| Ein Blog über Musik und Konzertbesuche |

My bloody Valentine – Köln, 05.09.2013

Ort: Live Music Hall, Köln
Vorband:

My bloody Valentine

„All the songs sound the same“ heisst eine alte Wedding Present Platte. Das passt auch zu MBV. Da ihre Konzerte immer gleich ablaufen, reicht eine musikalische Zusammenfassung zu beiden Abenden.
Bei Lieblingsbands lege ich die Messlatte immer sehr hoch an. Das geschieht unbewusst, eher in einer Art Selbstverständlichkeit. Die mag ich, die sind toll, also müssen sie auch live toll sein. So in etwa sind meine Gedanken. My bloody Valentine gehören zu meinen Lieblingsbands. „Soon“ ist einer meiner liebsten Lieblingslieder. Dieser klackernde Beginn, das gehauchte „Wake up“, bei dem ich früher „Rave on“ verstand, was in meinen Augen sehr gut passte, der monotone Endpart, bei dem ich immer denke, das könnte jetzt noch Stunden so gehen oder aber in der nächsten Sekunde vorbei sein. „Soon“ ist famos, „You made me realise“ und „When you sleep” ebenso. An das erste Konzert habe ich nur eine genaue Erinnerung, das ist Jahre her, irgendwann zu Beginn der 90er im Kölner E-Werk. So kam der kleine Konzertausflug nach Glasgow Anfang des Jahres gerade recht. Und was soll ich sagen, das Konzert im Glasgower Barrowland war famos. Einer dieser hundertprozentigen Abende, an den auch der kalte Wind auf dem hin und Rückweg nichts ändern konnte. My bloody Valentine waren mit neuem Album auf Tour, gut es nicht verpasst zu haben. Vom neuen Album spielten sie nicht viel 3 Songs, um genau zu sein. Der Rest war „Loveless“ und viel „You made me realise“ EP. Eine sehr gute Setlist also für Historiker und Nostalgiker, alle wichtigen Songs waren dabei.
Gestern In Eindhoven und in Köln war das nicht anders. Im Gegensatz zu Glasgow spielten sie jedoch weniger Songs und sie änderten die Reihenfolge. Nun endlich stand „You made realise“ am Schluss des Sets, da, wo es aufgrund des Lärms und Längenparts in der Mitte spannungstechnisch am richtigsten hingehört. „You made me realise“ ist sowas wie das Kernstück des Konzertes. Der Song, an den man sich wohl am längsten erinnert. Zumindest geht es mir so. In Glasgow waren es famose 14 Minuten, mit einem irre langen Zwischenpart, in Eindhoven, dauerte das Gewitter gerade mal 4 Minuten, in Köln wenigstens doppelt so lang. Auch gleiche Konzerte haben Unterschiede. Es war nicht der einzige. (mehr …)

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My bloody Valentine – Eindhoven, 04.09.2013

