| Ein Blog über Musik und Konzertbesuche |

Primavera Sound Festival – Barcelona, 24.05.2013

Ort: Parc del Forum, Barcelona
Bands: Merchandise, Django Django, The Breeders, The Jesus and Mary Chain, James Blake, Blur, Sex Jams, Swans

Merchandise

„Ola luna!“ (Damon Albarn)
Der Freitag ist der Hauptkampftag des Primavera. Schon früh ist es voll auf dem Festivalgelände. Wir beginnen früh gegen 19 Uhr den Tag und entscheiden uns zum einzigen Mal an diesem Tag (na ja, nicht ganz) gegen eine der beiden großen Bühnen und für Merchandise auf der ATP. Wie kommt bloß auf die Idee, seine Band so zu nennen? Carson Cox (Gesang), David Vassalotti (Gitarre), Patrick Brady (Bass) aus Tampa (Florida) hatten diese Idee und finden sich nun auf der ATP Bühne wieder. Aber nicht nur dort sollten sie uns über den Weg laufen. Auch für das morgige Parkkonzert waren sie nominiert und überdies spielen sie am Sonntagabend noch eine Show im Apollo. Ja, für Merchandise ist dieses Primavera Schwerstarbeit. Beim vorhören möglicher sehenswerter Bands machten Merchandise das Rennen gegen die zeitgleich spielenden Peace, Kurt Vile und Nick Waterhouse. Ihr, ich schreibe mal, Postrock gefiel sehr und live bestätigte sich der Eindruck nach wenigen Minuten. Merchandise waren somit unser Eröffnungstag für den Hauptbühnen Tag. Nach Django sollten die Breeders, The Jesus and Mary Chain, James Blake und Blur unsere Aufmerksamkeit erhaschen. Da tat es ganz gut, sich im kleinen Warmzulaufen. Der erste Tag steckte nur noch leicht in den Knochen, die Kondition war noch nicht angeschlagen, obwohl es nach zwei Nächten mit wenig Schlaf durchaus berechtigt gewesen wäre.
Merchandise erinnerten mich irgendwie an Glasvegas. Musikalisch ist das unsinnig und ich erntete zurecht Kopfschütteln, als ich meinen Mitguckern davon erzählte, denn ihr langgezogener Post-Punkrock hat nun so gar nichts mit den quälenden Rock der Glasgow-band gemein. Trotzdem, ich wurde diese Referenz nicht los. Die Band spielt ewig lange Songs. Immer wenn man glaubt, es geht nicht mehr weiter, kommt noch eine Wendung, noch ein Bruch und es folgen Minuten von melodischen Gitarrenlärm. „Winter’s Dream“ ist ein gutes und treffendes Beispiel dafür. So sind ihre Songs zwar langatmig, aber nie langweilig. Ein Blick nach Spotify zeigt mir gerade, dass es schon vier Platten von Merchandise gibt, und das – die Ausnahme ist das aktuelle Album „Total nite“ – ihre Songs gar nicht so lang sind wie sie live gespielt wurden. Sei es drum, Merchandise gefielen sehr und ihre aktuelle scheibe ist gekauft.
(mehr …)

Weiterlesen

Primavera Sound – Barcelona, 27.05.2011

Ort: Parc del Forum, Barcelona
Bands: Ducktails, Sonny & the sunsets, Male Bonding, James Blake, Half Japanese, Low, Explosions in the sky, Pulp

Parc del Forum

Das Fazit eines Festivals. Der zweite Tag.
Hatte ich Belle and Sebastian und Mogwai gestern erwähnt? Ich glaube, nein. Noch zwei große Namen, die ich in den drei Tagen Barcelona nicht gesehen habe.
Und auch hier gilt, ich ärgere mich nicht darüber. Belle and Sebastian fielen am zweiten Festivaltag Low zum Opfer, den Slowcore der Amerikaner fand ich interessanter und spannender als die seichten Popmelodeien der Schotten. Oder wie ich kurz nach dem Auftritt notierte: „ich war auch vorher kurz bei Belle und Sebastian. Waren dort vornehmlich die Indiemädchen, so trifft man hier die Indiefrauen und grau melierten Männer. Low ist ein Erwachsenenkonzert.“
Und für viele ein lang ersehntes Konzert, wie es schien. Obwohl The National direkt zuvor alles in Grund und Boden spielten, sich zeitlich mit dem Beginn des Low Konzertes überschnitten, und parallel Belle und Sebastian musizierten, war der Platz vor der ATP-Bühne gerappelt voll.
Low sind die Band des Ehepaares Alan Sparkhawk und Mimi Parker. Zusammen mit Bassist Steve Garrington bilden sie seit 2008 Low. Die Band selbst existiert jedoch viel länger, seit 1993. Ihre spröden und trockenen Songs beeindruckten alle Anwesenden (mich eingeschlossen) sehr. Immer wieder gab es Applaus auf offener Bühne. Das ist bei Festivalkonzerten selten der Fall und ich deute das als 100 % es Fantum und große Wertschätzung.
Leicht angeknockt waren wir nachmittags zu einem der freien und öffentlichen Konzerte in den Parc Central del Poblenou geschlurft, in der vagen Hoffnung, dort die Füße hochzulegen und nebenbei noch ein wenig Musik mitzubekommen. Sonny and the sunsets hatten wir uns gegen 16 Uhr hierfür ausgeguckt.
Das wir dann stattdessen die Ducktails längere Zeit für Sonny & the sunsets hielten ist in erster Linie unserer Dummheit zuzuschreiben und nur in zweiter Linie der Tatsache, dass die Zeitplanungen für die vier, fünf Bands, die an diesem Nachmittag im Park spielen sollten, ordentlich durcheinander ging und es eben die Ducktails waren, die Punkt 16 Uhr ihr halbstündiges Set begannen.
(mehr …)

Weiterlesen