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mansun

Mansun sind komische Leute, könnte man meinen. Da platzieren sie sich 1997 mit ihrem britpopigem Debütalbum „Attack of the grey lantern“ vor Blurs „The great escape“ auf Platz eins in den britischen Charts, werden die Lieblinge der britischen Musikszene und veröffentlichen 1998 mit „Six“ ein zweites Album, dass von Britpop so weit entfernt ist wie Tocotronic vom deutschen Schlager.
Ein mutiger Weg, der aber die Wandlungsfähigkeit ihrer Musik verdeutlicht. Erst recht wenn man das dritte Alben mit hinzunimmt. „Little kix“ ist ein sensationelles Album, vielleicht ihr bestes, und wiederum komplett anders als der Vorgänger.
Zu dieser Zeit existierten Mansun fünf Jahre.
1995 fanden sich Paul Draper und Stove King in ihrer Heimatstadt zusammen, um die Band zu gründen. Nach einigen Namenstests einigte man sich auf den Bandnamen „Mansun“ (als Kürzel der Version A man called sun) und veröffentlichte EPs auf dem eigenen Label „Sci-Fi-Hi-Fi-Records“.
1997 erschien das Debütalbum, ein Jahr später ihr erstes Meisterwerk „Six“. Ich denke, dass es eines der wichtigeren Alben der 90er Jahre ist. Nach OK Computer und neben den ungefähr zeitgleichen Veröffentlichungen von „This is hardcore“ „Blur“ setzten Mansun eigene Ideen, um dem auslaufenden Britpop neue Impulse zu geben. Sie bevorzugten den Kunst- und Glamfaktor, was die Band brachte in die Nähe von Brett Anderson und Co. Brachte. Allerdings setzten sie die Stilmittel konsequenter und radikaler um.
Ihre Videos waren Farbspielereien, ihre Songs wuchsen an die 10 Minuten Marke heran. Aus drei regulären Alben und den zwei vorgeschalteten EPs (Mansun produzierten 1996 und ’97 insgesamt sechs EPs) wurden 16 Singles ausgekoppelt und insgesamt 75 B-Seiten veröffentlicht.
Und sie liebten es, Konzeptalben zu machen. War „Six“ noch verzwirbelt, wild und rockig, mit vielen Stilbrüchen, heftigen Rhythmuswechseln und ausufernden Songs, so ist „Little kix“ als Gesamtwerk von „The Beginning“ bis „Goodbye“ ein Hörgenuss aus melancholischen und weichgespülten, sehr radiosingletauglichen Popsongs. Von Harfen und Geigen über 80er Anleihen im Pop von Duran Duran ist alles dabei. „Soundtrack 4 2 lover“, „Electric man“, „We are the boys“, zeitlose Hits und unbedingte Anspieltipps des Albums. Auch „Little kix“ ist für mich eines der besten Alben der ausgehenden 90er.

Mansun // kurze Kurzbio
– Stil: Pop, Avantgarde
– gegründet 1995
– Auflösung 2003

Mansun // wichtige Mitglieder
Paul Drapper (Gitarre, Gesang)
Dominic Chad (Gitarre)
Andie Rathbone (Schlagzeug)
Stove King (Bass)

Mansun // Alben
1997 Attack of the grey lantern
1998 Six
2000 Little kix

Mansun // unser Kennenlernen
Über unser Kennenlernen habe ich keine Erinnerungen mehr. Mansun waren irgendwann einfach da, ohne markantes Ereignis, ohne eingeprägte Situation. Vielleicht war es ein Samplerbeitrag (Akte X), der mich aufmerksam machte, oder eine Single im Radio oder ein Video bei MTV.
Ach, ist ja auch wumpe.
Was ich mit Mansun verbinde und was mir im Gedächtnis geblieben ist, war ihr Support für die Manic Street Preachers im Düsseldorfer Tor 3. Es war eines der besseren Konzerte, die ich seinerzeit gesehen hatte. Damals war mein Geld noch knapper und die Fahrten zu Konzerten noch weiter, sodass ich nicht so viele besuchen konnte. Ich musste auswählen, genau kalkulieren und so war jedes Konzert ein Highlight, was die große Bedeutung des Mansun Auftritts noch verstärken mag.
Hängen geblieben bin ich auch immer mal wieder an den beiden tollen Mansun Alben „Six“ und „Little kix“. Einmal im Jahr überfällt es mich und ich muss ihre Popoperetten zwischen Duran Duran, Depeche Mode und Queen in einem durchhören. Die Albenversionen von „Six“ oder „Being a girl“ sind sensationelle 8 Minuten lang. Völlig verzwirbelt, voller Ecken und Brüche, völlig wild. Es sind drei Songs in einem, oder sechs Songs in zweien.
Aber Mansun können auch perfekte Popsongs schreiben. „I can only dissapoint u“ oder „White open space“ sind Hymnen, die mich immer an „Butterfly on a wheel“ erinnern.
Ach ja, Mansun waren eine großartige Band und eine Besonderheit in der „Roll with it” vs. “Country House” Ära der britischen Musikwelt. Und auf einmal waren sie weg. Im neuen Jahrtausend gab es bis auf eine Best-of und ein Boxset unveröffentlichter Songs nichts mehr von ihnen zu hören oder zu sehen.

Mansun // Lieblingssong
alle

Mansun // Noch was?!
Wären Mansun eine 00er Jahre Band, dann wären sie The Cooper temple clause. Nur nicht so laut.

Mansun // Links
@ myspace
@ youtube
@ lastfm

frank

"I can't go away with you on a rock climbing weekend - What if somethings on tv and its never shown again - Its just as well I'm not invited I'm afraid of heights - I lied about being the outdoor type."