Ort: Effenaar, Eindhoven
Vorband: Dirk Serries’ Microphonics

My bloody Valentine

In Glasgow war es in unserer kleinen Reisegruppe das geflügelte Wort „MBV bring it to another dimension.“ Irgendein Plattenverkäufer in einem Platten laden sagte das, als er erfuhr, das wir wegen des My bloody Valentine Konzertes im legendären Barrowlands in der Stadt seien.
Und ja, er hatte verdammt nochmal recht. Das Glasgow Konzert meiner alten Indiehelden war grandios und sehr eindrucksvoll. Es war eine gute Idee, diesen Ausfllug zu unternehmen und die Band knappe 20 Jahre später so noch einmal live zu sehen. Und das nicht nur wegen der gar nicht so lauten Lautstärke, des 10 Minütigen Zwischenspiels in „You made me realize“ (gerne auch Holocaust Section genannt) oder der Reminiszenzen an die guten alten britischen Indietage.
Es war im Ganzen ein sehr stimmiger und schlüssiger Abend mit einer sehr elanvollen und spielfreudigen Band, die am Beginn ihrer großen Europa/Welt- Tour stand. Und die nach vielen Jahren ein neues Album veröffentlicht haben. Endlich, wie manche sagen.
Als in der Folge immer mehr MBV Konzerte angekündigt wurden und auch die räumliche Entfernung immer geringer wurde, war klar, dass ein solcher Eindruck nicht genügt. Nein, er sollte durchw eitere Liveerlebnisse manifestiert werden müssen. So waren schnell Tickets für ihre Konzerte in Eindhoven und Köln bekauft, auch Luxemburg war im weiteren Fokus. Eindhoven war für Anfang Mai angesetzt, Köln für Mitte September. Das waren gute Zeitabstände, alle Monate ein MBV Konzert (oder generell ein Konzert der gleichen Lieblingsband) ist erträglich, das satt sehen so vermeidbar.
Luxemburg wurde dann schnell abgesagt, und Eindhoven und Köln meldeten nicht das schnelle ausverkauft, wie wir es erwartet hätten. Wir waren überrascht, aber scheinbar sind MBV 2013 doch nicht mit der großen Musikrelevanz bestückt, die wir in ihnen sehen. Ab und an verzerrt Bandfantum doch die Sichtweisen sehr. Aber sicher taten auch die doch hohen Ticketpreise von knappen 40 Euro (für Köln) ihr übriges. Ein schon sehr happiger Preis, wie ich finde. Doch sowas schreckt uns nicht ab, und eine kleine Nachfahrt ins Nachbarland schon rein gar nicht.
Doch dann begann das, was im Nachhinein ärgerlich war. Eindhoven wurde verlegt, in den August. Köln wurde verlegt, allerdings nur um ein paar Tage. Dann wurde Eindhoven erneut verlegt und plötzlich war es so, dass beide Termine an nacheinander folgenden Tagen angesetzt waren. Was bei anderen Konzerten große Freude auslösen würde, hang über den MBV Konzerten aus unerfindlichen Gründen wie ein Damoklesschwert. Irgendwie überwog das Grummeln über die Vorfreude. Ich konnte mich überhaupt nicht für beide Abende motivieren. (mehr …)

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My bloody Valentine – Glasgow, 09.03.2013

Ort: Barrowland, Glasgow
Vorband: Le Volume Courbe

My bloody valentine

1992. Die Roadies von My bloody Valentine haben nach einer großen Ewigkeit der Rückkopplungen und des ohrenbetäubenden Lärms die Verstärker ausgeschaltet. Endlich Ruhe. Was war das denn gerade? Ich war tief beeindruckt. Gut, es war in der Hauptsache Rückkopplungsgefiepse, aber in der Summe mit all dem vorangegangen Lärmausbrüchen und Gitarren war es mehr als das. Es war ein grandioser Konzertabschluss eines überwältigenden Konzertes. Wäre es nicht so gewesen, hätte ich nicht mehr so detaillierte Erinnerungen.
Daher war eine Diskussion absurd, als die Idee entstand, My bloody Valentine im März diesen Jahres in Glasgow anzuschauen. 21 Jahre nach diesem Konzertereignis war es eine Herzensangelegenheit, My bloody Valentine nochmals live zu sehen. Dass die Briten nach fast genauso langer Zeit ein neues Album veröffentlicht haben, nahm ich da schon eher beiläufig zur Kenntnis. Das Liveerlebnis aber war mir wichtig, das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Vom neuen Album „MBV“ hatte ich bis zu diesem Samstagabend gerade mal die ersten die Songs gehört. Danach war aber klar: My bloody Valentine klingen 2013 genauso wie 1992, es hat sich nichts geändert. Die übrigen Songs würde ich mir dann im Barrowland in Glasgow anhören.
Um in den Konzertsaal zu gelangen, mussten wir in die dritte Etage. Der Saal ist kurz vor Konzertbeginn knapp zur Hälfte gefüllt, wenn My bloody Valentine in anderthalb Stunden auftreten werden, ist er gerammelt voll. Es war ihr zweites Konzert auf der Insel, nachdem sie im Jahr bereits einige Konzerte in Asien und Australien gespielt haben.
Am Abend zuvor spielten sie in Birmingham, die Setlist des Konzertes versprach einige Ohhs und Ahhs. Sehr schade fand ich, dass „Don’t ask why“ wohl nicht gespielt wird, überraschend fanden wir, dass sie wohl nur drei neue Songs spielen. Nun, vor Konzertbeginn Setlisten googlen ist eigentlich nicht mein Ding, aber dieses Mal siegte die Neugierde. Wir sahen schließlich My bloody Valentine und nicht irgendeine Band. Eine gewisse Grundspannung und große Vorfreude lag in der Luft, als wir uns zu Fuß in Richtung Glasgower Innenstadt aufmachten. Das noch am Tag als sehr kalt empfundene Wetter war gar nicht mehr so störend, der gut 20 minütige Weg kam mir viel kürzer vor als am Nachmittag, als wir am Barrowland ankamen.
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