| Ein Blog über Musik und Konzertbesuche |

Primavera Sound Festival – Barcelona, 01.06.2012

Ort: Parc del Forum, Barcelona
Bands: The Chameleons, Rufus Wainwright, I break Horses, The Cure, Dirty three

Der Cure Tag. Segen und Fluch zugleich. Die knappen drei Stunden Cure Konzert, Entschuldigung, The Cure Konzert, hingen über dem Tag wie das Erreichen-Müssen des Viertelfinales über der polnischen Fussballnationalmannschaft.
Wie würde sich der Ablauf davor gestalten? Wie viel Luft ist danach noch drin? Angesichts des Programms und der Masse an offensichtlichen The Cure Sympathisanten berechtigte Fragen, die einen so beschäftigen. Nach der krankheitsbedingten Absage Björks waren The Cure der einzig große Headliner des Festivals. Und die planmäßig angesetzte Zeit schien den älteren Herren immer noch nicht genug. Tags zuvor wurde bekanntgegeben, dass sich der The Cure Auftritt um 20 Minuten verlängern sollte. Statt um halb eins war er jetzt bis kurz vor ein Uhr terminiert. Ein schier unendlich langes Brett, welches uns da aufgebrummt wurde. für alle The Cure Hardliner selbstverständlich ein Fest, für alle anderen vielleicht nicht. Aber wohin dann? Zeitgleich gab es nicht die ebenbürtigen Alternativen: Sleigh bells und War on drugs? Ach nö, Liturgy und Napalm death? Nicht wirklich. Die Melvins wären eine Möglichkeit gewesen, doch leider hatten sie ihren Auftritt kurzfristig abgesagt. Blieben unter Umständen Wavves und Codeine als The Cure Brecher, also für den Fall, dass ich nach einer Stunde genug der vom Treiben der Hauptbühne haben sollte. Genau, warum nicht einfach mittendrin einen kompletten anderen Auftritt gucken. Das klang doch gut und setzte sich als fixe Idee fest. Aber erst einmal galt die volle Konzentration The Cure.
Da der erste Tag spät bzw. früh am Morgen endete fiel es schwer, sich zeitig aufzuraffen. Überdies lud das Eröffnungsprogramm nicht unbedingt dazu ein, gegen 18 Uhr im Parc del Forum aufzulaufen. Wir entscheiden uns dazu, The Chameleons kurz zu streifen, anschließend bei Herrn Wainwright reinzuhören um so richtig mit den Schweden von I break horses in den Tag zu starten. Beide zuvor genannten Künstler / Bands holten mich nicht wirklich aus dem Sessel, die musste ich nicht sehen. Die jeweiligen 15 bzw. 25 Minuten schienen mich dann auch zu bestätigen. Der Auftritt der Chameleons wirkte im Sonnenschein der Ray-Ban Bühne wie eine ZDF Fernsehgartenshow (wer bitte außer Andy Borg wickelt sein Mikrofonkabel heute noch lassoartig zusammen?) und das schönste am Rufus Wainwright Konzert waren seine Songansagen. Also I break horses.

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Primavera Sound Festival – Barcelona, 31.05.2012

Ort: Parc del Forum, Barcelona
Bands: Friends, Archers of loaf, Mudhoney, The Afghan Whigs, Kleenex girl wonder, The xx, Franz Ferdinand, Japandroids

Dreimal ist Tradition. So oder so ähnlich sagt man doch, oder?! Zum dritten Mal besuchten wir dieses Jahr das Primavera Sound Festival, zum dritten Mal verließen wir nach vier Tagen Musik mächtig beeindruckt Barcelona. Auch wenn es dieses Jahr kein großes P zu bestaunen gab (das 2010 P, das 2011 P), dieses Festival auszulassen stand selten zur Diskussion. Als dann gegen Ende des letzten Jahres The Cure als eine der großen Bands bestätigt wurde, waren alle Argumente hinfällig. Wem von uns bis dahin noch ein „ach ich weiss nicht“ in den Sinn kam, der wurde mit „und Saint Etienne“ überrumpelt. Saint Etienne bereiteten uns bei den Reiseplanungen die größten Kopfschmerzen. Ihr Konzert war am Tag vor des eigentlichen Festivals in einem Park in Barcelona angesetzt worden, ein Flug früh am Mittwochmorgen war das Übel, das wir eingehen mussten um die britische Ausnahmeband am Abend nicht zu verpassen. Flugpläne von Billigairlines sind ein Graus, aber ihre Flüge bei geschickter Buchung eben auch günstig. Es blieb die einzige Reiseschwierigkeit, das Hotel in geeigneter Nachtspaziergangnähe zum Festivalgelände war unproblematisch aufzutreiben. Dass dann Saint Etienne aufgrund des kurzzeitigen Ausfalls von Björk erst am Samstagabend spielen sollten, geschenkt, so war uns das Konzert von The Wedding Present, die ebenfalls am Mittwochabend am Arc de Triomf auftraten, sicher.
Mein erster Festivalabend begann mit Friends. Die Band aus New York war gegen 19 Uhr unser anvisiertes Einstiegskonzert in das Festival. Aus irgendwelchen Gründen wollte ich mir im Frühjahr ihren Auftritt in Köln angeschaut haben, habe es dann aber verpasst. Nun bot Barcelona die Gelegenheit, dieses nachzuholen. Nach guten 20 Minuten hatte ich jedoch genug gesehen, viele weltmusikähnlichen Klänge vertrieben mich zügig von der zweitgrößten Festivalbühne.
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