{"id":8293,"date":"2017-05-11T19:20:12","date_gmt":"2017-05-11T17:20:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/?p=8293"},"modified":"2026-01-29T18:36:41","modified_gmt":"2026-01-29T17:36:41","slug":"sam-prekop-john-mcentire-koeln-09-05-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/sam-prekop-john-mcentire-koeln-09-05-2017\/","title":{"rendered":"Sam Prekop &#038; John McEntire &#8211; K\u00f6ln, 09.05.2017"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ort:<\/strong> Gew\u00f6lbe, K\u00f6ln<br><strong>Vorband:<\/strong> Stefan Schneider<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"2048\" height=\"1150\" src=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/1-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8294\" srcset=\"https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/1-1.jpg 2048w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/1-1-520x292.jpg 520w, https:\/\/www.pretty-paracetamol.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/1-1-1012x568.jpg 1012w\" sizes=\"(max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>F\u00fcr Konzertpendler wie mich sind das die besten Konzertorte: raus aus dem Zug und rein in den Club. M\u00f6glichst ohne einen l\u00e4ngeren Weg zwischen Wagon- und Clubt\u00fcr. Daher gehe ich gerne in den Stadtgarten oder in das Luxor, auch der Club Bahnhof Ehrenfeld (in Verbindung mit einer kleinen U-Bahnfahrt) liegt gut, das Geb\u00e4ude 9 immerhin noch in okayer Laufdistanz. Den Vogel hinsichtlich des Standortvorteils schie\u00dft jedoch das Gew\u00f6lbe ab. Es liegt direkt unter den Bahngleisen des Bahnhofs K\u00f6ln-West, der wiederum an meiner Bahnlinie liegt. Besser und n\u00e4her geht es nicht. Das kann man w\u00f6rtlich nehmen. So lande ich nach 35 Minuten Bahnfahrt bequem vor der Eingangst\u00fcr des Gew\u00f6lbes. Auf dem Ticket steht zwar 20 Uhr Beginn, aber aus der samst\u00e4glichen Gew\u00f6lbe-live Erfahrung wei\u00df ich, 20 Uhr meint 21 Uhr. Ich gehe hinein und schaue mich um. Es gibt ein paar R\u00e4ume links und rechts des l-f\u00f6rmigen Flures, an dessen Ende der Saal liegt. Besucht ist der Saal zu diesem Zeitpunkt mehr als mau, als dritter betrete ich die Szenerie. Aber gut, es sind ja noch 20 Minuten bis Konzertbeginn.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu diesem Konzert kam ich durch einen wochenendlichen Zufall. Als ich mir auf der Ticketseite des Gew\u00f6lbes eine Karte f\u00fcr <strong>Xiu Xiu <\/strong>gekauft habe, las ich auch von einem Konzert der Herren <strong>Sam Prekop<\/strong> und <strong>John McEntire<\/strong>. Bei dem Namen <strong>Prekop<\/strong> klingelte es noch, Mr. <strong>McEntire<\/strong> war mir da direkter ein Begriff. <strong>Tortoise<\/strong>. Letztes Jahr zweimal gesehen. Vielleicht war mir auch daher der Name schneller im Ged\u00e4chtnis. Ich stutzte, klickte und sek\u00fcndlich hellte sich meine Miene auf. Ja klar, <strong>Sam Prekop<\/strong>, der S\u00e4nger von <strong>The sea and cake<\/strong>. Und er gibt zusammen ein Konzert mit <strong>John McEntire<\/strong>?! Wow, dachte ich, Ostern und Weihnachten an einem Tag!<br>Irritiert und \u00fcberrascht ob dieser Konstellation machte ich mich auf die Suche nach weiteren Informationen. Ich fand: nichts. Ein Album der beiden wurde nirgends beschrieben, einzig ein paar Videos von gemeinsamen Duoauftritten \u00e4lteren Datums lie\u00dfen sich ergooglen. Es wurde spannend, ich wurde neugieriger. Ich suchte weiter und las, dass <strong>Sam Prekop<\/strong> in den letzten Jahren elektronische Alben gemacht hat. <em>The republic<\/em> und <em>Old punch card<\/em> hei\u00dfen sie. Das wusste ich nicht. Ein Link zum Deutschlandfunk Kultur war \u00fcberschrieben mit<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8222;Es ist sch\u00f6n, nicht mehr zu singen&#8220;.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Oh ha! Schade, ich mag seine sanfte Stimme.<br>Meine Verwirrung wurde damit jedoch nicht geringer. Mittlerweile war ich mir sicher, dass das Konzert kein \u2018<strong>The sea and cake <\/strong>Songs akustisch\u2018 Event werden w\u00fcrde. Elektrokram statt Gitarrenpop. Das ist nicht schlimm, auch wenn ich die ollen Hits von <em>Nassau<\/em> gerne akustisch geh\u00f6rt h\u00e4tte. Best\u00e4tigung bekam ich via E-Mail aus M\u00fcnchen, das auch auf dieser Tour bespielt wird. Zuf\u00e4llig stand dieses Konzert auf dem Zettel eines alten Studienkollegen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Ja, ich gehe n\u00e4chste Woche auch zu <strong>McEntire<\/strong> und <strong>Prekop<\/strong>. Da wirst Du keine Gitarre h\u00f6ren. Das wird eine Elektronik\/Synthesizer-Show. Hat mir jedenfalls der Organisator des M\u00fcnchner Events erz\u00e4hlt.