| Ein Blog über Musik und Konzertbesuche |

Other lives – München, 25.07.2012

Ort: Feierwerk – Kranhalle, München
Vorband: Cate’s Leila

Same, same but different.
Konzertbesuche auf Dienstreisen. Da gibt es immer viel zu erzählen. Neue Klubs, andere Leute, keine etablierten und tausendmal gefahrene Anfahrtswege. Konzertbesuche an fremden Orten in anderen Städten sind kleine Erlebnisse mit hohem Unterhaltungswert und mittlerweile meine liebsten Konzerte. Und so gibt es zum Other lives Konzert im Münchener Feierwerk gleich drei Geschichten und ich fürchte, ich komme nicht umher, sie alle zu erzählen.
Geschichte 1:
Auf Dienstreisen sind die Tage wohl organisiert. Die Zeitpläne der Besprechungen, Schulungen oder Konferenzen bestimmen die Abläufe bis 17 – 18 Uhr. Erst danach wird es schwierig. Manchmal gibt es sogenannte social events, an denen die ganze Teilnehmerbande zu einem gemeinsamen Abendessen gebeten wird. Social events können lustig sein, meistens sind sie jedoch dröge. Allerdings kommt man aus dieser Nummer nur selten raus, wohl oder übel richtet man sich daher einen Abend ein. An den übrigen Abenden jedoch ist man mehr oder weniger sich selbst überlassen. Juhu, Freizeit. Aber was tun? Die Stadt erkunden, im Hotel die Zeit totschlagen oder sich mit Bekannten verabreden – sofern es denn welche in der Fremde gibt. In München war ich dieses Jahr schon drei Mal, die Stadt erkunden ist daher nicht zwingend notwendig. Also schaute ich im Vorfeld, ob sich nicht ein nettes Konzert auftuen möge, das mir die Zeit am Abend etwas vertreiben könne. Ich fand als einzig interessante Möglichkeit das Other lives Konzert im Feierwerk. Nun gut, besser als nichts, so plante ich es ein. Other lives sind nicht unbedingt eine must-see Band von mir, das sollte ich vorwegschicken, allerdings war meine Neugierde groß genug, sie sehen zu wollen. Dass Neugierde nicht nur Katzen tötet, sondern auch gut und richtig sein kann, sollte ich drei Stunden später mit großer Zufriedenheit feststellen. Das Other lives Konzert brachte mir einen wundervoller Abend!

Geschichte 2:
Ich erwischte die U-Bahn auf den letzten Drücker. Einmal umsteigen am HBF und ich sollte das Feierwerk erreichen. Den Klub kannte ich noch vom Mai, das Mudhoney Konzert fand an gleicher Stelle statt. Auf der Fahrt zum Hauptbahnhof teilte ich den Viererblock mit einem amerikanischen Touristenpaar. Man erkennt sie ja sofort: New Balance Freizeitschuhe, Sportrucksäcke und weite, leichte Ausflugskleidung. Die Frau schien erkältet zu sein, sie studierte intensiv den Beipackzettel einer Flasche Hustenlöser. Soweit, so unspektakulär. Lustig wurde die Geschichte erst, als sie den Beipackzettel zurücklegte und skeptisch dreinblickend zu ihrem Mann sagte: „Das ist deutscher Hustensaft. Der schmeckt bestimmt eklig und bitter.“ Genau, Hustensaft in Marshmallow Geschmacksrichtung haben wir nicht. Unsere Medizin schmeckt nach Medizin, auch die rezeptfreie. „Leckere Medizin hilft auch nicht“ hätte ich am liebsten geantwortet, aber leider musste ich umsteigen.
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