| Ein Blog über Musik und Konzertbesuche |

25 Jahre Cityslang Festival – Bochum, 15.08.2015

Früher war das mit dem Musik kaufen und entdecken so. Ich kaufe CDs von Bands, die auf dem gleichen Label vertreten waren wie Lieblingsbands und oder mit denen in irgendeiner Verbindung standen und ich kaufte keine CDs, die der beste Freund hatte. Letztere hatte ich dadurch sowieso, weil wir es so machten, wie es wohl alle machten. Einer kauft, der andere nimmt auf. Es war ein gegenseitiges Geben und

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Radiohead – Köln, 15.10.2012

Ort: Lanxess Arena, Köln
Vorband: Caribou

„Penny, ich bin Physiker, ich habe fundierte Kenntnisse über das gesamte Universum und alles, was darin ist.“
„Wer ist Radiohead?“
„Ich habe bedeutende Grundkenntnisse über die WICHTIGEN Dinge des Universums.“
(Big Bang Theory, Staffel 2 Folge 18)

Wie kann ich einen perfekten Abend beschreiben? Ich weiß es nicht, vielleicht will ich ihn auch gar nicht groß in Worte fassen. Dass, was Radiohead, und davor Caribou abgeliefert haben, war nicht mehr und nicht weniger als das Konzert des Jahres. Ein kleines Konzert einer großen Band in einer großen Halle. Wow!
Warum „kleines Konzert“? Weil es mir nicht als Stadionkonzert vorkam, was uns Radiohead zweieinhalb Stundenlang boten. Aus mehreren Gründen fühlten wir uns eher in einen kleineren Konzertsaal versetzt. Lag es daran, dass wir vorne standen, lag es daran, dass Radiohead keine große Bühnenshow aufboten oder lag es einfach daran, das Thom Yorke es schaffte, die Arena Arena sein zu lassen und Gefühle von Nähe und Intimität versprühte, die man diesem hibbeligen kleinen Mann gar nicht zutrauen würde?
Es lag sicherlich an allem. Wenn sich die Videoplatten wie eine zweite Decke über die Köpfe der Band absenken, wird das Hallendach ganz nah, der Raum nach oben sehr klein. Es schmeckt dann nach Kellergewölbe und Flaschenbier, weniger nach Nachos und Pfandbechern mit Henkel. Bei „15 steps“ setzten sie dieses Stilelement ein und just ab diesem Zeitpunkt, war ich völlig gefangen. Sprachlos und paralysiert vom Rest des Abends.
Ich habe Radiohead unterschätzt, sehr unterschätzt. Vorher unterhielten wir uns noch darüber, ob Radiohead wirklich so wichtig sind, wie ich nicht glauben wollte, dass sie es sind. Nachher, oder besser gesagt nach zwei Stunden und einem famosen „Weird fishes“ muss ich alle Gedanken revidieren. Radiohead sind so bedeutend, wie man nur sein kann. Punkt.
Das erwähnte „Weird fishes“ und „Reckoner“ waren meine herausragenden Momente. Auf der Zugfahrt heim ließ mich dieser Intimgedanke des Konzertes nicht los. Wieso schaffen das Radiohead? Klar, wenn Coldplay Konfetti, Zweitbühne und Feuerwerk einsetzen, ist der Intimgedanke schnell verflogen. Wenn Muse das Klavier unter der Hallendecke aufbauen, auch.
Also weniger Schnickschnack gleich Intimität? So einfach ist es wohl auch nicht, ein bisschen was muss die Band noch dazutun und ein bisschen muss der Moment auch magisch sein.
Mit Caribou fing es schon gut an. Fünf Songs spielten die vier Mannen um Dan Snaiths. Was nach wenig klingt, waren immerhin fast fünfunddreißig Minuten Spielzeit; ein annehmbarer Wert für eine Vorband bei einem solchen Konzert. Vorne am Bühnen Rand standen sie eng beieinander, Schlagzeug und Keyboard nahezu umringend. So, wie man sie sich vorstellt. Mit „Odessa“ und „Sun“ endete ihr Set größtmöglich.
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