{"id":8782,"date":"2017-11-07T18:19:16","date_gmt":"2017-11-07T17:19:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=8782"},"modified":"2017-11-07T18:19:16","modified_gmt":"2017-11-07T17:19:16","slug":"koeln-05-11-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/koeln-05-11-2017\/","title":{"rendered":"!!! &#8211; K\u00f6ln, 05.11.2017"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Luxor, K\u00f6ln<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> Bellchild<br \/>\n<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-8784\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/1-1.jpg\" alt=\"\" width=\"2048\" height=\"1152\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/1-1.jpg 2048w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/1-1-520x292.jpg 520w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/1-1-1010x568.jpg 1010w\" sizes=\"(max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/><strong>Chk Chk Chk<\/strong> oder <strong>!!!<\/strong>. Ganz wie es die Syntaxvorschriften der digitalen Datenverarbeitung und Dokumentenspeicherung in den diversen Datenbanken erlauben und zulassen. Sonderzeichen in Dateinamen, dann bitte <strong>!!!<\/strong>, ansonsten die Wortlautersetzung <strong>Chk Chk Chk<\/strong>. Hierbei kann, das lehrt mich erneut das Musikportal Wikipedia, der Bandname <strong>!!! <\/strong>als beliebige Reihenfolge dreier wiederholter Laute ausgesprochen werden. <strong>Chk Chk Chk<\/strong> ist die M\u00f6glichkeit, die sich etabliert hat, auch, weil die New Yorker sie selbst verwenden.<\/p>\n<p>Mein kurzes <strong>!!!<\/strong> Fantum ereignete sich 2010, als <em>Strange weather, isn\u2019t it? <\/em>ver\u00f6ffentlicht wurde. Dieses Album bereitete mir viel Freude, mir gefielen die Dance Anleihen in der Musik und \u201eAM\/FM\u201c ist ein sch\u00f6ner, veritabler Hit. Den nachfolgenden Alben schenkte ich keine Beachtung, es gab einfach zu viel spannende Musik zu entdecken und der Indie Dance von <strong>!!!<\/strong> ging mir in den n\u00e4chsten Jahren ein bisschen ab. Erst als im Fr\u00fchjahr <strong>Chk Chk Chk <\/strong>beim Primavera aufspielten, und mich ihr Konzert, das ich als guten Festivalabschluss am Sonntagabend eingeplant hatte, ein wenig \u00fcberraschend restlos \u00fcberzeugte, r\u00fcckten <strong>!!!<\/strong> wieder in meinen n\u00e4heren Fokus. Menschenskind, was war das f\u00fcr ein Gehopse und Getanze, wie irre gab sich die Band an diesem Abend, wie gutgelaunt war passenderweise das Publikum. S\u00e4nger <strong>Nic Offer<\/strong> war v\u00f6llig au\u00dfer Rand und Band und die knappe Stunde im Innenhof des CCCB wurde eine meiner H\u00f6henpunkte beim diesj\u00e4hrigen Primavera Sound. Das musste ich unbedingt nochmal erleben, sagte ich mir damals. Und so war ihr K\u00f6lner Konzert ein halbes Jahr sp\u00e4ter fest eingeplant und ich kam nicht umher, mir direkt nach der Konzertbest\u00e4tigung ein Ticket zu besorgen.<\/p>\n<p>Und wieder passierte es: Was hatte ich f\u00fcr einen Spa\u00df! Was war das f\u00fcr ein unglaublich irrer Abend mit einem gut aufgelegtem Publikum und einer spielfreudigen Band! Wenn ich mich selbst f\u00fcr etwas loben m\u00fcsste, dann daf\u00fcr, dass ich zu diesem Konzert gegangen bin. Trotz Sonntags, trotz Nieselregen, trotz latenter Herbstm\u00fcdigkeit. \u00dcberracshend, oder auch nicht, all diese bl\u00f6den Dinge waren sp\u00e4testens nach den ersten beiden Minuten wie weggeflogen. Ich habe selten eine Band erlebt, die es schafft, binnen weniger Minuten das Konzertpublikum zu 100% auf ihre Seite zu ziehen. <strong>!!!