{"id":984,"date":"2009-02-23T19:59:33","date_gmt":"2009-02-23T18:59:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=984"},"modified":"2019-11-16T18:32:35","modified_gmt":"2019-11-16T17:32:35","slug":"asobi-seksu-vetiver-brussel-22022009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/asobi-seksu-vetiver-brussel-22022009\/","title":{"rendered":"Asobi Seksu, Vetiver &#8211; Br\u00fcssel, 22.02.2009"},"content":{"rendered":"<p><strong data-rich-text-format-boundary=\"true\">Ort:<\/strong> Botanique, Br\u00fcssel<br data-rich-text-line-break=\"true\" \/><strong>Hauptband: <\/strong>Vetiver<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-11724\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/09_Asobi_Seksu_22022009_01.jpg\" alt=\"Asobi Seksu\" width=\"1400\" height=\"788\" \/><\/p>\n<p>&#8218;First we take New York than we take the countryside.&#8216; Unterschiedlicher k\u00f6nnen zwei Bands nicht sein. Hier, die st\u00e4dtischen <strong>Asobi Seksu<\/strong> mit viel L\u00e4rm und Feedbacks und so, dort die nach frischer Luft, Weite, gr\u00fcnen Wiesen, gelben Feldern und heile Welt klingenden <strong>Vetiver<\/strong>. &#8218;Und gleich kommt Lassie um die Ecke&#8216;, m\u00f6chte man bei den sehr speziellen Folkkl\u00e4ngen der (Achtung!) Band aus San Fransisco denken. Ne, das war doch recht langweilig und eint\u00f6nig. Nichts f\u00fcr mich. Nicht immer gef\u00e4llt das \u00dcberraschungsei.<br \/>\n<strong>Asobi Seksu<\/strong> waren denn auch der Grund unseres Besuches der Botanique. Sehr sch\u00f6n, Miss Yuki Chikudate. Das war gute Unterhaltung in der mit rund 200 Besuchern vollen Rotonde des wundersch\u00f6nen Kulturkomplexes.<\/p>\n<p>Die Rotonde des Br\u00fcsseler <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/www.botanique.be\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Botanique<\/a> ist ein interessanter Ort. Ein kreisrunder Raum mit einem ca. 15 Meter Radius und 10 Meter Deckenh\u00f6he. Die eine H\u00e4lfte der Rotonde geh\u00f6rt der B\u00fchne, die andere H\u00e4lfte dem Publikum. An den W\u00e4nden sind vier treppenstufenartige Sitzreihen aus Holz angebracht, die kleine Freifl\u00e4che vor der B\u00fchne beschr\u00e4nkt sich so auf wenige Quadratmeter. Ein sehr unaufgeregtes und gem\u00fctliches Ambiente. Nett ist die ganze Botanique. Es erscheint wie ein Kulturzentrum mit verschiedenen Veranstaltungsr\u00e4umen.<br \/>\nBis man zur Rotonde gelangt, geht man durch verschiedene G\u00e4nge und um viele Ecken. Blumen, Wasserl\u00e4ufe und Goldfische s\u00e4umen den Weg. Die park\u00e4hnlichen Au\u00dfenanlagen sind schon geschlossen, aber auch hier drinnen gr\u00fcnt es und die Botanique macht ihrem Namen alle Ehre.<br \/>\nVom Place de Rogier sind es nur wenige Minuten zu Fu\u00df. Der Ausflug nach Br\u00fcssel kam spontan, aber nicht ungelegen. Zwei Fliegen konnten erschlagen werden: der Rosenmontag fand eine sinnvolle Nutzung und ein Ausflug ins nahe Br\u00fcssel lohnt sich schon allein wegen der hervorragenden Pommes, den guten Comicl\u00e4den und dem Mediamarkt mit dem gutsortierten franz\u00f6sischen CD Sortiment. Gegessen, gelesen und CD\u2019s gekauft wurde daher auch.<br \/>\n<strong><a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/www.asobiseksu.com\/home.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Asobi Seksu<\/a><\/strong> war der eigentliche Ticketkaufgrund. Die Band um S\u00e4ngerin <strong>Yuki Chikudate<\/strong> ist seit ihrem Kulturkirchenauftritt im Vorprogramm der <strong>Editors<\/strong> ein gern geh\u00f6rter Kandidat. Leider hatte ich ihr K\u00f6lner Konzert im Dezember verpasst, aber nun gab es ja eine weitere M\u00f6glichkeit, diese tolle Band zu sehen.