| Ein Blog über Musik und Konzertbesuche |

TTNG – Bochum, 03.09.2013

Ort: Bahnhof Langendreer, Bochum
Vorband: Mylets

TTNG

TTNG.
Als ich den Namen im Frühjahr zum ersten Mal bewusst hörte und las, habe ich ihn zugegebenermaßen nicht direkt mit „This town needs guns“ in Verbindung gebracht. Warum auch? Das aktuelle Album 13.0.0.0.0 der Engländer ist noch mit „This town needs guns“ bezeichnet. Also warum hat die Band ihren Namen geändert? Waren es kleine pazifistische Gründe, die sie dazu bewogen haben oder gefiel er ihnen nur nicht mehr?
Auf ihrer tumblr Seite entdeckte ich dazu folgendes Statement:

“I’d also like you to know that my personal want to move away from the full name is completely abstract from any current events or social pressures of political correctness. When the boys asked me if I would consider joining the band, the name made it very difficult for me. I eventually got perspective and realised that the opportunity to work with such amazing musicians was way more important than my dislike of a silly band name. It wasn’t until in the band that the gravity of the name became more obvious, and that it wasn’t just a silly band name. With stories of people being on the receiving end of abuse for wearing the band’s t-shirts, the importance of context on the name was clear – without the knowledge that it was the name of a band, the statement ‘this town needs guns’ is left to be taken literally. As we continue promoting the bands music, the name is going to find itself in more and more places without this qualifying context to excuse it.
I am an adamant pacifist and the idea of guns and indeed any form of violence turns my stomach. The idea of attaching myself to such a statement, that can so readily be taken out of context, and irony overlooked, has felt like a real compromise on my integrity.
Anyways, we are not violent people, we don’t make violent music, why should we have a violent name? I often wonder how many people have been put off listening to the band assuming that the music is really heavy.
So why not change to a completely new name all together? Because we’re still the same band. We still play old songs and want to continue doing so. Sure the band’s evolved since the last release, but TTNG has always been in a state of flux throughout the bands history. In fact, on the album ‘Animals’, for which the band is most known, Stu was the only original member. So that’s it, we’re still the same band, we’re just moving forwards. Changing the name all together would sever the link between the old material and the new and remove it from being seen as the progression that it is as a whole body of work.”

TTNG dann also. (mehr …)

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Gisbert zu Knyphausen – Bochum, 12.03.2012

Ort: Kulturbahnhof Langendreer, Bochum
Vorband: Steffen Nibbe

Was für ein großartiger Abend mit Gisbert zu Knyphausen im alten Kulturbahnhof Langendreer. Viel zu spät beendete die Band ihr Konzert, es schien so, als wollten sie gar nicht mehr aufhören.Anders als die jungen Bouranis hat Knyphausen es wirklich drauf. Ihm fehlen nicht die Worte und die unaufdringliche Melancholie, um die schönen Leiden des jungen Lebens auf den Punkt zu bringen. Dass er dabei vier Musiker um sich versammelt, die alle ihr Handwerk mehr als perfekt verstehen, macht ihm die Sache einfach und ein Knyphausen & Band Konzert zu einer runden Angelegenheit.
Gisbert zu Knyphausen also. Der Name sagte mir lange Zeit nicht viel, ach was, er sagte mir überhaupt nichts. Da konnten alle um mich herum noch so von seiner Musik schwärmen, ich wollte ihn partout nicht kennenlernen. Einladungen mit zu seinen Hoffesten zu fahren, ließ ich verpuffen. Was soll das, irgendwo in Rheinhessen auf einem Weingut ein SingerSongwriter Konzert anzugucken. Der Weg ist zu weit, die Aussicht auf melodramatisches Akustikgitarrengeklimper schien mir nicht lohnenswert genug. Und überhaupt, wo liegt dieses Eltville eigentlich. Und Wein können die Besucher dort auch verköstigen? Na das klang mir doch sehr nach einem gemütlichen Jazz- Frühschoppen. Ich Ahnungsloser!
Was ich damals nicht wusste: Die Knyphausens gehören zu einer der alten Winzerdynastien in Deutschland, ihr Weingut im klassischen deutschen Rieslinggebiet, dem Rheingau, gehört zu den etablierten im Land.
Was ich auch nicht wusste, Gisbert zu Knyphausen ist der deutsche Singersongwriter mit den besten Melodien, der schönsten Traurigkeit und den intelligentesten Texten.
Das entdeckte ich aber erst später. Irgendwann lag dem Rolling Stone ein Knyphausen Live Album bei. Und wie alle Musikmagazin CDs landete auch diese CD im Auto. Auf einer längeren Autobahnfahrt war es dann soweit. Die CD lief und lief und lief und ich erkannte meine Fehleinschätzung. Von da an war es ein Ziel, diesen Knyphausen einmal in einem Konzert live zu sehen.
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Die Sterne – Bochum, 03.02.2012

Ort: Kulturbahnhof Langendreer, Bochum
Vorband:

Die Sterne

Dieser fehlende Schneidezahn ließ mir lange Zeit keine Ruhe. Hatte meine Lüner Kieferorthopädien damals nicht immer gesagt, dass man mit schiefen (oder gar keinen Zähnen) nie im Fernsehen auftreten und bekannt wird – von berühmt erst gar nicht zu reden. Und so wurden mir alle Zahnspangenvariationen aufgezwungen: lose Spange, Spange mit Kopfgurt, feste Klammer. Scheinbar wollten meine Eltern, dass ich mal im Fernsehen auftrete, ich wollte das nie. Aber als Kind hat man die ungünstigere Ausgangsposition. Und wozu das ganze Malheur? Geholfen hat die Quälerei nur bedingt, aber meine Leichtgläubigkeit Zahnärzten gegenüber ist seit dieser Zeit fast auf den Nullpunkt gesunken.
Und überhaupt: Mit schlechten Zähnen wird man nicht berühmt! Wem als Antwort Frank Spilker nicht reicht (was ich durchaus verstehen könnte, denn die Sterne waren lange nicht im Fernsehen) dem rufe ich „Steve Buscemi“ entgegen. Und damit ist das Thema durch und die Überschätztheit kieferorthopädisch korrekter Zähne bewiesen. Aber spätestens mit der großen Verbreitung von Stevia als Zuckerersatz bekommen Zahnärzte sowieso ein Kundenproblem. Also genug der Sticheleien.
„Er hat immer Hunger, er muss immer essen“, meine Lieblingszeile von den Sternen und zugleich mein erster Sternekontakt. „Universal Tellerwäscher“ auf irgendeinem Kassettensampler. Lange ist das her, vielleicht 20 Jahre. In diesem Jahr werden die Sterne 20, so lese ich.

Begonnen hat die Geschichte im ostwestfälischen Provinznest Bad Salzuflen. Ende der Achziger veröffentlicht dort das Label „Fast Weltweit“ diverse Singles und Cassetten-Sampler. Aus diesem Umfeld stammen auch Jochen Distelmeyer (Blumfeld), Bernd Begemann und eben Frank Spilker. Der nennt seine zu der Zeit in wechselnder Besetzung auftretende Band Die Sterne.
1991 zieht Spilker nach Hamburg, lernt dort die anderen Bandmitglieder kennen und seitdem gibt es die Sterne, wie wir sie kennen. Nach ein paar Gigs als Serge-Gainsbourg-Coverband erscheinen erste Singles und Sampler-Beiträge bei L’Age D’Or. (laut)

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