Wild Beasts – Köln, 05.04.2014
Wild Beasts

Wild Beasts – Köln, 05.04.2014

Ort: Gebäude 9
Vorband: Money

Wild BeastsDie wichtigste Meldung des Tages kam nach Konzertende: Das ZDF stellt Wetten, dass…?! ein. Wäre es also doch besser gewesen, die viertletzte Sendung des Fernsehdinosauriers zu sehen als in einem überraschend vollen Gebäude 9 eine Band aus England mit Namen Wild Beasts?
Immerhin ist Wetten, dass…?! die Samstagsabendunterhaltungsinstitution schlechthin und mir ein treuer Wegbegleiter meiner Kindheit und Jugend.
Oder gilt es eher, die noch verbleibenden Konzerte im Gebäude 9 mitzunehmen und mit größtmöglicher Intensität aufzusaugen. Der Konzertsaal in Deutz soll nach jetzigem Stand der Dinge Ende des Jahres Wohnungsbauplänen der Stadt Köln zum Opfer fallen und dicht gemacht. Was nicht gut wäre, überhaupt nicht gut. Absolut überhaupt nicht gut! Als die Pläne der Stadt bekannt wurden, gab es ein großes Rumoren und viel Wirbel um diese Entscheidungssache. Eine Facebookgruppe/seite gründete sich, die mittlerweile mehrere tausend Unterstützer hat, Künstler, die bereits im Gebäude 9 auftraten, äußern sich auf YouTube zu diesem Katastrophenvorhaben der Stadt. Der Gegenwind ist mächtig, und das ist gut. Es gilt, diese Entscheidung nicht hinzunehmen und auf den enormen kulturellen Schaden, den eine Schließung des Gebäudes 9 mit sich bringt, aufmerksam zu machen. Überall und immer. „Man weiß immer erst, was man an jemandem hatte, wenn er nicht mehr da ist.“ Es wäre schön, wenn diese Binsenweisheit über das Gebäude 9 nicht gesprochen werden muss. (Alle weiteren Informationen hier). Eine Schließung würde die Stadt in Sachen musikalischer Relevanz (und damit auch allgemeiner in Sachen Kultur) weit zurückwerfen. (mehr …)

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Primavera Sound Festival – Barcelona, 02.06.2012

Ort: Parc del Forum, Barcelona
Bands: Veronica Falls, Kings of Convenience, Atlas Sound, Dominique A, Real Estate, Saint Etienne, Wild Beasts, Yo la tengo

Der Saint Etienne Tag. Es war Gin und Tonic Zeit an der großen Bühne des Primavera. Eine sichtlich gut gelaunte Sarah Cracknell schunkelte sich förmlich durch 20 Jahre Saint Etienne Ibiza Sounds. Das war schon toll, was die drei Etiennes, verstärkt durch die Backgroundsängerin Depsy eine gute Stunde lang boten. Ursprünglich war ihr Konzert für den Mittwochabend am Arc de Triomf geplant (als Teil des kostenlosen Auftaktkonzertes in Barcelona Stadt), durch den Ausfall von Björk muste aber die Primetime Spielzeit auf der Hauptbühne nachbesetzt werden. Und da die Organisatoren scheinbar keinen weiteren Künstle auf der Ersatzbank hatten, musste die Mannschaft neu aufgestellt werden. Ach, ich bin in der Fussballsprache. (Steffen Simon verwirrt mich gerade aber auch enorm.)  Was ich sagen möchte ist, dass der Samstagabend auf der San Miguel Bühne nun die Kings of Convenience und eben Saint Etienne vorsah.
Doch bevor Fahrstuhlmusik ertönte und Sarah Cracknell uns mit einem beschwipsten „Chin Chin, it’s Gin and Tonic time“ zuprostete, gab es ein wenig Indiemusik. Veronica Falls eröffneten mit fluffigen Melodien und sanfter Präsenz unseren letzten Primavera Tag. Ihr Album „Veronica Falls“ mag ich nicht so dolle, es klingt mir ein wenig zu sehr nach Belle & Sebastian. Daher war ich mir lange nicht sicher, ob ich mir Veronica Falls live antuen möge. Aber metal ist auch keine Lösung und Extremamericana ebenso wenig, außerdem hatte ich einen hartnäckigen Fürsprecher und so begleitete ich ihn zur zweitgrößten Festivalbühne. Doch live nahm ich Veronica Falls auf einmal ganz anders wahr. Es war keine Spur von langweilig, im Gegenteil. Die zwei Damen und Herren wussten mich sehr wohl zu begeistern. Gar zwei, drei neue Songs bauten sie in ihrem dreiviertelstündigen Auftritt ein, ansonsten gab es natürlich alle „Hits“ des Debütalbums.

Damit war schnell am Abend die Festivalmüdigkeit abgelegt, und die Kings of Convenience konnten kommen. Und Erlend Øye und Eirik Glambek Bøe kamen zu Beginn des Konzertes erst einmal ohne Band aber mit zwei Gitarren. Als Duo bestritten die beiden Norweger die erste halbe Stunde des Kings of Convenience Konzertes. Musikalisch erinnerte das sehr an Simon & Garfunkel, optisch an Harry Potter und Cody Allen. Warum kannte ich eigentlich bisher nichts von den Kings of Convenience. Das muss sich schleunigst ändern, denn ihre Frühstücksraummelodien gefielen mir außerordentlich gut! Neben Kleenex Girl Wonder am ersten Tag sind die Kings of Convenience definitiv die zweite Festivalentdeckung des Jahres.
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