{"id":9930,"date":"2018-06-14T20:56:06","date_gmt":"2018-06-14T18:56:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=9930"},"modified":"2018-06-14T20:59:16","modified_gmt":"2018-06-14T18:59:16","slug":"and-you-will-know-us-by-the-trail-of-dead-koeln-13-06-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/and-you-will-know-us-by-the-trail-of-dead-koeln-13-06-2018\/","title":{"rendered":"&#8230; and you will know us by the trail of dead &#8211; K\u00f6ln, 13.06.2018"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Geb\u00e4ude 9, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> KOJ<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-9933\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/3.jpg\" alt=\"... and you will know us by the trail of dead\" width=\"2048\" height=\"1152\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/3.jpg 2048w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/3-200x113.jpg 200w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/3-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/>Major Label Deb\u00fct. Durchbruchalbum. <em>Source Tags &amp; Codes <\/em>wurde 2002 via Interscope ver\u00f6ffentlicht. Warum die Band nun gerade jetzt damit auf Tour geht, erschlie\u00dft sich nicht direkt. Letztes Jahr erschien zum 15-j\u00e4hrigen eine aufwendige Vinylbox und eine Doppel-CD Edition von <em>Source Tags &amp; Codes<\/em>. Im Winter letzten Jahres sollte dann in London ein Albumkonzert folgen, das jedoch von der Band abgesagt wurden. Arbeiten an einem neuen Album wurden unter anderen als Grund genannt. Von einem neuen Album habe ich nichts mehr geh\u00f6rt, daf\u00fcr wurden aber im Fr\u00fchjahr ein paar Konzerte angek\u00fcndigt. Da sie unter dem Label <em>Source Tags &amp; Codes<\/em> beworben wurden, ging ich davon aus, das Album doch noch einmal live zu h\u00f6ren. Allerdings \u00e4nderte sich das Bild, je n\u00e4her die Konzerte r\u00fccksten. Da las ich dann, dass das neue Album promotet werden solle. Mist, von wegen Albumtour. Dennoch nannte sich die Tour weiterhin <em>Source Tags &amp; Codes<\/em>. Es blieb also verwirrend.<br \/>\nIch war mir nicht sicher, ob ich <strong>Trail of dead<\/strong> mit einem neuen Album live sehen m\u00f6chte, mit <em>Source Tags &amp; Codes<\/em> allerdings stellte sich dieser Gedanke nicht. Nat\u00fcrlich wollte ich <em>Source Tags &amp; Codes<\/em> live sehen und h\u00f6ren. Unbedingt sogar. Die Wucht des Albums, die mich damals live auch wegen der zwei Schlagzeuger weggerissen hat, ist zu begeisternd, als dass es nicht ein zweites Erlebnis wert w\u00e4re. Nebenbei bemerkt, <em>Source Tags &amp; Codes<\/em> z\u00e4hle ich zu einem der besten Alben des letzten Jahrzehntes.<\/p>\n<p>Gut, das Erscheinungsbild der Band hat sich in den letzten Jahren ge\u00e4ndert. Die beiden Chefs <strong>Conrad Keely<\/strong> und <strong>Jason Reece<\/strong> haben \u00f6fter ihr Bandpersonal wechseln m\u00fcssen. Bei dieser Tour ist f\u00fcr mich Gitarrist <strong>Aaron Blount<\/strong> der aktuelle Neuzugang. Und auch der Sound war nicht mehr ganz so wuchtig wie fr\u00fcher. Ein Gedanke kam in mir auf: war bei den letzten Konzerten nicht alles etwas weniger wild? Ich glaube schon. Allerdings muss ich erw\u00e4hnen, dass meine letzten <strong>Trail of dead<\/strong> Konzerte im Dortmunder FZW (notorisch halbleer) und in der Bonner Harmonie (glattgeb\u00fcgeltes Fernsehkonzert) nicht gerade vor vollem und enthusiastischem Haus stattfanden. Gerade in der Bonner Harmonie hatte ich nach dem Konzert f\u00fcr mich festgestellt, dass <strong>\u2026and you will know us by the trail of dead<\/strong> etwas altersruhiger geworden sind und die wilden Jahre somit vorbei sind.<br \/>\nZwischen 2002 und 2006 war die wildeste Zeit der Band. Die drei Alben <em>Source Tags &amp; Codes<\/em>, <em>Worlds Apart<\/em> und in Ans\u00e4tzen <em>So divided<\/em> waren sich stilistisch sehr \u00e4hnlich: wild und w\u00fcst. Die Songs hatten einen bluesig-molligen Grundton, das Schlagzeug wurde hart durchgeschlagen und der Gesang war eher ein Geschrei. Punk Jahre, denen man nicht anmerkte, dass die Bandmitglieder in ihrer Kind- und Jugendzeit im Kirchenchor sangen.<br \/>\nLive war es dann so, wie man es sich vorstellt, wenn man die Platten h\u00f6rt: wild und w\u00fcst. Sehr wild und sehr w\u00fcst. Regelm\u00e4\u00dfig wurde das Instrumentarium zerdeppert und ich erinnere mich an ein Konzert in der Live Music Hall, als ein Teil des Mikrofonst\u00e4nders sehr knapp an mir vorbei ins Publikum flog.