{"id":9806,"date":"2018-05-05T17:46:38","date_gmt":"2018-05-05T15:46:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=9806"},"modified":"2018-05-05T17:47:45","modified_gmt":"2018-05-05T15:47:45","slug":"ought-koeln-03-05-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/ought-koeln-03-05-2018\/","title":{"rendered":"Ought &#8211; K\u00f6ln, 03.05.2018"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Bumann &amp; Sohn, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> Hater<\/p>\n<p><strong><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-9807\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/2.jpg\" alt=\"Ought\" width=\"2048\" height=\"1152\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/2.jpg 2048w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/2-200x113.jpg 200w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/2-520x292.jpg 520w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/2-1010x568.jpg 1010w\" sizes=\"(max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/><\/strong>An diesem Abend fiel mir die Entscheidung nicht leicht. <strong>Lucy Dacus<\/strong> oder <strong>Ought<\/strong>? Schon fr\u00fch hatte ich mir ein Ticket f\u00fcr die Kanadier besorgt, in den letzten Wochen jedoch mehr und mehr die US-amerikanische S\u00e4ngerin f\u00fcr mich entdeckt.<br \/>\nBeide gingen aber nicht. K\u00f6ln ist nicht Br\u00fcssel, wo tags zuvor beide Bands nacheinander in der Botanique Konzerte gaben. Das kleine Festival schlappe 200 km entfernt wurde komplettiert durch die Band <strong>Hater<\/strong> und war damit zum einen musikalisch stimmig und reizvoll besetzt.<br \/>\nIn K\u00f6ln spielte <strong>Lucy Dacus<\/strong> im Blue Shell, <strong>Ought<\/strong> zusammen mit <strong>Hater<\/strong> im Bumann &amp; Sohn. Beides kleine L\u00e4den, beide irgendwie toll f\u00fcr \u00fcberschaubare Konzerte. Durch den zeitigen Ticketkauf war die Wahl quasi entschieden, selbstl\u00e4ufig fiel meine Wahl auf <strong>Ought<\/strong>. Schlie\u00dflich sind sie sowas wie eine verkappte Lieblingsband. Verkappt deswegen, weil ich gerne auf ihre Konzerte gehe, dieses sollte mein drittes Konzert sein, ihre Platten zuhause dagegen fast nie h\u00f6re. Tats\u00e4chlich besitze ich gar nur ihre Deb\u00fctplatte <em>More than any other day<\/em>, und die sogar nur als digitalen Download. Strange, isn\u2019t it?!<\/p>\n<p>Wenn selbst ich ihre Platten nicht kaufe, muss ich mich nicht wundern, dass <strong>Ought<\/strong> nicht gr\u00f6\u00dfer sind. Tue ich aber doch, denn die Band macht vieles richtig, um eine gro\u00dfe Band zu sein: sie haben sch\u00f6ne Referenzen an die Postpunk Bands der 1980er Jahre, sie haben einen musikalischen Wiedererkennungswert, der sie einzigartig sein l\u00e4sst, sie haben sch\u00f6ne Melodien, <strong>Tim Darcy<\/strong>, der S\u00e4nger, eine tolle unverwechselbare Stimme, sie haben sch\u00f6ne Gitarren und nicht zuletzt haben sie fantastische Songs. Ihr <em>More than any other<\/em> <em>day<\/em> ist ein Indie Meilenstein, mit das beste Album der letzten 10 Jahre. <strong>Ought<\/strong> erinnern mich an <strong>Television<\/strong>, an die <strong>Talking Heads<\/strong> (wegen der stimmlichen \u00c4hnlichkeit zu <strong>David Byrne<\/strong>) und an <strong>Pavement<\/strong>. Von all diesen haben sie etwas, verlassen sich aber nicht darauf sondern erg\u00e4nzen, erweitern, modifizieren. <strong>Ought<\/strong> sind nicht blo\u00dfe Kopisten, das w\u00e4re auch zu billig. F\u00fcr mich sind <strong>Ought<\/strong> eine der am meisten untersch\u00e4tzten Band der 2010er Jahre.