{"id":9461,"date":"2018-03-20T18:16:21","date_gmt":"2018-03-20T17:16:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=9461"},"modified":"2018-03-20T18:16:21","modified_gmt":"2018-03-20T17:16:21","slug":"fever-ray-koeln-17-03-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/fever-ray-koeln-17-03-2018\/","title":{"rendered":"Fever Ray &#8211; K\u00f6ln, 17.03.2018"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Palladium, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> Tamie T.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-9463\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG_0093.jpg\" alt=\"Fever Ray\" width=\"2048\" height=\"1151\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG_0093.jpg 2048w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG_0093-200x112.jpg 200w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG_0093-520x292.jpg 520w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG_0093-1011x568.jpg 1011w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/IMG_0093-350x197.jpg 350w\" sizes=\"(max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/><strong>Fever Ray<\/strong> sind mir nur bekannt als quasi Nachfolgeband der schwedischen Elektropopband <strong>The Knife<\/strong>. Nachdem die Geschwister <strong>Karin<\/strong> und <strong>Olof Dreijer<\/strong> 2014 <strong>The Knife<\/strong> aufl\u00f6sten, machte <strong>Karin Dreijer<\/strong> einfach alleine weiter. Beziehungsweise konzentrierte sie sich ab da auf ihr Soloprojekt <strong>Fever Ray<\/strong>, ein erstes Album <em>Fever Ray<\/em> als <strong>Fever Ray<\/strong> hatte sie bereits 2009 ver\u00f6ffentlicht; zu einer Zeit, als <strong>The Knife<\/strong> noch existierten. Im letzten Jahr erschien dann relativ kommentarlos <em>Plunge<\/em>, das zweite Album von <strong>Karin Dreijer<\/strong> als <strong>Fever Ray<\/strong>.<br \/>\nSoweit die Discographie der Schwedin, die in der Elektro- und\u00a0 Avantgardepopwelt eine gro\u00dfe Nummer ist.<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich hatte ich das <strong>Fever Ray<\/strong> Konzert nur halbherzig auf meiner M\u00e4rz Konzertagenda. Ich w\u00fcrde bzw. k\u00f6nnte sie auch noch in Barcelona sehen, warum also ins Palladium. Als ich dann aber Mitte letzter Woche Konzertentzugserscheinungen hatte und am Wochenende keine anderen Termine anstanden, r\u00fcckte auch <strong>Fever Ray<\/strong> wieder in meinen Fokus. Auch, weil zeitgleich im Geb\u00e4ude 9 eine andere, durchaus interessante Konzertveranstaltung angesetzt war: <strong>Escape with Romeo<\/strong> und <strong>The invisible spirit<\/strong>, eine aus historischer Sicht (1990er Jahre Indiediscobesuche) durchaus interessante Sache. Ein g\u00fcnstiges <strong>Fever Ray<\/strong> Ticketangebot auf Ticketswap lie\u00df mich jedoch, spontan und ohne gro\u00df nachzudenken, zugreifen. Mir war mehr nach gro\u00dfer Halle als nach kleinem Klub. Okay, also <strong>Fever Ray<\/strong>. Wenn es an anderen Kriterien mangelt, warum nicht.