| Ein Blog über Musik und Konzertbesuche |

The Jesus and Mary Chain – Köln, 25.04.2017

Die Band The Jesus and Mary Chain hat mich nie sonderlich berührt. Das gebe ich offen und unumwunden zu, finde es aber, je länger ich an diesem Tag darüber nachdenke, umso merkwürdiger. Es überrascht mich deswegen, weil The Jesus and Mary Chain all das vereinigen, was mich seit meinen 20er Jahren in der Musik und an Bands fasziniert: Gitarren, Lärm, Hoffnungslosigkeit. Gerade Ende der 1980er Jahre, als ich viel House of love, The Sundays, Kitchen of distinction oder My bloody valentine hörte, hätten sie perfekt in meine Lebenssoundtrackplaylist gepasst. Doch hätte, hätte Fahrradkette. The Jesus and Mary Chain fand nicht statt. Nicht so richtig zumindest. Also nicht in dem würdevollen Maß, das sie verdient hätten. Natürlich kannte ich „Head on“ (und das nicht erst seit Trompe le Monde und den Pixies), „Blues from a gun“, „April skies“, „Just like honey“ oder „Some Candy talking“,

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Primavera Sound Festival – Barcelona, 24.05.2013

Ort: Parc del Forum, Barcelona
Bands: Merchandise, Django Django, The Breeders, The Jesus and Mary Chain, James Blake, Blur, Sex Jams, Swans

Merchandise

„Ola luna!“ (Damon Albarn)
Der Freitag ist der Hauptkampftag des Primavera. Schon früh ist es voll auf dem Festivalgelände. Wir beginnen früh gegen 19 Uhr den Tag und entscheiden uns zum einzigen Mal an diesem Tag (na ja, nicht ganz) gegen eine der beiden großen Bühnen und für Merchandise auf der ATP. Wie kommt bloß auf die Idee, seine Band so zu nennen? Carson Cox (Gesang), David Vassalotti (Gitarre), Patrick Brady (Bass) aus Tampa (Florida) hatten diese Idee und finden sich nun auf der ATP Bühne wieder. Aber nicht nur dort sollten sie uns über den Weg laufen. Auch für das morgige Parkkonzert waren sie nominiert und überdies spielen sie am Sonntagabend noch eine Show im Apollo. Ja, für Merchandise ist dieses Primavera Schwerstarbeit. Beim vorhören möglicher sehenswerter Bands machten Merchandise das Rennen gegen die zeitgleich spielenden Peace, Kurt Vile und Nick Waterhouse. Ihr, ich schreibe mal, Postrock gefiel sehr und live bestätigte sich der Eindruck nach wenigen Minuten. Merchandise waren somit unser Eröffnungstag für den Hauptbühnen Tag. Nach Django sollten die Breeders, The Jesus and Mary Chain, James Blake und Blur unsere Aufmerksamkeit erhaschen. Da tat es ganz gut, sich im kleinen Warmzulaufen. Der erste Tag steckte nur noch leicht in den Knochen, die Kondition war noch nicht angeschlagen, obwohl es nach zwei Nächten mit wenig Schlaf durchaus berechtigt gewesen wäre.
Merchandise erinnerten mich irgendwie an Glasvegas. Musikalisch ist das unsinnig und ich erntete zurecht Kopfschütteln, als ich meinen Mitguckern davon erzählte, denn ihr langgezogener Post-Punkrock hat nun so gar nichts mit den quälenden Rock der Glasgow-band gemein. Trotzdem, ich wurde diese Referenz nicht los. Die Band spielt ewig lange Songs. Immer wenn man glaubt, es geht nicht mehr weiter, kommt noch eine Wendung, noch ein Bruch und es folgen Minuten von melodischen Gitarrenlärm. „Winter’s Dream“ ist ein gutes und treffendes Beispiel dafür. So sind ihre Songs zwar langatmig, aber nie langweilig. Ein Blick nach Spotify zeigt mir gerade, dass es schon vier Platten von Merchandise gibt, und das – die Ausnahme ist das aktuelle Album „Total nite“ – ihre Songs gar nicht so lang sind wie sie live gespielt wurden. Sei es drum, Merchandise gefielen sehr und ihre aktuelle scheibe ist gekauft.
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