| Ein Blog über Musik und Konzertbesuche |

Primavera Sound Festival – Barcelona, 25.05.2013

Ort: Parc del Forum, Barcelona
Bands: The Babies, Merchandise, Sean Nicholas Savage, The Sea and cake, Wu-Tang Clan, Meat Puppets, Liars, Deerhunter

Deerhunter

„We are Band of Horses – the reckoning.“ (Bradford Cox)
Es ist der letzte Tag des Festivals. Der Rücken ächzt, die Füße schmerzen, die Spuren der vergangenen drei Tage haben uns nicht verschont. Durch den veränderten Standort der ATP fehlt eine Sitztribüne, an der Ray-ban waren wir so gut wie nie (auch mit Steintribünen), das ewige hin und her des gestrigen Tages sowie permanentes Stehen auf dem Asphalt und ungewohnt gefederte Hotelbetten geben ihr übriges. Oh ja, es ist jammern auf hohem Niveau. Wer Musik sehen will, muss leiden. Punkt.
Oder eben auch nicht. Am Nachmittag machen wir einen Abstecher in den Parc de la Ciutadella, ganz in der Nähe des Picassoviertels. Das Primavera bietet neben dem eigentlichen Festival auch eine Menge an kostenloser Musikshows in der ganzen Stadt an. Am Samstag und Sonntag zum Beispiel werden die beiden kleinen Bühnen im Parc de la Ciutadella von 17 Bands dazu genutzt, ihre Musik unters Volk zu bringen. Und so sitzen wir dann auf weißen Plastikgartenstühlen, holen uns einen leichten Sonnenbrand bei angenehmen 21 Grad und sehen kurz The Babies und länger Sean Nicolas Savage und erneut Merchandise.
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Primavera Sound Festival – Barcelona, 24.05.2013

Ort: Parc del Forum, Barcelona
Bands: Merchandise, Django Django, The Breeders, The Jesus and Mary Chain, James Blake, Blur, Sex Jams, Swans

Merchandise

„Ola luna!“ (Damon Albarn)
Der Freitag ist der Hauptkampftag des Primavera. Schon früh ist es voll auf dem Festivalgelände. Wir beginnen früh gegen 19 Uhr den Tag und entscheiden uns zum einzigen Mal an diesem Tag (na ja, nicht ganz) gegen eine der beiden großen Bühnen und für Merchandise auf der ATP. Wie kommt bloß auf die Idee, seine Band so zu nennen? Carson Cox (Gesang), David Vassalotti (Gitarre), Patrick Brady (Bass) aus Tampa (Florida) hatten diese Idee und finden sich nun auf der ATP Bühne wieder. Aber nicht nur dort sollten sie uns über den Weg laufen. Auch für das morgige Parkkonzert waren sie nominiert und überdies spielen sie am Sonntagabend noch eine Show im Apollo. Ja, für Merchandise ist dieses Primavera Schwerstarbeit. Beim vorhören möglicher sehenswerter Bands machten Merchandise das Rennen gegen die zeitgleich spielenden Peace, Kurt Vile und Nick Waterhouse. Ihr, ich schreibe mal, Postrock gefiel sehr und live bestätigte sich der Eindruck nach wenigen Minuten. Merchandise waren somit unser Eröffnungstag für den Hauptbühnen Tag. Nach Django sollten die Breeders, The Jesus and Mary Chain, James Blake und Blur unsere Aufmerksamkeit erhaschen. Da tat es ganz gut, sich im kleinen Warmzulaufen. Der erste Tag steckte nur noch leicht in den Knochen, die Kondition war noch nicht angeschlagen, obwohl es nach zwei Nächten mit wenig Schlaf durchaus berechtigt gewesen wäre.
Merchandise erinnerten mich irgendwie an Glasvegas. Musikalisch ist das unsinnig und ich erntete zurecht Kopfschütteln, als ich meinen Mitguckern davon erzählte, denn ihr langgezogener Post-Punkrock hat nun so gar nichts mit den quälenden Rock der Glasgow-band gemein. Trotzdem, ich wurde diese Referenz nicht los. Die Band spielt ewig lange Songs. Immer wenn man glaubt, es geht nicht mehr weiter, kommt noch eine Wendung, noch ein Bruch und es folgen Minuten von melodischen Gitarrenlärm. „Winter’s Dream“ ist ein gutes und treffendes Beispiel dafür. So sind ihre Songs zwar langatmig, aber nie langweilig. Ein Blick nach Spotify zeigt mir gerade, dass es schon vier Platten von Merchandise gibt, und das – die Ausnahme ist das aktuelle Album „Total nite“ – ihre Songs gar nicht so lang sind wie sie live gespielt wurden. Sei es drum, Merchandise gefielen sehr und ihre aktuelle scheibe ist gekauft.
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Primavera Sound Festival – Barcelona, 23.05.2013

„Welches war dein bestes Primavera Konzert?“ Eine Frage, die mich am Tag nach dem viertägigen Primavera Sound 2013 komplett überforderte. Zu stark waren die Eindrücke, zu hoch die Zahl der Bands, die ich in den letzten Stundenlive gesehen hatte. Was waren meine Höhepunkte? Ich war sprachlos und musste überlegen. Bob Mould sagte ich dann irgendwann, und Savages, Dinosaur Jr., Phoenix. Ich hatte Angst, etwas zu vergessen, aber die vier Bands und Musiker waren schon eine Klasse für sich. Abgesehen von The Jesus and Mary Chain, Sea and Cake oder Wild Nothing, die mich ebenso stark begeisterten.

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