Bettie Serveert – Venlo, 02.03.2013

Ort: Perron 55, Venlo
Vorband: Awkward I

Bettie Serveert

Awkward I hat interessante Songtitel. „Ready to die“, „Oxygen mask” oder “Hannah hung heavy”. Der Mann aus Friesland bestritt das Vorprogramm von Bette Serveert an diesem Abend in Venlo.
„Er spielt Gitarre, Okulele und Banjo.“ Mit diesen Worten kündigt Peter Visser den Folksänger gegen halb zehn Abends an. Warum er dabei in der linken Hand einen Hammer hält, ist mir nicht ganz ersichtlich. Vielleicht muss noch hinter der Bühne kurz was gerichtet werden. Egal.
Awkward I ist Djurre de Haan. Früher spielte er Bass in der niederländischen Band Alamo Race Track, seit 2009 veröffentlicht er seine eigenen Alben. Zwei Stück sind es bereits, und wenn er an diesem Abend einen Auszug aus beiden Alben gespielt hat, dann sind diese durchaus einen Kauf wert.
Alleine kämpft er gegen das Geklimper und Gerede von der Bar am Kopfende des Raumes. Es ist sehr lauter im Perron 55, in den Songpausen wirkt es gar zeitweise unangenehm. Aber gut, dass die Musikanlage alles übertüncht und Djurre de Haan’s Gitarrenspiel und Gesang keine Störgeräusche durchlassen. Gitarre und Okulele spielt er auch an diesem Abend. Normalerweise mag ich Musik mit diesem Instrument nur sehr bedingt, aber auf die kurze Dauer von zwei Songs war das okay. Grundsätzlich war ich sehr angetan von seinen Songs, leider verstanden wir seine lustig sarkastischen Ansagen zwischendurch nicht, das Friesländische liegt mir nicht so, aber sie schienen recht unterhaltsam gewesen zu sein, der Reaktion des Publikums nach zu urteilen. Sein ganzer Auftritt erinnerte mich etwas an Beck. Das mag komisch aussehen, heute weiß ich auch nicht mehr so genau, wie ich darauf gekommen bin. Lag es an der Schnodderigkeit, an dem ironisierten Auftreten, an der Musik.
Zum Abschluss noch ein Duett mit Carol van Dyke („Mother’s Last Words To Her Son”) und dann war sein gut 45minütiger Auftritt beendet.
Bettie Serveert. Lieblingsband. Seit vielen Jahren. Carol van Dijk, TOP 3 Lieblingssängerin.
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Bettie Serveert – Amsterdam, 10.09.2011

Ort: Paradiso, Amsterdam
Vorband: -

Bettie Serveert

“The sun will always shine on this palomine.”
Meine Zuneigung zu der großen niederländischen Indieband Bettie Serveert habe ich hier schon des öfteren kundgetan, daher stand es für mich außer Frage, ob ich an diesem Wochenende nach Amsterdam fahre.
Was war passiert?
Irgendwann im Juni erreichte mich eine Email, in der die Band ankündigte, im September ihr Debütalbum „Palomine“ in Originalbesetzung spielen zu wollen. Palomine gehört zu den Alben des goldenen Jahrgangs 1991, und so ist es 2001 an der Zeit, das 20 jährige Jubiläum mit einem Konzert im Amsterdamer Paradiso zu feiern. Da der Tag auf einen Samstag fiel, beschlossen wir, aus dem Konzertbesuch einen Wochenendtrip zu machen. Das ist sowieso die neue Masche, Konzertbesuche mit kleinen Städtereisen zu verbinden. Auf diese Weise kommt man raus aus seinen vier Wänden und hat gleichzeitig ein sinnvolles, weil kulturelles, Tagesprogramm, mit dem man die Wartezeit auf den Abend sehr gut überbrücken kann.
Das sind zwei Fliegen mit einer Klappe, wie der Volksmund sagt.