<\/p>\n<p>Das mit dem Wiedererkennungswert hat sich mit dem letzten Album ein bisschen ge\u00e4ndert. <em>Room inside the world<\/em> klingt schon anders als die beiden Vorg\u00e4nger. Sind da mehr Keyboards drin? Ja, da sind mehr Keyboards drin und auch der Gesang wirkt auf mich melodi\u00f6ser und weniger leiernd. In der Summe wirkt <em>Room inside the world<\/em> auf mich reifer, professioneller, weniger verschroben. Verschroben in Anf\u00fchrungsstrichen. Sei es, wie es ist, ein sch\u00f6nes Album ist <em>Room inside the world<\/em> und die Ver\u00e4nderungen schrecken mich nicht ab. Ich bleibe <strong>Ought<\/strong> Fan.<\/p>\n<p><strong>Hater<\/strong>, da war doch was.<br \/>\nGab es nicht auch eine Seattle Band mit Namen <strong>Hater<\/strong>, die sich aus<strong> Soundgarden <\/strong>Mitgliedern und dem Bruder des damals schon verstorbenen<strong> Mother Love Bone S\u00e4ngers <\/strong>zusammensetzte? Das Projekt hat, wenn ich mich recht erinnere, ein Album herausgebracht. Unabh\u00e4ngig davon,<strong> Hater<\/strong>, so hei\u00dfen doch nur Heavy Speed Black Metal Bands. Zackig geschriebener Namenszug inklusive, gerne auch als Aufn\u00e4her f\u00fcr Jeansjacken am Merch zu kaufen. Diese <strong>Hater<\/strong> dagegen, die das Vorprogramm bestreiten, sehen lieb aus und machen lieblichen Indiepop. <strong>Hater<\/strong> kommen aus Malm\u00f6 und sind als Quartett unterwegs. Die S\u00e4ngerin <strong>Caroline Landahl<\/strong> wird unterst\u00fctzt durch <strong>M\u00e5ns Leonartsson<\/strong>, <strong>Adam Agace<\/strong> und <strong>Lukas Thomasson<\/strong>. Ihre Musik zu beschreiben ist einfach: Dreampop, Indiepop.<\/p>\n<blockquote><p>Taking their musical cues from the likes of Alvvays, The Pretenders, Neil Young and The Radio Dept, all led by Landahl\u2019s gorgeous vocals, Hater soon drew a lot of attention, including praise from international music publications such as The FADER and The Line of Best Fit.<\/p><\/blockquote>\n<p>So steht es auf der bandcamp Seite der Band, die ich dringend empfehlen m\u00f6chte. Also die Band, nicht die bandcamp Seite. <strong>Hater<\/strong> haben ein Album (<em>You tried<\/em>)und eine EP drau\u00dfen, beide sind sehr gut anh\u00f6rbar.<\/p>\n<p>Das <strong>Hater<\/strong> sich lohnen, hat sich rumgesprochen. Das Bumann &amp; Sohn ist bereits zur Vorgruppe gut gef\u00fcllt. <strong>Hater<\/strong> wirkten sehr sympathisch.<\/p>\n<p>Als <strong>Ought<\/strong> gegen kurz nach neun Uhr die niedrige B\u00fchne betreten, ist es dann gut voll. Ich bin zum ersten Mal hier, f\u00fchle mich aber direkt wohl. Eigentlich ist der Laden f\u00fcr Konzerte nicht ausgelegt, vermittelt dadurch andererseits jedoch eine besondere Atmosph\u00e4re.<br \/>\n<strong>Ought<\/strong> beginnen mit St\u00fccken vom neuen Album. Die aktuelle Single \u201eThese three things\u201c ist auch darunter. Als sie im weiteren Verlauf zu den \u00e4lteren Sachen switchen, bemerke ich auch live den Unterschied zwischen \u00e4lteren und neuen Songs. Bei \u201eHabit\u201c und \u201eBeautiful blue sky\u201c klingt es gleich eine Spur zackiger und bassgetragener. Eine Leichtigkeit wie in \u201eThese three things\u201c ist hier f\u00fcr mich nicht zu sp\u00fcren. und weniger poppig.