<\/strong> machten das und lie\u00dfen uns die n\u00e4chsten 60 Minuten plus drei Zugaben nicht mehr los. Diese Band aus New York ist eine der besten Livebands der Jetztzeit und es ist so sagenhaft erfrischend und ermunternd, ein Konzert von ihnen zu erleben. Wie ich es aus Barcelona gewohnt war, ist <strong>Nic Offer <\/strong>von Beginn an die Rampensau, die nur mit M\u00fche still stehen kann. Von links nach rechts, von vorne nach hinten, wild mit den Armen fuchtelnd, Grimassen ziehend und K\u00f6rperkontakt zu den ersten Reihen suchend, indem er H\u00e4nde abklatscht, K\u00f6pfe t\u00e4tschelt oder &#8211; wenn beiden nicht m\u00f6glich ist &#8211; Leute direkt ansingt. Er ist er Eyecatcher von <strong>!!!<\/strong>, die Type, die jeden Konzertsaal zu einer gro\u00dfen Tanzfl\u00e4che werden l\u00e4sst. Er macht das <strong>!!!<\/strong> Indie-Dance-Ding zu purer K\u00f6rperlichkeit. Es ist unm\u00f6glich, sich dem zu entziehen.<\/p>\n<p>Stunden zuvor hatte ich unterschwellig kein gutes Gef\u00fchl, als ich sah, dass die Setlist der vergangenen Konzerte nur 12 Songs umfasst. \u2018Na, das wird dann ja ein kurzer Abend\u2018, dachte ich so. Nicht schlimm, ob der zugtechnischen Chaosverbindungen in diesem November. Zwei Stationen werden derzeit nicht angefahren, f\u00fcr mich bedeutet das l\u00e4stige Umsteigerei, und ein vorverlegter letzter Zug zur\u00fcck. 12 Songs, ich rechnete schnell hoch, das sollte nach einer guten Stunde vorbei sein. Die zeitnahe R\u00fcckfahrt schien gesichert. Das klingt spie\u00dfig, ist aber nicht ganz bedeutungslos, wenn man am n\u00e4chsten Tag fr\u00fch raus muss um einen wichtigen Termin wahrzunehmen. Ich dachte aber auch: Ist das nicht ein bisschen wenig f\u00fcr eine Band, die mittlerweile Album um Album ver\u00f6ffentlicht hat. Da Songrepertoire ist doch viel umfangreicher. Nun, zu wenig war es nicht. Und \u00fcberdies gilt bekanntlich Qualit\u00e4t statt Quantit\u00e4t. Diese 60-70 Minuten reichten locker, mich gl\u00fccklich und zufrieden nach Hause gehen zu lassen. Denn gef\u00fchlt war es viel mehr als das.<\/p>\n<p><strong>!!!<\/strong> begannen mit \u201eNRGQ\u201c. Diese aus der Konserve eher unspektakul\u00e4r klingende Souldisconummer ist live drei Klassen besser. Saturday Night Disco Beats wirken in einem Klub einfach st\u00e4rker als auf dem Sofa. \u201eNRGQ\u201c hat genau diesen Discobass, der einen ungefragt wachr\u00fcttelt und l\u00e4stige und bl\u00f6de Fragen aus dem Vorfeld vergessen lassen macht. Damit war das Konzert (im positiven Sinne) schon gelaufen, das Luxor begann, sich unvermittelt zu bewegen. \u201eDancing is the best revenge\u201c hei\u00dft schlie\u00dflich nicht umsonst ein Song von <strong>!!!<\/strong>. Tanzen hie\u00df ab sofort die Antwort auf diesen Sonntag. Dass das Luxor nicht ausverkauft war, erwies sich nun als Vorteil. Es gab Platz, sich ausgelassen zu drehen oder einfach zu h\u00fcpfen, h\u00fcpfen, h\u00fcpfen. Angestachelt von <strong>Nic Offer<\/strong>, der alle ekligen Disco-Dancemoves in und auswendig beherrscht, gab es kaum ein Halten. Der Platz vor der B\u00fchne wurde eine gro\u00dfe Tanzfl\u00e4che, die auch der <strong>!!!<\/strong> S\u00e4nger und seine Gesangskollegin mehrfach nutzten. Ein kurzer H\u00fcpfer von der B\u00fchne, und schwupps tauchten sie in die ersten und hinteren Reihen ein, w\u00e4hrend die Band um <strong>Mario Andreoni<\/strong>, <strong>Dan Gorman<\/strong>, <strong>Allan Wilson<\/strong>, <strong>Paul Quattrone<\/strong> und <strong>Rafael Cohen<\/strong> eine extended Version nach der anderen spielt. <strong>!!!