<\/p>\n<p><strong>Asobi Seksu<\/strong> sind als Vorband f\u00fcr <strong>Vetiver<\/strong> gebucht, bringen es trotzdem auf eine gute Stunde Spielzeit und 12 Songs. Es ist ein Konzert zweier gleichberechtigter Bands, denn auch <strong>Vetiver<\/strong> spielten eine gute Stunde.<br \/>\n<strong>Asobi Seksu<\/strong> spielen viel vom neuen Album \u201eHush\u201c. Die H\u00e4lfte des Sets, um genau zu sein, setzt sich aus Songs des k\u00fcrzlich erschienen Albums zusammen. Der Sound ist gut, nicht so laut und nicht zu stark ausgesteuert wie bef\u00fcrchtet. Es scheint, dass viele Leute wegen der New Yorker Band vor Ort sind, die Rotonde war schon um acht Uhr mehr als gut besucht. Sch\u00f6n zu sehen, dass die Band viele Freunde hat. Obwohl ich das neue Album noch nicht kenne, war der Dreampop der New Yorker unverkennbar. Es scheint sich nicht allzu viel ge\u00e4ndert zu haben im Asobi Seksu\u2019schen Kosmos.<br \/>\nEtwas weniger Gitarrenw\u00e4nde und ein Hauch mehr Pop, das Grundmuster mit sanftem Keyboard und lauten Gitarrenpassagen bleibt aber kennzeichnend f\u00fcr den Sound. Und wenn <strong>Yuki<\/strong> das Xylophon auspackt und japanische Worte sirenenhaft ins Mikrofon haucht (Meh No Mae), wird es sehr, sehr tr\u00e4umerisch.<br \/>\nSeit \u00fcber drei Alben gibt es die Band. 2004 gr\u00fcndeten <strong>Yuki Chikudate<\/strong> (Keyboard, Gesang) und <strong>James Hanna<\/strong> (Gitarre, Gesang) <strong>Asobi Seksu<\/strong>, was auf Deutsch soviel wie &#8218;verspielter Sex&#8216; hei\u00df. Warum man eine Band so nennt, wei\u00df ich nicht. Warum man sich dem Shoegaze, tsunamihaften Gitarrenw\u00e4lle und Feedback-Attacken hingibt, kann ich sehr wohl nachvollziehen. Kombiniert mit der zarten Gesangsstimme vom <strong>Yuki<\/strong> erinnert das sehr stark an <strong>My bloody Valentine<\/strong>. F\u00fcr mich der entscheidende Grund, diese Band zu m\u00f6gen. Wie sollte es daher auch anders sein, das Konzert war ein gutes. Ein gelungener Auftritt!<\/p>\n<p>Es ist kurz nach neun, die Band <strong>Vetiver<\/strong> kommt auf die B\u00fchne. Die Gitarren h\u00e4ngen ihnen knapp unterm Kinn. Sie beginnen ein Lied zu spielen, das von bl\u00fchenden Apfelb\u00e4umen handelt. Dann brechen sie ab, klar, alles nur Spa\u00df, und w\u00e4hrend die Band Abstimmungsprobleme er\u00f6rtert, stimme ich erleichtert in das Lachen der anderen Zuschauer in der ausverkauften Location mit ein. Das Lied beginnt von neuem, und es ist kein Spa\u00df. Der Refrain des Liedes lautet &#8218;it\u00b4s a good day for fishing.&#8216;<br \/>\n<strong><a title=\"Wikipedia\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vetiver\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Vetiver<\/a><\/strong> waren die gro\u00dfen Unbekannten. Ein Vorabtest \u00fcber <a title=\"MySpace\" href=\"http:\/\/www.myspace.com\/vetiverse\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Myspace<\/a> stellte sie in die Ecke Neo-Folk, Fleet Foxes und andere Barttr\u00e4ger. Na schauen wir mal, das Liveurteil kann ich mir noch fr\u00fch genug bilden.<br \/>\nNach diesem lustigen Auftakt waren nach 15 Minuten <strong>Vetiver<\/strong> Konzert die Dinge gekl\u00e4rt: Dieser glasklare amerik. Folk ist absolut nicht meins. Gut, das wir uns setzen konnten, so machten die doch sehr <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/dasklienicum.blogspot.com\/2009\/01\/neue-tne-504-vetiver.