Bill Callahan – Köln, 12.05.2011

Ort: Stadtgarten, Köln
Vorband: Sophia Knapp

Bill Callahan

Wir können nicht mehr stehen. Am Ende des Abends im Kölner Stadtgarten erblicke ich einige Besucher, die sich gymnastischen Dehnübungen hingeben. Die Rücken sind verspannt. Schon während des zweistündigen Bill Callahan Konzertes kapitulierte der eine oder andere und musste abtauchen, rausgehen, sich strecken.
Mensch, da kam aber auch alles zusammen: ein volles Haus, viel verbrauchte warme Luft und obendrauf diese ruhigen, zum still stehen aufmunternde Musik von der Bühne.
Dort oben stehen drei Mann. Wobei, stehen ist übertrieben. Nur Bill Callahan, in einen weiß / cremefarbenen Anzug gekleidet, verschmähte eine Sitzgelegenheit. Sowohl Schlagzeuger Neil Morgan – aber von Schlagzeugern kann man das erwarten – als auch Gitarrist Matt Kinsey hatten es vorgezogen, en Abend sitzend zu verbringen. Und ich könnte schwören, manch einer im Saal hätte liebend gerne mit ihnen getauscht.
Zusammen spielten sie an diesem Abend ihr erstes Deutschlandkonzert der aktuellen Tour. Und sie spielten es grandios.
Auf dem Weg zum Stadtgarten hatte ich ziemlich gute Ideen darüber, was mich erwarten sollte. Das Publikum setzte ich mir aus den üblichen Verdächtigen und Menschen meines Alters zusammen. Ein wenig überrascht war ich jedoch, als ich das ausverkauft Schild an der Tür des Stadtgartens erblickte. Mit so viel Andrang hatte ich nicht gerechnet, aber Musiker wie Callahan haben sich eben in den Jahren eine treue Fangemeinde erspielt. „Nächste Woche hat Bob Dylan seinen 70sten. Da könnten wir eigentlich was machen. Seine Platten hören oder so.“ Sympathisches und unaufgeregtes Kennerpublikum, so hatte ich es mir vorgestellt.
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