<\/p>\n<p>Letzte Woche kam die Entwarnung. <strong>\u2026and you will know us by the trail of dead<\/strong> spielen auf ihren Konzerten <em>Source Tags &amp; Codes.<\/em> Sehr sch\u00f6n!<br \/>\nDas Geb\u00e4ude 9 ist ausverkauft und ich bin etwas sp\u00e4t dran, um die Vorband komplett mitzubekommen. Es tut sich einiges rund um das Gel\u00e4nde der alten Industriehalle, der alte Baubestand ist gr\u00f6\u00dftenteils abgerissen, Rohbauten zeugen von der zuk\u00fcnftigen Bebauung des Areals. Wenn es so wird, wie ich es mir vor meinem geistigen Auge vorstelle, wird das Geb\u00e4ude 9 zuk\u00fcnftig nicht mehr versteckt im Hinterhof liegen, sondern Teil eines weitl\u00e4ufigeren, offenen Areals sein. Wenn es optimal l\u00e4uft, wird es hier so \u00e4hnlich aussehen wie der Bereich um das Knust in Hamburg.<\/p>\n<p><strong>KOJ<\/strong> nennt sich die Vorband. In gro\u00dfen, selbst zurechtges\u00e4gten Holzlettern steht der Schriftzug auf der B\u00fchne. Die drei aus M\u00fcnster machen gut h\u00f6rbaren Elektroindiepop. Aber wie gesagt, ich war sp\u00e4t dran.<\/p>\n<p>Zwei Fakten zu <strong>\u2026and you will know us by the trail of dead<\/strong>:<\/p>\n<p>1) Die Band aus Texas hat keine ruhigen Lieder.<br \/>\n2) Die Band aus Texas hat auch nach mehr als 15 Jahren immer noch enorme Livequalit\u00e4ten und bringt so viel Schmackes auf die B\u00fchne, dass kein Auge trocken bleibt.<\/p>\n<p><em>Source Tags &amp; Code<\/em> beginnt mit \u201eIt was there that I saw you\u201c und \u201eAnother morning stoner\u201c grandios. In beiden Songs h\u00e4mmert das Schlagzeug, die Gitarren bauen recht schnell W\u00e4nde aus L\u00e4rm. Alternative-Rock-Prog-Noise, der in \u201eAnother morning stoner\u201c aber durchaus Platz hat f\u00fcr eine feine Melodielinie hat, die eher zum mitschwingenden Tanzen denn zum wilden H\u00fcpfen animiert. Da <strong>\u2026and you will know us by the trail of dead<\/strong> an diesem Abend das Album in Reihenfolge spielen, beginnt auch das Konzert mit diesen beiden Welthits. Und wenn ich nach diesen beiden Songs h\u00e4tte das Geb\u00e4ude 9 verlassen m\u00fcssen, ich w\u00e4re mit einem breiten L\u00e4cheln gegangen. Bereits diese 10 Minuten reichten aus, um mich gl\u00fccklich zu machen. Sie vermitteln alles, was <strong>Trail of dead<\/strong> ausmachen: Wucht und Melodien. In Summe eine Punkattit\u00fcde, die im 21. Jahrhundert bisher keine andere Band auf Platte gebracht hat. <strong>Conrad Keely<\/strong> und <strong>Jason Reece<\/strong> wechseln sich am Gesang\/Gitarre und Schlagzeug ab. Auf der Platte ist das so, live ist das ebenso. Die Gesangsparts von \u201eBaudelaire&#8220; and \u201eMonsoon&#8220; \u00fcbernimmt <strong>Keely<\/strong>. Bassist <strong>Neil Busch<\/strong>, der 2002 die Songs besungen hat, ist seit Jahren nicht mehr Mitglied von <strong>Trail of dead<\/strong>. Seinen Platz hat seit zwei Alben <strong>Autry Fulbright II<\/strong> inne.<\/p>\n<p>Die beiden Bandchefs machen also die Drecksarbeit und sind nach einer halben Stunde bereits ordentlich am pumpen. Darunter leidet ein bisschen die Konzentration. <strong>Jason Reece<\/strong> verpasst zweimal seinen Gesangseinsatz, <strong>Conrad Keely<\/strong> verdaddelt einen Gitarrenpart. Das ist aber vollkommen egal, denn bei diesem Konzert z\u00e4hlen nur die Wucht und der Stakkato Rhythmus des treibend h\u00e4mmernden Schlagzeugs. Gerade wenn <strong>Jason Reece<\/strong> am Mikrofon steht, haut es <strong>Trail of dead<\/strong> so richtig weg. Zu \u201eHomage\u201c, Nummer vier auf der Setlist, ist das zum ersten Mal zu bewundern. Da er vorher ordentlich geschlagzeugt hat, kann er kaum singen und presst die Worte in einer Art von Gejapse aus sich heraus.<br \/>\nZu diesem Zeitpunkt frisst das Geb\u00e4ude 9 der Band schon alles aus der Hand. Es wird gepogt, gesprungen, gegr\u00f6hlt und gejubelt. Mit einer tiefen Sehnsucht sauge nicht nur ich die Songs von <em>Source Tags &amp; Code<\/em> ein. Da Fakt 1) greift, h\u00e4lt diese Sause das gesamte Konzert \u00fcber an. Hinzu kommt, dass <em>Source Tags &amp; Code <\/em>ist ein Album ohne L\u00e4ngen ist. Nach den ersten beiden \u00dcbersongs ist das Kraftfutter l\u00e4ngst nicht aufgebraucht. \u201eHow near how far\u201c, \u201eRelative ways\u201c, \u201eDays of being wild\u201c, das Niveau ist und bleibt gleichbleibend hoch. Das macht das Sausen noch einfacher. Das Konzert ist herrlich mit anzusehen und zu erleben. <strong>\u2026and you will know us by the trail of dead<\/strong> kloppen sich durch die Songs des Albums, die 45 Minuten Nettospielzeit der Platte brauchen sie daf\u00fcr nicht.