| Ein Blog über Musik und Konzertbesuche |

Deerhoof – Berlin, 16.02.2015

Wir sitzen in der U1 Richtung Hallesches Tor. Um Mitternacht ist das U-Bahn fahren manchmal nervig, an diesem Abend stört jedoch niemand die nächtliche Ruhe. Gegenüber von uns sitzen drei junge Erwachsene, die – genau wie wir – aus dem Lido kommen. Die beiden Jungs haben Platten gekauft, sorgsam verstauen sie sie in Jutebeuteln und beginnen, sich über das Deerhoof Konzert zu unterhalten.

Weiterlesen

of Montreal – Berlin, 01.03.2014

Ort: Lido, Berlin
Vorband: The Anna Thompsons

of Montreal
In der einzigen Zugabe des Abends spielen of Montreal als 15 Minuten Wahnsinnsorgie „The past is a grotesque animal“ und allerspätestens nach dem furiosen Infernofinale, das sich an die letzten Textzeilen „and none of our sectrets are physical now“ anschließt, bleiben keinerlei Fragen mehr offen. Einzig die Münder im ausverkauften Lido müssen wieder zugeklappt werden.
Wow, was für eine Show der Amis um die größte Diva des Indiebusiness, Kevin Barnes!
Gute anderthalb Stunden spielten uns of Montreal in ein Paralleluniversum, verzauberten uns mit Disco- und Funkklängen, verschoben uns mit lauten Gitarren und wilden Keyboards in eine andere Welt. Grandios, grandios.
Der Morgen in Berlin begann in den 80ern. Vor mir an einer Ampel irgendwo zwischen Kreuzberg und Neukölln steht Meg Ryan. Also nicht die aktuelle Meg Ryan, sondern die Meg Ryan aus Harry & Sally. Schulterlanges dauergewelltes Haar, metallgefasstes Brillengestell, im Schulterbereich angepolsteter Lodenmantel, bis zu den Knöcheln hochgekrempelte Jeanshose. Ich könnte sie für so viel Authentizität umarmen. Ob dieses Mädchen weiß, wie perfekt sie aussieht? Sicherlich. Dieses Berlin ist in diesen Tagen sehr achtziger. Ins Cafe zum Frühstück fahren sie auf klapprigen Rennrädern und Rundhalspullovern, rauchen Dunhill und zum Joggen kleidet man sich wie weiland Dustin Hofmann im Marathon Mann. Mode und ihre zyklischen Wiedergeburten, ein Kapitel für sich. Aber lustig sieht es allemal aus. (mehr …)

Weiterlesen

Ja, Panik – Berlin,13.02.2014

Ort: Lido, Berlin
Vorband: Oum Shatt

Ja, Panik

Heimspiel für Ja, Panik?! Das Lido war ausverkauft, aber die Zuschauer nicht ganz unkritisch. Aus zwei unterschiedlichen Ecken hörte ich das böse Wort Schlager, wenn man auf die neue Platte Libertatia zu sprechen kam. Tatsächlich gibt es einige Lieder auf Libertatia, die einen schlager-esken Anstrich haben, wie z.B. „Au revoir“ (das aber trotzdem wirklich schön ist). Ich war jedenfalls sehr gespannt auf den Auftritt von Ja, Panik in Kreuzberg.

Vorab gab es eine Band namens Oum Shatt, die eine hochinteressante und ziemlich tanzbare Mischung aus Countrygitarre und arabischen Klängen brachte, verbunden mit stampfenden Drums und aufgelockert durch Keyboard. Es ist manchmal einfacher Musik zu beschreiben, wenn man eine Referenzband zur Hand hat, aber im Fall von Oum Shatt ist das schwierig, weil ihr Sound ziemlich einzigartig ist. Mir haben sich jedoch Django Django aufgedrängt, die mit ähnlichen Gitarren arbeiten, und abgehackte und sehr rhythmische Drums verwenden. Modisch sind vor allem der Gitarrist mit in Gummistiefeln gestopften Hosenbeinen sowie der sehr coole Drummer herausgestochen. Es war also eine sehr kurzweilige Vorbereitung auf Ja, Panik. (mehr …)

Weiterlesen