<\/p>\n<p>Auch auf die Gefahr hin, mich l\u00e4cherlich zu machen: was mich beim <strong>Fever Ray<\/strong> Konzert erwartet, ich hatte keinen Plan. <strong>The Knife<\/strong> habe ich nie gesehen und \u00fcberhaupt, so stark stecke ich nicht drin in der schwedischen Elektropopwelt, als dass ich mich mit den Statements von <strong>Fever Ray<\/strong> vorher besch\u00e4ftigt h\u00e4tte. Erst nach dem Lesen der Konzertberichterstattung vom Berliner Konzerte Tage zuvor im Berliner Tagesspiegel bekam ich eine Ahnung dar\u00fcber, was mich erwarten k\u00f6nnte. Dort hie\u00df es u. a.:<\/p>\n<blockquote><p>Es geht auf \u201ePlunge\u201c viel um Sex, queeren, oft harten Sex, der als widerst\u00e4ndige Kraft gegen die Hetero-Norm gefeiert wird. \u201eEvery time we fuck we win\u201c, singt die 42-J\u00e4hrige, die sich als genderfluid bezeichnet und in einem ihrer wenigen Interviews freim\u00fctig von ihren Tinder-Dates mit Frauen gesprochen hat. In Videos zu den neuen Songs tritt Fever Ray als glatzk\u00f6pfiges Grinsewesen mit dunkel umrandeten Augen und \u00fcberschminktem Mund auf. Diesen Look hat sie auch f\u00fcr ihren Auftritt in der ausverkauften Columbiahalle gew\u00e4hlt. Sie tr\u00e4gt kurzrasierte Haare, hohe wei\u00dfe Schn\u00fcrstiefel, eine kurze, nach Babyw\u00e4sche aussehende Hose und ein T-Shirt mit der Aufschrift \u201eI love Swedish girls\u201c, wobei \u201eSwedish\u201c durchgestrichen ist. Zwei ebenfalls wie in den Videos kost\u00fcmierte S\u00e4ngerinnen begleiten sie, dazu zwei Schlagzeugerinnen und eine Keyboarderin, die ihre Instrumente tats\u00e4chlich spielen. Zus\u00e4tzliche Spuren &#8211; vor allem Beats &#8211; kommen von Festplatte.<\/p><\/blockquote>\n<p>In Verbindung mit diversen Livevideos rief das Spannung und eine Art Vorfreude in mir hervor. Mein irritierendstes Konzert bis dato war <strong>Peaches<\/strong> vor einigen Jahren, vielleicht wird das hier noch irritierender.\u00a0 Neugierde war somit da, aber auch ein Grundma\u00df an Erwartung. Eine intensive, unterhaltsame Liveperformance sollte es jetzt bitte sch\u00f6n schon sein. Das, was ich im Internet sah und las, wollte ich unbedingt auch im Palladium geboten bekommen.<br \/>\nDer Begriff Performance trifft dabei ganz gut, denn <strong>Fever Ray<\/strong> ist keine Band, die auf ihren Instrumenten klimpert. Instrumente spielen eher eine nebens\u00e4chliche Rolle. Etwas sp\u00f6ttisch las ich, dass zur ersten Zugabe <strong>Karin Dreijer<\/strong> und zwei ihrer Tanzkolleginnen zwar mit Gitarren am B\u00fchnenrand stehend \u201eIf I had a heart\u201c spielen, man aber die Gitarren gar nicht h\u00f6ren w\u00fcrde. (Interne Anmerkung: Auch <strong>The Knife<\/strong> spielten auf Konzerten fake Instrumente.) So dominierten optisch die t\u00e4nzerische Performance und der Symboltanz das B\u00fchnengeschehen.<br \/>\nPasst auch besser zur Musik, die ich alseiner Mischung aus Electro, Techno und Avantgarde bezeichnen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Cat woman, muscle woman, eine als Zombieclown geschminkte <strong>Karin Dreijer<\/strong>, dazu eine weitere T\u00e4nzerin, das sind die Protagonistinnen, auf die ich von schr\u00e4g vorne einen Blick habe. Dazu kommen noch zwei weitere Musikerinnen. Beim letzten Song der Vorband <strong>Tamie T.<\/strong> hopste die <strong>Fever Ray<\/strong> Gang schon auf der B\u00fchne umher. Da sah ich sie alle.<\/p>\n<p><strong>Tamie T.