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Immer noch dachte ich \u2018wow!\u2018 und meine Spannung und Vorfreude wuchst weiter. Der Chicagoer Postrock wird ambient-experimentell. Na, wenn das nicht spannend ist, was dann.<br>Auf der B\u00fchne empf\u00e4ngt mich Kabelsalat. Es ist ein Tisch aufgebaut, auf dem zwei elektronische Kisten \u00fcbereinander stehen, die das Format von Midi-Computergeh\u00e4usen haben. Aus diesen K\u00e4sten ragen Unmengen von Kabeln unterschiedliche Dicke und Farbe. Am Geh\u00e4use selbst blinken in unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden gr\u00fcne, rote und gelbe Leuchtdioden. Die Apparatur sieht aus wie ein riesengro\u00dfer Z\u00fcnder, wie man sie aus 1980er Jahre Filmen kennt. Eigentlich erwarte ich gleich den Entsch\u00e4rfungsspezialisten, der mit schwitzigen Fingern das richtige Kabel zum Durchtrennen und damit zum Entsch\u00e4rfen der Z\u00fcndeinrichtung sucht und eine Sekunde vor Ablauf des Countdown auch findet. Neben diesem Modulator (ich habe keine Ahnung, wie man die Kiste nennt, in Physik bin ich eine Niete &#8211; aber Modulator klingt super!) steht auf einem Keyboardgestell weitere Elektronik, aus der weitere Kabel spieksen. Hier wird gleich <strong>Stefan Schneider<\/strong> 45 Minuten lang wunderbare sph\u00e4rische Kl\u00e4nge herzaubern, dass nicht nur <strong>Klaus Fiehe<\/strong> das Herz aufgehen w\u00fcrde. Es ist ein sch\u00f6nes, unaufgeregtes Set, dass der <strong>To Rococo Rot<\/strong> und <strong>Kreidler<\/strong> Mann darbietet. Ein sanftes hineingleiten in den Abend. In meinem Kopf tanzt es, ein Sofa w\u00e4re jetzt nicht schlecht.<\/p>\n\n\n\n<p>Anschlie\u00dfend betreten <strong>Sam Prekop<\/strong> und <strong>John McEntire <\/strong>die B\u00fchne. W\u00e4hrend <strong>John McEntire<\/strong> das ganze Set \u00fcber Airdrums spielt, setzt sich sein Kollege vor die beiden Kisten und steckt Kabel um, dreht an Reglern und \u00fcberpr\u00fcft die Leuchtdioden. Die Szenerie erinnert mich an einen Hinterhofladen f\u00fcr Computerreparaturen (auch weil Tisch und Stuhl ein bisschen sch\u00e4big sind). Repariert werden mu\u00df hier aber nichts. Der Kasten erzeugt aber Tonwellen unterschiedlicher Couleur. Die Airdrum gibt dazu den Taktgeber.<br>Ich schlie\u00dfe die Augen, so wirkt die Musik besser und ich lasse mich treiben. Obwohl Takt und Tempo nur wenig variieren, entsteht keine Langeweile. Die Minuten verstreichen, in denen ich an nichts denke und nichts sehen muss. Ich verpasse nichts und versinke immer mehr in die Ger\u00e4uschkulisse. Nach einiger Zeit \u00f6ffne ich die Augen wieder und sehe, wie <strong>Sam Prekop<\/strong> mit \u00fcbereinandergeschlagenen Beinen auf seinem Klappstuhl sitzt und weiter Stecker in Buchsen steckt und Drehkn\u00f6pfe bedient. Er k\u00f6nnte das jetzt auch so auf seiner Veranda machen, denke ich. V\u00f6llig entspannt, mit einem Plan aber ohne Anleitung rumt\u00fcfteln.<\/p>\n\n\n\n<p>Irgendwann werden die Tonschwingungen sp\u00e4rlicher und die Airdrum verstummt. Alle Ger\u00e4usche werden langsam ausgeblendet. Das Konzert ist zu Ende. Wow!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontextkonzert:<\/strong><br>&#8211;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr Konzertpendler wie mich sind das die besten Konzertorte: raus aus dem Zug und rein in den Club. M\u00f6glichst ohne einen l\u00e4ngeren Weg zwischen Wagon- und Clubt\u00fcr. Daher gehe ich gerne in den Stadtgarten oder in das Luxor, auch der Club Bahnhof Ehrenfeld (in Verbindung mit einer kleinen U-Bahnfahrt) liegt gut, das Geb\u00e4ude 9 immerhin noch in okayer Laufdistanz. Den Vogel hinsichtlich des Standortvorteils schie\u00dft jedoch das Gew\u00f6lbe ab. Es liegt direkt unter den Bahngleisen des Bahnhofs K\u00f6ln-West, der wiederum an meiner Bahnlinie liegt. Besser und n\u00e4her geht es nicht. Das kann man w\u00f6rtlich nehmen. So lande ich nach 35 Minuten Bahnfahrt bequem vor der Eingangst\u00fcr des Gew\u00f6lbes. Auf dem Ticket steht zwar 20 Uhr Beginn, aber aus der samst\u00e4glichen Gew\u00f6lbe-live Erfahrung wei\u00df ich, 20 Uhr meint 21 Uhr. 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