{"id":8479,"date":"2017-06-21T12:53:09","date_gmt":"2017-06-21T10:53:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=8479"},"modified":"2022-09-17T17:21:51","modified_gmt":"2022-09-17T15:21:51","slug":"arcade-fire-koeln-16-06-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/arcade-fire-koeln-16-06-2017\/","title":{"rendered":"Arcade Fire &#8211; K\u00f6ln, 16.06.2017"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"2048\" height=\"1151\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/4-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8481\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/4-1.jpg 2048w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/4-1-520x292.jpg 520w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/4-1-1011x568.jpg 1011w\" sizes=\"(max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Ort: <\/strong>Tanzbrunnen, K\u00f6ln<br><strong>Vorband:<\/strong> Bomba Est\u00e9reo<br>In Barcelona vor ziemlich genau einer Woche hatte ich <strong>Arcade Fire<\/strong> noch verpasst. Beziehungsweise gingen sie, aufgrund des Andrangs und Gewusels vor der B\u00fchne v\u00f6llig an mir vorbei. Es ist nicht m\u00f6glich, bei einem Gro\u00dffestival mal eben so ein Konzert vor einer der beiden Riesenb\u00fchnen mitzunehmen. Das bedarf einer bestimmten Vorbereitung (fr\u00fch genug da sein), die ich an diesem Barcelonaabend leider nicht machen konnte. Ich empfand das allerdings als nicht so schlimm, denn ich wusste ja, ich w\u00fcrde <strong>Arcade Fire<\/strong> ein paar Tage sp\u00e4ter erneut sehen. In K\u00f6ln. Am Tanzbrunnen. Vor einer kleineren B\u00fchne. Mit entsprechender Vorbereitung. Allerdings auch vor einer Menge Zuschauer. Es ist nicht so, dass ich <strong>Arcade Fire<\/strong> noch nicht gehen habe. Mein erstes Mal, und dies nur als kleiner Einschub, war nicht &#8211; wie bei so vielen &#8211; ein Konzert im Geb\u00e4ude 9, sondern es war beim Monsters of Spex im K\u00f6lner Jugendpark. Irgendwann nachmittags, zusammen mit <strong>Hard-Fi<\/strong> und weiteren gro\u00dfen Bands, die heutzutage niemand mehr kennt. Das ist lange her, es muss die Zeit vor oder kurz nach ihrem Deb\u00fctalbum <em>Funeral<\/em> gewesen sein. Seinerzeit spielten <strong>Arcade Fire<\/strong> noch kanadischen Indierock, Songs wie \u201eRebellion (Lies)\u201c, oder die \u201eNeighbourhood\u201c Variationen wurden schnell zu meinen Lieblingsliedern. Wie gesagt, das ist Jahre her und seitdem ist einiges an Zeit vergangen, und <strong>Arcade Fire<\/strong> haben sich von Album zu Album (vier St\u00fcck haben sie mittlerweile ver\u00f6ffentlicht) weiterentwickelt. Auf dem f\u00fcnften Album <em>Everything now<\/em>, das bald erscheinen wird, sind sie, wenn ich den Vorabsingles Glauben schenken kann und mag, dem Disco noch n\u00e4her als bisher schon gekommen. Diese Entwicklung gef\u00e4llt nicht allen, muss es auch nicht. Aber es reicht, um den Tanzbrunnen auszuverkaufen. Das hei\u00dft, 10000 Leute und mehr wollten <strong>Arcade Fire<\/strong> sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Entsprechend gro\u00df war der Andrang, als ich am Rheinufer ankam. Die Einla\u00dfschlange war zu diesem Zeitpunkt gef\u00fchlt unendlich lang, und ich reihte mich sehr weit vor den Tanzbrunnentoren ein. Wie das in Warteschlangen so ist, bekommt man unwillk\u00fcrlich die Gespr\u00e4che der anderen mit. Und wie in jeder anderen Schlange, h\u00f6rte ich auch hier die \u00fcblichen Vordr\u00e4ngelgespr\u00e4che. So auch bei einer M\u00e4dchengruppe in meiner N\u00e4he, die scheinbar Bekannte hatten, die viel weiter vorne standen. Solle man nun da hin, oder nicht, so die hei\u00df besprochene Frage. Die Gruppe war zweigeteilt ob der Antwort. Alle bis auf eine waren daf\u00fcr. Frei nach dem Motto \u2018Guck mal, es gehen so viele an uns vorbei\u2018 wollte man die moralischen Bedenken der Kollegin wegwischen. Diese blieb aber standhaft, und so blieb die Gruppe zusammen und verhielt sich fair den Mitwartenden gegen\u00fcber. \u2018Gut gemacht\u2018, dachte ich, und \u2018es ist ja auch noch Zeit\u2018. Das stimmt. Denn selbst nach 30min\u00fctiger Schlangenzeit blieb immer noch eine gute Stunde, bis <strong>Arcade Fire<\/strong> auf die B\u00fchne gehen sollten.<br>Nachdem der ganze Anstell- und Einla\u00dfkram erledigt war, war es am Tanzbrunnen zwar voll, aber nicht unm\u00f6glich, hinten rum, also auf der entgegengesetzten Seite, bis ganz nach vorne zur B\u00fchne zu gelangen. Ich war froh, dass mir das noch gelang; aus der Erfahrung heraus wei\u00df ich, Tanzbrunnenkonzerte von hinten geh\u00f6ren zur \u00fcbelsten Kategorie. Entweder einer der Pilzdachpfosten ist im Blickwinkel oder aber man ist umringt von Gespr\u00e4chskreisgr\u00fcppchen. Beides ist eher unvorteilhaft f\u00fcr einen Konzertbesuch.