<\/strong> machen das als Kollektiv unheimlich gut. Die beiden Vorturner k\u00f6nnen sich hundertprozentig auf die Spielkunst ihrer Band verlassen und sorglos durch das Publikum h\u00fcpfen, grooven und springen. Dauert der Ausflug mal etwas l\u00e4nger oder bleibt das Mikrofon unterwegs irgendwo liegen, ist das kein Problem f\u00fcr die Band. Dann spielt sie eben noch eine Instrumentalschleife hintendran und dreht den Beat noch ein St\u00fcck weiter.<br \/>\n<strong>!!!<\/strong> kommen mit zwei S\u00e4ngerInnen. Neben <strong>Nic Offer<\/strong> h\u00fcpft und tanzt beinahe genauso ausgelassen eine S\u00e4ngerin. Die beiden teilen sich die Hauptstimme von Song zu Song oder singen im Duett. Manchmal scheint es mir, es ist auch egal, wer jetzt gerade singt. Wichtiger ist der Beat, der aus dem Keyboard und vom Schlagzeug kommt und unweigerlich nach vorne treibt.<\/p>\n<p>\u201eOne Girl\/One Boy\u201d und \u201eSlyd\u201d beenden das Set. Es ist sowas wie das Standardfinale der Band, auch das kann man recherchieren. Ich blickte auf die Uhr, die knapp 60 Minuten lie\u00dfen mich mit dem Gef\u00fchl zur\u00fcck, stundenlang getanzt zu haben.<br \/>\nEs folgt als erste Zugabe das unwiderstehliche \u201eHearts of hearts\u201c. <strong>!!!<\/strong> spielen es sehr ausf\u00fchrlich und sehr mitrei\u00dfend. Danach, so schien es mir, war sich die Band kurz uneinig, ob sie noch einen Song spielen sollten. Sie spielten noch einen und gingen dann, um nochmal f\u00fcr einen weiteren Song zur\u00fcckzukommen. Diese zweite Zugabe erschien mir spontan zustande gekommen zu sein. Eigentlich war das Saallicht schon fast an und der dramaturgische H\u00f6hepunkt l\u00e4ngst \u00fcberschritten. Ich empfand es schon als \u00fcberraschend, dass sie nach \u201eHearts of hearts\u201c noch einen Song spielten, klang doch dieses St\u00fcck bereits nach gro\u00dfem Finale.<\/p>\n<p>Wow, was f\u00fcr ein wahnsinniges Konzert. Im Gegensatz zum Fr\u00fchjahr war ich vorbereitet auf das, was kommen sollte: aufs tanzen, aufs umarmt werden, aufs was-wei\u00df-ich-noch-alles. Umgehauen hat es mich trotzdem. Tanzen und was-wei\u00df-ich-noch-alles fand statt, das Umarmen nicht; es blieb bei einem nicht ganz so schwei\u00dfigem H\u00e4nde abklatschen. Sonderlich traurig dar\u00fcber bin ich allerdings nicht. Wer l\u00e4sst sich schon gerne von nassgeschwitzten Fremden umarmen.<\/p>\n<p><strong>!!!<\/strong> lieferten das tanzbarste Konzerte des Jahres.<\/p>\n<p>Denn Vorspann gaben <strong>Bellchild<\/strong>. Die Band aus der n\u00e4heren und weiteren Entfernung K\u00f6lns gefielen mir ganz gut. <strong>Henning Rohsch\u00fcrmann<\/strong>, <strong>Daniel Hofstadt<\/strong> und <strong>Tarek Zarroug<\/strong> machen so elektronischen, triphop lastigen Popkram, der mich ab und an <strong>Moderat<\/strong> denken lie\u00df. Die ein oder andere Keyboardsequenz mopsten sie bei <strong>Radiohead<\/strong>, die ein oder andere Gitarrenspur bei <strong>Alt-J<\/strong>. Ihre f\u00fcnf, sechs Songs waren sch\u00f6n anzuh\u00f6ren und unaufgeregt unterhaltsam.<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<br \/>\n<\/strong><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/primavera-sound-festival-barcelona-04-06-2017\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">!!! &#8211; Primavera Sound Festival Barcelona, 04.06.2017<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Chk Chk Chk oder !!!. Ganz wie es die Syntaxvorschriften der digitalen Datenverarbeitung und Dokumentenspeicherung in den diversen Datenbanken erlauben und zulassen. Sonderzeichen in Dateinamen, dann bitte !!!, ansonsten die Wortlautersetzung Chk Chk Chk. Hierbei kann, das lehrt mich erneut das Musikportal Wikipedia, der Bandname !!! als beliebige Reihenfolge dreier wiederholter Laute ausgesprochen werden. 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