink light“ oder „Trance out“ präsentieren, ist überwältigend. Dass das in Perfektion nur funktioniert, wenn die Dezibel stimmen, nun gut, dieses Musikgenre setzt das stillschweigend voraus. Auch in Esch-Alzette war ihr Set das lauteste des Abends, allerdings war es diesmal nicht anstrengend laut (wie in Köln) oder überdimensioniert laut (wie in Brüssel) sondern fein ausgepegelt. Yuki Chikudates hochstimmiger Gesang klang trotz Keyboarddrucks klar und deutlich. Ein wichtiger Baustein für Asobi Seksu Songs, die durch die zerbrechliche Stimme ihrer Frontfrau erst bedeutsam werden. Eine gute halbe Stunde hörten wir Songs des neuen Albums „Fluorescence“. Es ist ihre fünfte Veröffentlichung. Ich kannte sie vorher noch nicht und ergriff die Gelegenheit, für günstige acht Euro nach dem Konzert ein Exemplar von „Fluorescence“ zu kaufen. Dick in Cellophan eingeschweißt machte es mir die mehr als gut gemeinte Verpackung allerdings unmöglich, die CD ohne Spuren auf dem an alte 90er Jahre 4AD Platten erinnernden Cover zu hinterlassen, auszupacken. Ein vertiefender Höreindruck der neuen Asobi Seksu Songs musste daher auf den nächsten Tag verschoben werden. Die Rückfahrt aus Luxemburg gehörte somit anderen Damen: Coeur de Pirate und PJ Harvey. „Qu'est-ce que c'est?“ „That’s a guitar, man!“ Nachdem sich Jason Reece zu Beginn des Konzertes mehrmals mit “Danke” über den Applaus gefreut hatte, schwenkte er nun ins französische um.

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… and you will know us by the trail of dead – Düsseldorf, 27.03.2011

Ort: Zakk, Düsseldorf Vorband: Fugo

Trail of dead - Düsseldorf, 27.03.2011

Das Plakat lügt. Nein, nicht die famosen Rival School und ein besonderer Gast werden zusammen mit ... and you will know us by the trail of dead an diesem Abend auf der Bühne stehen, sondern eine andere Band. Das Düsseldorfer Konzert gehört zu einem der wenigen auf dieser Tour, an dem das Vorprogramm ein anderes Gesicht hat. Aber das ist bekanntes Wissen. Fugo heißt dieses Gesicht und ich denke, diese schweizerische Rockband ist der größeren Publikumsmasse unbekannter als Walter Schreifels Rival School. Meine Fachkenntnis über Schweizer Rockbands ist sehr begrenzt. Da fallen mir nur die Young Gods ein, die ich vor vielen Jahren sehr gerne mochte. Obwohl, so richtig Rock waren die auch nicht, eher Industrial. Sei es drum, Fugo spielen nett auf, sind laut und heftig aber wecken bei mir kein weiteres Interesse näher in ihren Kosmos einzutauchen. Da reißt es auch nicht heraus, dass Conrad Keely das Coverartwork zu ihrem Debütalbum „avant 93:43“ gestaltet hat, wie uns Sänger Roman Donzé erzählt und ich vorher schon gelesen hatte.

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