| Ein Blog über Musik und Konzertbesuche |

New Order – Berlin, 11.11.2015

Alaaf. In Berlin ist vom Karneval allerdings und Gott sei Dank nicht viel zu spüren. Die Panzerknackerbande im U-Bahnhof Stadtmitte ist die einzige und traurige karnevalistische Erscheinung an diesem Abend. Karneval ist nicht des Preußens Tasse Tee. Wir nähern uns dem Tempodrom, einer kreisrunden Arena im Zirkuszeltstil. Es ist bereits voll, als wir ankommen. Das wundert nicht,

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New Order – Brüssel, 17.10.2011

Ort: Ancienne Belgique, Brüssel
Vorband:

New Order - Brüssel 2011

Der Abend begann mit Walter Benjamin. Zwei Zitate des Philosophen eröffneten einen der beiden Kurzfilme, die um halb neun herum über die Bühnenleinwand flackerten. (Eigentlich begann der Abend um acht Uhr mit einem DJ Vortrag, aber dazu weiter unten ein Satz mehr). Libanon oder Beirut hieß der erste Kurzfilm, der zweite Film war ein quasi Video zum Notwist Song „Gone, Gone, Gone“. Es waren Filme des Regisseurs Michael Shamberg, für den dieser Abend und der darauffolgende in Paris veranstaltet wurden. Shamberg, der eng mit der Band New Order verbunden ist, mehrere Videos und Livedokus mit und von ihnen aufnahm, ist schwer erkrankt und die Band veranstaltet für ihn zwei Benefizkonzerte.

„Das Einzigartige an der Arbeit mit New Order war, dass ich vollkommen frei entscheiden konnte, was ich machen wollte. Im Gegensatz zu Vertretern von Plattenfirmen etwa musste ich nie um die Gunst des Regisseurs buhlen. Ich konnte den Regisseur selbst wählen und musste nie etwas schriftlich abliefern und absegnen lassen. Viele der Regisseure, für die ich mich entschied, waren Künstler und Filmemacher, die mit Musikvideos bis dahin nichts am Hut hatten. Viele von ihnen kannten noch nicht einmal die Band oder deren Musik. Bei „True Faith“, dem erfolgreichsten Video, führte Philippe Decouflé Regie, ein Choreograph aus Paris, dem der Song noch nicht einmal gefiel! Die Produktion jedes einzelnen Videos war einzigartig. Zugegeben, einige waren erfolgreicher als andere, aber die meisten bedeuten immer noch etwas ganz Besonderes für mich. Ich konnte mit vielen meiner Helden und Idole arbeiten – ich meine nicht nur die Künstler und Regisseure, sondern auch Kameraleute wie Lachman, Henri Alekan, Roger Deakins und John Mathieson, oder Schauspieler wie Jane Horrocks und Bill Paxton, oder den Cutter Tony Lawson… – eine Liste, die ich endlos weiterführen könnte.“ (M. Shamberg, 2005)

Soweit die (Vor)Geschichte zu diesem innerhalb weniger Stunden ausverkauften Konzert im Brüsseler Ancienne Belgique.
New Order wurden somit für mich zu einem mehr als hervorragenden Ersatz für das tags zuvor ausgefallene Soul Asylum Konzert an gleicher Stelle.* Dieses Konzert war mein eigentlicher Hauptgrund, an diesem Wochenende nach Brüssel zu fahren. Und da ein Konzert pro Städtereise nicht lohnt, wollte ich am Montagabend noch Yuck nachschieben. Ein schönes Doppelpack für ein verlängertes Wochenende, so schien es mir.
Doch dann kamen mir New Order dazwischen, und die Pläne wurden ein erstes Mal über den Haufen geworfen. Okay, Yuck sind gestrichen, aber, oh wie toll, was für eine Altherrenveranstaltung wird denn diese Brüsselfahrt! Dass vor einigen Tagen dann das Soul Asylum Konzert abgesagt wurde (terminliche Schwierigkeiten, wie es dann so gerne heißt) war zwar ärgerlich, aber doch auch verschmerzbar. Es wäre zwar toll gewesen, Dave Pirner nach Jahren erneut live zu sehen, allerdings habe ich Soul Asylum bestimmt 15 Jahre nicht mehr gehört. Also, abgehakt unter: wäre nett gewesen.
Und so blieben von zwei Konzertabenden einer übrig, der, und das ist mir heute auf der Zugfahrt noch mal so richtig klar geworden, sehr nachhaltig für mich sein wird. Ich war gestern schon nach dem Konzert sehr angetan von den 90 Minuten und sehr davon überrascht, wie gut ich Songs wie „True faith“ oder „Bizarre love triangle“ noch leise mitsingen kann. New Order scheinen mir wichtig zu sein, so etwas wird einem erst in solchen Momenten bewusst.
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