<\/strong> ist, nebenbei bemerkt, ganz gut anzuh\u00f6ren. Ihre Elektrobeats begleiteten mich auf den letzten Metern ins Palladium. Durch die Mauern des Backsteinbaus dr\u00f6hnte der Bass. Ich nahm einen sp\u00e4teren Zug, an einem Samstagnachmittag gibt es auch noch andere Dinge zu erledigen, und so kam ich erst w\u00e4hrend ihres Sets im Palladium an.<\/p>\n<p>Die Halle ist zu diesem Zeitpunkt noch erschreckend leer. Leider wird es im Laufe des Abends nur unwesentlich voller. Der erwartete Hype um <em>Plunge<\/em> und damit eine starke Konzertnachfrage sind offensichtlich nicht so hoch ausgefallen, wie es die Veranstalter erwartet haben. Kurz die Stra\u00dfenseite ins kleinere E-Werk wechseln ging an diesem Abend auch nicht. Nebenan spielten <strong>Level 42<\/strong> zum Tanztee. Dieses Konzert war \u00fcbrigens das Hauptgespr\u00e4chsthema in der Stra\u00dfenbahn nach M\u00fchlheim.<br \/>\nSo blieb der Oberrang geschlossen und das letzte Innenraumdrittel leer. War das der Grund, warum die Stimmung nicht so recht in Wallung kam? Vielleicht. Es lag aber auch an der Musik. Die aktuellen Sachen wurden f\u00fcr meinen Geschmack zu seicht vorgetragen, driften zu sehr in eine Art Beliebigkeitspop. Die Bongos und Latinosounds erinnerten mich mehr an <strong>Madonna<\/strong>\u2018s \u201eLa isla Bonita\u201c als an die D\u00fcstersynthies vom ersten Album <em>Fever Ray<\/em>. Das war so nicht meins. Einzige Ausnahme blieb \u201eConcrete walls\u201c, f\u00fcr mich der beste Song des Abends. Hier dr\u00fcckte der Bass, hier blieb die B\u00fchnenshow dezent im Hintergrund und die B\u00fchnenbeleuchtung aus. \u201eConcrete walls\u201c hatte die gr\u00f6\u00dfte Wucht und Spannung. Und an beidem fehlte es den anderen Songs. Hinzu kam, dass das Konzert f\u00fcr mich nie so recht in Fluss kam. Die Pausen zwischen den Songs erwiesen sich schnell als Stimmungskiller. Ein paar instrumentale \u00dcberg\u00e4nge w\u00e4ren hier sicherlich hilfreich gewesen, die dann und wann kurz aufkommende Tanzstimmung in den ersten Reihen in den n\u00e4chsten Song hin\u00fcberzuretten. Denn die ersten Reihen tanzten nicht viel. Um mich herum sah ich haupts\u00e4chlich beobachtende Leute. Weiter hinten im Palladium wurde allerdings getanzt, sinnbildlich mit dem R\u00fccken zur B\u00fchne.<\/p>\n<p>Es war also nicht das \u00fcberragend gute Konzert. Als nach einer Stunde das regul\u00e4re Set zu Ende ging und die erste Zugabe \u201eIf I had a heart\u201c in den letzten T\u00f6nen lag, verlie\u00df ich das Palladium. Der Abend blieb f\u00fcr mich St\u00fcckwerk, die fr\u00fche Bahn zur\u00fcck war wichtiger als der zweite Song der Zugabe.<\/p>\n<p>Schade, es h\u00e4tte eine lustig d\u00fcstere Elektro-dance Veranstaltung werden k\u00f6nnen. Das wurde es jedoch nicht. Vielleicht hatte <strong>Fever Ray<\/strong> nur einen schlechten Tag. Oder ich, weil ich die Sch\u00f6nheit des Konzertes nicht erkannt habe.<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<\/strong><br \/>\n&#8211;<\/p>\n<p><strong>Multimedia:<\/strong><\/p>\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/XxPoEjrMgqw?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fever Ray sind mir nur bekannt als quasi Nachfolgeband der schwedischen Elektropopband The Knife. 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