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">einschl\u00e4fernden Sounds<\/a> nicht so starke Schmerzen in den Beinen. <em>Der Mann aus den Bergen<\/em> oder <em>Lassie<\/em>, diese Assoziationen kamen in mir hoch. Soviel Ausgeglichenheit, soviel neo- hippieskes Gef\u00fchl war in ihrer Musik, das war nicht sch\u00f6n. Passenderweise lebt <strong>Andy Cabic<\/strong>, S\u00e4nger, Songschreiber und Kopf der Band, in San Francisco. Wo auch sonst?! Der Auftritt zog sich, musikalisch ein bisschen interessanter wurde es, wenn <strong>Andy<\/strong> die Akkustikgitarre zur Seite lag und zur elektrischen Gitarre griff. Dann kam mehr Fahrt auf, die Songs wurden schneller. Das war leider zu selten der Fall, und eigentlich h\u00e4tten wir schon nach 20 Minuten gehen k\u00f6nnen. Doch was tun mit dem angebrochenen Abend? <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/www.jupiler.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Belgisches Bier<\/a> trinken und <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/www.fritland.eu\/fritland.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Pommes essen<\/a>? Das habe ich schon heute Nachmittag getan.<br \/>\nUm kurz vor zehn bemerkt der <strong>Vetiver<\/strong>-S\u00e4nger mit der stilechten Bauernm\u00fctze dass wir ja alle so ruhig auf dem Fu\u00dfboden sitzen. Ich frage mich irritiert, was er erwartet &#8211; Stagediving zu Mundharmonikakl\u00e4ngen? Besagte Mundharmonika kommt nun tats\u00e4chlich zum Einsatz. Ich lenke mich ab, indem ich die Karohemden im Publikum z\u00e4hle. Es sind jedoch nur wenige.<br \/>\nDenn M\u00e4dchen in der Rotonde scheint\u2019s zu gefallen. Sie wippten und nickten mit lachenden Gesichtern eifrig mit. Ein Junge vor mir kennt sogar die Texte. &#8218;War irgendwer von Euch bei unserem Auftritt im letzten Jahr&#8216;, fragt der S\u00e4nger. Wenig Reaktion aus dem Publikum. &#8218;We probably drove everyone off&#8216;, sagt er mit einem verschmitzten Grinsen zum Gitarristen und erh\u00e4lt aus dem Publikum sympathisierende Rufe. Ich glaube, dass er wahrscheinlich recht hat, ich mag diese Musik auch nicht.<br \/>\nDas <a title=\"Homepage\" href=\"http:\/\/meinzuhausemeinblog.blogspot.com\/2009\/02\/vetiver-paris-190209.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Konzerttagebuch<\/a> schreibt davon, dass <strong>Vetiver<\/strong> dieses Jahr den Durchbruch schaffen werden. Warum sollten sie, frag ich mich? Wenn dies interessanterweise doch so sein sollte, dann nur, weil die Musikwelt einen starken Gegentrend zum mittlerweile omnipr\u00e4senten Indieclash ben\u00f6tigt. Und Folk war schon lange nicht mehr, bietet sich also an. Ein anderer Grund f\u00e4llt mir nicht ein. Ach halt: Wenn es die M\u00e4dchen m\u00f6gen, kaufen auch die Jungs die CDs. Plattenfirma, was brauchst du mehr! Neofolk, ein kluges MGMT- Konzept.<\/p>\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br \/>\n01. Sing<br \/>\n02. Strawberries<br \/>\n03. Me and Mary<br \/>\n04. Meh No Mae<br \/>\n05. In the sky<br \/>\n06. Thursday<br \/>\n07. Gliss<br \/>\n08. Transparence<br \/>\n09. Familiar Light<br \/>\n10. Blind little rain<br \/>\n11. Pink Cloud tracing paper<br \/>\n12. Red Sea<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8218;First we take New York than we take the countryside.&#8216; Unterschiedlicher k\u00f6nnen zwei Bands nicht sein. Hier, die st\u00e4dtischen Asobi Seksu mit viel L\u00e4rm und Feedbacks und so, dort die nach frischer Luft, Weite, gr\u00fcnen Wiesen, gelben Feldern und heile Welt klingenden Vetiver. &#8218;Und gleich kommt Lassie um die Ecke&#8216;, m\u00f6chte man bei den sehr speziellen Folkkl\u00e4ngen der (Achtung!) Band aus San Fransisco denken. 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