{"id":8763,"date":"2017-10-29T19:25:48","date_gmt":"2017-10-29T18:25:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=8763"},"modified":"2017-11-11T15:18:50","modified_gmt":"2017-11-11T14:18:50","slug":"heather-nova-heerlen-28-10-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/heather-nova-heerlen-28-10-2017\/","title":{"rendered":"Heather Nova &#8211; Heerlen, 28.10.2017"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ort:<\/strong> Parkstad Limburg Theaters, Heerlen<br \/>\n<strong>Vorband:<\/strong> Ed Prosek<br \/>\n<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-8764\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1-1.jpg\" alt=\"\" width=\"2048\" height=\"1150\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1-1.jpg 2048w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1-1-520x292.jpg 520w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/1-1-1012x568.jpg 1012w\" sizes=\"(max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/>Meine erste Begegnung mit <strong>Heather Nova<\/strong> war im August 1994 im E-Werk. Es war im Rahmen des Big Cat Five Festivals. F\u00fcnf Bands, darunter <strong>Pavement<\/strong>, <strong>Blumfeld<\/strong>, <strong>Cop shoot cop<\/strong> und zwei weitere Bands, die mich so \u00fcberzeugten, dass sie mir l\u00e4nger im Ged\u00e4chtnis blieben: <strong>Lotion<\/strong> und <strong>Heather Nova<\/strong>. Von <strong>Lotion<\/strong> habe ich seitdem nie mehr was geh\u00f6rt und gesehen, von <strong>Heather Nova<\/strong> schon. Nach dem Minifestival kaufte ich mir ihr Livealbum <em>Blow<\/em>. F\u00fcr elend viel Geld. 32,95 DM zeigt das Preisschild auf der R\u00fcckseite des Jewelcase. Seinerzeit, als die meisten CDs unter 30 Mark kosteten, ein stolzer Preis. Auf <em>Blow<\/em> sind die \u00fcberragenden Liverversionen von \u201eSugar\u201c und \u201eMaybe an Angle\u201c und zeigen <strong>Heather Nova<\/strong> als gitarrenlastige Band, die melancholischen und dunkleren Indierock spielt. Damals fragte ich mich, wie eine junge Frau, die von der ausgewiesenen Sonnen- und Sch\u00f6nwetterinsel Bermudas stammt, so eine herbstliche und triste Musik machen kann. Nachdem <em>Oyster<\/em> ver\u00f6ffentlich wurde und den verdienten Erfolg einheimste, wurde <strong>Heather Nova<\/strong> sowas wie das Indie-Pendant zu <strong>Sheryl Crow<\/strong> und <strong>Alanis Morissette<\/strong>. Bevor sie in den Mainstream Pop abdriftete machte <strong>Heather Nova<\/strong> sch\u00f6ne gitarrenlastige Indiemusik. Sie arbeitete mit der schwedischen Band <strong>Eskobar<\/strong> zusammen, spielte Konzerte mit <strong>Neil Young<\/strong>, unterst\u00fctzte den Soundtrack von <em>The Crow<\/em> und war beim damals sehr angesagten Indielabel Big Cat unter Vertrag. <strong>Heather Nova<\/strong> machte in den 1990er Jahren vieles richtig. <em>Blow und Oyster<\/em> wurden f\u00fcr mich zwei Alben, die ich sehr gerne h\u00f6rte, weil sie diese sch\u00f6nen, melancholischen und gitarrendominierenden Songs boten. Sp\u00e4ter wurde <strong>Heather Nova<\/strong> f\u00fcr mich belanglos. Ihre Songs wurden gegen Ende des Jahrhunderts immer poppiger und weniger sperrig, so dass ich ihren n\u00e4chsten Alben keine Beachtung mehr schenkte. Und diese L\u00fccke m\u00f6chte ich auch nicht schlie\u00dfen. Mir reicht es, ab und an \u201eHigher ground\u201c im Radio zu h\u00f6ren oder einen ihrer Auftritte beim 3sat Popfestival oder \u00e4hnlichen Veranstaltungen zu sehen.<br \/>\nDas <strong>Heather Nova<\/strong> Konzert w\u00e4re folgerichtig nie und nimmer in meinen Fokus ger\u00fcckt, wenn es nicht mit dem Zusatz \u2018\u2026plays <em>Oyster<\/em>\u2018 versehen w\u00e4re. Oh, <em>Oyster<\/em>. \u201eMaybe an angle\u201c, \u201eWalk this way\u201c, \u201eVerona\u201c und vor allem \u201eSugar\u201c. Das k\u00f6nnte schon sch\u00f6n sein, diese Songs nochmal live zu h\u00f6ren. \u201eSugar\u201c war zwar nur auf der US-Version des Albums (ich kenne es vom 1993er Livealbum <em>Blow<\/em>), ich sah aber in den \u00e4lteren Setlisten der <em>Oyster<\/em> Tour, dass sie ihn in die Konzerte eingebaut hatte und den Song als Zugabe spielen. Genauso wie die B-Seite \u201eBlind\u201c, mit der sie die <em>Oyster<\/em> Setlist in der Mitte des Plattenkonzertes aufmotzte. \u201eBlind\u201c ist so ein Sechsmin\u00fcter, der nur mit Cello und Kontrabass eine zauberhafte Stimmung zu erzeugen vermag und damit sehr gut in das <em>Oyster<\/em> Programm passt.