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Mark Lanegan – Köln, 14.03.2012

Ort: Bürgerhaus Stollwerck, Köln
Vorband: Creature with the atom brain

Immer wenn ich Mark Lanegans Stimme höre, muss ich an die Screaming Trees denken. Die Erfinder des Grunge waren seine erste Band. Von Anfang der 80er bis zur Screaming Trees Auflösung 2000 war er ihr Sänger. Nebenbei hatte Mark Lanegan immer schon sein Soloding, und als das immer besser lief, war die Screaming Trees Auflösung nur eine Frage der Zeit. Vier Alben veröffentlichte er in diesen Jahren und arbeitete überdies bei dem ein oder anderen Projekt mit. Ein sehr umtriebiger Mensch, dieser Mark Lanegan. Im aktuellen Jahrtausend war bzw. ist er Gastsänger bei den Queens of the Stoneage und bildet mit Greg Dulli die Gutter Twins.
Die Screaming Trees habe ich live leider nie gesehen, Mark Lanegan kam mir jedoch sowohl mit QOTSA als auch den Gutter Twins unter die Augen. Und ich glaube, er war auch bei Melissa auf der Maur’s Debütalbum-Tour mit dabei. Da bin ich mir aber nicht mehr sicher. Sein in das Stollwerck geupgradetes Luxor Konzert sollte meine erste Lanegan Soloerfahrung sein. Vorneweg gesagt, es war eine gute, und nach längere Zeit eine mit schönen altbackenen Gitarren.
Als ich im Bürgerhaus Stollwerck ankam, war die Vorgruppe schon bei der Arbeit. Ich vermutete keinen ausverkauften Konzertsaal, im Gegenteil. Dadurch dass das Konzert vom halb so großen Luxor hierhin verlegt worden war, erwartete ich zwar ein gut besuchtes Haus, aber kein unentspanntes volles Haus. Nach den letzten beiden Konzerterfahrungen in den vergangenen Tagen war mir dies ganz recht. So langsam zehrte das Konzerttriple, eine Grundmüdigkeit war unverkennbar. Daher konnte ich mich auch erst knapp vor Konzertbeginn aufraffen, loszufahren. Mein Glück, das alles so kam, wie ich es erhofft hatte.
Die Band Creature with the atom brain spielte bereits. Ich freute mich tatsächlich, als ich durch die Saaltüren ihren angestaubten Rock vernahm. Ungewohnte, weil lange nicht mehr live gehörte Klänge. Das doch schon sehr zahlreich anwesende Publikum war sichtlich angetan. Verwunderlich ist das nicht, denn als Ergänzung zur Mark Lanegan Band waren die Belgier musikalisch wie optisch die Faust auf’s Auge. Ihr träger 90er Alternative Rock ist genauso zeitlos modern wie die dazu passende Bühnenperformance. Drei Gitarren, Schlagzeug, rotes Dauerlicht. Beim Fußball wären Creature with the atom brain ein Spielsystem mit Libero. Es würde funktionieren, nur macht es keiner mehr. Es waren aber genug der Generation 40+ vor Ort, um es gebührend wertschätzen zu können.
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