<br>Die kolumbianische Vorband <strong>Bomba Est\u00e9reo<\/strong> war bei ihrem letzten Song \u201eFiesta\u201c angekommen, als ich meinen Platz gefunden hatte. Ich kann nicht beurteilen, ob und wie gut die Band, die in S\u00fcdamerika sicher gro\u00df ist, nun wirklich war. Der Applaus der umstehenden zeigte mir, dass sie mit ihrem Auftritt nicht alle Sympathien verspielt hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>Gut 2 Stunden sp\u00e4ter.<br><strong>Arcade Fire<\/strong> haben gerade die B\u00fchne verlassen, und die blaubehelmten B\u00fchnenarbeiter dieselbe betreten, als ich immer noch leicht sprachlos und entgeistert rumstehe. Wow, was f\u00fcr ein Konzert haben die Kanadier da gerade abgeliefert. War das gro\u00dfartig! H\u00e4tte ich ihnen das zugetraut? Ein ganz klares \u2018nein\u2018 ist die Antwort auf diese Frage. Denn zu merkw\u00fcrdig finde ich die neuen Songs, in meinen Ohren zu schwach <em>Reflektor<\/em>, das letzte ihrer bisherigen vier Alben. War nicht schon zu dancy? Und jetzt setzen die neuen Singles \u201eEverything now\u201c und \u201eCreature comfort\u201c auf dancy noch einen drauf. Du kannst auch <strong>Abba<\/strong> zu mir sagen, lese ich \u00fcberall in den Kommentaren und Anmerkungen. Beim ersten H\u00f6ren von \u201eEverything now\u201c kam mir spontan \u201eCan&#8217;t take my eyes off you\u201c in den Sinn. Aber vielleicht haben <strong>Abba<\/strong> auch gecovert.<\/p>\n\n\n\n<p>Jedoch egal ist all das in diesen Minuten nach dem Konzert. Die drei neuen Songs, neben den beiden Singles spielten sie noch einen weiteren neuen Song, waren formidabel, und der Rest eh alles Hits. Alles passte an diesem Abend zusammen. \u201eThe Suburbs\u201c, ich hatte die Sch\u00f6nheit dieses Songs fast vergessen, \u201eNeighborhood #3 (Power out)\u201c, \u201eWake up\u201c gegen Ende des Konzertes, oder \u201eRebellion (lies)\u201c, \u201eNo cars go\u201c und \u201eHa\u00efti\u201c eher zu Beginn waren ebenso toll. Ich h\u00f6re zuhause nicht oft <strong>Arcade Fire<\/strong> Songs, und <em>Funeral<\/em>, das erste Album, lag schon ewig nicht mehr im CD Spieler. Umso besser, hier sch\u00f6ne und modifizierte Liveversionen (\u201eHa\u00efti\u201c war v\u00f6llig anders) pr\u00e4sentiert zu bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Schnell wurde getanzt und an den richtigen Stellen mitgeklatscht. Ich freute ich mich, dass sowohl die Band als auch das Publikum in gro\u00dfer Feierlaune waren. <strong>Win Butler<\/strong> turnt auf den Monitorboxen, besucht kurz die erste Reihe. Seine Ehefrau <strong>R\u00e9gine Chassagne<\/strong> tanzt im ledernen Jumpsuite und einem Lachen im Gesicht \u00fcber die B\u00fchne und Bruder <strong>William<\/strong> jagt wie eh und je mit der Trommel im Arm \u00fcber die B\u00fchne, spielt Gitarre oder h\u00fcpft zwischen seinen beiden Keyboardt\u00fcrmen hin und her. Es ist ein typisch irrer <strong>Arcade Fire<\/strong> Auftritt. Am Morgen nach dem Konzert lese ich viel Kritisches \u00fcber das Mitgeklatsche und die Animationsunternehmungen der Band, dieses zu tun. Ich wundere mich immer ein wenig \u00fcber solche Kritik, denn ist es nicht vollkommen egal, ob, wann, wie und warum mitgeklatscht wird. Wenn <strong>William Butler<\/strong> zum mitklatschen auffordert, dann muss man dem ja nicht folgen. Aber diejenigen, die das machen, sollte man auch nicht kritisieren. Die Band kritisiert einen ja auch nicht, wenn man ihrer Aufforderung nicht nachkommt (was allerdings auch merkw\u00fcrdig w\u00e4re). Wie hei\u00dft es so sch\u00f6n: Leben und leben lassen. In diesem Fall sicher die beste, und f\u00fcr alle entspannendste Wahl.<\/p>\n\n\n\n<p>Scheinbar half es, dass die spiegelnde Verkleidung der Bassdrum und Keyboards vor Konzertbeginn nochmals ordentlich von Roadiehand gewienert wurden. Der Abend glitzerte ohne Ende.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzert:<\/strong><br><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/arcade-fire-koln-22082007\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Arcade Fire \u2013 K\u00f6ln, 22.08.2007 \/ Palladium<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/rock-a-field-luxemburg-26-06-2011\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Arcade Fire &#8211; Rock a Field, Luxemburg, 26.06.2011<br><\/a><a href=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/primavera-sound-festival-barcelona-29-05-2014\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Arcade Fire &#8211; Primavera Sound Festival Barcelona, 29.05.2014<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Barcelona vor ziemlich genau einer Woche hatte ich Arcade Fire noch verpasst. Beziehungsweise gingen sie, aufgrund des Andrangs und Gewusels vor der B\u00fchne v\u00f6llig an mir vorbei. 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