| Ein Blog über Musik und Konzertbesuche |

Lee Ranaldo & The Dust – Köln, 13.11.2013

Ort: Gebäude 9, Köln
Vorband: Bart Hopkin & Yuri Landman

Lee Ranaldo

„X-tina as i knew her“, wer diesen Song nicht liebt, der isst auch kleine Kinder. Das muss mal so gesagt werden. „X-tina as i knew her“ oder kurz „X-tina“ ist DER Song von Lee Ranaldos letztjährigem Album Between the time and the tides, der mich vollends von den Beinen gerissen hat. Erst auf Platte, und dann auch im Gebäude 9, wo Lee Ranaldo und seine Band vor gut 12 Monaten auftraten. „Did anybody see us last year?“ die Frage zu Beginn des 2013er Konzerte wurde mit eifrigem Nicken beantwortet. Ich war nicht der einzige, der sich das Spektakel ein zweites Mal binnen anderthalb Jahren entgehen lassen wollte. Es waren zwar dieses Mal weniger Besucher als seinerzeit, aber es sind tendenziell immer die gleichen Gesichter, die sich bei solchen Konzerten rumtreiben.
„X-tina“, mir fällt es schwer, nicht einfach nur über diesen Song zu schwärmen, diese sieben bis acht Minuten Schönheit, zum zurücklehnen und wegträumen, zum leicht mit dem Kopf dahinwippen, zum Nachdenken, zum gute Laune kriegen. „X-tina“ schafft dies alles bei mir, spielend leicht, ohne Verzögerungsmomente und auch wegen ihm besuche ich Lee Ranaldo Konzerte. Irgendetwas stellt dieser Song mit mir an, benennen kann ich es jedoch nicht. Wenn mich einer nach meinem Musikgeschmack fragen würde, ich würde „X-tina“ als Blaupause angeben. Und live ist er noch eine Spur besser als auf dem heimischen Sofa.
Dreimal sah ich Lee Ranaldo und seine Band seit Juli letzten Jahres. Er ist in diesem Zeitraum mein meistgesehener Musiker ist. Und das sehr zurecht. Seine beiden Alben finde ich ganz groß, Between the time and the tides hat eigentlich nur Hits und rechtfertigte im Sommer im Rahmen meiner Sonic Youth Wochen eine Stadtfahrt ins belgische Hasselt allemal.
Der Abend beginnt mit zwei neuen Songs. (mehr …)

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Lee Ranaldo – Hasselt, 15.06.2013

Ort: Kunstencentrum Belgie, Hasselt
Vorband:

Lee Ranaldo

Ich kannte mal einen Menschen, der möchte die Benelux-Länder überhaupt nicht. Ungefragt bekam ich jedes Mal Gründe vor den Latz geknallt, wenn ich anfing, von Brüssel zu schwärmen. Denn ich mag Brüssel und Belgien. Seitdem ich hier wohne, und die Entfernung nicht mehr so weit ist bis ins Nachbarland, fahre ich sehr gerne dort hin. Zum einkaufen, zum Pommes essen, zu Konzerten. Oder einfach mal so ohne Grund. Ich denke, man sollte öfter mal ohne bestimmten Grund irgendwo hinfahren. Vielleicht, und dieser Gedanke kommt mir gerade in den Sinn, mag ich Brüssel auch deswegen, weil es mit der Botanique einen der besten Konzertorte der Welt beheimatet, und nicht unbedingt wegen seines schön verwrackten Stadtbildes, der weltbesten Schokolade, dem Europaviertel oder dem Atomium. Daher nein, ich verstehe nicht, wie man dieses Land nicht mögen kann.
Am Samstag musste ich nicht ganz soweit die A76 hinauffahren. Lee Ranaldo spielte in Hasselt, einem 50000 Einwohnerstädtchen kurz hinter der Grenze (zu den Niederlanden). Hier in dem Dreiländmischmasch aus Belgien, Deutschland und den Niederlanden finden des Öfteren interessante Konzerte statt, und ich verliere nationalitätentechnisch regelmäßig die Orientierung (ich bin ich schon in Belgien oder noch in den Niederlanden, oder schon wieder?). Es sieht aber auch alles gleich aus, wunderschön gleich. Ich glaube, ich mag diese limburgischen (oder sagt man limburger?) Provinzstädtchen. Roermond, Heerlen, Hasselt, sie alle wirken für mich auf den ersten Blick sehr gemütlich und wohnenswert.
Was also spricht gegen einen erweiterten Samstagsausflug, zumal ich die Stadt noch nicht kenne. Spontan sprach nichts dagegen, so dass der Abend schnell geplant war. Hinfahren, frittierten Krams essen, Musik gucken, zurückfahren. Kann man so machen.
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