{"id":9925,"date":"2018-06-08T16:17:54","date_gmt":"2018-06-08T14:17:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=9925"},"modified":"2018-06-08T16:17:54","modified_gmt":"2018-06-08T14:17:54","slug":"beck-bruessel-06-06-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/beck-bruessel-06-06-2018\/","title":{"rendered":"Beck &#8211; Br\u00fcssel, 06.06.2018"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Ancienne Belgique, Br\u00fcssel<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> &#8211;<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-9926\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/2.jpg\" alt=\"Beck\" width=\"2048\" height=\"1152\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/2.jpg 2048w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/2-200x113.jpg 200w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/2-520x292.jpg 520w\" sizes=\"(max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/>\u201eWhere it\u2019s at\u201c, \u201eDevils haircut\u201c und nat\u00fcrlich \u201eLoser\u201c sind so Spontanassoziationen, die mir zu <strong>Beck<\/strong> einfallen. Im nichtmusikalischen Rahmen m\u00fcsste ich Scientology nennen.<br \/>\n<strong>Beck Hansen<\/strong>. In den 1990er Jahren nahm ich ihn lange als one-hit wonder wahr. \u201eLoser\u201c war zur damaligen Grunge Hochzeit der Song, auf den sich auch nicht Grunger einigen konnten. Entsprechend erfolgreich war die Single des ersten Albums <em>Mellow Gold<\/em>, auf den Musikfernsehprogrammen lief sie rauf und runter und <strong>Beck<\/strong> wurde der nonplusultra Slacker seiner Zeit. Wann war das noch? 1993, richtig. <strong>Pavement<\/strong> waren erst sp\u00e4ter. Zu dieser Zeit sah ich <strong>Beck<\/strong> das bisher einzige Mal live. Im sogenannten kleinen E-Werk in K\u00f6ln spielte er eine knappe dreiviertel Stunde lang ein Konzert, das nat\u00fcrlich mit \u201eLoser\u201c endete. <em>Mellow Gold<\/em> hatte sonst keinen gr\u00f6\u00dferen Hit, \u201eBeercan\u201c, das man noch kennen k\u00f6nnte, fand und finde ich eher geht so. Das <strong>Beck Hansen<\/strong> verwandtschaftliche Verbindungen nach K\u00f6ln hatte, war da fast interessanter. Beck war \u201eLoser\u201c, und dann erstmal nichts. Aber ach, ich wei\u00df gar nicht mehr so genau, wie damals meine musikalischen Vorlieben abseits von Grunge ausfielen. <strong>Neneh Cherry<\/strong> mit <em>Homebrew<\/em>, ja. Aber sonst? Ein bisschen britische Popmusik und die <strong>Nine Inch Nails<\/strong>, glaub\u2018 ich.<br \/>\nMit <em>Odeley<\/em> (\u201eDevils haircut\u201c, \u201eThe new pollution\u201c, \u201eWhere it\u2019s at\u201c) wurde <strong>Beck Hansen <\/strong>gro\u00df. Das leicht irre von <em>Mellow Gold<\/em> hatte er etwas abgelegt, seine Songs bekamen mehr Struktur und &#8211; so empfinde ich es &#8211; waren angenehmer anzuh\u00f6ren. Neben <em>Odeley<\/em> \u00a0und <em>Mutations<\/em>, die ich beide oft h\u00f6rte, verfolgte ich <strong>Beck<\/strong> noch bis <em>Sea Change<\/em>, dann klinkte ich mich aus. Die Zeit war um, <strong>Beck<\/strong> wurde irgendwie komisch, trat in die Scientology Sekte ein und verschwand aus meiner musikalischen Wahrnehmung. \u201eThe Golden Age\u201c blieb mein letztes <strong>Beck<\/strong> Lieblingslied.<br \/>\nDie nachfolgenden f\u00fcnf Alben gingen mir also durch, die Konzertank\u00fcndigung f\u00fcr das Br\u00fcsseler AB nicht. F\u00fcr das erste Konzert reichte es ticketm\u00e4\u00dfig nicht mehr, ich war zu sp\u00e4t dran. Beziehungsweise es war f\u00fcr mich zu schnell ausverkauft. Aber da rasch ein Zusatztermin angesetzt wurde, bot sich eine zweite Chance, die es zu nutzen galt. Und die genutzt wurde.<\/p>\n<p>Der hei\u00dfeste Tag des Jahres. Das Primavera steckt mir noch ein wenig in den Knochen, als ich mich ins AB aufmache. Muss das heute wirklich sein? Wieso kam ich nur auf diese Idee, unter der Woche nach Br\u00fcssel zu fahren? Lohnt sich das \u00fcberhaupt? Fragen, die mir vor einem Konzert oft in den Sinn kommen und die genauso schnell wieder verschwunden sind, wenn das Konzert einmal zugange ist. Nat\u00fcrlich lohnt ein <strong>Beck<\/strong> Konzert, nach \u00fcber 20 Jahren steht das doch v\u00f6llig au\u00dfer Frage. Und genau das war der Punkt: es reizte mich unendlich, <strong>Beck<\/strong> noch einmal live zu sehen. Diese alberne E-Werk Show damals kann es einzig nicht gewesen sein.<\/p>\n<p>\u201eLoser\u201c. Der erste Song des Abends im AB und das Konzert f\u00e4ngt damit an, womit das 199\u2026Jahre Konzert aufgeh\u00f6rt hat. Was f\u00fcr ein sch\u00f6ner Zufall!