Also Amsterdam.
Die Zugfahrt war schnell und günstig. Das Hotelzimmer nicht. Eine erste Anfrage bei hrs ergab eine Trefferanzahl von 15 freien Hotels und einen Übernachtungsstartpreis von leicht über 200 Euro. „Das kann doch nicht sein“, dachte ich, und vermutete einen Systemfehler. Ein Gegencheck bei weiteren Onlineanbietern bestätigte den hohen Zimmerpreis.
Mist, was ist denn da los?
Die Antwort brachte Google: die IBC ist los, die „international broadcasting conference / congress“, die / der an diesem Wochenende in den Amsterdamer Messehallen stattfindet. Da diese Veranstaltung scheinbar etwas grösser ist (wir waren nicht da, können dazu also nichts dazu sagen), hat die Organisation ein eigenes Hotelreservierungsprogramm gestartet und sämtliche Hotels für dieses Wochenende geblockt. Über die ibc Homepage konnte man exklusiv für diesen Zeitraum Hotelzimmer buchen.
Nachdem wir in den nächsten Tagen immer mal wieder auf der Reservierungsseite der ibc vorbeigeschaut haben, erwischten wir schlussendlich ein einigermaßen akzeptables Hotel zu einem gerade noch hinnehmbaren Preis. Puh, dem Ausflug stand also nichts mehr im Weg, lästige Alternativgedanken wie „ein 1-Tages-Auto-Trip“ konnten beiseitegeschoben werden.
Nach einer launigen Zugfahrt mit Quartett spielenden erwachsenen Männern. („Hubraum 4799“; Leistung: 50 PS“)- genau, ein Kegelclub – erreichten wir Amsterdam Centraal.
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14 Bettie Serveert

Indiehelden Nummer 14 sind Bettie Serveert aus den Niederlanden.
Und Achtung, ich schreibe jetzt über eine Lieblingsband. Über eine absolute Lieblingsband.
Bettie Serveert, ihren Bandnamen haben sie einem Buchtitel entliehen: „Bettie Serveert“, eine quasi Autobiografie der niederländischen Tennisikone Betty Stöve, die immerhin 1977 im Wimbledonfinale stand und dort Virginia Wade in drei Sätzen unterlag.
Carol van Dijk, Peter Visser, Herman Bunskoeke und Berend Dubbe gründeten die Band 1986.
1992 erschien ihr Debütalbum „Palomine“, 1995 „Lamprey“ (das der Melody Maker “the most tangled, desolate, real life guitar sound of the year” nannte).
Diese beiden Alben verschafften Bettie Serveert eine gewisse Aufmerksamkeit in der Indiewelt. Ihre getragenen, ruhig und unaufgeregten Gitarren stellten sie in eine Reihe mit Kitchens of Destinction, Buffalo Tom, Come und den anderen üblichen Verdächtigen des Independents.
Mit ihrem dritten Album „Dust bunnies“ änderten sie ihren Sound etwas. Er klang jetzt poppiger, nicht mehr so getragen wie auf den beiden Vorgängern. „Geek“, der Albenoper hatte gar eine luftig, fröhliche Grundstimmung. Das war neu und wurde mit „What friends“ im Verlauf des Albums noch weiter ausgebaut. Nun ja, 1997 ist nicht 1992.
Konsequenterweise machten sie im nächsten Jahrtausend genau hier weiter. Album Nummer sieben brachte sanfte Pluckerbeats und ein bisschen St. Etienne in den Bettie Serveert Kosmos. Nicht die schlechteste Wahl für eine Band, die mittlerweile 20 Jahre existiert und sich weiterentwickeln möchte. Gerne sagt man dann, eine Band wird erwachsen. Mit Bright Eyes „Lover, i don’t have to love“ ist auf “Bare stripped naked” auch eine der besten Coverversionen aller Zeiten verewigt.
Aber wie es so ist, nachdem man sich in anderen Bereichen ausgetobt hat, kehrt man zu dem zurück, womit man begann. Und so ist das aktuelle Album wieder rockiger und geradliniger (ach, blödes Musikbeschreibungswort, ich weiß). Stört mich nicht, ich mache jeden Rhythmuswechsel mit.

Die Kreativität muß raus: Anfang des Jahres veröffentlichten Carol van Djik und Peter Visser als me & Stupid ein wunderbares Popalbum.

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Carol van Dijk

Carol van Dijk

Wie viele LieblingsmusikerInnen hat ein Mensch in seinem Leben? Musiker, die einen länger als eine Dekade begleiten, Musiker, denen man komische Alben oder merkwürdige Projekte ohne Zögern verzeiht. Eine Handvoll vielleicht?
Fragen über Fragen, auf die ich keine Antworten kenne. Statistische Untersuchungen zu diesem Thema scheint es nicht zu geben, obwohl ich sie mir durchaus interessant und lohnenswert vorstelle. Ich vermute Unterschiede nach Alter, Bildungsgrad, Kulturinteresse und Geschlecht. Die üblichen Faktoren halt, die in sozial-statistischen Erhebungen immer irgendwie eine Rolle spielen.
Ich habe LieblingsmusikerInnen; natürlich. Wer diesen Blog aufmerksam verfolgt kennt sie sicherlich auch beim Namen. Und über die möchte ich so viel wissen wie möglich.

Eine von ihnen ist Carol van Dijk. Carol, wer? Ach, lest selbst nach, ich möchte nicht immer erklären. Das Internet ist schließlich eine Verweis- und keine Kopiermaschine.

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