<\/p>\n<p>Bis dahin machten mir schon \u201eWalk this way\u201c und \u201eIslands\u201c besonderen Spa\u00df. Die Band spielte sie laut, die Gitarren wurden sch\u00f6n von einem Cello unterst\u00fctzt und <strong>Heather Novas<\/strong> Stimme ist nach wie vor top. Die hohen Sequenzen schafft sie glasklar und auf den Punkt. \u201eIslands\u201c, das ich sehr, sehr lange nicht mehr geh\u00f6rt hatte, versetzte mich nochmal kurz zur\u00fcck in eines meiner ersten <strong>Heather Nova<\/strong> Konzerte. Ich erschrak \u00fcber diesen Erinnerungsgedanken, denn er kam \u00fcberraschend und unvorbereitet. <strong>Heather Nova<\/strong> mu\u00df im E-Werk einen gro\u00dfen Eindruck auf mich hinterlassen haben, wie sonst ist dieser Flashback zu verstehen. Im n\u00e4chsten Augenblick wurde dieser Gedanke die endg\u00fcltige Best\u00e4tigung daf\u00fcr, dass es kein Fehler war, dieses Konzert zu besuchen. Denn nat\u00fcrlich hatte ich vorher Bedenken, dass neben den <em>Oyster<\/em> Sachen zu viele neuere Songs im Set stehen w\u00fcrden, die mir dann absolut nichts sagen und den Konzertabend verw\u00e4ssern bzw. belanglos machen. Ein unn\u00f6tiges Bedenken, neuer waren nur \u201eSea grass\u201c vom aktuellen Album <em>The way it feels<\/em> und \u201eLike lovers do\u201c vom 2002er Album <em>South<\/em>. Beide St\u00fccke waren folgerichtig die schw\u00e4chsten im Set. Ach nee, dieser 3sat Pop, ich kann meine Begeisterung daf\u00fcr nicht hergeben.<br \/>\n\u201eMaybe an angle\u201c und \u201eVerona\u201c gefielen mir da um einiges besser. \u201eVerona\u201c lie\u00dfen sie mit ein paar <strong>Nirvana<\/strong> Zitaten aus \u201eSmells like teen spirit\u201c enden. War das in den 1990er Jahren auch schon so? Ich glaube, ja. Ein Album spielen hei\u00dft immer auch, die schw\u00e4cheren Songs der Platte im Programm zu haben. \u201eDoubled up\u201c ist einer der schw\u00e4cheren St\u00fccke, dummerweise ist er der letzte Song der Platte und somit endet der Hauptteil des Konzertes nicht euphorisch, sondern pl\u00e4tschert irgendwie aus.<\/p>\n<p>Weil <strong>Heather Nova<\/strong> anschlie\u00dfend im ersten Teil der Zugabe die neueren St\u00fccke nachlegt, bevor die Band mit \u201eSugar\u201c nochmal ins Jahr 1994 zur\u00fcckkehren, wird das Konzert f\u00fcr 15 Minuten sehr fad. Aber ein Klassesong ist in der Lage, dieses in Sekundenschnelle vergessen zu lassen. Und \u201eSugar\u201c ist ein Klassesong, der mir nochmal die interessante <strong>Heather Nova<\/strong> pr\u00e4sentiert und meine Argumente, dieses Konzert zu besuchen, mehr als rechtfertigt. Es ist ein dunkler Dr\u00fccker, den die Band auf der B\u00fchne minutenlang quasi zelebriert. H\u00e4tte <strong>Heather Nova<\/strong> doch nur hier weitergemacht, sie w\u00e4re auch in den 2000er Jahren interessant geblieben. H\u00e4tte, h\u00e4tte Fahrradkette.<br \/>\nNach der Zugabe kommt sie nochmal mit ihrer Cellistin zur\u00fcck, um <strong>Neil Youngs<\/strong> \u201eLike a hurricane\u201c akustisch zu pr\u00e4sentieren. Eine unn\u00f6tige Coverversion, die mir in der Anordnung Akustikgitarre, Cello und <strong>Heather Novas<\/strong> Gesangsstimme keinen Spa\u00df machte. Mir aber auch nicht die Suppe versalzte. Ich habe \u201eSugar\u201c, \u201eVerona\u201c, \u201eIslands\u201c, \u201eWalk this world\u201c und \u201eMaybe an angle\u201c in alter Wucht erleben d\u00fcrfen. Mehr hatte ich mir von diesem Abend nicht erhofft. Was also sonst noch!<\/p>\n<p><strong>Setlist:<\/strong><br \/>\n01: Walk this world<br \/>\n02: Heal<br \/>\n03: Island<br \/>\n04: Throwing fire at the sun<br \/>\n05: Maybe an angel<br \/>\n06: Truth and bone<br \/>\n07: Blue black<br \/>\n08: Blind<br \/>\n09: Walking higher<br \/>\n10: Light years<br \/>\n11: Verona<br \/>\n12: Doubled up<br \/>\nZugabe I:<br \/>\n13: Winterblue<br \/>\n14: Sea glass<br \/>\n15: Like lovers do<br \/>\n16: Sugar<br \/>\nZugabe II<br \/>\n17: Like a hurricane<\/p>\n<p><strong>Kontextkonzerte:<br \/>\n<\/strong>&#8211;<\/p>\n<p><strong>Multimedia:<\/strong><\/p>\n<p class=\"responsive-video-wrap clr\"><iframe width=\"1200\" height=\"675\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/iw8Nj9V4y5c?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine erste Begegnung mit Heather Nova war im August 1994 im E-Werk. Es war im Rahmen des Big Cat Five Festivals. 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