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Soko – Köln, 03.04.2012

Ort: Gebäude 9, Köln
Vorband: auch irgendwie Soko

Das hatte ich unterschätzt.
Vor über vier Jahren entdeckte ich via YouTube eine Pariser Sängerin. Ihr Name: Soko, so wie die ZDF Polizeiserien der verschiedenen Sonderkommissionen. Das war auch seinerzeit so ziemlich das einzige, was Google zu dem Suchbegriff Soko sagen konnte. Ernüchtert ob der wenigen, anlesbaren Informationen merkte ich damals an:

Eine französische Sängerin ohne Album und Biographie. Vier Songs und diverse YouTube Schnipsel reichen, um mich zu begeistern. SoKo, the next Fräuleinwunder! Die Pariser Antwort auf Kate Nash und Co.

Wem jetzt Lana del Rey in den Sinn kommen mag, bitte sehr. Der einzige aber bedeutende Unterschied zwischen der Sängerin aus Bordeaux und der Sängerin aus New York ist der, dass die Sängerin aus New York es in die großen Musiklandschaften geschafft hat. Stéphanie Sokolinski hingegen war nach ihrem fulminanten Eifersuchts-Drama „I’ll kill her“ erst einmal weg. Zwar veröffentlichte sie eine EP und tourte durch die Lande, blieb aber darüber hinaus jedoch still. Es gab keine „offiziellen Videos“, kein Ansinnen auf ein Debütalbum. Einzig Internet-Konzertschnipsel deuten darauf hin, dass SoKo noch dran ist.
In diesem Jahr erschien nun – überraschend und wie aus dem nichts – ihr Debütalbum, „I thought i was an alien“. Ich sag mal – ohne nur einen Song davon zu kennen -, der Titel passt. War „I’ll kill her“ geprägt von viel Lo-Fi Charme und stark akzentuierten, irren englischem Gesang, so scheint das neue Material davon weit weg zu sein:

„…und im Vergleich zur ersten EP ist mit dem starken französischen Akzent auch ein wenig das Schräge, Versponnene und Kiecksige verloren gegangen. Ausnahmen bilden hier das eröffnende „I Just Want To Make It New With You“, das klingt wie eine frühe LoFi-Aufnahme von CocoRosie, und das abschließende „You Have A Power On Me“, einem Experiment in schrägem Gesangsstil und Xylophon-Freistil. Die 13 dazwischen befindlichen Songs klingen getragen, melancholisch und depressiv“ (platten vor gericht)

Aber, und das hatte ich unterschätzt, SoKo schien trotz der längeren Abwesenheit nicht aus dem Gedächtnis interessierter Musikhörer und Teeniemädchen gerutscht zu sein. Nachdem ihr Berliner Konzert bereits seit längerer Zeit ausverkauft war, meldete auch das Gebäude 9: rien ne va plus.
Ich bekam das Anfang der Woche nur durch den Zufall einer last.fm Nachricht mit. Dort wurde ich gefragt, ob ich nicht noch ein Ticket für das Konzert am Mittwoch in Köln übrig hätte. Dies sei ein letzter verzweifelter Versuch, doch noch das Konzert besuchen zu können. Wie, ein Ticket über? Ein flüchtiger Blick auf die Seite eines Internet Ticketdealers bestätigte meine Ahnung. Nee, das Konzert ist nicht ausverkauft, da gibt’s noch Karten. Wieso sollten da auch mehr Leute hinwollen als z. B. zu Sebadoh? Ich hätte jedoch weiter klicken sollen, dann hätte ich bemerkt, dass Karten nicht mehr verfügbar sind. So entdeckte ich diesen Umstand erst über die Gebäude 9 Seiten, auf denen ich einige Zeit später nach interessanten Juni Konzerten suchte.
Mist! Doch ausverkauft!
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