<br \/>\nIch hatte in den Stunden vor dem Konzert die Setlisten seiner letzten Konzerte durchgeschaut und zwei Ausf\u00fchrungen gefunden, die sich inhaltlich dann von Konzert zu Konzert nur minimal unterschieden. Eigentlich w\u00e4re an diesem Abend die Setlist mit \u201eDevils haircut\u201c zu Beginn an der Reihe, darauf war ich innerlich vorbereitet. Dass dann \u201eLoser\u201c als erstes gespielt wurden, \u00fcberraschte mich. Das war neu und wurde auf der bisherigen <em>Colors<\/em>-Tour so noch nicht praktiziert. Es muss daran liegen, dass diese AB Zusatzshow die zweite innerhalb von zwei Tagen in Br\u00fcssel war. Vielleicht wollte man den Leuten, die tags zuvor schon da waren, ein bisschen Abwechslung bieten. Das gelang und mir war es recht so. Denn es folgte eine Art best-of Konzert, die Songs des aktuellen Albums <em>Colors<\/em>, die die beiden anderen Setlistvariationen bef\u00fcllen, bleiben bis auf \u201eWow\u201c (Wow!), \u201eColors\u201c und \u201eUp all night\u201c au\u00dfen vor. Stattdessen kam schnell \u201eBeercan\u201c und das erste Majoralbum des Scientologen war abgearbeitet.<\/p>\n<p>Musikalisch wurde der Abend top, inhaltlich f\u00fcr meinen Geschmack ein wenig zerfahren. <strong>Beck<\/strong> hatte n\u00e4mlich zwei \u2018Problemchen\u2018: seine Alben sind musikalisch mitunter sehr unterschiedlich. Elektronik, Country, Pop, Rock, all die Musikeinfl\u00fc\u00dfe h\u00f6re ich hier und da mal mehr Mal weniger. Da sich die Band f\u00fcr diesen Abend vorgenommen hat,\u00a0 wie er irgendwann w\u00e4hrend des Konzertes erz\u00e4hlte, m\u00f6glichst viele Hits aus den unterschiedlichen Alben zu spielen, ging es kunterbunt durcheinander.<\/p>\n<p>Psychodelischer Folk (\u201eHeart is a drum\u201c), Rap (\u201eDevils haircut\u201c), Countrypop (\u201eGirl\u201c), Discomainstream (Wow\u201c).<br \/>\n<strong>Beck<\/strong> kann alles und spielte an diesem Abend auch alles. Ich empfand irgendwann die st\u00e4ndigen Stilwechsel ein bisschen anstrengend. Aber was willste machen, wenn da jemand auf der B\u00fchne steht, der 25 Jahre lang Alben produziert und sich dabei nie auf nur einem Stil\u00a0 ausruhte, sondern sich mehrmals neu definierte. Die einzige <strong>Beck<\/strong> Konstante ist die Mischung unterschiedlicher Musikgenres, die Menge der jeweiligen Zutat variiert von Album zu Album. Das aktuelle <em>Colors<\/em> sei wieder mehr Mainstreamdiscopop, lese ich.<\/p>\n<p>Die Band raste gef\u00fchlt durch das Set. Der enge Curfew im AB, alle Konzerte enden dort um 22.30 Uhr damit die Besucher noch die M\u00f6glichkeit haben, mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause zu kommen (Ein Ticket brauchen sie daf\u00fcr nicht extra: eine nahverkehrskarte f\u00fcr den Bereich Br\u00fcssel ist im Ticketpreis enthalten und f\u00fcr nur 9 Euro Zusatzzahlung kann man das gesamte Bahnnetz der belgischen Bahnbetriebe nutzen), und das Ansinnen, m\u00f6glichst viele Songs zu spielen, lie\u00df wenig Gespr\u00e4chspausen zu.<br \/>\nZeit blieb aber f\u00fcr ein paar Coversnippets. \u201eI feel love\u201c in \u201eThink i\u2019m in love\u201c\u00a0 etwa oder <strong>Prince<\/strong>\u2019s \u201eRaspberry Beret\u201c. Auf der akustischen Gitarre klang das toll. Ein vier Songs langer Akustikpart ohne Band lockerte das Konzert zwischenzeitlich ein bisschen auf. \u201eDebra\u201c war einer der Songs, das <strong>Prince<\/strong> Cover ein anderer.<\/p>\n<p>Sehr sch\u00f6n das alles und nat\u00fcrlich eine abendliche Fahrt nach Br\u00fcssel wert! <strong>Beck<\/strong> ist nach wie vor wichtig und ich habe ihn an diesem Abend neu f\u00fcr mich entdeckt! Eine Schande, dass ich nach <em>Sea Change<\/em> nichts mehr von ihm geh\u00f6rt habe. Denn wie toll bitte ist denn nur zum Beispiel \u201eGamma Ray\u201c?<\/p>\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br \/>\n01: Loser<br \/>\n02: Up All Night<br \/>\n03: Think I&#8217;m in Love<br \/>\n04: Beercan<br \/>\n05: Paper Tiger<br \/>\n06: Wow<br \/>\n07: Lost cause<br \/>\n08: Gamma Ray<br \/>\n09: Debra<br \/>\n10: Raspberry beret<br \/>\n11: Blackbird chain<br \/>\n12: Blue Moon<br \/>\n13: Devils haircut<br \/>\n14: Girl<br \/>\n15: Heart is a drum<br \/>\n16: Dreams<br \/>\n17: Colors<br \/>\n18: Sexx laws<br \/>\n19: E-Pro<br \/>\nZugabe:<br \/>\n20: Where It&#8217;s At<br \/>\n21: One foot in the grave<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p><strong>Multimedia:<\/strong><\/p>\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/AhGeclCZyO0?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWhere it\u2019s at\u201c, \u201eDevils haircut\u201c und nat\u00fcrlich \u201eLoser\u201c sind so Spontanassoziationen, die mir zu Beck einfallen. 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