| Ein Blog über Musik und Konzertbesuche |

Primavera Sound Festival – Barcelona, 31.05.2012

Ort: Parc del Forum, Barcelona
Bands: Friends, Archers of loaf, Mudhoney, The Afghan Whigs, Kleenex girl wonder, The xx, Franz Ferdinand, Japandroids

Dreimal ist Tradition. So oder so ähnlich sagt man doch, oder?! Zum dritten Mal besuchten wir dieses Jahr das Primavera Sound Festival, zum dritten Mal verließen wir nach vier Tagen Musik mächtig beeindruckt Barcelona. Auch wenn es dieses Jahr kein großes P zu bestaunen gab (das 2010 P, das 2011 P), dieses Festival auszulassen stand selten zur Diskussion. Als dann gegen Ende des letzten Jahres The Cure als eine der großen Bands bestätigt wurde, waren alle Argumente hinfällig. Wem von uns bis dahin noch ein „ach ich weiss nicht“ in den Sinn kam, der wurde mit „und Saint Etienne“ überrumpelt. Saint Etienne bereiteten uns bei den Reiseplanungen die größten Kopfschmerzen. Ihr Konzert war am Tag vor des eigentlichen Festivals in einem Park in Barcelona angesetzt worden, ein Flug früh am Mittwochmorgen war das Übel, das wir eingehen mussten um die britische Ausnahmeband am Abend nicht zu verpassen. Flugpläne von Billigairlines sind ein Graus, aber ihre Flüge bei geschickter Buchung eben auch günstig. Es blieb die einzige Reiseschwierigkeit, das Hotel in geeigneter Nachtspaziergangnähe zum Festivalgelände war unproblematisch aufzutreiben. Dass dann Saint Etienne aufgrund des kurzzeitigen Ausfalls von Björk erst am Samstagabend spielen sollten, geschenkt, so war uns das Konzert von The Wedding Present, die ebenfalls am Mittwochabend am Arc de Triomf auftraten, sicher.
Mein erster Festivalabend begann mit Friends. Die Band aus New York war gegen 19 Uhr unser anvisiertes Einstiegskonzert in das Festival. Aus irgendwelchen Gründen wollte ich mir im Frühjahr ihren Auftritt in Köln angeschaut haben, habe es dann aber verpasst. Nun bot Barcelona die Gelegenheit, dieses nachzuholen. Nach guten 20 Minuten hatte ich jedoch genug gesehen, viele weltmusikähnlichen Klänge vertrieben mich zügig von der zweitgrößten Festivalbühne.
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Mudhoney – München, 24.05.2012

Ort: Hansa 39, München
Vorweitere Band: Rocket from the tombs (RFTT)

Darüber, was mich bei meinem Konzertausflug nach München erwarten sollte, war ich mir unsicher. Mudhoney hatte ich zuletzt 1992 im Bielefelder PC 69 gesehen und überhaupt keine Erinnerungen mehr. Das einzige, was von diesem Abend blieb war ein Konzertposter, welches noch jahrelang in meiner Bochumer Studentenbude hing. 1998 habe ich es weggeschmissen, Umzugsaufräumarbeiten fallen manchmal die falschen Dinge zum Opfer. Mudhoney waren aber damals schon so gut wie aus meinem Blickwinkel gerutscht, seit Beginn der 00er Jahre hatte ich sie dann gänzlich verloren. Ihre 00er Sachen gingen völlig an mir vorbei, „Tomorrow hit today“ blieb mein letztes Mudhoney Album. Nichtsdestotrotz wollte ich sie bei ihrem einzigen Deutschlandkonzert unbedingt sehen, dass ich dafür einen Ausflug nach München unternehmen musste, welche Rolle spielt das schon?
Es sollte mein erstes Konzerterlebnis in der Stadt des Endspielverlierers sein, dass Feierwerk kannte ich daher noch nicht. Als ich gegen 20 Uhr das Gelände betrat, war ich überrascht. Mich erwartete keine herabgekommene Clubkaschemme, sondern ein mittelgroßer Kulturbetrieb. U-Bahntechnisch gut angebunden beherbergt das Feierwerk neben verschiedenen Veranstaltungsräumlichkeiten auch das Hansa 39, den Club, in dem das Konzert um 20.30 Uhr angesetzt war. Ich schätzte den Saal auf 500er Größe und ich glaube, so viele Leute fanden sich auch im Laufe des Abends hier ein.
„Haben wir wirklich ‘92 zusammen Abitur gemacht?“ Mensch Mann, an diese junge Frau musst du dich doch erinnern!
Auf der Hinfahrt fragte ich mich noch, wer – außer so bekloppten wie mir – 2012 ein Mudhoney Konzert besucht, zumal der Ticketpreis mit knappen 30 Euro nicht gerade günstig war. Da hatte ich es: die Klasse von ’92 also, und, wie natürlich vermutet, Menschen wie ich: männlich, mittelalt, musikvernarrt. Aber auch NeoGrunger und viele ältere Semester notierte ich, letztere scheinbar auch wegen der Vorband Rocket from the tombs. Obwohl, Vorband ist er falsche Begriff, denn das Konzert von Mudhoney und Rocket from the tombs war als Doppelheadlinershow angekündigt worden.
Also, wir alle hatten Mudhoney schon vor 20 Jahren verehrt und machen das immer noch irgendwie. Und genau wie vor 20 Jahren freuen wir uns auch heute, wenn wir „Touch me I’m sick“ hören. Einige singen dann sogar lauthals mit, hüpfen und tanzen wie wild mit den NeoGrungern um die Wette und trinken noch mehr Bier. Dabei fiel mir auf, dass ich lange nicht mehr auf einem Rockkonzert war. Bier und Schweissgeruch lag schon nach einer halben Stunde penetrant in der Luft und mehr als einmal hatte ich Angst um meine Brille. Nicht, dass ich all das vermisst hätte, beileibe nicht.
Dabei begann der Abend überschaubar. Rocket from the tombs starteten pünktlich und es schienen sich nur wenige für die erste Band des Abends zu interessieren. Vielleicht zehn Mann begrüssten die Band mit erwartungsvollem Applaus.
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