<\/p>\n<blockquote><p>This was the album, now we are playing songs from another album.<\/p><\/blockquote>\n<p><em>Worlds apart<\/em> mit \u201eWill you smile again\u201c und \u201eCauterwaul\u201c sind f\u00fcr viele sicherlich die logische Fortsetzung. Auch f\u00fcr die Band. Beide Songs fegen wie nichts durch den Raum. Irgendwann steht <strong>Jason Reece<\/strong> mitten im Saal und pogt sich singend durch die Menge. Er ist klatschnass geschwitzt und ich bin froh, dass ich nicht da stehe, wo er sich herumbewegt.<\/p>\n<p>Die Zugabe ist ganz altes Brot. \u201eRichter scale madness\u201c vom Deb\u00fctalbum <em>\u2026and you will know us by the trail of dead<\/em>. <strong>Conrad Keely<\/strong> steht vor der B\u00fchne, Teile der ersten Reihe auf der B\u00fchne. Ein wahnsinniges Konzert, das ich von der ersten bis zur letzten Minute genie\u00dfe und das nun einen tollen Abschluss findet.<\/p>\n<p>Bereits w\u00e4hrend des Konzertes beschlie\u00dfe ich, unbedingt bis zum Ende zu bleiben und den 23.05 Uhr Zug sausen zu lassen. Ich muss dieses Konzert bis zum Ende sehen. Als Conrad Keely sp\u00e4ter dann drei Meter entfernt neben mir steht, \u00e4rgere ich mich nicht \u00fcber meine Entscheidung. <strong>\u2026and you will know us by the trail of dead<\/strong> sind so gut an diesem Abend, wie ich sie lange nicht mehr gesehen habe.<br \/>\n\u2018No fun\u2018 steht auf der Schlagzeugtrommel. Das kann ich nicht glauben. Hier und jetzt hat jeder Spa\u00df.<\/p>\n<p>Himmel war das gut!<\/p>\n<p><strong>Setlist:<br \/>\n<\/strong>01: It was there that I saw you<br \/>\n02: Another morning stoner<br \/>\n03: Baudelaire<br \/>\n04: Homage<br \/>\n05: How near how far<br \/>\n06: Heart in the hand of the Matter<br \/>\n07: Monsoon<br \/>\n08: Days of being wild<br \/>\n09: Relative ways<br \/>\n10: Source Tags &amp; Codes<br \/>\n11: Will you smile again?<br \/>\n12: Caterwaul<br \/>\n13: Aged dolls<br \/>\n14: A perfect teenhood<br \/>\nZugabe:<br \/>\n15: Richter scale madness<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<br \/>\n<\/strong><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/and-you-will-know-us-by-the-trail-of-dead-bonn-23-03-2013\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u2026 and you will know us by the trail of dead \u2013 Bonn, 23.03.2013 \/ Harmonie<\/a><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=4402\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u2026 and you will know us by the trail of dead \u2013 K\u00f6ln, 18.10.2012 \/ Geb\u00e4ude 9<\/a><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=4354\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u2026 and you will know us by the trail of dead \u2013 Duisburg, 05.10.2012 \/ Grammatikoff<\/a><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=3172\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u2026and you will know us by the trail of dead \u2013 Esch-Alzette, 13.04.2011 \/ Rockhal<\/a><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=3137\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u2026and you will know us by the trail of dead \u2013 D\u00fcsseldorf, 27.03.2011 \/ zakk<\/a><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=1317\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u2026and you will know us by the trail of dead \u2013 Bochum, 11.07.2009 \/ Zeche<\/a><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=1193\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u2026and you will know us by the trail of dead \u2013 K\u00f6ln, 14.05.2009 \/ Live Music Hall<\/a><br \/>\n<a title=\"Archiv\" href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=107\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u2026and you will know us by the trail of dead \u2013 New York, 12.11.2006 \/ Irving Plaza<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Major Label Deb\u00fct. 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