<br \/>\nDer Drummer spielt stoisch, leicht einschl\u00e4fernd. Da ist kein wildes Gekloppe, kein \u00fcberstarker K\u00f6rpereinsatz. Ab und an ein Kopfnicken, das muss reichen. <strong>Tim Keen<\/strong> strahlt eine wohltuende Ruhe und Entspanntheit aus, ganz anders als die letzten <strong>The Animal<\/strong> Schlagzeuger, die ich an den Schlagzeugen gesehen habe. \u00dcberhaupt sind <strong>Ought<\/strong> eine supercoole Band in Chino Hosen. Keine gro\u00dfen Gesten, kein gro\u00dfes Rumgehampel. Damit erinnern sie mich an <strong>Pavement<\/strong>. Hier und da ein Fingerzeig von <strong>Tim Darcy<\/strong>, ein gezischtes \u2018Yessss\u2018, das ist es. Die anderen beiden <strong>Oughts<\/strong> <strong>Matt May<\/strong> und <strong>Ben Stidworthy<\/strong> sind zu sehr mit ihren Instrumenten besch\u00e4ftigt, als dass sie etwas anderes machen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Ich gebe zu, \u201eBeautiful blue sky\u201c und alle anderen \u00e4lteren St\u00fccke machten mir am meisten Spa\u00df. Mit den neuen Sachen fremdle ich noch ein bisschen. Aber das wird sich legen, da bin ich mir sicher.<\/p>\n<p>Zugabe. \u2018We play a <strong>Greatful Dead<\/strong> Cover\u2018. Ah ha, okay. Das Cover entpuppt sich schnell als \u201eToday more than any other day\u201c. Sehr sch\u00f6n. Fehlt ja nur noch \u201eThe weather Song\u201c, um das Hit Trio von <em>More than any other day<\/em> komplett zu machen. Ich habe gerade zuende gedacht, als <strong>Ought<\/strong>\u00a0 ihren allerletzten Song anspielen: \u201eThe weather Song\u201c. Noch sch\u00f6ner!<\/p>\n<p>Ein wunderbarer Abschluss eines sch\u00f6nen kleinen Konzertes.<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<br \/>\n<\/strong><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/die-nerven-bonn-22-10-2015\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ought \u2013 K\u00f6ln, 13.11.2014 \/ King Georg<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/primavera-sound-festival-barcelona-28-05-2015\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ought &#8211; Primavera Sound Festival Barcelona, 28.05.2015<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/le-guess-who-utrecht-19-11-2015\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ought &#8211; Le Guess Who? Utrecht, 19.11.2015<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An diesem Abend fiel mir die Entscheidung nicht leicht. Lucy Dacus oder Ought? Schon fr\u00fch hatte ich mir ein Ticket f\u00fcr die Kanadier besorgt, in den letzten Wochen jedoch mehr und mehr die US-amerikanische S\u00e4ngerin f\u00fcr mich entdeckt.<br \/>\nBeide gingen aber nicht. K\u00f6ln ist nicht Br\u00fcssel, wo tags zuvor beide Bands nacheinander in der Botanique Konzerte gaben. Das kleine Festival schlappe 200 km entfernt wurde komplettiert durch die Band Hater und war damit zum einen musikalisch stimmig und reizvoll besetzt.<br \/>\nIn K\u00f6ln spielte Lucy Dacus im Blue Shell, Ought zusammen mit Hater im Bumann &#038; Sohn. Beides kleine L\u00e4den, beide irgendwie toll f\u00fcr \u00fcberschaubare Konzerte. 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