| Ein Blog über Musik und Konzertbesuche |

Ahuizotl – Köln, 24.10.2014

Ort: King Georg, Köln
Vorband: Lauter Bäumen

ahuizotl

Alle paar Monate überfällt mich die Wehmut nach 1990er Jahre Gitarrenindiemusik. Dann krame ich in den hinteren Ecken meines CD Regals und suche das, was dort schon länger steht und nicht mehr so oft Beachtung findet. Vor einigen Wochen erwischte es Sharon Stoned und all das, was sich im damaligen Umfeld der Ostwestfalen so rumtrieb: Hip Young Things, Speed Niggs, H.P. Zinker. Das Sharon Stoned Album Sample & Hold ist sicher eines der meist unterschätzten und eines meiner liebsten. Ich muss es dringend allen empfehlen, es ist wunderbar! Es fasst für mich all das auf einer Platte zusammen, was ich an Gitarrenmusik so mag und schätze.
Warum erzähl ich das?
Nun, ich war auf einem Konzert der Kölner Band Ahuizotl, die sich voll und ganz im Sound und in der Tradition des 1990er Gitarrenindies wälzt. Auf den ersten Blick mag das kurz irritieren, klingt Ahui-Dingens doch eher nach einer bayerischen Blas- und Tanzkapelle, nach Oktoberfest und Schützenfestumzug als nach anderem. Ahuizotl, nennt man so seine Indieband?
Nun, die vier Kölner haben es getan und orientierten sich bei der Namensgebung an einem aztekischen Vieh, hundsähnlich und in Gewässern lebend.

Ich sah Ahuizotl vor einigen Jahren im Vorprogramm der englischen Frauencombo Bleech. Normalerweise ist es ja so, dass die Vorband irgendwie da ist aber nicht immer meine tiefergehende und Beachtung findet. Das klingt nicht nur ungerecht und gemein, es ist auch. Im Laufe all meiner Konzertbesuche habe ich unbewusst folgendes Verhalten an mir beobachtet: Die ersten Songs einer Vorband höre ich intensiv zu, aber wenn sie es in dieser, eigentlich viel zu kurzen Zeit nicht schaffen, mein Interesse zu wecken, wird es für sie schwierig. Sehr schwierig. Dann werde ich schnell unaufmerksam und lasse mich ablenken. (mehr …)

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Ein rheinisches Dreigestirn

Es ist ja bald wieder Karneval, uiuiui. Prinz, Bauer, Jungfrau, die Höhner und Kaballa. Für einige Menschen die beste Jahreszeit ever, für andere nicht. Am…

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Bleech – Köln, 05.09.2012

Ort: Blue Shell, Köln
Vorband: ahuizotl

In der Umbaupause beobachten wir ein kurzes Gespräch zwischen dem ahuizotl Sänger Barry Langer und der Bleech Bassistin Katherine O’Neill. In unserer Vorstellung betreiben die beiden eine romantische Fachsimpelei über Mikrofonpositionen und Bühnenaufbau. Nach fünf Minuten Bleech Konzert könnte das Gespräch jedoch auch einen anderen Inhalt gehabt haben: „So, wir sind dann jetzt weg und nehmen gleich 7 Zuschauer mit. Euch dann noch viel Spaß.“ *
Oh weh, es war auffallend leer geworden vor der Bühne, als Bleech ihr Konzert eröffneten. Bei einer geschätzten Gesamtzuschauerzahl von knappen 40 ist jeder Kopf wichtig, die vielen ahuizotl Supporter, die jetzt nicht mehr da waren, waren so visuell sehrspürbar.
Darunter leidet natürlich die Konzertatmosphäre und ich hatte den Eindruck, dass die rothaarige Jennifer O‘Neill auch leicht verstimmt über die geringe Aufmerksamkeit die Bühne betrat. Hier „hello everyone“ ließ es mich in den Zwischentönen heraushören, das passte ihr ganz und gar nicht. Gott sei Dank verlief der Abend dann doch harmonischer als ich zu diesem Zeitpunkt befürchtete. Die beiden Frontfrauen schienen sich schnell mit der Situation zu arrangieren und zeigten eine gute und unterhaltsame Show. Schön aufeinander abgestimmter Duettgesang (wie beispielsweise in der ersten Zugabe „Flowerhands“) und ein satt klingendes Schlagzeug (gespielt von Matt Brick) ließen sich gut an. Ehrlich gesagt hatte ich Bleech nicht so rockig erwartet, meine Startkoordinaten für die Band lagen eher im hipperen Keyboardsynthiepoprock.
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